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Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von nusskeks am 12.07.2026 14:58Das hängt bei mir zunächst von dem Wunsch ab. Ich hatte in meinem Leben schon verschiedene Wünsche, die ich für mehr oder weniger wichtig gehalten habe. Ich möchte in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes leben. Deshalb wäre eine meiner ersten Fragen: Entspricht mein Wunsch überhaupt dem Willen Gottes? Ist es vielleicht sogar Gottes Bewahrung, dass dieser Wunsch nicht erfüllt wird?
Diese Frage habe ich mir schon mehrfach gestellt. Denn längst nicht alles, was wir Menschen uns von Gott wünschen, ist tatsächlich gut für uns. Inzwischen bin ich sehr froh darüber, dass Gott mir nicht alles gegeben hat, was ich mir im Laufe meines Lebens gewünscht hatte.
Dann ist da noch die Frage nach der Wichtigkeit. Zumindest mir geht es so, dass ich mich in diesem Punkt schon deutlich geirrt habe. Die Gründe dafür waren unterschiedlich: Naivität, Unerfahrenheit, fehlendes Bibelwissen, eigener Stolz oder schlicht die umfassende weltliche Prägung, die man in unserer Gesellschaft mitbekommt. Denn die Welt um uns herum hält sehr oft Dinge für wichtig, die es in den Augen Gottes nicht sind.
Wünsche können sehr unterschiedlich sein. Manchmal geht es um Gegenstände, Menschen, Situationen oder Orte. Weshalb bewahrt Gott mich nicht vor Schwierigkeiten im Berufsleben? Diesen Wunsch hatte ich schon mehrfach. Manche schwierigen Lebenslagen, solche dunklen Täler, ziehen sich über Monate oder sogar Jahre hin. Dann stellt sich schnell die Frage: Wo ist Gott, wenn man ihn braucht?
Dabei kommt es entscheidend darauf an, wer Gott wirklich ist – nicht nur darauf, welches Bild ich mir von ihm mache. Die Bibel zeigt ihn als vollkommen vertrauenswürdig. Er macht keine Fehler, wird durch nichts überrascht und meint es gut mit seinen Kindern. Seine Vorsehung ist so weise und umfassend, dass mein Verstand nicht ausreicht, sie vollständig zu durchdringen. Was bleibt, ist Vertrauen.
Dieses Vertrauen gründet sich auf sein Wort. Gott sagt, dass denen, die ihn lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Das ist eine gewaltige Aussage, die mir schon oft Trost, Zuversicht und Hoffnung geschenkt hat. Sie bedeutet allerdings nicht, dass sich alles gut anfühlt oder dass ich den Sinn jeder Schwierigkeit erkennen werde. Das Gute besteht nach dem folgenden Vers auch darin, dass Gott mich dem Bild seines Sohnes ähnlicher macht. Manches Gute werde ich vielleicht erst in der Ewigkeit verstehen.
Woher weiß ich außerdem, dass mein Wunsch endgültig unerfüllt bleibt? Vielleicht wird manches tatsächlich ganz anders erfüllt, als ich es mir vorgestellt hatte, und auf eine wesentlich bessere Weise. Denn die Lösungen, die uns für unsere Schwierigkeiten vorschweben, sind oft gar nicht oder nur begrenzt dazu geeignet, diese wirklich zu lösen. Gott hat den Überblick, den Durchblick und den Weitblick, die mir fehlen. Er ist Gott. Ich bin ein Mensch
Es kann aber auch sein, dass Gott einen Wunsch nicht erfüllt. Dann gilt das Wort: „Meine Gnade genügt dir." Paulus bat dreimal darum, von seinem Leiden befreit zu werden. Gott nahm es ihm nicht, versprach ihm aber seine tragende Kraft. Gottes Antwort kann „noch nicht" heißen, aber auch ein endgültiges „Nein" sein. Seine Liebe zu mir hängt jedoch nicht davon ab, ob er meinen Wunsch erfüllt. Seine Liebe hat er in Jesus Christus und am Kreuz eindeutig bewiesen.
Wird mir ein Wunsch, den ich für besonders wichtig oder sogar existenziell halte, nicht gewährt, kann ich mich auch fragen: Was sagt dieser Wunsch über mich selbst aus? Ist der Grund meines Wunsches wirklich der, für den ich ihn halte? Ist der Wunsch vielleicht so wichtig geworden, dass ich meine Hoffnung, Sicherheit oder Identität von seiner Erfüllung abhängig mache? Oder steckt etwas dahinter, das ich bisher nicht erkannt habe?
Diese Selbstprüfung kann hilfreich sein. Sie darf aber nicht zu dem Schluss führen, dass hinter jedem unerfüllten Wunsch ein falsches Motiv oder eine verborgene Sünde stecken muss. Auch gute und berechtigte Wünsche können unerfüllt bleiben. Nicht jede schwere Situation lässt sich erklären.
Hoffnungsvoll zu bleiben bedeutet für mich deshalb nicht, Enttäuschung oder Trauer zu verdrängen. Die Psalmen zeigen, dass wir Gott unsere Klage, unsere Fragen und unseren Schmerz sagen dürfen. Christliche Hoffnung besteht nicht darin, dass sich jeder wichtige Wunsch erfüllt. Sie besteht darin, dass Gott bleibt, dass seine Gnade trägt und dass nichts uns von seiner Liebe in Jesus Christus trennen kann.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Impulse
von nusskeks am 04.07.2026 14:46Wach bleiben
Die Naherwartung der ersten Christen war kein Fehler. Sie war kein Missverständnis, keine unreife Endzeitstimmung und auch keine begrenzte Sicht, die wir heute in der Rückschau korrigieren müssten. Jesus hätte damals wiederkommen können. Paulus durfte damit rechnen. Die Gemeinde durfte damit rechnen. Und wir sollen es ebenfalls.
Denn Jesus hat nicht gesagt: Ihr werdet den Zeitpunkt ungefähr erkennen. Er hat gesagt: „Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand." Darum ruft er seine Jünger zur Wachsamkeit. Der Herr kommt wie ein Dieb in der Nacht. Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der man es nicht meint. Das ist keine Drohung für Neugierige, sondern korrekte Perspektive oder die Einnahme der richtigen Priorität.
Zugleich lehrt Jesus auch die mögliche Verzögerung. Der Bräutigam bleibt aus. Der Herr kommt nach langer Zeit zurück. Das Reich erscheint nicht sofort sichtbar. Nähe und Verzögerung gehören also zusammen. Nicht wir sind klüger als die ersten Christen, weil zweitausend Jahre vergangen sind. Die Bibel macht uns vielmehr klug, indem sie uns lehrt: Der Herr kann jederzeit kommen, und niemand kann den Zeitpunkt berechnen oder korrekt einschätzen.
Paulus steht genau in dieser Linie. Wenn er in 1. Korinther 7 schreibt: „Die Zeit ist zusammengedrängt", dann meint er nicht, er kenne den Termin. Er sieht die Welt seit Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu auf ihr Ziel hin gedrängt / konzentriert. Die Gestalt dieser Welt vergeht. Ds bedeutet nicht, dass Gottes Schöpfung wertlos ist, aber ihre jetzige Ordnung ist vorläufig und vorübergehend.
Darum sagt Paulus: Die Verheirateten sollen sein, als hätten sie keine Frau; die Weinenden, als weinten sie nicht; die sich Freuenden, als freuten sie sich nicht; die Kaufenden, als behielten sie es nicht. Das bedeutet nicht Kälte. Nicht Lieblosigkeit. Nicht Rückzug aus Ehe, Familie, Arbeit oder Alltag. Es bedeutet: Nichts davon darf das Letzte werden und unser Leben bestimmen. Das soll und darf nur Gott.
Die Ehe ist gut. Aber sie ist nicht Christus. Trauer ist echt. Aber sie hat nicht das letzte Wort. Freude ist Geschenk. Aber sie ist noch nicht Vollendung. Besitz kann nützlich sein. Aber er darf nicht das Herz besitzen. Wir gebrauchen die Welt, aber wir dürfen uns nicht von ihr gebrauchen und vereinnahmen lassen.
Genau dazu ist uns die Schrift gegeben. Sie zeigt nicht nur, was damals galt. Sie richtet unsere Prioritäten auch heute auf die Perspektive Gottes aus. Wir leben nicht aus der Frage: Wie sichere ich mein Leben möglichst vollständig ab? Sondern: Wie lebe ich heute so, dass ich dem Herrn gehöre, wenn er kommt?
Die Wehen der Endzeit begleiten die Geschichte. Jede Generation erlebt Erschütterungen, Verführung, Not, Verfolgung, falsche Sicherheiten. Keine Generation darf oder kann sagen: Jetzt kennen wir den Termin. Aber jede Generation muss sagen: Der Herr könnte kommen.
Falls überhaupt war also nicht die Naherwartung der Apostel das Problem. Eher ist es unsere Erwartungslosigkeit die ein Problem sein könnte. Ba muss sich jeder selber prüfen.
Das Neue Testament ruft uns nicht zur Panik, sondern zur Wachheit. Nicht zur Spekulation, sondern zum Gehorsam. Nicht zur Weltflucht, sondern zu einem Leben mit gelösten Händen und klarem Herzen.
Der Herr kann heute kommen. Er kann sich noch verzögern. Beides liegt in Gottes Hand. Unsere Aufgabe ist nicht, den Zeitpunkt zu kennen. Unsere Aufgabe ist, bereit zu sein und bis dahin so zu leben, dass es dem Willen Gottes entspricht.
Maranatha. Unser Herr, komm.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Rettungsschiff MS Jesus.
von nusskeks am 02.07.2026 08:19Ich kann diese Video-Reihe nur empfehlen. Habe sie mir bereits angeschaut.
Hoditai, Mensch des Weges
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Re: 5. Mose 31,24-27
von nusskeks am 30.06.2026 13:12Hallo Merciful,
mir ist nicht ganz klar, worauf Du hinauswillst. Da Du lediglich eine bestimmte Aussage aus meinem Beitrag zitierst, vermute ich, dass Du meiner Aussage widersprechen möchtest, Jesus und die Apostel ließen keinen Zweifel daran, dass die Schrift in allem verbindliche göttliche Autorität besitzt. Falls das so ist, sehe ich den Zusammenhang zu Deiner Erwiderung noch nicht richtig.
Denn ja, Jesus differenziert hier tatsächlich. Aber diese Differenzierung spricht nicht gegen die göttliche Autorität der Schrift, sondern zeigt, wie sorgfältig Jesus die Schrift auslegt. Weder wird die Schöpfungsordnung aufgehoben, noch war der Scheidebrief falsch. Beides gehört zusammen.
Jesus stellt Mose nicht gegen Gott, als hätte Mose eigenmächtig eine menschliche Sondermeinung in Gottes Gesetz eingebracht. Er unterscheidet vielmehr zwischen Gottes ursprünglicher Schöpfungsordnung und einer Regelung, die wegen der Herzenshärtigkeit Israels gegeben wurde. Eine solche Regelung ist nicht deshalb falsch oder ungöttlich. Sie hat nur eine andere Funktion: Sie offenbart nicht Gottes ursprüngliches Ideal, sondern ordnet und begrenzt das Leben gefallener Menschen.
Gerade darin zeigt sich die Weisheit Gottes in der Tora. Die Schrift enthält nicht nur Schöpfungsordnung, sondern auch Gebote, Gerichtsordnungen, Schutzbestimmungen, Zugeständnisse und heilsgeschichtliche Übergangsregelungen. Nicht alles ist in derselben Weise und für jeden normativ, aber alles ist zuverlässig und mit göttlicher Autorität gegeben.
Jesus relativiert also nicht die Schrift. Er korrigiert eine falsche Anwendung der Schrift durch die Schrift selbst. Die Scheidungsregelung aus Mose durfte nicht gegen Gottes ursprünglichen Willen aus Genesis ausgespielt werden. Genau das ist für mich kein Argument gegen das biblische Selbstzeugnis, sondern ein starkes Beispiel dafür, wie Jesus die Tora als Gottes Wort ernst nimmt und richtig ordnet.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Studienbibeln
von nusskeks am 29.06.2026 13:30Ich habe eine Ausgabe der Thompson Studien Bibel mit dem Text von Luther 1984 aus dem Jahr 1986 in einer hochwertigen Ausführung. Allerdings wird meine Version nicht mehr hergestellt.
Das Nummernverweis System ist ein wirklich nützlicher Ansatz und dasd umfangreiche Kartenmaterial gibt einen guten Überblick über die ganzen Standorte an denen die biblischen Ereignisse sich zugetragen haben. Es gibt noch weitere Zusatzinfos zu Personen und Ereignissen der Bibel sowie ein paar Themen, Arbeitshilfe und Daten/Sacherklärungen.
Für meinen Geschmack ist der Studienteil etwas dünn geraten. Zu der Zeit gab es allerdings noch keine so große Auswahl. Der Lesteil ist gut gesetzt und damit prima zum Lesen geeignet.
Hoditai, Mensch des Weges
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Re: 5. Mose 31,24-27
von nusskeks am 28.06.2026 20:30Da halte ich doch lieber daran fest, wie Jesus und die Apostel mit den Schriften umgingen. Sie betrachten und zitierten die Schriften als das Wort Gottes und zwar teilweise selbst dann, wenn der Ewige in der zitierten Stelle gar nicht als wörtliche Rede vorkommt. Das setzt sich auch bereits innerhalb des Neuen Testamens fort.
Gott hat durch Menschen gesprochen, nicht an ihnen vorbei. Die biblischen Autoren waren keine willenlosen Werkzeuge, sondern echte Menschen in ihrer Zeit. Das gehört zum Wesen der Schrift.
Aber ich würde daraus nicht folgern, dass wir mit Irrtum in Gottes Wort rechnen sollten. Nach dem biblischen Selbstzeugnis ist die Schrift gerade in ihrer menschlichen Gestalt Gottes verlässliches Reden.
Wie gesagt: Jesus und die Apostel lassen keinen Zweifel daran, dass die Schrift verbindliche göttliche Autorität besitzt. In Allem. Menschliche Begrenztheit erklärt die geschichtliche, sprachliche und persönliche Gestalt der Bibel — sie begründet aber nicht ihre Fehlbarkeit.
Die Bibel ist nicht vollkommen, weil ihre menschlichen Autoren allwissend waren. Sie ist zuverlässig, weil Gott durch diese begrenzten Menschen zuverlässig geredet hat.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: 5. Mose 31,24-27
von nusskeks am 28.06.2026 06:23Dabei handelt es sich meist um Aussagen von liberalen Theologen, also von Menschen, die weit davon entfernt sich der Bibel irgendeinene besondere Vertrauenswürdigkeit oder gar göttliche Inspiration zuzumessen. Es kann jeder Theologie studieren, egal ob er Jesus lieb hat oder Atheist ist. Daher würde ich immer schauen, wer solche Aussagen macht.
Die Theologie die an deutschen Universitäten gelehrt wird, baut auf atheistischen Grundannahmen auf. Das bedeutet, dass man keinen Gott braucht, um diese Theologie zu betreiben. Dieser Punkt ist wichtig, da Theologie schon lange darum kämpft, von anderen Studiengängen überhaupt als "Wissenschaft" anerkannt zu werden und damit eine Berechtigung zu haben, an allgemeinen Hochschulen einen Platz haben zu dürfen. Hinzu kommt natürlich, dass es sehr einflussreiche Theologen gegeben hat, die der Bibel jeglichen übernatürlichen Mehrwert absprechen.
Wer als bekennender Jesusnachfolger an einer deutschen Uni Theologie studiert muss also eher aufpassen, sein Vertrauen in Gott und Bibel nicht zu verlieren als er darin gestärkt und weiterentwickelt wird.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: 5. Mose 31,24-27
von nusskeks am 27.06.2026 19:42Mir gefallen solche Überlegungen auch immer sehr. Wenn man sich mit solchen Themen befasst, finde ich es wichtig im Hinterkopf zu haben, dass weder Jesus noch die Apostel irgendeinen Zweifel daran erkennen lassen, dass die Tora göttlichen Ursprung und mosaische Autorität besitzt.
Sie sprechen selbstverständlich von „Mose", vom „Gesetz des Mose", von dem, was „Mose geschrieben" oder „gesagt" hat, und behandeln diese Schriften zugleich als verbindliches Wort Gottes.
Mögliche Fragen nach Rahmung, Überlieferung oder Abschlussnotizen ändern daran nichts. Nach dem biblischen Selbstzeugnis ist der Pentateuch seinem Ursprung, seiner Autorität und seinem Zeugnis nach Gottes Wort durch Mose.
Hoditai, Mensch des Weges
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Re: Studienbibeln
von nusskeks am 23.06.2026 07:46Auch wenn ich digitale Bibeln derzeit bevorzuge, geschieht dies nicht unkritisch. Nicht nur wegen des Stroms sondern auch wegen der Veränderbarkeit. Menschen die in die Bibel nicht "zuhause" sind, merken Verändeungen am Text vielleicht gar nicht, oder nicht so schnell. Bei einer gedruckten oder geschriebenen Bibel kommt dies nicht vor.
Dann stört mich die Beliebigkeit oder die Profanität. Die Bibel ist das Wort Gottes. Ja, es ist praktisch sie auf jedem Smartphone zu haben. Irgendwie habe ich jedoch den Eindruck, das Wort Gottes sollte eine würdigere Darreichungsform haben, als ein Telefon. Dabei geht es mir garnicht darum, die Bibel möglichst prozig und kostspielig zu drucken. Es geht mir um einen angemessenen Rahmen. Schließlich spricht Gott durch sein Wort. Aber vielleicht bin ich da zu nostaligisch oder irgendwo falsch abgebogen. Das Wort Gottes entfaltet seine Würde ja nicht aus seinem äußeren Erscheinungsbild, sondern von innen heraus. Denke ich an die Schriftrollen die in den Synagogen geschützt gelagert werden erkenne ich jedoch, dass es nicht nur mir so ergeht.
Die digitale Verfügbarkeit sollte ebenfalls nicht darüber hinweg täuschen, dass es gerade die Verfügbarkeit ist, die einen falschen Eindruck hinterlassen könnte. Die Bibel steht uns zur Verfügung? Das mag äußerlich so sein, aber in Wahrheit handelt es sich dabei um das Wort Gottes, welches sich überhaupt nicht in unserer Verfügbarkeit befindet. Es ist immer noch der Herr selbst, der sich uns offenbart. Es ist der Herr der spricht und es ist sein Geist, der weht wo er will. Er ist Gott. Wir sind es nicht. Damit will ich keiner "Vergötzung" der Bibel das Wort reden sondern einfach noch mal klarstellen, wo und wie unsere Position und unsere Haltung zur Bibel eingeordnet ist. Unabhängig davon, welche Art oder Form von Bibel wir vor uns haben.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Studienbibeln
von nusskeks am 22.06.2026 19:24Obwohl ich zu dieser Studienbibel bislang nur wenig negative Stimmen ausfindig machen konnte und selber bereits ein Exemplar verschenkt habe frage ich mich, ob die Zeit großer und schwerer Studienbibeln vorbei sein könnte.
Ich selbst habe mich schon einige Male gefragt, ob ich mir diese Bibel kaufen sollte. Bisher habe ich es nicht getan. Zu groß, zu schwer und mit für mich nicht genug Mehrwert. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich kein Neuling unter den Jesusnachfolgern bin. Kein "Jüngling" und keiner von den "Unreifen" von denen Gott in seinem Wort spricht. Bislang sehe ich lediglich pragmatische Gründe, mir diese Bibel zu kaufen. Strom.
Vor einigen Jahren habe ich angefangen auf elektronische Bibel umzuschwenken. Die Vorteile sind gewaltig. Einige Nachteile gibt es auch. Für meine Augen sind digitale Bibel sehr hilfreich. Kein gedrucktes Buch kann die Schrift vergrößern. Gedruckte Bücher benötigen allerdings keinen Strom. Kein gedrucktes Buch hilft mir dabei, Bibelstellung schnell zu finden. Gedruckte Bücher helfen mir jedoch, mein Gedächtnis aktiv zu halten. Bibelverse auswendig lernen ist ein großer Vorteil für schwere Zeiten, in denen weder gedruckte noch digitale Bibel im schnellen Zugriff sind. Mit dem fortschreitenen Alter lässt das Gedächtnis jedoch nach, besonders wenn man neue Bibelverse lernen will. Da kommt wieder die digitale Bibel ins Rennen. Bei gedruckten Büchern habe ich eine Bibelübersetzung im Zugriff. Bei den digitalen Bibel habe ich alle Übersetzungen im Zugriff. Krass. Kenntnisse in den Grundtexten sind vorhanden, aber versucht mal die Kittel-Wörterbuchreihe zum Hauskreis mitzunehmen. Das geht nicht.
Vorteile, Nachteile.
Studienbibeln haben noch immer ihren Platz. Ihr Nutzen ist jedoch unterschiedlich. Da kommt es auf den Leser an und natürlich auf die Autoren.
Hoditai, Mensch des Weges
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