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Re: Der schmale Weg
von Merciful am 15.04.2026 09:56Der Psalm 119 wird häufig missverstanden.
Das eigentliche Thema dieses Psalms ist nicht das Gesetz oder die Tora.
Vielmehr ist dieser Psalm das ausführlich ausformulierte Gebet eines Menschen auf dem Weg.
Der Psalm handelt von der Beziehung dieses Menschen zu Gott.
Der Psalmdichter beschreibt, was die Tora ihm bedeutet und was er in Zuversicht in und bei dieser sucht.
Der Psalmdichter lebt in Beziehung zu Gott, weil dieser durch die Tora zu ihm gesprochen hat.
Der Psalmdichter erfährt Gottes Gnade, dessen Zuwendung, Hilfe, Trost durch das Hören auf die Tora.
Er weiß sich gefährdet durch mancherlei Gefahr, er sucht, er bittet um Rettung und bekennt Gottes Wahrheit und Treue.
Der Psalmdichter beschreibt sich selbst als einen Pilger auf Erden, einen Diener Gottes.
Er wurde (von Gott) gedemütigt und zur Umkehr geleitet, er fand Einsicht in die Wege Gottes durch die Tora.
Er hat sich bewusst zum Gehorsam der Tora entschieden, da er in ihr und durch sie die Gnade des Gottes Israels erfährt.
In der Gemeinschaft mit Gott kennt und erlebt er beides, sowohl Gewissheit als auch Furcht.
Die Tora ist seine ganze Freude, sein Trost, seine Zuversicht.
Sein Gebet bringt diese Liebe zur Tora, aber auch seine Bitte um Beharrlichkeit und Treue zur Tora zum Ausdruck.
Immer wieder neu bittet er um Belebung, Einsicht in die Zuverlässigkeit der Tora.
Er wird angefeindet auf Erden, er hält stand durch die Bitte um Bewahrung des Leibes und der Seele gleichermaßen.
Er ist auf dem Weg, noch nicht am Ziel, er hat gefunden und bleibt doch ein Suchender.
Sehnsucht und Zuversicht, Freude an der Tora und Traurigkeit angesichts der Anfeindungen stehen nebeneinander.
Der Psalmdichter empfängt die Tora in Gnaden, das Gebot ist ihm nicht Forderung, sondern belebende Gabe.
Nicht der Ruhm des Tüchtigen, die Ehre des Gehorsams bilden seine Beweggründe.
Nicht der Gehorsam stellt die zu belohnende Leistung dar, aber durch die Tora erlebt er die helfende Kraft Gottes.
Darum wird ihm das Gebot zur Leiter, hinauf, und zur Brücke, hinüber zur Gerechtigkeit Gottes in Gottes Reich.
Merciful
Re: Der schmale Weg
von Merciful am 14.04.2026 16:09pausenclown schrieb: Was ist jetzt der Unterschied?
Hallo, pausenclown,
die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten.
So in etwa beschreibt Johannes in seinem Brief die Liebe zu Gott.
Für den Psalmdichter (Psalm 119) waren die Gebote Gottes Freude, Trost und Leben.
Jene Satzungen zur Zeit Jesu, die den Alltag bis in kleinste Vorgänge hinein regelten,
bedeuteten für nicht wenige Menschen des Volkes hingegen eine schwere Last.
Die Satzungen richteten den Fokus auf die äußeren Vorgänge.
Die innere Gesinnung, die die Taten motivierte, trat in den Hintergrund.
Die Leistungen des Gehorsams bedeuteten für den Menschen Ruhm und Ehre.
Die Übertretung der Satzung hingegen ließ den Menschen in Schuld und Schande versinken.
Aber auch die gewissenhafte Befolgung der Satzung konnte die Seele der Gerechten nicht beruhigen.
Von jener Last, die das Volk bedrückte, hat Jesus seine Jünger frei gemacht.
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
(Evangelium nach Matthäus 11,28-30; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Jesus hat seine Jünger nicht zu Schülern des Talmud gemacht.
Das Alte Testament aber, die Tora, die Propheten und die Schriften,
Gottes Gebote und Verheißungen, die Bundesgnade und Bundesgemeinschaft,
bilden die bleibende Grundlage auch der christlichen Gemeinde.
Es gibt im Psalm 119 einen Vers, der sowohl für Christen als auch für Juden besonders bedeutsam ist:
Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz.
(Psalm 119,29; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Ich meine hier insbesondere den zweiten Teil des Verses.
Gib mir in Gnaden dein Gesetz - das heißt doch auch:
Lass mich dein Gebot bewahren als einer, der aus Gnaden durch Glauben nach der Gerechtigkeit des Reiches Gottes trachtet.
Merciful
Re: Der schmale Weg
von Merciful am 14.04.2026 11:58דֶּרֶךְ
Weg, Reise, Verhalten, Wandel.
Im Psalm 119 kommt der hebräische Begriff דֶּרֶךְ (derekh) wohl 13 mal vor.
Glücklich sind, die im Weg untadelig sind, die im Gesetz des HERRN wandeln.
Glücklich sind, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen.
Die auch kein Unrecht tun, die auf seinen Wegen wandeln!
(Psalm 119,1-3; Elberfelder Bibel 2006 [(C) SCM R.Brockhaus])
Vielleicht mag jemand untersuchen, in welcher Bedeutung der Begriff im Psalm 119 verwendet wird?
Nach meinem Verständnis steht der Begriff sinngemäß für die von Gott gewiesene Lebensweise.
Diese orientiert sich an den Geboten, Verheißungen und Werken des Gottes Israels.
Der Weg ist immer im Zusammenhang mit der Bundesgnade und -gemeinschaft zu sehen.
Merciful
Re: Raum der Stille und des Gebets
von Merciful am 13.04.2026 12:54(Clemens Bittlinger, YouTube)
Merciful
Re: Der schmale Weg
von Merciful am 12.04.2026 15:06Was ist die enge Pforte?
Wir müssen der engen Pforte Beachtung schenken.
Denn nur durch die enge Pforte gelangen wir auf den schmalen Weg.
Ich möchte meinen, wir gehen nicht fehl, wenn wir die enge Pforte mit der christlichen Taufe gleichsetzen.
Darum gehet hin und lehret alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
(Evangelium nach Matthäus 28,19-20; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
An anderer Stelle sagte Jesus:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
(Evangelium nach Johannes 12,24; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Jesus konnte nur so zur Auferstehung aus den Toten gelangen,
indem er das Kreuz trug zur Vergebung unserer Sünden.
Auch wir müssen unser Kreuz aufnehmen, sterben und in der Taufe begraben werden.
So werden wir Glieder der Gemeinde Jesu, wir werden neu geboren zu einer lebendigen Hoffnung.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu
einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,
die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist,
dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
(1. Petrusbrief 1,3-5; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Merciful
Re: Der schmale Weg
von Merciful am 12.04.2026 07:43Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
(Psalm 23,3-4; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Der schmale Weg in der Nachfolge Jesu ist hier die rechte Straße.
Der Psalmdichter weiß sich geführt, begleitet und beschützt.
Er verwendet das Bild des Hirten, der seine Schafe weidet.
Kontrastive Bilder bilden die Erfahrung des Dichters ab.
Grüne Auen und dunkle Täler begegnen gleichermaßen.
Ob hier, ob dort, der Hirte ist zugegen.
In der Nachfolge Jesu kann dem Jünger beides widerfahren.
Er empfängt das tägliche Brot inmitten der Not der Welt.
Seine eigentliche Speise aber ist das Gebot Jesu.
Jesu Gebot befreit von Sünden und weist den Weg.
Merciful
Re: Der schmale Weg
von Merciful am 11.04.2026 11:241) Der schmale Weg zum Leben ist Christus selbst. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
2) Wir gehen und laufen auf diesem schmalen Lebensweg, indem wir Jesus nachfolgen.
3) Wir folgen Jesus nach, indem wir an ihn glauben und Gottes Gebote lernen und tun.
4) Es muss nicht so sein, dass wir den schmalen Weg als einengend erleben.
Ich tue meinen Mund weit auf und lechze, denn mich verlangt nach deinen Geboten.
HERR, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht.
Und ich wandle in weitem Raum; denn ich suche deine Befehle.
(Psalm 119,131+89+45; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Merciful
Re: Raum der Stille und des Gebets
von Merciful am 05.04.2026 07:11Lob und Preis und Dank sei Christus, dem Herrn!
Merciful
Sanftmut - Demut - Glaube - Hoffnung - Liebe
von Merciful am 04.04.2026 09:56Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
(Evangelium nach Matthäus 11,28-30; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(1. Korintherbrief 13,13; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Die biblische oder paulinische Trias Glaube - Hoffnung - Liebe ist sehr bekannt.
Die Lehre und Verkündigung des Apostels zielt auf diese Dreiheit, in welcher alle Tugenden zusammengefasst sind.
Die angemessene Antwort des Menschen auf Gottes Gnade in Jesus Christus besteht letztlich und wesentlich in dieser Dreiheit.
Der Glaube an Jesus begründet eine lebendige Hoffnung und er wird tätig in Liebe.
Dies ist der Weg zur Seligkeit, die Gott in seiner vorlaufenden Gnade vorherbereitet hat, indem er die Welt mit sich versöhnte.
Auch Jesus sprach von der Liebe, von der Liebe zu Gott, von Nächstenliebe und von Feindesliebe.
Er gab seinen Jüngern das neue Gebot: Liebet einander, wie auch ich euch geliebt habe!
Interessant aber, dass Jesus hier in Matthäus 11 von Sanftmut und Demut spricht.
Vielleicht ist es das, was wir in der Schule Jesu zuerst lernen.
Vielleicht besteht hier auch eine Parallele zur Einsicht des Weisheitslehrers:
Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang.
Mit Demut, Langmut, Sanftmut fängt es an. Mit Glaube, Hoffnung, Liebe geht es weiter.
Möge Gott uns beides geben in der Schule Jesu.
Merciful
Re: Raum der Stille und des Gebets
von Merciful am 02.04.2026 11:45(Henriette Maria Luise von Hayn, Lars Peter, Gerth Medien, YouTube)
Siehe, das ist Gottes Lamm!
(Evangelium nach Johannes 1,36; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
(Evangelium nach Johannes 10,11; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
Merciful


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