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nusskeks

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Re: Fragen über Fragen :-)

von nusskeks am 19.01.2026 09:44

Tatsächlich kenne ich das sehr gut. Liegt bei mir vermutlich teilweise an meinem leichten Autismus. Ich habe mir bereits etliche Bücher gekauft, die sich nur um jeweilige Spezialfragen drehen und die vermutlich sonst kaum jemanden interessieren. Schwierig wird es, wenn ich dann in einem Gesprächskreis oder so bin. Da stelle ich oft fest, dass die Fragen die mich interressieren keinem anderen der Anwesenden kommen. Umgekehrt stelle ich oft fest, dass Fragen, die in unserem Kreis gestellt werden und die Leute lange beschäftigen, sicher mir gar nicht stellen.

Ich fragte mich zum Beispiel, weshalb Potifar den Joseph nicht einfach hingerichtet hat? Die versuchte Vergewaltigung seiner Ehefrau hätte ihm bei einem hebräischen Sklaven mit Sicherheit das Recht dazu gegeben. Hat er seiner Frau vielleicht nicht wirklich getraut? Sie wird ja nicht erst bei Joseph so übergriffig geworden sein.

Hat Joseph in seiner Zeit im Gefängnis eigentlich nie wegen seiner Situation geklagt? Immerhin saß er Jahre lang unschuldig im Gefängnis und das er auch dort schnell mit Aufgaben betraut wurde, half ihm darüber bestimmt nicht hinweg. Es wird nicht berichtet. Nur "zwischen den Zeilen" kann man etwas vermuten, wenn Joseph Ägypten als "Land seines Elends" bezeichnet. Oder, weshalb hat keiner seiner Brüder ihn erkannt? Hatten sie sich zuvor schon so entfremdet? War Josef stark geschminkt und sprach ägyptisch akzentfrei, oder stand er zu weit weg, oder waren die Brüder so sehr mit ihrer Schuld beschäftigt, dass sie ihr Gegenüber nicht richtig ansahen? Durften sie dem Vizekönig vielleicht gar nicht richtig anschauen, weil "starren" als unhöflich angesehen wurde?

Machte Israel den selben Fehler bei Benjamin, wie er es bei Joseph gemacht hatte? Wie kamen sich die Brüder wohl vor, dass Israel ihnen zunächst Joseph als Lieblingssohn und dann Benjamin vorsetzten? Man liest von Neid nichts mehr. Sind die Brüder an dem, was sie Joseph angetan hatten (sie dachten ja, er wäre bereits tot) zerbrochen?

Ergänzung: Was mir an mir auch auffällt ist, dass mir Dinge die mir auffallen unglaublich wichtig werden und ihre Lösung mir vorkommt, als hätte ich einen großen Durchbruch erzielt. Mir ist natürlich klar, dass dies keine obejktive Wahrnehmung ist. Gleichzeitig spornt es mich jedoch an, weitere Fragen zu klären.

Auch für meine Fragen brauche ich keine Antworten.

All so zeugs.
nk

Hoditai, Mensch des Weges 
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Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.01.2026 16:29.

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Re: Die Bedeutung der Geburt Jesus Christus.

von nusskeks am 19.01.2026 07:26

Hallo!

Die Bedeutung der Geburt des Jesus Christus lässt sich sehr gut daran erkennen, was und wer seine Geburt den Menschen angekündigt hat. Zum Beispiel Lukas 2, 8ff. Da waren Hirten auf dem Feld und ihnen erschienen Engel. Das die Hirten dort waren ist nicht bedeutsam, da es ihre Arbeit war. Engel hingegen erschienen auch damals nicht einfach so. Dann erschien die Schechina-Herrlichkeit Gottes. Auch das ist nicht gewöhnlich. Im Gegenteil. Dann wird Jesus als Heiland, Messias und Sohn Davids beschrieben, womit sich gleich eine ganze Reihe von Prophezeiungen erfüllten. Jeder, der sich etwas mit diesen Begriffen und ihrer Bedeutung innerhalb der Schrift befasst, wird von den Socken sein.

Die Bedeutung der Geburt des Jesus Christus ist buchstäblich nicht zu überschätzen.

gruß
nk

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Re: Adam - Noah - Abraham

von nusskeks am 15.01.2026 18:46

Merciful: Ist dies nicht eine erfrischend andere Sichtweise, die wir hier vorfinden?

Die Schrift berichtet uns über die Menschen von denen sie überliefert nie einseitig. Auch über Esau nicht. Das über ihn viel negativ in der Schrift berichtet wird liegt daran, dass es über ihn so viel negatives zu berichten gibt. Besonders was die Sicht des Ewigen auf ihn angeht. Als Esau Buße suchte, war es zu spät, sonst hätte der Ewige sie ihm gewährt. Es ist nicht unbegründet, dass Esau nicht zu den Zeugen gezählt wird, an denen spätere Glaubende sich ein Vorbild nehmen sollen.

Merciful: Und sie weinten, keine Tränen der Bitterkeit oder Verzweiflung, vielmehr Tränen der überströmenden Freude.

Sie sahen sich danach nur noch einmal wieder, als sie ihren Vater zu Grabe trugen. 

Merciful: Wir haben gelernt, dass jüdische Theologie häufig unterschiedliche Interpretationen nebeneinander akzeptiert.

Keine Theologie ist perfekt. Auch die jüdische nicht. Im Neuen Testament zeigt Jeshua dies an etlichen Stellen auf. Dies bedeutet nicht, dass man aus diesem Bereich nichts lernen kann und soll. Das Gegenteil ist der Fall. Auch das kann man in der Schrift lernen.


gruß
nk

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Re: Adam - Noah - Abraham

von nusskeks am 15.01.2026 09:53

Hallo Merciful,

Merciful: Aber ist es nicht eher so, dass die Bibel wahrheitsgetreu damit umgeht und Verfehlungen offen zur Sprache bringt?
Ja, die Schrift ist da sehr offen. Das Beispiel Abrahams ist da sehr hilfreich. Die Schrift beschreibt seine Fehler. Sie beschreibt jedoch auch, dass seine Fehler nichts an seiner Grundhaltung änderten. Das ist wichtig für uns, da er dadurch für alle Generationen als Vorbild im Glauben angesehen werden kann (siehe z.B. Brief an die Hebräer). 

Menschen wie Abraham brauche ich dringend. Denn ich erlebe Sünde in meinem Leben, wie es auch bei Abraham der Fall war. Trotzdem darf ich mir Hoffnung machen Teil des Volkes Gottes zu bleiben. 

gruß
nk

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Re: Wie findet man d a s Wort d e n Gedanken aus der Fülle

von nusskeks am 15.01.2026 09:42

Hallo Burgen,

die vielen Kriege derzeit erinnern mich an die Worte Jeshuas was die Zeit vor dem Ende angeht. Natürlich gab es schon etliche Zeiten, in denen es viele Kriege gab. In der Schrift wird das als "Wehen" (wie vor einer Geburt) bezeichnet. Ob wir also derzeit in den letzten Wehen liegen, kann ich nicht sagen. Aber manchmal wünschte ich mir, es wäre so und Jeshua käme bald zurück. Was den steigenden Antisemitismus angeht, so könnten zumindest die Anfänge erkennbar sein. Man schaue sich nur an, wie in den Medien über all die Konflikte oder von Menschen gegen Unterdrückung protestiert / berichtet wird. Da ist der Hang, etwas gegen Juden zu sagen und zu tun, schon ziemlich offensichtlich.


Burgen: Juden und Christen sollen Jesus bekennen. Zu jeder Zeit - sogar, wenn dieses augenscheinlich nicht den erhofften Erfolg zeigt.
Ja, das hat uns unser Herr aufgetragen. Es gilt für alle Menschen des Neuen Bundes. Gerade (aber längst nicht nur) in Zeiten wie diesen ist die Notwendigkeit deutlich.

Burgen: Denn wer in Jesus lebt, ist durch seine Präsenz im selbigen geschützt und fällt nicht Gericht, wie in Offenbarung zu lesen, verkündet ist. Wird jedoch trotzdem einer Beurteilung unterzogen.

Geschützt vor dem Gericht des Ewigen, ja. Dieser Schutz begleitet uns jedoch nicht zwangsläufig durch ein friedliches und leidfreies Leben. Gerade für die Endzeit ist allen Menschen des Neuen Bundes sehr viel Leid angekündigt. In den letzten Tage wurde der Weltvervollgungsindex veröffentlich. Für Jesusnachfolger sieht es da weltweit offenbar sehr schlecht aus. Da können wir in Europa noch ein vergleichsweise ruhiges Leben führen. 

Burgen: Also: wie findet man das Wort der Schriftfülle für sich und für den anderen sowie Gottes Wirken bezüglich dieser derzeitigen Welt? Da doch alles komlizierter als zu der Zeit Moses zu sein erscheint?

Einfach durch persönliche Kontakte und intensive Gespräche. In den letzten Tage ergaben sich Gespräche mit Arbeitskollegen. Die Vertrauenswürdigkeit der Schrift stand zur Diskussion. Ich war sehr froh, meinen Teil dazu beitragen zu können. Anders kann es für mich nicht laufen. Meine Einschränkungen lassen alle öffentlicheren Aktivitäten nicht zu.

Burgen: Mose war damals der Mann, den Gott als demütigsten Mann bezeichnete,

Er gehört zu der Wolke an guten Vorbildern die wir uns nehmen sollen. Auch wenn er buchstäblich nicht über den Jordan ging, macht das seine demütige und gottesfürchtige Haltung nicht zu nichte. Darüber bin ich sehr froh, gab und gibt es in meinem Leben doch so viel, das mich als sündigen Menschen ausweist. Unser Gott ist groß, gerecht, barmherzig und gnädig. Davon lebe ich.

gruß
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Re: Traum

von nusskeks am 14.01.2026 07:34

Generell hat Gott Träume für Menschen des Neuen Bundes angekündigt (Joel 3,1). Da dieser Bund aktuell in Kraft ist, fände ich es nicht ungewöhnlich, meldeten sich Jesusnachfolger hier mit Träumen, die Gott ihnen gegeben hat. Ob der jeweilige Traum wirklich von Gott sein kann, müsste man dann im Einzelfall schauen. Da gibt es ja schon Kriterien. 

Ich selber träume öfter mal, würde aber bisher keinen dieser Träume in den Rahmen von Joel 3,1 stellen. Dafür sind sie zu unspezifisch und zu offensichtlich eine Verarbeitung meiner Lebenssituation. Visionen hatte ich bislang ebenfalls noch nicht. 

gruß
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Re: Impulse

von nusskeks am 12.01.2026 07:19

Sein Wort genügt

„...und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort..." (Hebräer 1,3)

Hebräer 1,3 zeigt in einer einzigen, erstaunlichen Aussage die ganze Tiefe, Macht und liebevolle Fürsorge Jesu Christi: „Er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Macht."

Was bedeutet das konkret?

Erstens offenbart dieser Satz Jesu unvergleichliche Göttlichkeit. Schon am Anfang schuf Gott alles durch sein Wort: „Er sprach, und es geschah" (Psalm 33,9). Jesus ist das Wort Gottes (Joh 1,1ff und Offb 19,13). Er ist also nicht nur ein Bote Gottes, sondern das lebendige Wort Gottes selbst, der Erhalter und Herr über alles Geschaffene. Jesus ist es, der von Moment zu Moment dafür sorgt, dass alles Leben existiert und besteht. Vom größten Stern bis zum kleinsten Molekül, nichts entzieht sich seiner souveränen Führung.

Zweitens spricht diese Wahrheit in unser persönliches Leben hinein. Wie oft fühlen wir uns erschöpft von der Last des Alltags, überwältigt von Ängsten oder ratlos angesichts von Schwierigkeiten. Hier sagt uns Gottes Wort: Du bist nicht allein! Christus trägt dich genauso kraftvoll und treu, wie er das ganze Universum trägt. Wenn er die Galaxien mit einem Wort lenkt, vermag er gewiss, dein Leben zu bewahren, dir beizustehen und dich ans Ziel zu bringen. Sein Wort genügt, um in deinem Herzen Frieden und Hoffnung zu bewirken.

Drittens erinnert uns der Vers daran, dass Gott seine Schöpfung nicht verlassen hat. In einer Welt, die oft chaotisch und aus den Fugen geraten scheint, dürfen wir wissen: Jesus Christus lenkt und leitet alles auf ein gutes Ziel hin. Nichts geschieht zufällig oder sinnlos. Er trägt die Geschichte, die Kirche, ja auch dein ganz persönliches Leben, nicht passiv oder gleichgültig, sondern aktiv, liebevoll und voller Weisheit.

Diese Einsicht ruft uns in die Anbetung. Derselbe Christus, der am Kreuz unsere Sünden trug und uns Erlösung schenkte, trägt nun als auferstandener Herr die ganze Schöpfung. Wie groß und herrlich ist unser Gott, der unser Erlöser und gleichzeitig der Weltenlenker ist!

Schließlich fordert uns Hebräer 1,3 auf, Gottes mächtigem Wort völlig zu vertrauen. So wie Christus alle Dinge mit seinem Wort erhält, will er auch dein Leben mit seinen Verheißungen bewahren. Seine Zusagen haben schöpferische Kraft: Wenn er dir zuspricht „Ich bin bei dir" (Mt 28,20), dann geschieht das tatsächlich. Auf dieses machtvolle Wort kannst du dein ganzes Leben bauen – es wird niemals leer zurückkehren.

Lass dich heute ganz neu von diesem herrlichen Herrn tragen. Vertraue seinem Wort – denn er trägt, er lenkt und er bringt dich sicher ans Ziel.

Hoditai, Mensch des Weges 
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Re: Adam - Noah - Abraham

von nusskeks am 10.01.2026 10:59

Hallo Merciful,

Deinen Ausführungen vom 09.01.26 16:17 Uhr würde ich weitgehend zustimmen.

Zu Sarai merke ich kurz an:
Auch in der jüdischen (z.B. Ibn Ezra) und in der messianisch-jüdischen Theologie (z.B. A. Fruchtenbaum) gibt es Einwände gegen die Sicht, Sarai wäre nicht die Halbschwester Abrams. Ibn Ezra achtete als Rabbi natürlich die anderslautetende Überlieferung im Talmud wies jedoch darauf hin, dass die Sichtweise, Sarai wäre keine Halbschwester Abrams, sich aus der Schrift selbst nicht belegen ließe. Auch ich tendiere immer zu einem möglichst direkten Bibelverständnis, wenn es der Vers und der Zusammenhang zulassen. Daher würde ich aus Genesis 20,12 einfach das tatsächliche Verwandtschaftsverhältnis entnehmen. 

Generell stimmt es, dass die Hebräer die Bezeichnungen der Verwandtschaftsverhältnisse anders füllen, als wir es in Europa gewohnt sind. Mit dieser Info im Hinterkopf lässt sich vieles in der Bibel besser einordnen.

gruß
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Re: Impulse

von nusskeks am 06.01.2026 08:23

"Siehe, ich mache alles neu."

Offenbarung 21,5 ist kein sanfter Renovierungssatz. Er ist Gottes eigene Ansage vom Thron: „Siehe, neu mache ich alles." Im Grundtext steht kainá „neu" nicht im Sinn von „frisch gereinigt", sondern „neu der Qualität nach". Eine neue Daseinsweise. Eine Wirklichkeit, die nicht mehr im Takt des Alten schlägt.

Denn was ist „das Alte"? Johannes erklärt es unmittelbar: „Der Tod wird nicht mehr sein" und mit ihm Trauer, Geschrei, Schmerz (Offb 21,4). Hier geht es nicht um eine hübschere Oberfläche. Es geht um das Ende eines Prinzips, das seit dem Sündenfall alles Leben durchdringt: Sterblichkeit.

Wir unterschätzen oft, wie tief der Tod in uns sitzt. Tod ist nicht nur „das Ereignis am Ende". Er ist eine Macht, die den ganzen Weg dahin prägt. Er steckt in der Vergänglichkeit unseres Körpers: Altern, Schwäche, Krankheit, Zerfall. Aber er sitzt auch in der inneren Struktur unseres Daseins: in der ständigen Erfahrung, dass alles zerbrechlich ist; dass Beziehungen abbrechen können; dass Freude einen Schatten trägt; dass wir planen und doch nicht in der Hand haben, ob wir morgen überhaupt noch da sind. Selbst das Beste in dieser Welt trägt einen leisen Riss: die Angst, es zu verlieren. So arbeitet der Tod in die Seele hinein. Er macht uns misstrauisch, klammernd oder abgestumpft. Er nährt die Versuchung, jetzt alles aus dem Leben herauszupressen, weil wir spüren: Es rinnt uns durch die Finger.

Der Tod ist dabei nicht etwas Neutrales. Er ist die Konsequenz der Sünde, die den Menschen von Gott getrennt hat. Schuld ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern eine Realität, die Beziehung zerstört und Leben zerbrechen lässt, zu Gott, zu anderen und zu uns selbst. Darum reicht es nicht, dass Gott uns nur tröstet oder repariert. Wo Sünde und Schuld herrschen, dort greift der Tod um sich, sichtbar im Sterben, und oft schon vorher im inneren Zerfall. Gerade deshalb muss Gottes Rettung tiefer gehen: Er nimmt nicht nur den Schmerz weg, er nimmt der Ursache die Macht.

Und genau hier setzt Gottes „neu" an. Es ist nicht bloß „schmerzfrei", sondern todesfrei. Nicht nur „bessere Umstände", sondern eine neue Ordnung: kein Sterben mehr, kein Zerbrechen mehr, keine Vergänglichkeit mehr, die alles langsam frisst. Offb 22,3 formuliert es noch tiefer: „Und kein Fluch wird mehr sein." Also nicht nur die Symptome sind weg, sondern die Ursache, die ganze verkehrte Grundprägung der Welt.

Das bedeutet auch: Die Erlösung ist nicht nur innerlich. Wenn der Tod als Prinzip verschwindet, verändert sich das Leben bis in seine sichtbare Gestalt hinein. Paulus nennt es „Unvergänglichkeit" und „Herrlichkeit". Ein Leib, der nicht mehr dem Verfall unterworfen ist, ist nicht einfach derselbe alte Leib mit weniger Schmerzen, sondern ein Leib, der nicht mehr vom Ende her definiert wird. Und eine Seele, die nicht mehr unter dem Schatten des Verlustes lebt, wird frei: frei zu lieben ohne Angst, frei zu hoffen ohne Misstrauen, frei zu dienen ohne Selbstschutz.

Darum ist Offenbarung 21,5 keine Vertröstung, sondern eine Verheißung, die Gott selbst bekräftigt: „Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr." Wenn du heute spürst, wie tief Vergänglichkeit in dir arbeitet, in deinem Körper, in deinem Denken, in deiner Müdigkeit, in deinem Ringen dann ist das nicht das letzte Wort über dich. Gottes letztes Wort lautet nicht „Ende", sondern „neu". Nicht, weil er die Schöpfung wegwirft, sondern weil er den Tod austilgt. Und wo der Tod verschwindet, beginnt Leben, das endlich ganz Leben ist.

Und diese neue Existenz bleibt keine abstrakte Hoffnung. Sie hat einen Zugang. Jesus selbst ist diese Tür. Denn dort, wo der Tod überwunden wird, geschieht das nicht durch ein Prinzip, sondern durch eine Person. Der Tod ist durch einen Menschen in die Welt gekommen, und durch einen Menschen wird er auch aus ihr hinausgetragen. Aber Jesus trägt nicht nur die Konsequenz, er nimmt die Ursache auf sich: Er nimmt Schuld weg, indem er sie stellvertretend trägt, und er bricht die Macht des Todes, indem er aufersteht. In seiner Auferstehung ist sichtbar geworden, was Gott mit der ganzen Schöpfung vorhat: Leben ohne Verfall, Leib ohne Sterblichkeit, Gemeinschaft ohne Trennung.

Wer ihm vertraut, steht schon jetzt auf der Seite dieser kommenden Welt. Noch leben wir im Alten, aber wir gehören nicht mehr dazu. Die Tür ist offen. Und hinter ihr liegt nicht bloß Trost, sondern Freiheit: Freiheit von Schuld, Freiheit von Sünde und am Ende Freiheit vom Tod selbst.

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Re: Adam - Noah - Abraham

von nusskeks am 05.01.2026 16:55

Jetzt kommen wir vermutlich tatsächlich vom Thema ab.

Argo: Die Bibel ist ein "zeitloses Werk", sowol das AT wie das NT....

Puh. Wenn man die historischen Angaben der Bibel – Personen, Genealogien, Landverheißungen – im Wesentlichen als nicht wirklich historisch, sondern eher logisch-symbolisch versteht, könnte man sich allerdings fragen, warum bis heute ein solches Gewicht auf Land, Jerusalem und tatsächliche Abstammung gelegt wird. Für viele Juden – und nicht nur für sie – scheint das ja gerade keine rein geistige oder zeitlose Größe zu sein. Im Gegenteil, sie sind identitätsstiftend.

Was mir an solchen Sichtweisen ebenfalls fremd ist: Jesus selbst geht mit dem Alten Testament ganz anders um. Er setzt die dortigen Ereignisse als real geschehen voraus, leitet aus ihnen theologische Wahrheiten ab und zeigt damit, dass Geschichte und Theologie untrennbar zusammengehören. Zugleich zitiert er die Schrift als Wort Gottes – selbst an Stellen, an denen Gott im Text nicht direkt spricht. Eine Lesart, die historische Aussagen weitgehend relativiert und die Bibel primär als zeitlos-geistige Orientierung versteht, passt für mich nicht zu Jesu eigenem Schriftverständnis. Daher ist das auch nichts für mich.

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