Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

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Burgen

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Beiträge: 821

Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

von Burgen am 17.03.2018 11:00


Hallo an alle, 

jedem von uns ereilen uns Dinge, Begebenheiten, Unwägbarkeiten, Lieblosigkeit, Krankheit und viel mehr.

Da kann es sein, dass die Aufforderung zur Dankbarkeit wie Hohn in manchen Ohren klingen mag.

Die beiden Briefe, die oben genannt sind, wurden von Paulus geschrieben an die Gemeinden, die er selbst massgeblich prägte. 

Paulus schrieb oft aus seiner Gefangenschaft heraus die wunderbarsten, aufrichtenden aber auch zurechtweisendsten Worte. 

Also nicht Worte, die aus Langeweile heraus oder so, dem Studierzimmer entsprungen sind. 

Seine Worte, seine Briefe sind immer auch Zeugnisse seiner selbst. Von ihm selbst durchlebt und unter Schmerzen erlebt. 

1.Thessalonicher 5,18
seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 


Epheser 5,20
und sagt Dank Gott , dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. 

Kann dieses jeder Mensch von uns hier so unterschreiben? Hat jemand schon Erfahrung gemacht und lebt in solcher Haltung? 
Das würde mich wirklich interessieren. 

Es gibt als eine Hilfe die Möglichkeit, jeden Tag damit zu beenden, aufzuschreiben, welche schöne Perle jemand über Tage 
erlebt, gesehen, gefunden hat. 
Das ist auch ein schöner Brauch. Dann geht man viel bewusster durch den Tag und findet etwas zum Dank. 

Aber auch für die oben genannten schlimmen Dinge und Erlebnisse danken? 
Das ist nicht so einfach und kommt einem nicht so glatt über die Lippen, 
vielleicht nicht mal aus dem Herzen, Denken und über die Lippen heraus.

Andererseits -  
manchmal ist von einem Christen in späteren Jahren zu hören, dass er über das Leid der ersten Lebenshälfte 
nun nicht mehr ärgerlich, hasserfüllt, verbittert ist usw. 
Jetzt, nach vielen Jahren an der Hand Gottes kann dieser Mensch jetzt im Frieden Gottes ruhen und auch 
Gott, dem Vater in Jesus Christus danken. 

Danken, dieses Ungemach mit Jesu Hilfe durchstanden zu haben, erneuert worden zu sein und mit der Liebe und 
durch die Gnade Gottes hoffnu gsvoll und getröstet nach vorn weiter zu leben. 

Es ist meineserachtens Gnade, wenn jemand nicht stecken bleibt. 
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, 
weiss man von einem Menschen, was er alles durchlitten und durchlebt hat, 
und ihm in das Gesicht schaut, Liebe und Freundlichkeit aus dessen Augen herausschaut. 

Dabei fällt mir natürlich auch ein, dass unser menschlicher aüsserer Körper, wie auch unser inner Mensch, 
jeden Tag erneuert wird, obwohl der äussere Körper mit der Zeit zerfällt, weil verbraucht. 
Jedoch die Zellteilung geht weiter, auch im Alter. 

Wie steht ihr zu den obigen beiden Versen? 

Gruss 
Burgen 




 

Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offb 2,10 b
Ich will, HERR hilf!  

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JeanS

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Beiträge: 28

Re: Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

von JeanS am 17.03.2018 15:52

Hallo Burgen

Ich bin da voll auf Paulus Linie wenn des um die von Dir geposteten Anregungen zur Dankbarkeit geht.

1.Thessalonicher 5,18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
Epheser 5,20 und sagt Dank Gott , dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Es gibt in meinem Umfeld solche Menschen, welche erst krank werden mussten oder gar ein Burnout durchmachten, bevor sie erkannten, dass sie Raubbau mit ihrer körperlichen und geistlichen Gesundheit trieben, besonnener und geruhsamer an die Herausforderungen des Lebens herangehen sollten.

Manchmal wirkt eine Begebenheit im Leben zuerst als schlimm, unfair, oder dergleichen. Ich rate immer davon Betroffenen, mal zu überlegen, was die Situation ihnen mitteilen könnte und abzuwarten, warum es sich so verhält.

Der Sohn meiner Schwägerin war mit der Schreinerlehre fertig. Sein Lehrbetrieb war bereit ihn weiterzubeschäftigen. Er fühlte sich aber dabei nicht wohl, ihm passte der Umgang untereinander nicht, doch da er keine andere Möglichkeit hatte blieb er. Es vergingen gerade 4 Monate, da musste der Betrieb wegen einer finanziellen Fehlspekulation schliessen, ihm wurde gekündigt. Noch während der Kündigungszeit ging in der Küche etwas kaputt. Nicht gerade erfreut darüber ging meine Schwägerin in eine Küchenbaufirma. Und da sah sie, gerade, dass ein Schild angebracht wurde....man suche gelernte Schreiner. Sie dankte Gott für das kaputte Teil und die Eingebung gerade zu der Küchenbaufirma zu gehen. Das Schönste war, als sie den Chef dort informierte, was ihrem Sohn widerfahren ist, dass er sagte, sie solle baldmöglich mit dem Sohn vorbeikommen und den Vertrag unterschreiben. Nun arbeitet mein Neffe schon wieder einige Monate dort und ihm gefällt es sehr gut, er ist begeistert, etwas Besseres hätte ihm nicht passieren können.


Also schien alles so passend (eingefädelt) worden zu sein, dass man zuerst an Pech dachte, und erkannte, dass es zu einer glücklichen Lösung fand, wofür man wirklich danken kann.

Vor vielen Jahren hörte ich mal eine sehr gute Predigt: Thema: AL MA SI, ALLES MACHT SINN. Und es kamen viele Begebenheiten zusammen, in denen man erkennen konnte, wie manche Situation zuerst schlimm erscheint. aber man im Nachhinen gar teilweise erkennen kann, dass man ja mit entsprechenden Äusserungen wie zu Gott gebetet hätte, hier was zu verändern.

Mir gefällt das wohl allgemein bekannte Lied sehr gut. 

Danke für diesen guten Morgen
Danke für diesen guten Morgen
Danke für jeden neuen Tag
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.

Danke für alle guten Freunde
Danke, oh Herr, für jedermann
Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.

Danke für meine Arbeitsstelle
Danke für jedes kleine Glück
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik

Danke für manche Traurigkeiten
Danke für jedes gute Wort
Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.

Danke, dass ich dein Wort verstehe
Danke, dass deinen Geist du gibst
Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.

Danke, dein Heil kennt keine Schranken
Danke, ich halt mich fest daran
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Im Danken liegt Freude, Heilung, Hoffnung, Glaube, Trost auch. So das sind meine Gedanken zur gebotenen Dankbarkeit durch Paulus, der für die Verbreitung der Lehren seines Erlösers auch Verfolgung und Gefangenschaft in Kauf nahm. So konnte er auch Befreiung vom einst schlechten Gewissen über sein früheres Verhalten gegenüber Nachfolgern Jesus erfahren, denke ich.
Gruss Hans

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solana

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Re: Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

von solana am 18.03.2018 10:56

Danken verändert uns.

Es verändert unseren Blick, die Blickrichtung.

Statt zuerst auf uns zu sehen, ins uns hinein zu horchen auf unsere Wünsche und Bedürfnisse und dann auf unsere Lebensumstände - und dann diese Lebensumstände an unseren Wünschen und Bedürfnissen zu messen und zu von daher zu beurteilen, wird der Blick anders gelenkt.
Denn wenn wir unseren Blick so ausgerichtet haben, wie beschrieben, dann leben wir praktisch immer aus dem "Mangel", wir erleben praktisch immer, dass nicht all unsere Wünsche erfüllt sind und nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden können. Und so fokussieren wir uns auf das, was uns fehlt, fühlen uns "unerfüllt" und "bedürftig".....

Wenn wir zuerst auf Gott sehen, darauf, dass er alles in seiner Hand hat und darauf, dass er uns unendlich liebt, dann wissen wir, dass er uns nichts vorenthalten wird, das gut für uns ist 

Röm 8,32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Und wir wissen, dass, wenn er uns etwas nicht gibt oder etwas gegen unsere Wünsche läuft - dass es dann einen guten Grund bei Gott dafür gibt und dass das, was er uns stattdessen gibt, besser für uns ist. Und dass er uns alles zum Besten dienen lassen wird, auch wenn es uns auf den ersten Blick nicht so scheint:

Röm 8,28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.

Wenn wir mit dieser Einstellung leben, dann leben wir aus der "Fülle", nicht aus dem "Mangel", wir sind direkt an der sprudelnden Quelle des Lebens und leben nicht auf eine ferne Erfüllung unserer Wünsche hin, unser "Lebensgefühl" wird nicht von einem unerreichten und vielleicht sogar unerreichbaren Ziel bestimmt.

Beim Danken sprechen wir Gott unser Vertrauen aus.
Wir sagen ihm damit, dass wir glauben, dass er alles in seiner Hand hat und dass er in seiner grosen Liebe uns nur das gibt, was das Beste für uns ist und dass er auch das, was uns negativ erscheint, uns zum Besten dienen lassen wird.

Und wir antworten damit auf seine Liebe.
Wir Menschen haben ja gar nicht so viele Möglichkeiten, Gott unsere Liebe auszudrücken.
Dies ist eine gute Möglichkeit auf seine Liebe zu antworten und dadurch wächst auch unsere Liebe zu ihm. Indem wir immer mehr erfahren und erkennen, wie gut er es mit uns meint und immer mehr ins Staunen kommen, wie er alles zum Besten führt, was anfangs doch gar nicht gut aussah.

Sicherlich gibt es auch ganz schlimme Situationen des Leides, Krieg, Tod naher Menschen usw, in denen der vertrauende und dankbare Blick sehr schwer fällt und einem die Worte im Hals stecken bleiben....das gehört mit zu unserer Welt und damit müssen wir irgendwie umgehen.
Hier kann ein Gebet helfen: "Ich schaffe es nicht, das anzunehmen und auch noch dankbar dafür zu sein. Ich will aber auch nicht undankbar sein, nicht an deiner Liebe zweifeln oder daran, dass du alles in deiner Hand hast. Bitte hilf mir, die richtige Einstellung zu dem Leid zu bekommen, in dem ich gerade stecke und hilf mir, richtig damit umzugehen."

Manch einer sagt nun vielleicht: "So eine Einstellung führt Menschen dazu, die Hände in den Schoss zu legen und nichts mehr tun, nicht mehr an der Verbesserung von schlechten Lebensumständen zu arbeiten, nichts mehr erreichen zu wollen usw.

Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht: Sorgen und Selbstmitleid rauben unendlich viel Energie, blockieren und lähmen.
Wenn man eine Situation angenommen hat und im Vertrauen auf Gott das Beste erwartet - dann wird der Blick offen für viele Möglichkeiten und Chancen, die auch in vorher auswegslos erscheinenden Situationen stecken. Man kann zuversichtlich Probleme anpacken und die Freude daran kommt aus dem inneren Frieden. 
Und, vor allem, man kann die Zeit bis zu einer Problemlösung auch voll erleben und geniessen; man lebt nicht angstvoll auf den Punkt hin, an dem alles endlich iwieder in Ordnung kommt und an dem man wieder beruhigt aufatmen kann und wieder "richtig" leben.

Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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nusskeks

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Re: Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

von nusskeks am 26.03.2018 14:55

Ja, ich glaube Christen haben allen Grund in allen Dingen dankbar zu sein, weil ihnen (sie sie Gott dienen) alle Dinge zu Besten dienen MÜSSEN. Egal was uns also passiert, wir wissen uns in der Hand Gottes und er hat uns zugesagt, dass selbst die Dinge die uns sinnlos erscheinen uns zum Besten dienen müssen. Bei mir war und ist das ein Lernprozess. Zum Einen, weil ich die genannte Zusage als Wahrheit glauben lernen musste (Glauben = Vertrauen). Zum Anderen, weil ich einen Blick dafür entwickeln musste, da gerade in den dunklen Situationen das Gute nicht gleich gut zu erkennen ist.

-nk

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geli

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Re: Dankbarkeit in a l l e n Dingen ? Thess 5,18 und Eph 5,20

von geli am 27.03.2018 20:56

Nusskeks: Zum Anderen, weil ich einen Blick dafür entwickeln musste, da gerade in den dunklen Situationen das Gute nicht gleich gut zu erkennen ist.

In Nachbarthread "Hiob" geht es auch darum...
Ja, es ist wirklich so, dass wir dankbar in allen Dingen wirklich nur dann sein können, wenn wir das Vertrauen in Gott entwickelt haben, dass er mit allem, was er in unserem Leben zuläßt, etwas Gutes im Sinn hat - auch wenn uns dieser Sinn nicht immer und vor allem meistens nicht gleich ersichtlich ist.

Nur dieses Vertrauen hilft uns - mir jedenfalls - auch, in jeder Lage ruhig und gelassen zu bleiben. Gut - manchmal rege ich mich zuerst mal auf   - aber ich komme dann auch wieder "auf den Boden" zurück und erinnere mich an Rö. 8,28 und finde dann wieder Frieden.

LG, geli

Ich bin dabei, durch Gottes Gnade das zu werden, was ich seit meiner Wiedergeburt schon bin

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