biblische Nächstenliebe

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pausenclown

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Beiträge: 584

Re: biblische Nächstenliebe

von pausenclown am 09.09.2026 17:32

Hallo Sterntaler.

Danke für deine Gedanken.
Ich glaube, Zurechtweisung ist und war zu jeder Zeit heikel.

Mit 19 Jahren ging ich auf eine Jüngerschafts/Lebenschule, die zugleich eine Lebensgemeinschaft war.
Dass man Auskunft über sich bekommen hat, also wie ich auf andere wirken, war ein Bestandteil der Schule.
Seit dieser Zeit begleitet mich ein Satz: Gemeinschaft ist eine Versammlung von Sündern und ich denke, das stimmt auch außerhalb von einer Gemeinschaft.

Du hast mit der gegenseitigen Wechselwirkung Recht und meine Lösung in all den Jahren ist Vergebung.
Ich persönlich habe keine erfolgreiche Strategie, wie ich zum Beispiel nicht verletzt werde und auch keine, wie ich niemanden verletze.

Am Freitag ist im jüdischen Kalender Neujahrsfest und es ist der Monat Elul.
In diesem Monat geht es um Zeit der inneren Einkehr. Selbstprüfung, Reue und Umkehr. Man nutzt die Tage, um das vergangene Jahr zu reflektieren, Mitmenschen um Verzeihung zu bitten.
Mir gefällt die Idee und sicherlich brauche ich einen Monat Zeit.

Sterntaler, deine Gedanken generell dazu, oder ne Idee was und wie helfen kann?

Shalom 


Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2026 17:41.

Sterntaler

38, Weiblich

  Neuling

Beiträge: 23

Re: biblische Nächstenliebe

von Sterntaler am 10.09.2026 22:06

Ich finde deinen Post sehr schön. Es ist gar nicht so leicht, dem etwas hinzuzufügen.

Mir wäre es auch lieber, wir Menschen würden einander nicht verletzen. Manchmal denke ich, wir sind wie kleine Igel – wenn wir nicht einsam sein wollen, suchen wir Nähe zu den anderen Igeln – nur das piekst dann halt sehr. Wenn man den anderen Igeln deshalb Vorhaltungen macht, muss man sich oft gleichzeitig ans eigene Schnäuzchen fassen. Wenn es aber sehr ungünstig piekt, an eine sehr verletzliche Stelle piekt oder jemand extra piekt, muss man, finde ich, schon etwas sagen dürfen. Und manchmal merkt man, dass sich vielleicht ein anderes Igelchen etwas zurückzieht und man ist traurig darüber - offenbar hat man selbst zu sehr gepiekst. 

Oder in einem anderen Bild gesprochen, das die Eigenverantwortung noch mit hineinnimmt: Durch unsere Kindheitsprägungen und weitere Erfahrungen haben wir uns, denke ich, ein bestimmtes Repertoire an Mustern angeeignet – wie einen Werkzeugkoffer (das Bild habe ich mal gehört), mit dem wir das Thema Beziehungen (zu einem Gegenüber oder in einer Gemeinschaft) angehen. Einige der Werkzeuge im eigenen Koffer sind hilfreich und führen, wenn man sie einsetzt, zu einem guten Miteinander, z.B. das Tool „ehrlich zuhören und den anderen verstehen wollen". Aber vermutlich hat jeder auch so manches in seinem Werkzeugkoffer, das nicht so förderlich für das Miteinander ist (so einen kleinen Vorschlaghammer zum Beispiel). Und dann ist man wohl nicht dafür verantwortlich, dass ursprünglich unpassendes Werkzeug im Koffer gelandet ist – wohl aber dafür, dass man sich dessen mit den Jahren bewusst wird und lernt, destruktives Werkzeug auszusortieren und aus seinem Repertoire zu entfernen. Was natürlich nicht so einfach ist, wie es klingt.

Und ich finde es weise, dass im jüdischen Kalender eine Zeit im Jahr für diese Reflexion vorgesehen ist. Dass hierfür ein ganzer Monat vorgesehen ist, zeigt viel Menschenkenntnis auf jüdischer Seite. Wenn es bei euch vielleicht auch Traditionen gibt, die dabei helfen, würde mich das z.B. auch interessieren. 
Ich fand mal folgenden Gedanken sehr hilfreich: Sich zu überlegen, in welchen Bezügen man lebt – Vater, Tochter, Freundin, Sohn, Enkelin, Bruder, Schwester – und sich einen davon herauszunehmen, z.B. Freundin sein, und zu reflektieren: Wie würde es aussehen, eine gute Freundin für diese eine bestimmte Freundin zu sein? Und lebe ich das? Wo lebe ich das nicht? So hat man vielleicht eine Chance, blinde Flecken überhaupt zu sehen. Aber du hast recht: Eine ehrliche Rückmeldung kann helfen, sich zu reflektieren, zu verstehen, wie das eigene Verhalten beim anderen angekommen ist - manchmal kommt man selbst nicht darauf, weil man es ganz anders gemeint hat. Sie kann einem die Chance geben, daran zu wachsen und sich vielleicht zu versöhnen. 

Vielleicht haben die anderen auch noch weitere Ideen: Wie kann man Gemeinschaft leben, obwohl das auch Verletzung bedeutet? Habt ihr einen Umgang damit gefunden? Und wenn dir noch Gedanken kommen, Pausenclown, immer sehr gerne! 

Liebe Grüße und dir, Pausenclown, auf jeden Fall schon mal ein schönes Neujahrsfest! ★★★★★★

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pausenclown

-, Männlich

  fester Bestandteil

Beiträge: 584

Re: biblische Nächstenliebe

von pausenclown am 11.09.2026 06:44

Dankeschön Sterntaler.


Shalom Pausenclown 

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Burgen

-, Weiblich

  Urgestein

Beiträge: 3087

Re: biblische Nächstenliebe

von Burgen am 11.09.2026 09:38


Hallo Sterntaler und alla natürlich ;) 

vermutlich ist es so, je "vertrauter" sich die Menschen einer Gruppe sind, einschließlich Ehepaare, Familie usw. sind, desto größer und ausgeprägter mögen stille und leise Verletzungen sein, bis hin zum Mord in Gedanken und auch der Tat. 

Es ist so schwer oftmals seine eigenen Gedanken auf ausschließlich gute und wohlgesonnene Gefühle, Gedanken usw. beizubehalten und dann auch auszuleben. 

Ein Vergleich sei erlaubt: Tiere haben es in dieser Hinsicht wohl 'einfacher'. Man sagt ja auch, das was Menschen einander antun, gibt es im Tierreich nicht. Obwohl sie sich gegenseitig fressen und in etlicher Hinsicht das ausleben, was Menschen eigentlich nicht so ausleben sollten. Tiere sind ja nun keine Menschen, dennoch folgen sie, die Instinkte, meist einem vorgegebenen inneren Programm. Und von daher könnte man schon sagen: sie sind die besseren Menschen.
Ich denke da an all die Auswirkungen des schlechten menschlichen Umgangs durch Menschen, auf den Straßen, in den Häusern, ja sogar in angeblichen Zuchtstätten, auf den vermehrten schrecklichen Schlachtwegen über Land, Flug und Straßen. Die Schlachthäuser sind nicht zu vergessen. Da wird geschrien, uriniert, und auf vieler Weise mißhandelt. Der Mensch, die Krone Gottes, ist ... 

::: 

Und da kommt, wie immer und überall, die Bibel = Gottes Wort = an die Menschheit ins Spiel. Das ist eigentlich nicht, und niemals an die Bibel gebunden. Schon vom frühesten Altertum sind die zwischenmenschlichen 'Statuten' im Umgang miteinander, mit Tieren, Umwelt usw. allen Völkern irgendwie bekannt. 

::: 

Ich denke, je weniger Jesus samt Heiligem Geist in einem Menschen vor Augen ist, desto eher verliert dieser Mensch auch den Fokus in der Beziehung. 
Es geht ja nicht darum, stolz und arrogant sich innerlich im Umgang mit sich selbst und anderen einzurichten. Im Gegenteil, nehmen wir den Glauben Jesus ernst, wissen wir eigentlich, wie Liebe - Nächstenliebe, Achtung und Ehre voreinander und miteinander auszusehen hat, ja gelebt werden könnte, sollte. 

Die schriftliche Bibel hilft uns dabei, weil sie unserem Geist und Herzen einen oftmals geschichtlichen Spiegel vor Augen führt. Besonders auch die beiden Bücher Salomons und das Hohelied der Liebe. Selbst das Hiobbuch zeigt uns einen Schlüssel auf, der uns einlädt diesen zu nutzen. Abgesehen Paulus, der ist zu Beginn eines Gelaubensweges meist schwer zu verstehen. Erst je tiefer jemand Erfahrungen mit IHM und der Schrift im Lesen, Hören und durchleben gemacht hat, erschließt sich die Theologie des Paulus zum Segen. 

::: 

Ich denke, Wut, Zorn, Abscheu und ähnlich "wegzudrücken", ist total schädlich für einen selber. Auch statt desser vermehrt zu essen, oder in Kaufsucht, rauchen, Alkohol, Zucker usw. abzudrifften lässt den inneren glaubenden Menschen irgendwie verwaist werden. 

Und doch stehen 'Waisenkinder' - wir alle sind ja seine Kinder, im liebevollen oder traurigen Blick vor ihm, Jesus. Dennoch, fragen wir uns, was soll ich denn tun? 
Da denke ich, es gibt mindestens zwei Alternativen: Über den Fluss in Jesu Arme zu springen, seinen Schutz für das Leben laut erbitten, dafür hat die Bibel reichlich Worte bereit, die situationbedingt angewendet werden können. Wir müssen es nur tun. Obwohl er unsichtbar ist, ist er dennoch da. Die ganze unsichtbare und sichtbare Welt ist in seiner Hand!, dennoch haben die Menschen den unbedingten freien Willen - was fehlt denn? 

Ohne Glauben ist es nicht möglich, die Früchte des Glaubens beständig hervorzubringen, wie uns im Galaterbrief, Epherserbrief und selbst in den Büchern des AT vor Augen ins Herz gemalt sind. 
Nur, es sollte nicht nur intellektuell von uns selber gegenseitig aufbereitet und durchdacht werden. Die überbetonte Logik oftmals ist nicht unbedingt glaubwürdig oder brauchbar. 
Dabei können wir Menschen die Erfahrung sammeln, dass der Weg vom Gehirn über Emotionen bis ins Herz ziemlich lang sein kann. 

* Habe gestern bei yt Videos zum Thema: Nahtoderfahrungen gesehen und gehört. Es sind wahre Erzählungen, durch KI aufbereitet. Und ich erinnerte mich, dass die daraus resultierenden Wahrheiten schon vor zig Jahren ein großes Thema war, besonders in damaligen evangelikalen oder Gemeindeerneuerungsgruppen, ausgegangen von der Pietistenzeit. 

Heutzutage mehr dem Seelsorgebereich Jesus für die Menschen zuzuordnen. 
In diesen Nahtodbildern ging es darum, dass Jesus mit demjenigen Menschen durch seine und unsere unsichtbare Welt gingen und diese Menschen jeweils Aufträge für die ihrige Welt einsichtig bekamen. 
Es war erschütternd, aber wirklichkeitsnah. Die ausgelegte Bibel menschlich erschütternd, aber wahr und veränderbar, wenn Christen endlich aufwachen würden ... . Denn, wir haben auch Verantwortung füreinander und sollten aus der Komforzone sichbar werden. Jeder da, wo er steht. Jesus hilft, er ist unser Schutz - wie Ps 91, Ps 23 und andere bezeugen. 






Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Sterntaler

38, Weiblich

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Beiträge: 23

Re: biblische Nächstenliebe

von Sterntaler am 11.09.2026 22:51

Hallo Burgen,

ich finde dein

stille und leise Verletzungen
einen sehr schönen Ausdruck.


Ich denke, Wut, Zorn, Abscheu und ähnlich "wegzudrücken", ist total schädlich für einen selber.
Dennoch, fragen wir uns, was soll ich denn tun? Da denke ich, es gibt mindestens zwei Alternativen: Über den Fluss in Jesu Arme zu springen, seinen Schutz für das Leben laut erbitten, dafür hat die Bibel reichlich Worte bereit, die situationbedingt angewendet werden können.

Du meinst, wenn wir wütend, zornig oder so etwas sind? 

Liebe Grüße 
Sterntaler ★


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Sterntaler

38, Weiblich

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Beiträge: 23

Re: biblische Nächstenliebe

von Sterntaler am 11.09.2026 22:56

@Nusskeks Ich finde, du hast recht damit, dass es uns Menschen nicht berechtigt, uns bei anderen Menschen einzumischen. (Vielleicht, wenn man uns dazu einlädt, aber gut, das ist dann kein einmischen mehr.) Auch deine Ausführungen wie es stattdessen gut wäre, kann ich nachvollziehen. Im Hinblick auf das Gottesbild finde ich den Begriff weiterhin schwierig. 
Liebe Grüße ★

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