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Re: Siehe, deine Mutter!
von Sterntaler am 25.09.2026 19:08Mhm, Katholiken sagen ja, dass dieser Satz
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 11.09.2026 22:56@Nusskeks Ich finde, du hast recht damit, dass es uns Menschen nicht berechtigt, uns bei anderen Menschen einzumischen. (Vielleicht, wenn man uns dazu einlädt, aber gut, das ist dann kein einmischen mehr.) Auch deine Ausführungen wie es stattdessen gut wäre, kann ich nachvollziehen. Im Hinblick auf das Gottesbild finde ich den Begriff weiterhin schwierig.
Liebe Grüße ★
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 11.09.2026 22:51Hallo Burgen,
ich finde dein
Du meinst, wenn wir wütend, zornig oder so etwas sind?
Liebe Grüße
Sterntaler ★
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 10.09.2026 22:06Ich finde deinen Post sehr schön. Es ist gar nicht so leicht, dem etwas hinzuzufügen.
Mir wäre es auch lieber, wir Menschen würden einander nicht verletzen. Manchmal denke ich, wir sind wie kleine Igel – wenn wir nicht einsam sein wollen, suchen wir Nähe zu den anderen Igeln – nur das piekst dann halt sehr. Wenn man den anderen Igeln deshalb Vorhaltungen macht, muss man sich oft gleichzeitig ans eigene Schnäuzchen fassen. Wenn es aber sehr ungünstig piekt, an eine sehr verletzliche Stelle piekt oder jemand extra piekt, muss man, finde ich, schon etwas sagen dürfen. Und manchmal merkt man, dass sich vielleicht ein anderes Igelchen etwas zurückzieht und man ist traurig darüber - offenbar hat man selbst zu sehr gepiekst.
Oder in einem anderen Bild gesprochen, das die Eigenverantwortung noch mit hineinnimmt: Durch unsere Kindheitsprägungen und weitere Erfahrungen haben wir uns, denke ich, ein bestimmtes Repertoire an Mustern angeeignet – wie einen Werkzeugkoffer (das Bild habe ich mal gehört), mit dem wir das Thema Beziehungen (zu einem Gegenüber oder in einer Gemeinschaft) angehen. Einige der Werkzeuge im eigenen Koffer sind hilfreich und führen, wenn man sie einsetzt, zu einem guten Miteinander, z.B. das Tool „ehrlich zuhören und den anderen verstehen wollen". Aber vermutlich hat jeder auch so manches in seinem Werkzeugkoffer, das nicht so förderlich für das Miteinander ist (so einen kleinen Vorschlaghammer zum Beispiel). Und dann ist man wohl nicht dafür verantwortlich, dass ursprünglich unpassendes Werkzeug im Koffer gelandet ist – wohl aber dafür, dass man sich dessen mit den Jahren bewusst wird und lernt, destruktives Werkzeug auszusortieren und aus seinem Repertoire zu entfernen. Was natürlich nicht so einfach ist, wie es klingt.
Und ich finde es weise, dass im jüdischen Kalender eine Zeit im Jahr für diese Reflexion vorgesehen ist. Dass hierfür ein ganzer Monat vorgesehen ist, zeigt viel Menschenkenntnis auf jüdischer Seite. Wenn es bei euch vielleicht auch Traditionen gibt, die dabei helfen, würde mich das z.B. auch interessieren.
Ich fand mal folgenden Gedanken sehr hilfreich: Sich zu überlegen, in welchen Bezügen man lebt – Vater, Tochter, Freundin, Sohn, Enkelin, Bruder, Schwester – und sich einen davon herauszunehmen, z.B. Freundin sein, und zu reflektieren: Wie würde es aussehen, eine gute Freundin für diese eine bestimmte Freundin zu sein? Und lebe ich das? Wo lebe ich das nicht? So hat man vielleicht eine Chance, blinde Flecken überhaupt zu sehen. Aber du hast recht: Eine ehrliche Rückmeldung kann helfen, sich zu reflektieren, zu verstehen, wie das eigene Verhalten beim anderen angekommen ist - manchmal kommt man selbst nicht darauf, weil man es ganz anders gemeint hat. Sie kann einem die Chance geben, daran zu wachsen und sich vielleicht zu versöhnen.
Vielleicht haben die anderen auch noch weitere Ideen: Wie kann man Gemeinschaft leben, obwohl das auch Verletzung bedeutet? Habt ihr einen Umgang damit gefunden? Und wenn dir noch Gedanken kommen, Pausenclown, immer sehr gerne!
Liebe Grüße und dir, Pausenclown, auf jeden Fall schon mal ein schönes Neujahrsfest! ★★★★★★
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 09.09.2026 16:38@Pausenclown, Dein Bild vom Boot mit dem Loch unter einem Sitz illustriert es sehr schön. Ja, mein Tun verändert mich, Beziehungen, Gemeinschaften, es beeinflusst die ganze Lebensumwelt; ich lebe zugleich mit den Folgen dessen, was andere tun. Es gibt eine gegenseitige Wechselwirkung und damit eine Mitverantwortung. Ich meinte deshalb nicht „Mein Leben ist ausschließlich meine Privatsache".
Mitverantwortung heißt jedoch nicht, dass ich mich einfach in das Leben anderer „einmischen" darf. Dass es in jüdischer Tradition offenbar schon früh ein Bewusstsein dafür gab, wie heikel Zurechtweisung anderer ist und mit wieviel Bedacht sie einzusetzen ist, zeigt das ja sehr schön.
Zurechtweisung setzt sowieso voraus, dass es einen einigermaßen gemeinsamen religiösen (rechtlichen o.Ä.) Bezugsrahmen geht und man einander auf diesen verweist. In einer pluralistischen Gesellschaft könnte man allenfalls Hinweise geben.
Zurechtweisung ist aber auch kein „einmischen", denn man wird zwar der eigenen Verantwortung gerecht, lässt dem anderen gleichzeitig aber die Freiheit.
Re: Clownis Welt
von Sterntaler am 09.09.2026 10:35Lieber Pausenclown,
ja, das kenne ich auch. Ich finde es am Ende eine wertvolle Erfahrung, die einen vorsichtiger macht, weil man aus eigener Erfahrung weiß, wie sehr sich der Mensch irren kann.
Liebe Grüße
★★
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 04.09.2026 10:06Mhm...
Ich vermute, ihr meint nichts Übergriffiges, aber das Wort ‚Einmischung' klingt nach Grenzüberschreitung oder ungefragter Kontrolle. Könnt ihr vielleicht genauer erklären, was ihr damit meint?
Re: biblische Nächstenliebe
von Sterntaler am 01.09.2026 21:44Liebe Cleo,
danke für deine Geschichte. Ich finde es völlig verständlich, dass du mit chronischen Kopfschmerzen, Umzugsstress und Helferbesuch der Familie nicht auch noch die Wohnung/das Haus einhüten konntest. 
Pharisäer... wenn das Problem der Pharisäer nur gewesen wäre, dass sie keine Blumen gießen wollten,...
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 22.07.2026 22:09Oh, das habe ich verwechselt. Danke dir, Nusskeks. :)
Bei dir war es eher dieser Gedanke, der mich berührt hat:
Vielleicht brauche ich noch einige Jahre, bevor ich auf mein Leben zurückschauen und das auch sagen kann. Vielleicht bin ich bei meinem konkreten Wunsch einfach noch zu sehr mitten im Prozess. Ich glaube daran, aber ich verstehe noch sehr vieles nicht, wenn ich auf mein Leben schaue. Trotzdem hoffe ich weiter. ★
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 22.07.2026 13:36Hallo :)
danke, dass ihr so persönlich geschrieben habt.
@Cleopatra: Ich fand den Gedanken spannend, dass die Schönheit der Natur zeitweise stärker werden konnte als der Schmerz. Gerade das kann ich mir zwar noch schwer vorstellen, aber es macht mir Hoffnung, dass es möglich ist.
@Nusskeks: Mich hat besonders angesprochen, dass du schreibst: „Das wird wohl ein Teil meines Lebens bleiben." Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Zeugnisse erst erzählt werden, wenn ein Wunsch erfüllt wurde oder das Leid vorbei ist. Deshalb tut es gut, von jemandem zu lesen, der sagt: Es ist immer noch da – und trotzdem habe ich Hoffnung.
Gab es bei euch irgendwann auch einen inneren Schritt der Akzeptanz, dass manche Dinge im Leben – oder ganz konkret diese eine Sache – vielleicht unerfüllt bleiben? War das eher ein jahrelanger Prozess, gab es einen bestimmten Wendepunkt oder war es sogar eine bewusste Entscheidung, den eigenen Fokus zu verändern – so, wie Merciful und Burgen es beschrieben haben?
Dankeschön, Cleo. Dir auch weiterhin ein gutes Einleben in der neuen Wohnung. :)


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