Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 25.03.2018 09:19

Hallo Cleo,

Unter Austausch stelle ich mir eigentlich mehr vor, als nur Fragen zu beantworten. Was sicher auch wichtig ist, aber recht einseitig auf Dauer. Zumal die Symbolik eines Adlers, als König der Lüfte, und Lukas ( der selbst Arzt war) Darstellung Jesu als Menschensohn auf der Hand liegen.

Von daher würde ich mich eher über weiterführende Gedanken freuen, als jede Aussage von mir hier erklären zu müssen.

Ich denke, wir sind alle hier mündig genug um uns eigene Gedanken zur Offenbarung machen zu können, dass was wir von anderen lesen zu prüfen und das Beste davon zu behalten.

Gruß
Thomas

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 25.03.2018 17:48

Offenbarung 7


1 Nach diesem sah ich vier Engel auf den vier Ecken der Erde stehen; die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe auf der Erde noch auf dem Meer noch über irgendeinen Baum.
2 Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen,
3 und sagte: Schadet nicht der Erde noch dem Meer noch den Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.
4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144 000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels.
5 Aus dem Stamm Juda 12 000 Versiegelte, aus dem Stamm Ruben 12 000, aus dem Stamm Gad 12 000,
6 aus dem Stamm Asser 12 000, aus dem Stamm Naftali 12 000, aus dem Stamm Manasse 12 000,
7 aus dem Stamm Simeon 12 000, aus dem Stamm Levi 12 000, aus dem Stamm Issaschar 12 000,
8 aus dem Stamm Sebulon 12 000, aus dem Stamm Josef 12 000, aus dem Stamm Benjamin 12 000 Versiegelte.
9 Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen.
10 Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!
11 Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an
12 und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
13 Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind - wer sind sie, und woher sind sie gekommen?
14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.
15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen.
16 Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut;
17 denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.


Offenbarung 6 endet mit der Frage "Wer wird bestehen .. vor dem Zorn Gottes.." 
Hier in Kapitel 7 wird uns dann eine Schar von Gläubigen vor Augen gestellt, die an ihren Stirnen versiegelt/gekennzeichnet werden, auf das sie bewahrt bleiben vor den Zorngerichten Gottes - ähnlich wie auch die Israeliten im alten Ägypten zu Moses Zeiten bewahrt blieben, als die 10 Plagen über den Pharao und die Ägypter hereinbrachen.
Die vier Engel, die die vier Winde der Erde festhalten weisen darauf hin, das hier das von Gott beschlossen Unheil über die Welt noch aufgehalten wird, bis alle Auserwählten versiegelt werden. Parallel dazu kennen wir im Neuen Testament die Versiegelung durch den heiligen Geist, der das Unterpfand der Kinder Gottes ist. Die Anzahlung Gottes und die Bestätigung Gottes, das sie eines Tages im Himmel bei ihm sein werden.

Die Zahl der Versiegelten - 12x 12.000 - entspricht einer Auswahl aus den 12 Stämmen Israels, die hier noch zum Glauben finden werden und als solche dann gekennzeichnet werden. Auf das sie Bewahrung im Glauben erfahren. Die meisten Ausleger gehen davon aus, das die Gemeinde, die zuvor noch bis Kapitel 3 thematisiert wird, zu diesem Zeitpunkt schon entrückt worden ist. Also all diejenigen, die bis zur Entrückung aus überwiegend den Heidenvölkern zum Glauben fanden. Die Mehrzahl der Israeliten, als leibliche Nachfahren Abrahams, hatte bis dahin ja den Messias noch nicht erkannt. Stand noch unter der Decke des Mose, des Gesetzes. War beiseite genommen worden, ausgepropft, damit die Gläubigen aus den Heiden eingepropft werden konnten in den Ölbaum, in Jesus (Römer 11,17).

Die große Volksmenge aus Vers 9 umfasst dann Gläubige aus den Heiden und den Juden. Aus allen Völkern. In weißen Gewändern, die auch schon in Kapitel 6,11 erwähnt werden. Die in ihrem Glauben an Jesus Verfolgung und Drangsal erlebt haben und nun hier bald (ewigen) Trost erfahren. Die sich durch Bekenntnis ihrer Sünden reingewaschen haben, im Blut Jesus - das für ihre Sünden vergossen wurde.

Die große Bedrängnis wird auch von Jesus erwähnt:

Mt 24,21 Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird.
Mt 24,29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.

Und ich denke, das diese Zeit sich noch einmal unterscheidet zu anderen Zeiten aus der Weltgeschichte. Auch Gläubige wie Daniel haben eine große Bedrängnis (Daniel in der Löwengrube) erlebt. Allerdings wird von Daniel gesagt, das er (nach seinem Tode) ruhen wird, bis auf das Ende hin. Wo er dann auferstehen wird (am jüngsten Tage) und sein Erbteil von Gott in Empfang nehmen wird.

Daniel 12
13 Du aber geh hin auf das Ende zu! Und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am Ende der Tage.

Im Buch Daniel, das eng mit Ereignissen aus der Offenbarung verknüpft ist, erfahren wir auch Näheres zum Ende dieser Weltzeit. Hier wird u.a. von einer Zerschlagung des heiligen Volkes (der christlichen Gemeinde) gesprochen, was auf den Zerfall der Kraft (nicht mehr Salz und nicht mehr Licht zu sein) der Endzeitgemeinde (siehe die Gemeinde in Laodizäer in Offenbarung 3) verweist. Die Bedrängnis in der ersten Hälfte der letzten sieben Jahre wird so groß sein, das hier viele dann um ihres Glaubens willen als Märtyrer sterben, die dann auch zu der großen Schar aus der großen Bedrängnis (Vers 14) gerechnet werden können.

Daniel 12

7 Und ich hörte den in Leinen gekleideten Mann, der oben über dem Wasser des Stromes war, und er erhob seine Rechte und seine Linke zum Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt: Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit! Und wenn die Zerschlagung der Kraft des heiligen Volkes abgeschlossen sein wird, wird alles dies vollendet werden.
8 Und ich hörte es, aber ich verstand es nicht; und ich sagte: Mein Herr, was wird der Ausgang davon sein?
9 Und er sagte: Geh hin, Daniel! Denn die Worte sollen geheim gehalten und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes.
10 Viele werden geprüft und gereinigt und geläutert werden. Aber die Gottlosen werden weiter gottlos handeln. Und die Gottlosen werden es alle nicht verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen.
11 Und von der Zeit an, in der das regelmäßige Opfer abgeschafft wird, um den verwüstenden Gräuel einzusetzen, sind es 1 290 Tage.
12 Glücklich, wer ausharrt und 1 335 Tage erreicht!
13 Du aber geh hin auf das Ende zu! Und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los8 am Ende der Tage.

Wobei ich es jetzt schwer finde zu beurteilen, ob diese 1335 Tage in der Zukunft liegen, oder vielleicht auf die Ereignisse 70 n. Chr. hinweisen, als der Tempel in Jerusalem zerstört wurde.
Hierzu habe ich auch ein paar interessante Gedanken gefunden:

 

Vers 11: Und von der Zeit an, in der das regelmässige [Opfer] abgeschafft wird, um den verwüstenden Greuel einzusetzen, sind es 1 290 Tage.

Zu Vers 11:
Erfüllt, weil die Römer im Jahre 66 das Allerheiligste im Tempel zerstörten und der Tempeldienst nicht mehr möglich war. Die Römer stellten römische Gottheiten in den Tempel.

Vers 12: Glücklich, wer ausharrt und 1 335 Tage erreicht!

Zu Vers 12:
Erfüllt, weil genau 1335 Tage nach der Zerstörung des Allerheiligsten im Tempel das Gericht zu Jerusalem im Jahre 70 beendet war.

Vers 13: Du aber geh hin auf das Ende zu! Und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am Ende der Tage.

Zu Vers 13:
Erfüllt, weil Jesus zum Ende des Zeitalters erschienen ist (siehe Hebräer 9:26) und weil auch die Heiligen aus dem Totenreich auferstanden sind (siehe Matthäus 27:52+53).

Noch nicht erfüllt, weil die entgültige Auferstehung in das Reich Christi erst noch kommen wird. Die Heiligen ruhen ja unter dem Altar (siehe Offenbarung 6:9-11)

 

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Cleopatra
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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 26.03.2018 07:48

Hallo Thomas,

Unter Austausch stelle ich mir eigentlich mehr vor, als nur Fragen zu beantworten. Was sicher auch wichtig ist, aber recht einseitig auf Dauer.

Stimmt, aber ich hinterfrage eben nur etwas von dir geschriebenes, sowas machst du auch ständig mit anderen Aussagen und Beiträgen.

Zumal die Symbolik eines Adlers, als König der Lüfte, und Lukas ( der selbst Arzt war) Darstellung Jesu als Menschensohn auf der Hand liegen.

Wo liegt es auf der Hand? Meinst du nicht wieder, etwas überheblich zu klingen?
Meine Fragen waren ja ganz einfach.

Von daher würde ich mich eher über weiterführende Gedanken freuen, als jede Aussage von mir hier erklären zu müssen.

Kann ich grundsätzlich verstehen, aber sei mir nicht böse- ich habe in den letzten Threads nicht das Gefühl gehabt, dass du mir und anderen auf Augenhöhe begegnest, mehr habe ich mich (ich kann da ja nur von mir selbst sprechen) nicht verstanden und wiederholt falsch dargestellt gefühlt, wie man in den letzten Threads nachlesen kann. Daher bin ich, obwohl as Thema an sich ja sehr interessant ist, nicht an einem wirklichen Gespräch mit dir interessiert.

Lg Cleo

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 26.03.2018 08:35

Guten Morgen Cleo,



mehr habe ich mich (ich kann da ja nur von mir selbst sprechen) nicht verstanden und wiederholt falsch dargestellt gefühlt, wie man in den letzten Threads nachlesen kann.


das kann dann ich, und wir alle vielleicht, nur als Herausforderung sehen, mehr aufeinander einzugehen. Wo wir einandern -NOCH- nicht verstanden haben. Uns noch nicht so erklärt haben, das uns der andere verstehen kann


Das du mich dann aber wiederholt als "überheblich" bezeichnest hier (ist es unsere Aufgabe einander zu richten?), und am Schluss schreibst:


Daher bin ich, obwohl as Thema an sich ja sehr interessant ist, nicht an einem wirklichen Gespräch mit dir interessiert.


Ist schade und macht mich ein wenig traurig. Aber ich nehme es zur Kenntnis und schließlich ist keiner gezwungen hier zu schreiben oder auf den anderen einzugehen.
In diesem Thread geht es mir darum, die Offenbarung ein wenig näher zu beleuchten. Wer sich hier konstruktiv beteiligen möchte, ist herzlich willkommen. Beiträge, wie deine letzten hier - Cleo - helfen uns nicht wirklich weiter tiefer ins Wort Gottes einzudringen und darin Schätze und Freude und Verheißungen zu finden.

Das Wort Gottes sollte hier der Mittelpunkt sein. Bei dir scheint es zuletzt eher dein gekränkter Stolz zu sein. Aber alles hat seine Zeit und über alles muss einmal geredet werden.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag, Cleo.


Thomas

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Cleopatra
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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 26.03.2018 09:33

Lieber Thomas,

Du bist hier nicht Moderator, also konzentriere dich bitte auf deine Beiträge.

Versteckter Stolz ist keineswegs der Grund, sondern das, was ich geschrieben habe.

LG Cleo

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pausenclown

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von pausenclown am 26.03.2018 10:11

Hallo  Thomas , 

öhm, wie kommst du darauf das die Römer im Jahr 66 dem Tempel zerstört haben , dass Allerheiligste entweiht haben? 

Können die Römer zaubern ?
Im Jahr 66 entsandte Nero seine Truppen nach Israel um den jüdischen Aufstand zu besiegen. Unter der Führung von Vespasian und seinem Sohn Titus erreichten sie Jerusalem im Jahr 68 , sie belagerten die Stadt, gleichzeitig brachte sich Nero um. Vespasian stoppte den Feldzug und ging nach Rom um Kaiser zu werden.
Jesus sagte in der Ölberg rede: Wen ihr die Stadt umzingelt seht , flieht. 
So erfüllte sich Jesu Worte, der Tempel wurde erst im Jahr 70 durch Titus zerstört.

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 27.03.2018 18:57

Hallo Pausenclown,

danke fürs nachhaken. Diese letzten Passagen habe ich auch nur übernommen und habe dann nicht weiter die Details überprüft.
Wenn man sich, wie ich gerade, einmal die Mühe macht im Internet zu forschen, wer alles schon versucht hat die Offenbarung auszulegen und wieviel unterschiedliche Auslegungen dabei anzutreffen sind, kann man nur ins Stauen geraten.
Insofern kann ich hier auch meine Gedanken immer nur unter Vorbehalt darstellen und auffordern, sich damit kritisch auseinander zu setzen. 
Manche Auslegungen, wie die der Zeugen Jehovas zu den 144.000 Versiegelten, lassen sich noch leicht des Irrtums überführen.
In anderen kann man dann vielleicht noch ein Körnchen Wahrheit entdecken und für sich festhalten.

Da ich zur Zeit noch im Urlaub an der schönen Ostsee bin, werde ich auch nicht ganz so häufig die nächsten Tage schreiben können. 
Mich aber nun an Kapitel 8 ran wagen.

Gruß
Thomas

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 27.03.2018 19:32

Offenbarung 8


1 Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.


Jesus, das Lamm Gottes - was der Welt Sünde trug - öffnet das letzte Siegel, sodass nun das ganze Gericht Gottes sich entfalten kann.
Ein bedeutungsschwerer Moment - vielleicht voll heiligen Ernstes. Lobpreis der Engel ist nicht zu hören. Alle sammeln sich für das, was nun kommen wird. Auf den Moment hin, den die Märtyrer herbeigesehnt haben - das Rufen nach Gerechtigkeit. Nachdem ihr gerechtes unschuldiges Blut vergossen wurde.


2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.


Diese Engel agieren hier nicht willkürlich und eigenmächtig. Sie sind eigens abgestellt und beauftragt, Gottes Befehle und Anordnungen zu genau dem Zeitpunkt zu erfüllen, wo Gott ihnen dazu den Auftrag gibt. Alles erfüllt sich streng nach dem "Fahrplan" - nach dem Zeitplan Gottes. Keinen Moment zu früh, keinen Moment zu spät.



3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.
4 Und der Rauch des Räucherwerks mit den Gebeten der Heiligen stieg von der Hand des Engels hinauf vor Gott.

Hier werden wir mit der Wichtigkeit und dem Nutzen unserer Fürbitten und Gebete konfrontiert. Gott verwendet sie, um daraufhin zu handeln. Auch wenn er nicht explizit auf unsere Gebete angewiesen ist. Er lässt uns so daran teilhaben. Wie er im Erhören der Gebete dann Geschichte schreibt. Einschreitet. Gerechtigkeit erwirkt. Unrecht bestraft.
Unsere Gebete wirken hier mit, mit der Fürbitte von Jesus selbst, der sich auch für seine Kinder vor dem Thron Gottes einsetzt.
Wir erinnern uns hier auch an die Gebete aus Offenbarung 6
10 Und sie schrien mit großer Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?

5 Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben.

Hier in Vers 5 findet nun die Erhörung statt, als das Gericht Gottes über die Erde ergeht.


6 Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen rüsteten sich zu blasen.
7 Und der erste blies seine Posaune; und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und wurde auf die Erde geschleudert; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.

Einige Ausleger sehen nun die folgenden 4 Gerichte als über die Erde hineinbrechende Naturkatastrophen. Die letzten 3 Posaunengerichte dann die Menschen selbst strafend und quälend.
Andere wiederum sehen hier auch historische Ereignisse beschrieben, die ich im folgendem kurz wiedergeben möchte. Möglich ist es auch, das hier beides ineinander greift. Sowohl große Naturkatastrophen in der letzten Endzeit (dem Anfang der Wehen wie Jesus es beschrieb, kurz vor seiner Wiederkunft), wie auch historische Entwicklungen über die letzten Jahrhunderte hinweg.


Mit unwiderstehlicher Gewalt folgt jedem Posaunenschall sofort unheilvolles Gericht auf der
Erde. Alle Bereiche sind betroffen: das Festland, das Meer, Sonne, Mond und Sterne, die
Tierwelt und schließlich auch der Mensch. Es ist ein planvolles, beherrschtes Entziehen der
Lebensgrundlagen auf Erden. Jesus geht maßvoll daran, das aufzulösen, was er einst mit
dem Vater liebevoll und mit Bedacht entworfen hat. Ausleger Adolf Pohl spricht von der
„Schöpfung rückwärts". Jesus vollzieht den Abbruch des irdischen Hauses, ohne aber direkt
und mit letzter Konsequenz den Menschen selbst zu vernichten. So gewinnt man den
Eindruck, dass selbst jetzt noch - mitten im Gericht - Umkehr zu Jesus möglich ist, wenn
auch wenig wahrscheinlich (vgl. 9,6). In der Auslegung des verstorbenen Theologen Adolf
Schlatter wird dazu angemerkt: „Daher bleibt der Welt auch jetzt noch die Möglichkeit zum
trotzigen Widerstand gegen die Herrschaft Gottes offen, und sie kann diese Posaunenstöße,
so laut und nachdrücklich sie sind, dennoch überhören".

Der Ablauf dieser Ereignisse erinnert an die zehn Plagen, die einst dem Auszug Israels aus
Ägypten vorangingen. Doch hier ist nicht nur ein einzelnes Land betroffen, sondern die
ganze Völkergemeinschaft ohne Ausnahme. Es gibt nicht wie bei der
Überschwemmungskatastrophe in Mosambik Opfer auf der einen Seite und Helfer auf der
anderen. Nun werden alle in Mitleidenschaft gezogen und wahrscheinlich auch die, die zu
Jesus gehören.
Den Abschluss des 8. Kapitels bildet die Schau eines fliegenden Adlers, der mit einem
dreifachem „Wehe" die weitere Entwicklung durch die drei letzten Posaunen ankündigt.
Jedes einzelne „Wehe" steht für eines der folgenden Gerichte, die nicht mehr allein die
menschliche Umgebung treffen werden, sondern den Menschen selbst. Die Wehrufe Gottes
galten oft als allerletzte Warnzeichen für den Menschen


Zur historischen Auslegung noch ein Beispiel:


„Und der vierte Engel posaunte; und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, dass ihr dritter Teil verfinstert wurde und der dritte Teil des Tages das Licht nicht schien und in der Nacht desgleichen." Offb 8,12

Nachdem die ersten drei Posaunen Erde, Meer, Wasserströme, Bäume und Gras verwüstet haben, sind in der vierten Posauen auch Sonne , Mond und Sterne betroffen. Nach all den geschilderten Verwüstungen, die auch Rom betrafen, wurde der letzte römische Kaiser, der 15jährige Romulus Augustulus im Jahr 476 durch Odoaker, den Führer des germanische Heeres, für abgesetzt erklärt. Der Untergang Roms war die Ernte dessen, was es gesät hatte. Nachdem die Zuchtruten Gottes ihr Werk getan hatten, legten sich die Wogen der Völkerwanderung. Doch nun brach eine Zeit an, die als „finsteres Mittelalter" bezeichnet wird. Der Abfall vom Christentum schritt weiter voran und machte auch vor der oströmischen Kirche nicht Halt. Der Bilder- und Heiligenkult und andere götzendienerische Elemente erfasste diese Kirche.

Was meint die Prophetie hier unter den Begriffen Sonne, Mond und Sternen? Im Traum Josefs wurden damit sein Vater, seine Mutter und seine Brüder bezeichnet. Hier bezeichnen sie die höchste Regierungsgewalt des römischen Reichs, die aus dem Kaiser, den Konsuln und dem Senat bestand. Mit den Goten, den Vandalen und den Hunnen ging eine Provinz nach der anderen verloren. Schließlich machte Odoaker 476 dem Kaisertum, (der Sonne) ein Ende, das über 1200 Jahre die damalige Welt beherrscht hatte. Das Amt des Senators (der Mond) bestand in Rom noch bis 534. Schließlich erlosch auch die Funktion des Senats. Roms Sonne, Mond und Sterne waren geschlagen und auf immer verschwunden. Danach ging die Macht nahtlos auf das Papsttum und die damit verbundene katholische Kirche über, die in den folgenden Jahrhunderten nicht nur Italien, sondern ganz Europa beherrschte. Diese Macht wurde erst am Ende das 18. Jahrhunderts gebrochen.

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Cleopatra
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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 28.03.2018 07:52

Lukas - Mensch - Menschensohn. Johannes - Adler - Gottessohn.

Diese Interpretation ist mir immer noch offen.

Wenn Thomas sie mir nicht erklären möchte, obwohl er sie ja behauptet hat- kann es vielleicht jemand anderes? Schließlich habe ich die Fragen ja auch gestellt, um sie beantwortet zu bekommen, nicht damit es ignoriert wird.

Lieber Thomas, das kursiv geschriebene- ist das ein Zitat?
Wenn du etwas aus dem Internet zitierst, dann denke bitte daran, auch immer den Quellennachweis zu erbringen.

Danke, Cleo

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 28.03.2018 10:04

Hallo Cleo,


zu deinen Fragen habe ich u.a. dieses gefunden, wobei ich betreff der Zuordnung auch schon andere Interpretationen gehört habe. Nur bei Johannes sind sich dann alle einig:

http://www.verein-durchblick.de/index.php/glaubensfragen/131-lf22

Die Zuordnung war zunächst unterschiedlich, nach und nach einigte man sich jedoch darauf, daß mit dem Menschen Matthäus, mit dem Löwen Markus, mit dem Stier Lukas und mit dem Adler Johannes gemeint sein sollten. Begründet wurde diese Zuordnung damit, daß Matthäus sein Evangelium mit dem menschlichen Stammbaum Jesu eröffnet, Markus das laute Rufen Johannes des Täufers in der Wüste an den Anfang setzt, Lukas in seinem 1. Kapitel vom Rauchopfer des Zacharias im Tempel spricht und Stiere die vorzüglichen Opfertiere waren. Der Bezug von Johannes zum Adler wurde darin gesehen, daß er sich im Vorwort zu seinem Evangelium in die höchsten Höhen der Betrachtung des inneren Geheimnisses Gottes erhebt und von der Beziehung zwischen dem Vater und seinem ewigen Wort spricht, das »Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat«.

(Pfr. Dr. François Reckinger)


Kursiv gedrucktes kennzeichnet bei mir dann Zitate aus anderen Quellen.
Zur historischen Deutung von Offenbarung 8 habe ich folgende empfehlenswerte Quelle verwendet:

http://www.das-senfkorn.at/glaube/prophetie/die-offenbarung/offenbarung-8/offenbarung-8-teil-2


Das erste kursiv gedruckte Zitat stammt aus dieser Quelle:

http://derdrachekommt.de/index.php/bibelauslegung/neues-testament/130-die-botschaft-der-offenbarung-eine-kurzgefasste-auslegung#_Toc451779013


Gruss
Thomas

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