Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

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nennmichdu

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Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 12.03.2018 08:41

Hallo liebe Hörer -- und hoffentlich auch Täter des Wortes...


an dieser Stelle möchte ich anfangen die Offenbarung - in kleinen Schritten - zu betrachten und lade alle ein, sich hier konstruktiv mit zu beteiligen, durch Ergänzungen, Korrekturen, vertiefenden Beispielen, Parallelen zu Ereignissen aus unseren Tagen, etc.



Offenbarung 1

1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes,
2 der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat.
3 Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe. 


1.
- Jesus Christus selbst gibt seinem, wie es an anderer Stelle heißt  (besonders) lieb gewonnenen Jünger und Apostel Johannes, eine Offenbarung der Person Jesus Christus (in der alles zusammengehalten und zusammengefasst ist) , eine Schau und Zusammenfassung von all dem, was die Welt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bestimmt hat und bestimmen tut. Was in "Kürze" - sprich in unmittelbarer Konsequenz - ohne das hier etwas anderes nur geschehen kann, als genau dieses (siehe auch am Ende der Offenbarung- "Komme bald "... ikomme ohne Verzögerung/Verzug... ohne das sich an dem, was geschehen muss und wird, etwas aufhalten oder verzögern kann)

Kraft dessen, wo Gott selbst Welt- und Menschheitsgeschichte schreibt, dessen er sich nun Eröffnen tut, auf das Wir all das Geschehen, was passiert ist und passieren wird in seliger Gewißheit und Gelassenheit auf uns zukommen lassen können. Weil wir wissen, das es so kommen muss. Und weil dieses Wissen uns dann in den aktuellen - vielleicht bedrohlich anmutenden - Ereignissen der Weltgeschichte, die kommen werden, keine Angst mehr machen wird.

2.
- Jesus -- und auch Johannes selbst, ist durch sein eigenes Leben selbst ein Zeugnis geworden/gewesen, von der Wahrheit Gottes und von dem, was uns nun in der Offenbarung Kund getan wird.

3.
- LESEN .... den geschriebenen Text zur Kenntnis nehmen
- Hört .... dessen Ohr dann auch geöffnet ist, die Botschaft zu verstehen, die vermittelt werden soll
- und BEHALTEN (Lk 2,19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.)

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 12.03.2018 16:40

Offenbarung 1


4 Johannes den sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind,
5 und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde! Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut
6 und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.


7 beispielhaften Gemeinden - in der heutigen Türkei -  sollte diese Offenbarung zuteil werden. 7 ist gleichzeitig auch eine Vollzahl (7 Tage - eine Woche) die einen Zyklus beschreibt, der anhand der sieben Gemeinden für bestimmte Epochen in der Zeit der Gemeinde stehen kann  - wobei die 7, letzte Gemeinde (in Laodizäer) auch für die Lauheit der Christen in der letzten Zeit vor Jesu Wiederkunft stehen kann.
Aber auch chronologisch übergreifend zeigen diese 7 Gemeinden Grundsituationen von Gemeindeleben auf, wie sie zu jeder Zeit überall immer wieder auftreten tun.

Gnade - als erster und wichtigster Wunsch, verbunden mit dem Frieden Gottes, als Basis von positiv gedeihendem Gemeindeleben überhaupt möge bei ihnen sein. 
Im und durch den Frieden von Gott dem Vater, der schon jetzt präsent ist, durch seinen Geist, bei uns Christen, die wir in Christus sind und dadurch auch Eins mit dem Vater sind. Gott, Vater, schon immer Existenz war - vor Grundlegung des Universums. Und der auf diese Erde - in der Person seinen Sohnes Jesus Christus, kommt. Schon gekommen ist vor 2000 Jahren. Und wiederkommen wird.

Die sieben Geister sind die Auswirkungen der Gnade und des Friedens Gottes, der dann selbst in den Gemeinden in aller Vielfalt des Geistes Frucht wirkt.

Und zuletzt durch Jesus selbst, womit wir dann ein dreifaches Zeugen- und Übermittlertum haben: Gott/Vater - Gottes Geist(er) - Jesus

Jesus - der selbst Zeuge von Gottes Wahrheit und Person ist, davon zeugt, vom Vater zeugt. In aller Treue Gehorsam geblieben ist. Und somit der Erstgeborene der (aus) den Toten ist - durch seine Auferstehung -  und nun - sitzend zur Rechten (als Hand) Gottes auch Herr der Herren. Fürst der Könige auf Erden.

Der uns liebt und uns von unseren Sünden losgekauft/erlöst hat. Uns gemacht hat zu einem Königstum (Königskindern) und Priestertum (priesterlichen Geschlechts mit der Aufgabe Fürbitte zu tun, Gott zu dienen durch unser Leben -  in Wort und Tat).

Ihm  - und hier kann ich jetzt alle drei Personen nehmen (Vater-heiliger Geist- Sohn) und/oder als direkte Verkörperung des Wesens Gottes - Jesus Christus,
sei die Herrlichkeit und Macht in Ewigkeit.


Eine kurze Zusammenfassung in diesen drei Versen, wer Gott ist und was er für uns getan hat.

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 12.03.2018 16:58

Offenbarung 1


7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde. Ja, Amen.
8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.


Siehe - im Sinne siehe auf. Siehe auf das was bisher geschehen ist. Himmelfahrt. Und was nun zu erwarten ist. Seine Wiederkunft.

Und auch wenn ihn jetzt noch nicht jeder Mensch sieht - denn wir wandeln im glauben und nicht im schauen - bei seiner Wiederkunft werden ihn alle Menschen dann auf Erden durch ihre Augen (im Schauen) sehen. Und das betrifft dann auch die, die ihn lieber immer noch am Kreuz hängen lassen würden. Bzw. dort aufgehängt lassen. Als eine Person, die ihr Leben nicht weiter berührt. Auf den sie keine Erwartungen (im Glauben) gerichtet haben.

Wenn dann nun alle Stämme der Erde Wehklagen werden - zu dieser Zeit auf Erden - dann wird das erfüllt sein, wo Jesus seinen Jünger sagt, das wenn er wiederkommt er keinen Glauben auf Erden (mehr) finden wird.

Die Gemeinde wurde entrückt. Die auferstandenen Heiligen in der letzten Trübsalszeit umgebracht, getötet. Es reagiert zu dieser Zeit der Antichrist - in den letzten 3,5 "Jahren" von den 7 "Jahren" seiner von Gott zugewilligten Herrschaftszeit auf Erden. Wo hier ein Jahr nicht unbedingt 360 Tage haben muss. (Im Kalender der Bibel hat das Jahr übrigens nur 360 Tage - anstatt der bei uns bemessenden 365,25 Tagen).

Ich bin das Alpha (erster Buchstabe im Griechischen Alphabet) und das Omega (letzter Buchstabe), was heißt, sein Wort und seine Offenbarung sind allumfassend und komplett und bedürfen keines Nachsatzes noch einer Vorschau. In dem was Gott uns also auch in der Offenbarung mitteilt, steht dann alles drin, was wir brauchen um zuversichtlich und selig all das zu verstehen und begreifen, was Gemeinde ausmacht und was in Vergangenheit alles geschehen ist und in Zukunft noch geschehen wird.

Gott der da ist - sprich der auch in dieser Zeit Geschichte schreibt, spricht, alles erfüllt, alles beinhaltet. Uns umgibt. Uns inspiriert - dort wo wir seinen Geist haben. Durch seinen Geist leben.

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 12.03.2018 17:33

Offenbarung 1



9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis und am Königtum und am Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.
10 Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune,
11 die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!


Und hören wir etwas vom Aussehen des Messias. Und das möchte ich heute gerne noch beschrieben sehen:


12 Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,
13 und inmitten der Leuchter einen, gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel,
14 sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme,
15 und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser,
16 und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.


Zuerst HÖRT Johannes nur Jesu Stimme. So wie wir im Augenblick auch (in der Regel) Gottes Stimme erstmal "nur" hören.

Johannes musste sich nun umwenden, um die Stimme zu sehen. Die Stimme geschah hinter ihm. Ein Reden Gottes, welches ihn einholte, als einen Apostel und Jünger Jesu, der an Jesu Brust beim Abendmahl gelegen hatte, der in seinen Briefen von der Liebe Gottes schreibt. Der einer der drei Säulen der Gemeinde (mit Petrus und Jakobus) war.

Er war auf der Insel Patmos (vielleicht als Gefangener oder im Exil - um hier in Abgeschiedenheit Gottes Botschaft vernehmen zu können). Er sah nach vorne. Auf das Sichtbare. Vielleicht auf das Wiederkommen Jesu zu seinen Lebzeiten. Er hatte die Person Jesus zu Lebzeiten erlebt. Wusste wie Jesus aussah. Und nun "weckt" ihn ein Posaunenruf Gottes. Er musste seine alte Erwartungshaltung, Jesu zu Lebzeiten wieder zu sehen aufgegeben, sich umwenden um zu sehen, wer da sprach.

Und was sieht er zuerst? Sieben goldene Leuchter. 

Der reine siebenarmige Leuchter (aus 36 kg reinem Gold) in der Stiftshütte und im Tempel zeugt von Gottes Herrlichkeit (im AT).
Nun betrachtet Johannes den vollkommenen Gott (hier von sieben goldenen Leuchtern) dargestellt, wie er sich in Jesus Christus offenbart. Wie er sich in den 7 Geistern Gottes darstellt. Darin/darunter erscheint.
Und auch in den Gemeinden - die später als die 7 Leuchter bezeichnet werden - sich präsentierend.

Gleich einem Menschen  - ganzer Gott, ganzer Mensch - umhüllt von einem bis zu den Füßen reichendem Gewand - der vollkommenen erfüllten gänzlichen Gerechtigkeit Christi - an der Brust  - wo lt. Epheser 6 dann bei der Waffenrüstung Gottes berichtet wird vom Brustpanzer der Gerechtigkeit -

gegürtet um der Brust mit Wahrheit. (In Epheser 6 sind es bei uns die Lenden die umgegürtet mit Wahrheit sind). Ein Gürtel hier aus Gold beschreibt dann immer auch die in Liebe sich offenbarende Wahrheit. Das Herz/Innerste Wesen umschließend und davon ausgehend. Das Herz erreichend.

Vom Haupte (Kopf) her voller Reinheit, Unschuld - Weiß. Die Augen wie Feuerflammen, brennend und durchbohrend. Erwärmend und lodernd. Alles sehend, alles wissend. Über alles sich erstreckend und verzehrend, all das, was nicht rein ist.

Die Füße gleich glühendem Erz, das was sie betreten dann mit Feuer und Kraft verzehrend, erfüllend, vollendend. Voller Dynamik, Macht, von der Kraft der Person zeugend und durchdringend -- all dahin zu gehen und das zu betreten, was durch ihn dann geprägt und verändert sein wird.

Die Stimme wie das Rauschen vieler Wasser - Tösend, donnernd, überflutend, erfüllend. Unaufhaltsam sich ergießend.


Die sieben Sterne in der Hand zeugen davon, das Johannes erst Jesus (Handeln) in den Gemeinden sieht und in der näheren Betrachtung dann ihn selbst.
Das zweischneidige Schwert ist das (sein) Wort (Gottes).

Sein Angesicht so strahlend und kraftvoll erhellend und erwärmend, wie die Sonne selbst als Lebensspendende Kraft und Macht.

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 14.03.2018 19:05

Nachdem am Ende von Offenbarung 1 die Erscheinung Jesu auf sein Richteramt hindeutet - das Gericht fängt an am Hause Gottes -
wird in Offenbarung 2 -3 nun einzelnen Gemeinde eine jeweils für sie spezielle Botschaft gebracht, mit dem letztendlich Aufruf, dort wo sie noch hinkt, doch zu Gott umzukehren, Buße zu tun:


1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Dies sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:
2 Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden;
3 und du hast Ausharren und hast vieles getragen um meines Namens willen und bist nicht müde geworden.
4 Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.
5 Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust.
6 Aber dies hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.
7 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.


Kapitel 2 und 3 der Offenbarung beinhalten die sogenannten Sendschreiben an sieben ausgewählte Gemeinden.

aus William Mc Donalds Kommentar zum neuen Testament:

Ephesus: Die Gemeinde des ersten Jahrhunderts war allgemein zu loben, doch hatte sie schon ihre erste Liebe verlassen.
Smyrna: Vom ersten bis zum vierten Jahrhundert litt die Kirche unter der Verfolgung durch die römischen Kaiser.
Pergamon: Während des vierten und fünften Jahrhunderts wurde das Christentum durch Konstantins Förderung als offizielle Religion anerkannt.
Thyatira: Vom sechsten bis zum fünfzehnten Jahrhundert hatte in der westlichen Christenheit die römisch-katholische Kirche die Herrschaft, bis sie durch die Reformation erschüttert wurde. Im Osten herrschte die Orthodoxe Kirche.
Sardes: Das sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert war die nachreformatorische Zeit. Das Licht der Reformation begann schwächer zu werden.
Philadelphia: Während des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts gab es große Erweckungen und große missionarische Bewegungen.
Laodicäa:  Die Kirche der letzten Tage wird als lauwarm und abtrünnig dargestellt. Es handelt sich um die Kirche des Liberalismus und der Ökumene.

Walvoord beschreibt die Probleme der Gemeinden folgendermaßen:

1. die erste Liebe verloren,
2. Angst vor Verfolgung,
3. lehrmäßige Verirrung,
4. moralische Abweichung,
5. geistlicher Tod,
6. nicht festhalten und
7. lauwarm sein.

Der "Engel" (Angelos - Bote/Überbringer) könnte hier für einen Verantwortlichen Leiter in den jeweiligen Gemeinden stehen,  dem diese Botschaft - stellvertretend für "seine" Gemeinde nun in der Du Form nahegebracht wird.

Als Adressat stellt sich Jesus hier als derjenige vor, der alle 7 Sterne - sprich alle 7 Geister Gottes, die für die Fülle des heiligen Geistes in seinen Auswirkungen steht - in seiner Handlungsgewalt (die rechte Hand als ausführende Macht) innehat. Der in Mitten von allen Gemeinden (den 7 Sternen) der Mittelpunkt. Der Blickpunkt. Der wichtigste ist. Auf den nun wieder  - siehe die erste Liebe - das Augenmerk neu gerichtet werden soll.

Diese Gemeinde in Ephesus - wenn wir sie zeitgeschichtlich dem ersten Jahrhundert nach Christus zuordnen wollen - war noch geprägt von dem Wirken der 12 Apostel und von Paulus. Hatte es gelernt, Wahrheit und Lüge auseinander zu halten und war nun nach dem Abscheiden von Paulus (der sagte, das nach ihm reißende Wölfe im Schafspelz kommen würden ... die falsche Lehren verbreiten) mit Irrlehrern und falschen Aposteln immer wieder konfrontiert und hatte hier für sich, das sie die Werke der Nikolaiten hassten  (einer Erkenntnislehre, die nach rein geistiger Erkenntnis strebte und dabei dann aber kein Problem darin sah, leibliche Sünden wie Götzendienst und Unzucht zu verüben) .

In ihrer Rechtgläubigkeit und in all ihrem Ausharren waren sie jedoch von dem Mittelpunkt ihres Glaubens, von der ersten Liebe (siehe auch Maria und Martha - wo Maria zu Jesu Füßen saß und ganz an seinen Lippen hang, während Martha mit vielen Dingen beschäftigt war) abgekommen. Die erste Begeisterung war abgeflaut. Alltagsroutinen hatten sie in all ihrem frommen Streben eingeholt. Aber die Freiheit, das Erfülltsein mit Gottes Liebe. Die Erkenntnis dessen, was Gott für sie alles getan hatte und das darin ruhen und daraus schöpfen war nicht mehr präsent.

Hier sollten sie Einkehr tun. Bedenken, wo sie nicht mehr aus Liebe und nicht mehr in Liebe das taten, was sie gerade taten. Und zurück kehren zu dem, der sie neu inspirieren und neu beleben und erfüllen kann. Zu Jesus selbst. Damit nicht ihr Leuchter - das was sie Gutes hatten und worin sie Gott verherrlichten hatten - weggenommen werden müsse - und sie kein Licht mehr hätten/sein könnten. 

Und vielleicht hatten sie sich hier auch schon zu sehr an bestimmte Apostel oder Lehrer der Gemeinde orientiert, anstatt Jesus selbst anzuschauen - den Mittelpunkt - der inmitten der Gemeinden als Geistgeber - Sternenträger wandelt. Der in erster Linie ihr Leben erfüllen will. 

Und hier sind wir auch gefragt, wo wir auf Menschen oder bestimmte Lehrmeinungen hoffen. Wo wir in eine Rechtgläubigkeit verfallen sind. Und vielleicht nicht mehr allein unser Heil in Jesus selbst suchen. Aus seiner Liebe schöpfen. Uns auf Menschen verlassen.

Zu Überwinden ist dann das Ziel eines jeden Gläubigen, nicht wiederum dem alten Menschen (dem alten Adam in uns) in seinen Begierden und Schwächen zu verfallen, sondern hier nun die erste - wichtigste - Liebe wieder sich zu vergegenwärtigen. Sich davon - von Jesus  selbst - erfüllen zu lassen, auf das sie dann auch Anteil haben am ewigen Leben - am Baum des Lebens der im Paradies steht, der Jesus selbst ist. 


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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 15.03.2018 17:39

Offenbarung 2,

8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Dies sagt der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde:
9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans.
10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.
11 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod.


Smyrna (Myrrhe oder Bitterkeit) , eine Stadt an der Westküste Kleinasiens in einer tiefen Bucht gelegen, etwa 55 km nördlich von Ephesus, das heutige Izmir wurde eine der reichsten Handelsstädte Kleinasiens, durfte 26 n. Chr. dem Kaiser Tiberius einen Tempel bauen, sodass entsprechend stark ein Kaiserkult in Symyrna ausgeprägt war. Ebenfalls machten einflussreiche jüdische Geschäftsleute ("Synagoge des Satans") der dort ansäßigen christlichen Gemeinde zu schaffen, was ausgeprägte Verfolgungen/Drangsale nach sich zog.
10 Tage kann sich auf 10 Kalendertage beziehen, auf 10 verschiedene Verfolgungen durch die römischen Kaiser oder auf 10 Jahre der Verfolgung unter dem Kaiser Diokletian.

Zuerst wird der Gemeinde ein Trost zugesprochen, von Jesus, der am Anfang und am Ende war - bei Ihnen sein wird - dort wo sie vom Tode bedroht (ereilt) werden und ihnen das ewige Leben verheißt, dort wo sie nur treu zu ihm stehen.
Im Gegensatz zur "Endzeitgemeinde" in Laodizäer, die sich für reich hielt, aber arm an Liebe und Glaube war, wird die Gemeinde in Smyrna - trotz materieller Armut - als Reich (in Gott) bezeichnet. Reich an Schätzen im Himmel. An guten Werken der Liebe. 
Sie wurden nun aufgerufen sich nicht vor dem Tod zu ängstigen, auch weil dieses von Gott zugelassen wurde - dem Teufel gestattet wurde (der den Leib töten kann) und letztendlich ihr Glaube dadurch bewährt und umso kostbarer daraus hervorgehen sollte.

Der Siegeskranz des Lebens ist dann aber auch der Lohn für jedes Gotteskind, das überhaupt ersteinmal - bei der Bekehrung und Wiedergeburt - bereit war, sein (vom alten Adam/Ego bestimmtes) Leben loszulassen. 

Joh 12,25 Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.

Sehen wir diesen Aspekt des notwendigen Loslassen vom selbstbestimmten Leben, dann zeigen uns die 7 Sendschreiben auch 7 Zustandsbeschreibungen eines Menschens, der sich erstmalig überhaupt erst auf den Weg macht, Jesus nachzufolgen.

Am Anfang steht das eigene fromme Bemühen, die eigenen Werke Kraft der Gebote um die man weiß und um die man sich müht, diese zu halten - ein "frommer" Christ zu sein. Die dann aber nichts taugen und verbrennen, weshalb es dann darum geht zur ersten Liebe - mit der Gott uns liebt - zu kommen (nicht zur Liebe zum Gesetz) um von ihm, von Jesus selbst, überhaupt ersteinmal befähigt und begeistert werden zu können, all das zu tun, was Gott durch uns tun möchte. (Siehe erstes Sendschreiben an Ephesus)

Dann folgt das Loslassen des eigenen Lebens. Das hassen des eigenen Lebens (Lk 14,26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein;) - was in der Botschaft an die Gemeinde in Smyrna enthalten ist. Um am Ende den Siegeskranz des (ewigen) Lebens zu erhalten.

Der zweite Tod kennzeichnet dann für die Gläubigen, die in der Wiedergeburt schon einen Tod (des alten Adams) erlebt haben, dann den leiblichen Tod auf Erden (der sie nicht festhalten kann und nur in die Arme Gottes tragen wird).

Der zweite Tod für die Nichtgläubigen, die auf der Erde als nichterlöste von Gott getrennte (Sünder) sterben (in ihren Sünden), ist dann der ewige Tod (bzw. das ewige Getrenntsein von Gott im Feuersee)

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 15.03.2018 18:24

Offenbarung 2


12 Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat:
13 Ich weiß, wo du wohnst; wo der Thron des Satans ist; und du hältst meinen Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.
14 Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben.
15 So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten.
16 Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes.
17 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.


Pergamon (bedeutet soviel wie "hoher Turm" oder "gründlich verheiratet") in Mysien (135 km nördlich von Ephesus) heute Bergama (Urstätte der Herstellung von Pergament), Stätte des berühmten Zeusaltares auf der Akropolis (d.h. der hochgelegenen Stadtburg). Mit ebenfalls einem Heiligtum des Asklepios Soter, des Gottes der Heilkunst (Soter bedeutet Retter oder Erlöser). Später auch Mittelpunkt des Kaiserkultes mit Tempel der Roma und des Augustus.

Jesus stellt sich hier vor, als derjenige, der das Wort Gottes (das zweischneidige scharfe Schwert) im Munde führt. Das Lüge von Wahrheit trennt und verborgenes offenbar macht.
Und würdigt hier zuerst die besonders widrigen Umstände der Gemeinde (wohnst, wo der Thron Satans ist), indem er die Gemeinde in ihrer Treue zu Christus lobt, den Namen Jesu nicht verleugnet zu haben (wie Petrus es einst dreimal geschah an den Kohlefeuern der Welt - ehe der Hahn krähte).
Antipas wird hier namentlich als eine wohl historische Persönlichkeit genannt, der um seines Zeugnisses für Christus zum Märtyrer geworden war (siehe die Botschaft im vorigen Sendschreiben - sei getreu bis in den Tod).
Allerdings wird ein weniges an Tadel an der Gemeinde gefunden. Im Grundtenor der Glaubenstreue und des Glaubensgehorsames.
Die Gemeindeglieder, die an der Lehre Bileams festhielten. Bileam, der um materiellen Gewinnes wegen sich von Balak kaufen lassen wollte, Israel zu verfluchen. 

Zur (Irr)Lehre (dem Irrtum, in dem Bileam verfiel) habe ich auch folgendes gefunden:

Bileam wusste, dass Israels Wohlergehen von seinem Gehorsam gegenüber Gott abhing. Er wusste, dass das Volk nicht zu überwinden war, solange es Gott treu war. Die einzige Möglichkeit bestand darin, das Volk zur Sünde zu verleiten (vgl. 4. Mose 22-24).


Nachdem Satan die Christen durch Verfolgung nicht überwinden konnte, versuchte er es durch Verführung. So wie damals die heidnischen Bräuche vom Volk Israel angenommen wurden, so drangen heidnische Bräuche durch die Staatskirche in das Christentum ein.

Viele Christen schlossen sich damals der römischen Staatskirche an, um der Verfolgung zu entkommen. Einige nahmen auch die gnostische Lehre an die besagt, dass man durch Erkenntnis erlöst wird (Lehre der Nikolaiten (vgl. Vers 6)). Etliche aber hielten an der reinen Lehre der Bibel fest und wurden dadurch sogar von den einstigen Nachfolgern Jesu verfolgt, als sich diese der römischen Staatskirche anschlossen. Sie konnten es nicht ertragen, dass einige Christen immer noch an den Geboten Gottes fest hielten, da sie den Geboten den Rücken zugewandt hatten.

Wer nun überwinden sollte - nicht sich sättigte an den Kohlenfeuern dieser Welt - an Götzenopferfleisch, etc. - dem wurde verheißen Nahrung zu erhalten (verborgenes Manna - das Wort Gottes), was dauerhaft satt nur machen kann.
Und dem wurde verheißen - diejenigen die nicht auf den eigenen Ruf und den eigenen Namen hier auf Erden bedacht waren - sich Ruhm und Ansehen zu erwerben -  einen Namen zu erhalten,  der bleibt - weißer Stein im Sinne von unvergänglich und rein (unbefleckt - ewig erhalten bleibend).

Einen Namen, den niemand kennt als nur der, der ihn erhält. Was in die Richtung geht:

1Kor 2,15 Der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 17.03.2018 10:33

Offenbarung 2


18 Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Dies sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und Füße gleich glänzendem Erz:
19 Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten.
20 Aber ich habe gegen dich, dass du das Weib Isebel gewähren lässt, die sich eine Prophetin nennt und meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.
21 Und ich gab ihr Zeit, damit sie Buße tue, und sie will nicht Buße tun von ihrer Unzucht.
22 Siehe, ich werfe sie aufs Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken.
23 Und ihre Kinder werde ich mit dem Tod töten, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben.
24 Euch aber sage ich, den Übrigen in Thyatira, allen, die diese Lehre nicht haben, welche die Tiefen des Satans, wie sie es nennen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch.
25 Doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme!
26 Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben;
27 und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden,
28 wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.
29 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Thyatira (der Name bedeutet ewiges Opfer oder ständiges Leiden)  war eine bedeutende Handel- und Gewerbetreibende Stadt (aus der u.a. die Purpurhändlerin Lydia (Apg. 16,14) kam. In religiöser Hinsicht  relevant waren die städtischen Berufsgenossenschaften, insofern bei Treffen und Mahlzeiten Götter angerufen wurden. Der Gott Tyrimnos war sowohl Schutzpatron der Berufsgenossenschaften als auch der ganzen Stadt Thyatira.

Jesus stellt sich hier vor mit durchbohrenden (feuerflammenden) Augen und ehernen Füßen, die von einem drohendem Gericht zeugen.
Die Gemeinde in Thyatira zeichnet sich dann vor allem durch ihre guten - in Christus gewirkten - Werke, ihrer Liebe und ihrem Glaubem, ihrem Dienst und ihrem Ausharren aus. In Werken, die sogar noch zunahmen.
All die Punkte, wo in den ersten drei Sendschreiben der Gemeinde in Ephesus (zurück zur ersten Liebe), Smyrna (Aufruf zum Ausharren) und Pergamon (Zweigleisigkeit/Hinken im Glauben bei einer Liebe zur Welt im Festhalten der Lehre Bileams mit einhergehenden Verstrickungen in Unzucht und Götzendienst) noch der Aufruf zur Buße steht.

Was aber nun gegen einzelne Personengruppen in der Gemeinde spricht, ist ihr Gewährenlassen dem Weib Isebel gegenüber  (welche eine -falsche- Prophetin war zu dieser Zeit), die in ihrer theologischen Überzeugung - was sie wohl unter Freiheit des Christenmenschen verstand - auch keine Probleme damit hatte, sich die Machenschaften der Welt zunutze zu machen. Dinge praktizieren zu können, ohne darin zu sündigen. Vielleicht ermutigte sie die Gläubigen, den Handelsgilden in Thyatira beizutreten, auch wenn man dabei die Gottheit der Gilde verehren und an Festen teilnehmen musste, bei denen die Speisen vorher den Göttern geopfert waren. Sie rechtfertigte diese Kompromisse mit der Welt wohl damit, das sie dem Anliegen der Gemeinde nur nützen könnte.
Was für uns nun bedeutet, das wir zwar - wie Paulus von sich schreibt - die Freiheit haben, alles tun zu dürfen, wonach unser Herz gelüstet, aber dies nun kein Freibrief zum sündigen ist. Wir in Verantwortung stehen sollten, dann nur das zu tun, was auch dem Guten dient.

In der Figur der Isebel kann dann weiterhin auch das Aufkommen eines falschen Kirchensystems gesehen werden, in dem Bilder angebetet werden, in der es Ablasshandel gibt und die Priester die Absolution von Sünden wie Ehebruch erteilten.

Diejenigen aber, die sich hiervon bedeckt hielten, ihre Freiheit in Christus als Freibrief für Unzucht und Gleichförmigkeit mit der Welt zu missbrauchen, waren lediglich aufgerufen das, bzw. daran, festzuhalten was sie hatten (taten). 1Thess 5,21 prüft aber alles, das Gute haltet fest!

Als Belohnung für die Überwinder, die ihre in Christus (Vers 26: meine Werke) gewirkten Werke bewahren (indem sie sich rein halten von Befleckung durch Götzendienst/Unzucht) wird (Voll)Macht über die Nationen (oder über die "Welt ": 1Kor 7,31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.) verheißen.

Vers 26-27 geht dann in die Richtung wie es auch in Psalm 149 heißt:

5 Die Frommen sollen jubeln in Herrlichkeit, jauchzen sollen sie auf ihren Lagern!
6 Lobpreis Gottes sei in ihrer Kehle und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand,
7 um Rache zu vollziehen an den Nationen, Strafgerichte an den Völkerschaften,
8 um ihre Könige zu binden mit Ketten, ihre Edlen mit eisernen Fesseln,
9 um das schon aufgeschriebene Gericht an ihnen zu vollziehen! Das ist Ehre für alle seine Frommen. Halleluja!

Der Morgenstern (Vers 28) verweist auf Christus (Offenbarung 22,16). Ebenso wie der Morgenstern vor der Sonne aufgeht, so wird Christus als Morgenstern erscheinen, um seine Gemeinde in den Himmel zu entrücken, ehe er als Sonne der Gerechtigkeit erscheint, um über die Erde zu herrschen (1. Thess 4,13-18; Mal 4,2)

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 10:17

Offenbarung 3


1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Dies sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot.
2 Wach auf und stärke das Übrige, das im Begriff stand zu sterben! Denn ich habe vor meinem Gott deine Werke nicht als völlig befunden.
3 Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
4 Aber du hast einige wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.
5 Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
6 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Sardes (bedeutet die Enkommenen oder Erneuerung) war früher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Zentrum der Wollindustrie und des Wollhandels und eine auch durch Goldfunde und dann Goldmünzprägungen reich gewordene Stadt, die in geistlicher Hinsicht jedoch von einem leblosem Namenschristentum gekennzeichnet war. Sie hatte einen Ruf als christliche Gemeinde, doch ihr "Leben" bestand größtenteils aus festgelegter, langweiliger Routine. Sie floß nicht von geistlichem Leben über. Ihr fehlte das übernatürliche Strahlen. Christus ermahnte sie das heilige Gut der Wahrheit zu "bewahren" und von ihrer Leblosigkeit und Weltförmigkeit (siehe die besudelten Kleider) Buße zu tun. 

Das zu stärken, was im Begriff stand zu sterben, deutet darauf hin, das sie einen Anfang gemacht hatten, sich loszusagen von all dem, wonach die Welt und das Fleisch (der alte Adam in seinen Begierden) trachtet (Augenlust - sich begehrlich etwas anzuschauen, Fleischeslust - begehrlich immer mehr besitzen zu wollen - anstatt sich genügen zu lassen an dem was schon da ist , Hoffärtiges Leben - der Stolz, der sich auf die eigene (überhöhte) Person (Ego) etwas einbildet - etwas darstellen möchte im ehrgeizigen Streben nach Ansehen der eigenen Person).
Das diese Anfänge, all dem abzusterben, den alten Adam im Tode zu lassen, dann aber im Sande (der Welt) versackten und sie die Liebe zur Welt wieder einholte. Zumindest all diejenigen, die sich hier nicht mit der Welt (und allem was in der Welt ist) besudelt hatten.

"Zu kommen wie ein Dieb" wird dann bei Jesus Wiederkunft auf Erden - wo Jesus sagte, das er keinen Glauben dann finden werde (Lukas 18,8) - für all diejenigen erschreckend sein, die nicht zuvor als Gemeinde entrückt worden sind, die sich als übrig gebliebene Ungläubige dann darin auszeichnen, das sie das Mal des Antichristen angenommen haben und konform mit der Welt - mit dem Teufel - sind.

"Seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens" könnte nun fälschlicher Weise so verstanden werden, das man als Kind Gottes, welches vor Grundlegung der Welt schon ins Buch des Lebens eingetragen worden ist, dann durch eigenes Versagen hier wieder ausgelöscht werden könnte. Also das man auch als wiedergeborener Christ am Ende doch noch verloren gehen könnte. Was aber dann eine Heilsgewißheit, die wir ja haben dürfen, völlig entwerten würde, da es letztendlich doch auf unser Tun und Handeln ankäme - und nicht auf Gottes Wirken in uns - ob wir in den Himmel kommen.

Einige Ausleger sind der Ansicht, dass das Buch des Lebens die Namen derer enthält, die leibliches Leben empfangen haben. Nach dieser Ansicht werden diejenigen, die durch ihr Leben beweisen, dass die wiedergeboren worden sind, nicht aus diesem Buch getilgt, alle anderen jedoch trifft dieses Schicksal.
Andere sehe das Buch als ein Register derer, die geistliches Leben haben. Ihnen wird verheißen, dass ihre Namen nicht ausgelöscht werden, d.h. dass sie ihrer Erlösung nie mehr verlustig gehen. Nach dieser Ansicht ist es nicht notwendig, dass überhaupt Namen ausgelöscht werden müssen.

Das überhaupt jemand "ausgelöscht werden soll aus dem Buch des Lebens" habe ich nur in einen Bibelvers gefunden:

Ps 69,29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!

Und hier spricht David von den (falschen) Brüdern aus seinem Volk, die ihn ohne Grund hassen und verfolgen. Und diesbezüglich kann ich hier nur all diejenigen Menschen vor Augen haben, die eigentlich als Nachkommen Abrahams zu Gottes Volk gezählt werden, aber dann  um der Heiden willen, die Gott kennen lernen sollten, Christen werden sollten, beiseiten genommen werden sollten (für den wilden einzupropfenden Ölzweig) um am Ende dann auch errettet zu werden. Zumindest all jene, die sich Gott hier überlassen will - was nicht alle sind.

Wer jedoch Heilsgewißheit hat, als Christ, der wird nicht verloren gehen. 

Joh 10,28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.

Die Gemeinde in Sardes ist oft als Bild für die Zeit der Nachreformation gebraucht worden, in der die Kirche ritualistisch, am Äußeren orientiert, weltlich und politisch geworden ist. Die protestantischen Staatskirchen Europas und der amerikanischen Kolonien standen in diesem Abweichen an der Spitze.

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 13:24

Um meine im letzten Beitrag etwas missverständlich ausgedrückten Worte bezüglich der Auslöschung aus dem Buch des Lebens nocheinmal aufzugreifen.

Wenn David in Psalm 69 über seine Feinde spricht, die ihn hassen (Vers 5) und über ihn spotten (Vers 13) und dann schreibt:


28 Füge Schuld zu ihrer Schuld, und lass sie nicht hineinkommen in deine Gerechtigkeit!
29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!

Dann kann es sich nur um das Volk, um die Menschen handeln, die aufgrund ihrer Abstammungslinie als Kinder, als Ur-Ur-..-Enkel Abrahams eigentlich zum Volk Gottes, zu den Kindern Gottes zählten, aber dann halt nicht zu den verheißenen Kindern entsprechend Isaaks Linie - zu denen auch wir Christen zählen, die aus den Heiden (den Nicht Juden)  zu Gott gefunden haben. Im weiteren Sinne also um "Namenschristen", die zwar vielleicht noch die Verheißung auf ewiges Leben (Buch des Lebens) hätten, aber sich hier durch ihr Handeln (hassen...spotten) als nicht würdig erweisen und damit aber auch letztendlich nie zu denen gehört haben, die im Buch des Lebens wiedergefunden werden - im jüngsten Gericht. Von daher ausgelöscht werden --- UND ...gar nicht erst eingeschrieben werden...

Nicht eingeschrieben werden.... greift jetzt zurück auf die Zeit vor Grundlegung der Welt --- wo Gott ja auch schon wußte, in seiner Allwissenheit, wer einmal bei ihm im Himmel sein wird. Und auch wenn er nicht  aus seiner Allwissenheit hier Menschen hineingeschrieben hat, sondern deswegen, weil er sich bestimmte Menschen erwählt hat, etwas aus ihnen zu machen - und er macht aus uns etwas, nicht wir selbst... --- kann David hier Gott bitten, doch  diese Menschen gar nicht erst ins Buch des Lebens reinzunehmen  - im Wissen darum, das Gott über der Zeit steht und im Augenblick des Gebetes auch vor Grundlegung der Welt genauso präsent ist, wie in Gegenwart und wie am Ende aller Weltzeit.

Denn es wird kein Mensch erst später noch neu eingeschrieben ins Buch des Lebens. Das existiert unverändert bis zum jüngsten Gericht seit - bzw. vor Grundlegung der Welt - vor Erschaffung dieses Universums. Und alle anderen Menschen werden in den anderen Büchern gefunden werden, die aufgetan werden im jüngsten Gericht und von den Taten eines jeden Menschen - die nicht im Buch des Lebens stehen - berichten.

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