Suche nach Beiträgen von nusskeks
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 ... 72 | » | Letzte
Die Suche lieferte 718 Ergebnisse:
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von nusskeks am 19.04.2026 19:55Das ändert nichts an dem, was ich geschrieben hatte. Hätte er (Chrysostomos) die Schrift gelesen, hätte ihm sein Fehlschluss klar sein können. Wenn er keine Bibel hatte, ok, dann könnte man das als mildernd annehmen. Als Erzbischof wird er jedoch Zugang gehabt haben. Spätestens mit der Lektüre der Paulus-Briefe, hätte ihm sein Fehler klar werden können.
Das gereicht ihm sicher nicht zum Lob. Mit ausreichend Schriftkenntnis hätte er es besser wissen müssen. Ohne ausreichende Schriftkenntnis hätte er lieber geschwiegen. So trug er seinen Teil dazu bei, eine unbiblische Sicht unter solche Menschen zu bringen, denen eine Bibel nicht zur Verfügung stand. Seine Aussagen reihen sich daher ein in solche, für die sich ein Jesusnachfolger heute schämen sollte.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Impulse
von nusskeks am 19.04.2026 09:59Vorsehung
Wenn wir von Vorsehung sprechen, meinen wir nicht zuerst ein theologisches System, sondern eine Wirklichkeit: Gott handelt. Nicht irgendwann, nicht nur im Großen, sondern jetzt – in allem.
Die Bibel verwendet dieses Wort nicht direkt, aber sie ist von Anfang bis Ende durchzogen von dieser Realität. Gott sieht nicht nur – er sorgt. Er weiß nicht nur – er führt. Was für uns wie ein Nebeneinander von Zufall, Entscheidung und Chaos aussieht, ist in Wahrheit eingebettet in einen Ratschluss, der „von Anfang an das Ende verkündigt" (Jes 46,10).
Dabei ist entscheidend: Vorsehung ist mehr als bloße Souveränität. Gott kann nicht nur alles tun, er tut auch alles zielgerichtet. Seine Herrschaft ist nicht statisch, sondern tätig, nicht mechanisch, sondern persönlich. Man könnte sagen: Vorsehung ist Gottes lebendige, gegenwärtige Regierung seiner Schöpfung, durch die er alles erhält, lenkt und zu seinem Ziel bringt.
Das umfasst das Große und das Kleine. Jesus spricht davon, dass kein Sperling zur Erde fällt ohne den Vater und dass selbst die Haare unseres Hauptes gezählt sind (Mt 10,29–30). Das ist keine poetische Übertreibung. Es ist eine Einladung, die Welt anders zu sehen: nicht als ein in sich geschlossenes System, sondern als eine von Gott durchwirkte Wirklichkeit.
Genau hier beginnt aber auch die Spannung. Denn dieselbe Bibel, die sagt, dass Gott alles lenkt, zeigt uns eine Welt voller Leid, Schuld und Dunkelheit. Joseph wird verkauft. Hiob verliert alles. Christus wird gekreuzigt. Und doch sagt die Schrift nicht: Gott hat das nur zugelassen, weil er es nicht verhindern konnte. Sie geht weiter: „Ihr gedachtet es böse zu machen; Gott aber gedachte es gut zu machen" (1Mo 50,20).
Das ist schwer. Es bleibt in gewisser Weise eine „sperrige Wahrheit". Aber genau hier liegt die Tiefe der Vorsehung: Gott ist so souverän, dass selbst das Böse ihn nicht aus seinem Plan drängen kann. Und zugleich so heilig, dass er selbst niemals Urheber der Sünde wird.
Der Mittelpunkt dieser Vorsehung ist das Kreuz. Dort sehen wir am klarsten, was Vorsehung bedeutet. Menschen handeln aus Hass, Angst und Schuld – und genau darin erfüllt sich „Gottes festgesetzter Ratschluss" (Apg 2,23; 1. Petrus 1,19–20). Das größte Unrecht wird zum größten Heil. Nicht trotz, sondern durch Gottes Handeln.
Und damit wird Vorsehung persönlich. Es geht nicht nur um Weltgeschichte, sondern um dich. Wenn Gott seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, dann ist nichts in deinem Leben außerhalb seiner Hand. Nichts ist zufällig, nichts bedeutungslos. Auch das, was du nicht verstehst, steht nicht neben Gott, sondern unter seiner Herrschaft.
Das Ziel dieser Vorsehung ist nicht zuerst unser bequemes Leben, sondern Gottes Herrlichkeit – und gerade darin unser Heil. Denn wir sind dafür geschaffen, ihn zu erkennen, ihm zu vertrauen und in ihm zur Ruhe zu kommen.
Vielleicht kann man es so sagen: Vorsehung bedeutet nicht, dass wir alles erklären können. Aber sie bedeutet, dass wir allem vertrauen dürfen.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von nusskeks am 18.04.2026 09:53Krass. Mir ist völlig unverständlich, wie Herr Chrysostomos auf solche Aussagen kam. Hat er die Schrift denn nicht gelesen? Ich hoffe, er hat Zeit seines Lebens noch Fortschritte gemacht und sich, zumindest innherlich, von solchen Gedanken und Worten distanziert. Spätestens wenn er vor dem Ewigen gestanden ist, wird er darüber erneut nachgedacht haben.
Was Menschen die sich "Christen" nennen, im Laufe der Jahrhunderte so alles gemacht haben, lässt mich ziemlich erschüttert zurück. Da kann man nur hoffen, dass Versöhnung trotzdem irgendwie möglich ist und in dem einen Volk Gottes nicht solch krasse Differenzen fortbestehen. Im Einzellfall scheint es ja, mit messianischen Juden, zu möglich zu sein.
Bei so einigen vermeintlichen Christen habe ich darüberhinaus den Verdacht, diese könnten unter falscher Flagge unterwegs gewesen sein. Ein Schibbolet gibt es da nicht. Ab und an bedauere ich das etwas.
gruß
nk
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Der schmale Weg
von nusskeks am 18.04.2026 09:39Die Bergpredigt ist nicht als Leiter in das Reich Gottes gemeint, sondern als Offenlegung der Gerechtigkeit, die Gott in den Seinen wirkt. Jesus beschreibt darin nicht bloß äußere Gebote, sondern das Herz, die Gesinnung und das Verhalten von Menschen, die unter der Herrschaft des Messias stehen. In diesem Sinn ist sie eher Zustandsbeschreibung und Zielbeschreibung des erneuerten Menschen und kein Katalog von Leistungen zur Erlangung des Heils.
Interessant fand ich, dass Arnold Fruchtenbaum, ein messianischer Jude, die Schlusswarnungen in Matthäus 7 als vier Gegensatzpaare liest: zwei Wege, zwei Bäume, zwei Bekenntnisse, zwei Häuser.
Nach Herrn Fruchtenbaum läuft alles auf dieselbe Grundfrage hinaus: Welche Gerechtigkeit ist echt, und welcher Lehrer führt wirklich in Gottes Willen? Der schmale Weg steht also nicht isoliert für ein diffuses Gefühl religiöser Strenge, sondern für den einen richtigen Weg der von Jesus gelehrten Gerechtigkeit. Die beiden Häuser zeigen dann dasselbe Bild noch einmal: Man kann weiter auf der pharisäischen Auslegung bauen, dann baut man auf Sand; oder man baut auf Jesu Auslegung der Gerechtigkeit Gottes, dann baut man auf Fels.
gruß
nk
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Clownis Welt
von nusskeks am 15.04.2026 09:58Immer interessant zu lesen. Danke.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von nusskeks am 15.04.2026 07:45Wird in diesen Büchern auch beschrieben, wie messianische Juden die Unterschiede beschreiben?
Wie bei allen Sachbüchern rund um die Bibel ist es wichtig zu schauen, wer da wie auf ein Thema schaut. Kaufe ich beispielsweise einen biblischen Kommentar, so achte ich darauf, ob der Autor oder die Autoren Jesusnachfolger sind. Denn liberaler bzw. historisch-kritische Perspektiven sind oftmals deutlich zu Ungunsten des Wahrheitsgehalts der Bibel vorgeprägt und versuchen, das Vertrauen in das Wort Gottes zu schwächen.
Mir sind zum Thema des Threads ebenfalls unterschiedlichste Bücher / Vorträge begegnet. Nicht nur von Seiten derer die sich "Christen" nennen gibt es abenteuerliche und abgrenzende Aussagen.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Der schmale Weg
von nusskeks am 14.04.2026 11:23Bisher sehe ich keine in Frage gestellten Überzeugungen (zumindest zu meinen Beiträgen nicht). Von daher, gibt es aus meiner Perspektive bisher keinen Konflikt. Die jüdische Perspektive ist mir sehr willkommen.
gruß
nk
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Der schmale Weg
von nusskeks am 14.04.2026 08:48Wenn ich an den "Weg" denke, kommt mir zunächst folgendes in den Sinn:
Das sagt schon viel aus, aber noch längst nicht alles. Daher bin ich froh, dass Jesus selbst noch so viel über Nachfolge gesagt und Gott uns dies in der Bibel überliefert hat.
Der Weg ist schmal, weil er auf Jesus beschränkt ist. Jesus beschreibt sich entsprechend:
Es gibt nur diese eine Tür. Das macht den Weg schmal. Schmal ist der Weg nicht, weil nicht viele gleichzeitig durchgehen könnten. Es geht also nicht um Platzmangel für die, die hindurch gehen wollen. Eng und schmal ist der Weg, weil er auf eine Person beschränkt ist und alles an ihm hängt. Ohne Jesus gäbe es keinen Weg, keine Wahrheit und kein Leben. Durch ihn hat Gott einen Weg eröffnet, den es zuvor nicht gab. Einen Weg zurück zum Vater.
Was mir auch auffiel ist, dass auch die, die meine Hirten sein wollen, durch diese Tür kommen müssen.
Wer nicht durch diese Tür kommt, sich aber als Hirte ausgibt, vor dem muss ich mich fernhalten. Er ist kein Hirte. Er ist ein Dieb und ein Räuber (Joh 10,1). Das ist der Grund, weshalb ich oft so kritisch nachfrage, wenn mich Menschen lehren wollen. Das ist auch der Grund, weshalb ich mit mir selbst sehr ins Gericht gehe, wenn ich Menschen lehre. In der Kirchengemeinde in der ich bin, habe ich regelmäßig die Aufgabe zu lehren. Das ist eine Bürde. Ich könnte es lassen, aber dann hinterlasse ich eine Lücke. Hab's schon öfter "getestet" und musste mit den Rückmeldungen meiner Nächsten dann ebenfalls klarkommen.
In Christus liegt alles. Der Grund, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Der Weg ist schmal, weil da kein Platz ist für Stolz, Eitelkeiten oder Sünde generell. Sie wird abgeschnitten. Das tut weh, aber nur so können wir Frucht bringen. Ansonsten geht unsere Kraft nämlich nicht in die Frucht, sondern in andere Auswüchse. Meine Frau zeigt mir manchmal, welche Pflanzen beschnitten werden müssen und weshalb. Da kommen wir dann diese Vergleiche in den Sinn. Das ist der Weg.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Nachfolge gemäß Lk. 14.25-27
von nusskeks am 12.04.2026 09:51Das meinte ich mit "vorschnell". Du hast Dir nicht die Mühe gemacht uns kennenzulernen. Sehr schade. Da frage ich mich tatsächlich: Welcher Auftrag? Wie kommst Du dazu allen Anwesenden das "Leben" abzusprechen?
Vielleicht hätten das hier gerne einige User verstanden. Leider kamst Du nur kurz vorbei, hast irgendwas abgelassen und bist dann wieder gegangen. Ich hoffe, dass Du das nicht immer so machst. Gerade im realen Umfeld ist das Leben als Jesusnachfolger eines, welches als Gemeinschaft mit anderen Jesusnachfolgern angelegt ist. Ein kurzes Auftauchen für Belehrungen, ohne sie dann auch zu begründen, ist nicht vorgesehen. Zumindest nicht von dem Jesus Christus, von dem die Bibel redet.
So bleibt Dein Besuch seltsam, selbst für Dich. Du fühlst Dich unverstanden, was ich gut verstehen kann. Würde mir auch so gehen, hätte ich einen Auftritt hingelegt, wie Du es gemacht hast. Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Der schmale Weg
von nusskeks am 11.04.2026 16:03Schade, aber verständlich.
Auch Dir: Shabbat Shalom
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel


Antworten