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Merciful

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 16:41

Henoch schrieb: Es heißt ja, dass der das ewige Leben hat, der glaubt. Wie geht das bei einem Säugling?

Ach Henoch, ist das wirklich so schwer?

Von einem Säugling wird Gott nicht etwas erwarten, was er nicht leisten kann.

Wenn ein Säugling aber heranwächst und seine Eltern erklären ihm das Evangelium und leben die Liebe Gottes vor, so hat er die Möglichkeit, sich gläubig zu verhalten.

Nimmt er das Wort an und setzt sein Vertrauen auf Jesus, so ist er gläubig. So geht das.

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 16:32

christ90 schrieb: Die am Erwachsenen vollzogene Taufe hingegen erachte ich für weit mehr denn einen äußeren Akt. Ich beschrieb sie als auch nach außen hin sichtbares Zeichen der Umkehr, des neuen Lebens mit Gott. Taufe hat also, nebst jener nach außen gerichteten, vor allem auch eine innere Dimension.

Die Taufe der Umkehr würde ich eher dem Wirken des Johannes zuordnen, seine Taufe war eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. An ihr wurde sichtbar, dass der, der sie empfing, umzukehren bereit war. Zumindest wurde durch diese Taufe die Notwendigkeit der Umkehr verdeutlicht.

Die christliche Taufe geschieht freilich auch im Zusammenhang der Buße und der Umkehr, sie ist aber primär ein Begräbnis in den Tod Christi aufgrund der in ihm gegebenen Versöhnung der Welt mit Gott.

Jene innere Dimension kennt auch jeder Gläubige, der als Säugling getauft worden ist. Denn gerade durch die Säuglingstaufe wird ihm zugesagt, dass Gottes Gnade ihm gilt und ihn zu einem Leben mit dem Christus beruft.

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 16:23

Henoch schrieb: Die Verheißungen waren aber darüberhinaus davon abhängig, dass die Beschnittenen glaubten. Aber genau deshalb ist die Säuglingstaufe ein Akt einer äußeren Handlung, weil der Säugling ja nicht glauben kann.

Ich denke nicht, dass ein Säugling ungläubig ist. Das Wort Jesu, dass den Kindern das Reich Gottes gehört, gilt doch auch womöglich schon den Säuglingen. Ich wüsste jedenfalls nicht, weshalb es ihnen nicht gelten sollte.

Es ist die Säuglingstaufe aber nicht nur eine äußere Handlung. Sie wird begleitet durch das Wort Gottes und getragen von der glaubenden Gemeinde. Jedoch erhält die Taufe ihre Gültigkeit nicht erst dadurch, dass der Täufer oder die Eltern oder die Gemeinde gläubig sind.

Wenn in einer christlichen Kirche die Taufe auf den Namen des dreieinen Gottes vollzogen wird, so ist sie auch gültig.

Es ist dabei einerlei, dass der Säugling in diesem Vorgang noch nicht versteht, wozu dieser dient und warum er an ihm geschieht.

Er wird ja im christlichen Glauben unterwiesen und kann nachher dankbar den Glauben an Jesus annehmen und bewahren.

Denn dazu wurde er durch seine Taufe berufen.

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 15:56

Henoch schrieb: Also, ich denke, dass die leiblichen Nachkommen Abrahams durch Geburt feststehen, und die Beschneidung das äußere Zeichen dafür ist.

Paulus schrieb: Das Zeichen der Beschneidung empfing er zur Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit, die ihm als Unbeschnittenem zuteil wurde.

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Henoch
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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Henoch am 21.01.2016 15:54

Hallo Merciful,

und wo bleibt da der Glaube? Du hast ja selbst gesagt, dass der Glaube Bedingung ist.

Es heißt ja, dass der das ewige Leben hat, der glaubt. Wie geht das bei einem Säugling?

Henoch

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 13:46

Henoch schrieb: Ein Sakrament würde das aber bedeuten, denn es soll ja die Teilhabe an einer Verheißung Gottes bewirken. Das würde aber bedeuten, dass nicht Gott der Handelnde ist, sondern der Mensch, und dass der Mensch durch sein Handeln Gott zu einer Reaktion, hier die Gabe des ewigen Lebens, zwingen könnte. Oder verstehe ich da was falsch?

Sowohl Gott handelt in der Taufe als auch der Mensch im Auftrag Gottes. Denn der Täufer tauft den Täufling, weil Gott es geboten hat.

Vielleicht kann man es so sagen, ja, dass die Taufe Teilhabe an der Verheißung Gottes bewirkt.

Ich sehe aber nicht, dass der Mensch hierdurch Gott zu etwas zwingen würde.

Vielmehr tauft doch der Täufer den Täufling aufgrund der bereits gegebenen und bewirkten Versöhnung der Welt mit Gott in Christus.

Hier geht es also weniger um eine Reaktion Gottes auf das Handeln des Menschen. Vielmehr geht eine Aktion Gottes dem Handeln des Menschen voran und ermöglicht dieses.

Weil Gott in Christus die Welt mit sich versöhnte (Aktion Gottes), darum tauft der Täufer, begräbt den Täufling im Grab der Taufe und beruft ihn sogleich zu einem Leben im Glauben an Christus. Dies tut er aber im Auftrag Gottes. Daher ist Gott der eigentlich Handelnde. Denn Gott versöhnt und beruft und gibt das Leben dem, der da glaubt.

Merciful

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christ90

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von christ90 am 21.01.2016 13:00

Ich habe durchaus wahrgenommen, dass du die Wassertaufe, insbesondere aber die Säuglingstaufe als bloß äußeren Akt betrachtest.

Letztere ja. Die am Erwachsenen vollzogene Taufe hingegen erachte ich für weit mehr denn einen äußeren Akt. Ich beschrieb sie als auch nach außen hin sichtbares Zeichen der Umkehr, des neuen Lebens mit Gott. Taufe hat also, nebst jener nach außen gerichteten, vor allem auch eine innere Dimension.

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Henoch am 21.01.2016 11:28

Hallo Merciful,

ich denke, wir reden grad aneinander vorbei, denn ich verstehe das, was Du geschrieben hast, größtenteils so, wie ich meine Posts gemeint habe...

Wir sind uns einig, das Entscheidende ist der Glaube Abrahams, und die Folge war, dass Gott einen Bund macht, der durch die Beschneidung nach außen sichtbar wurde.

Die Verheißungen waren aber darüberhinaus davon abhängig, dass die Beschnittenen glaubten. Aber genau deshalb ist die Säuglingstaufe ein Akt einer äußeren Handlung, weil der Säugling ja nicht glauben kann.

Es ist quasi so, alle Israeliten hatten die Möglichkeit von Gott entsprechend der Verheißung des Bundes mit Abraham gesegnet zu werden. Das was sie tun mussten ist glauben.

Im neuen Bund haben alle Menwschen die Möglichkeit, das ewige Leben zu erben, denn Christi Blut reicht für alle. Das was sie selbst dazu beitragen müssen, ist glauben.

Henoch

Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.01.2016 11:44.

Merciful

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Re: Abraham und der Bund mit Gott

von Merciful am 21.01.2016 11:24

christ90 schrieb: Merciful: Wie es scheint hast du meinen Beitrag nicht aufmerksam gelesen, denn ich Bezog mich in ihm ausdrücklich auf die Praxis der Säuglingstaufe.

Nun, es scheint nur so. Ich habe durchaus wahrgenommen, dass du die Wassertaufe, insbesondere aber die Säuglingstaufe als bloß äußeren Akt betrachtest.

Nun unterscheide ich aber nicht zwischen unterschiedlichen Formen der Taufe, denn es gibt nur eine Taufe. Der Begriff Säuglingstaufe hebt lediglich den Aspekt hervor, dass hier die Taufe, die von Jesus anbefohlen worden ist, am Säugling vollzogen wird.

Diese Taufe ist aber kein bloß äußerer Akt ohne Bedeutung. Dies ist sie nur für jene, die die Gegenwart Gottes und sein Handeln in der Säuglingstaufe nicht wahrzunehmen imstande oder willens sind.

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marjo
Gelöschter Benutzer

Re: Abraham und der Bund mit Gott

von marjo am 21.01.2016 11:16

Als Einwurf:
Beschneidung "bringt" nur etwas, wenn es eine Beschneidung des Herzens ist. Zuletzt war Paulus da sehr deutlich. Taufe dürfte über die reine Handlung des Untertauchens hinaus eine ähnliche Behandlung erfahren.

kurzgefasst: Ohne Glaube ist Taufe nutzlos. Ohne Glaube ist Beschneidung nutzlos.

Beschneidung am Leib ist ein Zeichen des Alten Bundes und damit überflüssig. Die Taufe ist Zeichen des Neuen Bundes und damit geboten.

Tauft man einen Erwachsenen ist immer noch die Frage, ob es eine leere Handlung war. Wie der Baum der keine Frucht bringt nutzlos, ist der Täufling ohne Glaube eine leere Hülle und wird "entsorgt" werden. Tauft man einen Säugling und füllt sich diese Taufe alsbald mit Glaube, so müsste die Taufe gültig sein. Analog zur Beschneidung.

Ich persönlich habe mit Christen (den echten) die ihr Kind taufen lassen, keine großen Probleme. Sie werden ihr Kind alsbald mit Jesus bekannt machen. Wird die Taufe dann mit "Inhalt" gefüllt, ist alles gut. Bleibt der Glaube aus, wird die Taufe das Kind nicht retten. Klingt vielleicht sehr pragmatisch.

Problematisch finde ich die Haltung meiner Kirche. Dort wird weithin davon ausgegangen, dass getaufte Menschen automatisch Christen sind. Menschen die selber mit Glaube kaum mehr etwas zu tun haben, lassen ihre Kinder aus Tradition taufen. Zu Weihnachten sieht man sie vielleicht in der Kirche... vielleicht. Dies genügt in meiner Kirche dazu, um solchen Menschen einen "Funken Glaubens" zu unterstellen, da sie andernfalls ja kein Interesse an der Kirche hätten. Entsprechend werden sie als (im Glauben unerfahrene) Christen angesprochen und behandelt. Wie fern diese Haltung von der Realität entfernt ist merkt man, wenn man über Kernpunkte der Glaubens mit ihnen redet. In wieweit Jesus im Alltag der entsprechenden Leute vorkommt, braucht man fast nie anzusprechen... da kommt meist nichts. Habs ausprobiert.

Gruß,

marjo

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