Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 16:53

Offenbarung 3


7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen:
8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
9 Siehe, ich gebe Leute aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich werde sie dahin bringen, dass sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.
10 Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.
11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!
12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.
13 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Philadelphia (bedeutet Bruderliebe), Handels- und Grenzstadt als Ausgangspunkt für die Ausbreitung der griechischen Sprache, Literatur und Wissenschaft mit Öffnung zum unkultivierten Phygien auch als "Tor des Ostens" bekannt. War für den Dionysoskult prägend, so das hier noch erwähnenswert ist, das es die Sitte gab, auch für die anderen Tempel der Stadt, verdienten Bürgern eine Tempelsäule zu widmen, auf der der Name des Geehrten stand (siehe von daher den Hinweis in Vers 12 die Überwinder mit neuen Namen zu einer Säule im Tempel Gottes im neuen Jerusalem zu machen).
Wie auch Sardes wurde Philadelphia 17 n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört und mit finanzieller Hilfe des Kaisers Tiberius wieder aufgebaut. Die Bewohner der weiterhin stark erdbebengefährdeten Stadt lebten daher in ständiger Anspannung und zogen teilweise auf das umliegende Land (vergl. in Vers 12: er wird nie mehr hinausgehen)

Christus wird dargestellt mit der Macht zu öffnen und niemand wird schließen und zu schließen und niemand wird öffnen. Was auch eine Parallele findet in den Worten Jesu zu seinen Jüngern (Aposteln). Petrus mit dem Schlüssel....

Mt 18,18 Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.

Die geöffnete Tür, die die jüdische Synagoge und die heidnischen Kulte nicht schließen können, ist die von Gott geschenkte Gelegenheit, Christus allen zu predigen, die hören möchten. Der Schlüssel Davids ist eine Alttestamentliche Anspielung auf die absolute Souveränität Gottes beim Öffnen von Türen und Verschließen von Mündern (vgl. Jesaja 22,22).

Die Gemeinde in Ephesus empfing nun ausschließlich Lob. Bei ihr wurden (gute) Werke (Früchte) gefunden, die in Christus gewirkt waren. Sie war treu, hatte Jesu Namen nicht verleugnet. Erwies darin eine (Gottes)Kraft (das Salz, das Kraft hat zu bewahren/salzen), welches Gelegenheiten bewahrte und schuf, das Menschen vom Evangelium erreicht wurden. Die selbsternannten "Juden", die vorgaben das Gesetz Gottes zu kennen und zu halten - und es nicht hielten - und den Christen dort so bitter widerstanden hatten, sollen von diesen einfachen Gläubigen schon bald beschämt werden, auf das sie gezwungen sein zuzugeben, das die verachteten Christen in Wirklichkeit die auserwählte Herde waren.

Weil die Christen dort in Philadelphia Gottes Wahrheit festgehalten hatten und den Menschen vorlebten, will Gott sie auch bewahren vor all den Anfechtungen und all der Trübsal, an der die Halbherzigen und Lauen und Gottlosen zu Grunde gehen werden.

Die Gemeinde in Philadelphia wird oft als Symbol für die großen evangelistischen Erweckungen des 18. und 19. Jahrhunderts gesehen, der Wiederentdeckung der Wahrheit über die Gemeinde und das Kommen Christi und den weltweiten missionarischen Einsatz. Während die evangelikalen Christen eine echte Wiedererweckung in dieser Zeit erlebten, strengte sich Satan an, die Gemeinde mit Gesetzlichkeit, Ritualen und Rationalismus zu verseuchen.


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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 17:32

Offenbarung 3


14 Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt, der "Amen" heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!
16 Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
17 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,
18 rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
19 Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!
20 Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.
21 Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
22 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Laodizea (bedeutet entweder das Volk herrscht  oder das Gericht über das Volk), von Antiochus II. gegründet udn zu Ehren seiner Gemahlin Laodike benannt, war die Hauptstadt Phrygiens. Die Gemeinde war von der Lehre von Paulus geprägt. Wenn wohl auch nicht durch Paulus gegründet worden - eher von Epaphras - verg. Kol 2,1). 
Die Stadt hat keinen eigenen natürlichen Wasserzugang. Noch heute sieht man Ruinen von Wasserleitungen (Äquadukten und Steinröhren), mit denen die Stadt versorgt wurde. Durch den langen Transportweg wurde das Wasser in heißer Jahreszeit, bis es in die Stadt kam, lauwarm (vergl. Vers 16). Die Wasserleitungen zeigen heute Spuren von Verkalkung, die auf mindere Wasserqualität deuten. 
Laodizea war weiterhin bekannt für seine Wollindustrie (von einer speziellen Schafrasse mit schwarzer, weicher Wolle - vergl. Vers 18) und einer medizinischen Schule (Arzneiproduktion: Ohrensalbe, Pulver gegen Augenerkrankungen, das mit Öl vermischt ebenfalls eine Salbe ergab (Vers 18). Ausserdem fungierte die Stadt als Finanzzentrum, was ihren Reichtum mit begründete.

Christus stellt sich hier vor als Ursprung und Anfang aller Schöpfung. Alles materiellen Seins.
Die Gemeinde selbst war von Stolz (auf ihren materiellen Reichtum), Unwissenheit und Selbstzufriedenheit bestimmt. Sie lehnte weder Gottes Wort entschieden ab (kalt) noch zeigte sie einen extremen (Über)Eifer für das Reich Gottes. Sie wähnten sich also dort für "gute" Kirchenchristen, die regelmäßig die Versammlungen wohl besuchten, aber ansonsten Gott einen guten Mann sein ließen, der im Alltag dann nur "unter ferner liefen" fungierte.

Diesen Menschen wird nun geraten, vom Herrn im Feuer geläutertes Gold zu kaufen. Sich um die Gerechtigkeit Gottes, um die Liebe Gottes zu bemühen, die nicht für Geld zu haben ist .
Was zum einen verweist auf:
Jes 55,1 Auf, ihr Durstigen, alle, kommt zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!
Zum anderen darauf hin abzielt, das echter Glaube im Feuer (von Anfechtungen) bewährt und geläutert wie Gold dann erst dort erscheint, wo man seine Hoffnung allein auf Gott und nicht  auf den Reichtum dieser Welt setzt.
Weiße Kleider zu kaufen meint hier die Gerechtigkeit in Christus anzunehmen - die nicht sich an sich selbst erfreut, sondern an dem was Christus für einen getan hat und daraus lebt.
Augen mit Augensalbe zu salben heißt dann sich um geistliches Sehvermögen zu bemühen, durch die Erleuchtung durch den heiligen Geist. In der Aufnahme und dem Sinnen über dem Worte Gottes. Sich hier erfüllen zu lassen mit geistlichen Dingen. Voll Geistes zu werden.

Die Liebe des Herrn zeigt sich nun aber auch darin, das er die Gemeinde überhaupt ermahnt und züchtigt. Wäre sie ihm gleichgültig, würde er sich nicht bemühen um sie.

Wenn wir im Neuen Testament über die letzte Zeit vor Jesu Wiederkunft lesen:

2. Tim. 3,
1 Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden;
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott,
5 die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Dann sehen wir in dieser zunehmenden Ungerechtigkeit auch die Liebe in vielen Christen erkalten, die dann ein Bild beschreiben, wie es uns hier in der Gemeinde von Laodizaer wiedergespiegelt wird. Immer mit dem Aufruf zur Hinwendung zur Quelle. Zum Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Zu Jesus Christus selbst.

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 21.03.2018 17:16

Offenbarung 4


1 Nach diesem sah ich: Und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
2 Sogleich war ich im Geist: Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.
3 Und der da saß, war von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Sarder, und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd.
4 Und rings um den Thron sah ich vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Siegeskränze.
5 Und aus dem Thron gehen hervor Blitze und Stimmen und Donner; und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.
6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten.
7 Und das erste lebendige Wesen war gleich einem Löwen und das zweite lebendige Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte lebendige Wesen hatte das Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte lebendige Wesen war gleich einem fliegenden Adler.
8 Und die vier lebendigen Wesen hatten, eines wie das andere, je sechs Flügel und sind ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!
9 Und wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Danksagung geben werden dem, der auf dem Thron sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 so werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und werden ihre Siegeskränze niederwerfen vor dem Thron und sagen:
11 Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.


Offenbarung 1 stellt uns Jesus Christus in seiner Person, seinem Wirken seinem Erscheinungsbild als verherrlichter Messias - zur Rechten Gottes im Himmel -vor.
Offenbarung 2-3 gewährt einen Einblick in die Heraufforderungen, Nöte und den Status von 7 ausgewählten beispielhaften Gemeinden, die uns auch einen zeitgeschichtlichen Spiegel der letzten 2 Tausend Jahre Gemeindegeschichte geben. Von den ersten Christen bis zur Endzeitgemeinde - kurz vor Jesus Wiederkunft - bzw. kurz vor der Entrückung der Gemeinde. Mit Ende Kapitel 3 taucht das Wort Gemeinde dann auch nicht mehr weiter auf.

Offenbarung 4 eröffnet nun Johannes einen Blick in den Himmel, wo Gott, der Vater, selbst thront. Hier zu einem Zeitpunkt, wo das Zeitalter der christlichen Gemeinde abgeschlossen erscheint. 
Der Thron selbst erscheint umgeben von Blitzen und Stimmen und Donner und verweist somit auf einen Ort des Gerichts und auch auf einen Ort der Reinigung.
Das Aussehen Gottes wird verglichen mit dem Aussehen von einem Jaspisstein und einem Sardisstein (auf dem Brustschild des Hohepriesters stand der Jaspisstein für Ruben, Jakobs erstgeborenen Sohn und der Sardis stand für Benjamin, den Letztgeborenen). Der Name Ruben bedeutet "Siehe, ein Sohn" und Benjamin bedeutet "Sohn meiner Rechten". Dieses kann darauf schließen lassen, das diese beiden Edelsteine alle anderen 10 Söhne einschließen und damit ein Bild für Gottes gesamtes Volk veranschaulichen (Wir in Christus - EIN Sohn - Sohn meiner Rechten).
Der Regenbogen, offensichtlich ein grünes Licht "gleich einem Smaragd" um den Thron herum, ist ein Pfand dafür, dass Gott seinen Bund trotz des kommenden Gerichtes halten will.

Die 24 Ältesten stehen meiner Meinung nach für die Vollzahl der Vertreter/Überwinder (Siegeskronen) aus den Heidenvölkern und aus den Stämmen Israels.

Das gläserne Meer - gleich Kristall - könnte auf reines -100 prozentiges - Gold verweisen, was es in dieser Reinform auf Erden nicht gibt (99,99 % hier maximal)  und welches - hab ich mal gehört - in dieser Reinheit dann durchsichtig erscheinen würde. Gold hier immer auch ein Symbol für die Liebe. Für die reine göttliche Liebe hier - durch keinerlei Sünde mehr verunreinigt.

Die 4 lebendigen Wesen vor dem Thron erinnern nun an die Darstellung aus Hesekiel 1. Verweisen mit auf die Wesenszüge von Gott - von Jesus Christus - wie sie auch in den 4 Evangelien betont werden.
Markus - Stier - Diener. Matthäus - Löwe - König. Lukas - Mensch - Menschensohn. Johannes - Adler - Gottessohn.

Die Flügel verweisen auf die ausfüllende Macht in der sichtbaren sowie unsichtbaren (himmlischen) Spähre. Die vielen Augen auf die Allwissenheit Gottes.
Die Selbstoffenbarung und der zugesprochene Lobpreis beinhaltet hier die Allgegenwart Gottes - In Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft (der das ist, der da war und der da kommt) in Heiligkeit - in Absonderung und Aussenvorstellung/Vorrangstellung.
Die 4 lebendigen Wesen können auch als Engelwesen gesehen werden, die hier in ihrem äußeren Erscheinungsbild schon von dem Wesen Gottes Zeugnis geben.

Die Anbetung der 24 Ältensten - als Beispiel der Überwinder, der Kinder Gottes, die aus allen Menschen aller Völker hier für diesen Anbetungsdienst auserwählt worden sind, zeigt dann, das diese nicht auf sich selbst schauen, nicht bei sich selbst Ehre und Würde (trotz ihrer goldenen Siegeskränze) suchen und nehmen, sondern allein diese Ehre Gott - und damit letztendlich auch dem Lamm Gottes (Diener, Menschensohn, Gottessohn, König) zuteil kommen lassen, durch den und in  dem (Jesus) alles geschaffen wurde, was war und was ist. Er - Jesus Christus - allein ist würdig, zu nehmen alle Ehre, allen Dank, alle Macht und allen Lobpreis.

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Cleopatra
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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 22.03.2018 07:56

Insgesammt gefällt mir die Zusammenfassung, aber hierrüber bin ich gestolpert:

Die 4 lebendigen Wesen vor dem Thron erinnern nun an die Darstellung aus Hesekiel 1. Verweisen mit auf die Wesenszüge von Gott - von Jesus Christus - wie sie auch in den 4 Evangelien betont werden. Markus - Stier - Diener. Matthäus - Löwe - König. Lukas - Mensch - Menschensohn. Johannes - Adler - Gottessohn.

Wie kommst du zu dieser Interpretation?

Lg Cleo

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder

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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 23.03.2018 09:12

Guten Morgen Cleo,


das im Matthäus Evangelium Jesus vermehrt als König (Löwe) der Juden, im Lukas Evangelium als Menschensohn (Arzt/Heiler), im Markus Evangelium als Diener (junger Stier) und im Johannes Evangelium als Gottessohn (Adler) dargestellt wird entspricht der Ansicht aller Bibelausleger, von denen ich bislang gehört und gelesen habe. Wertvolle Impulse gab mir hierzu auch der "Kommentar zum Neuen Testament" von William MacDonald, der dieses auch so sieht. Scheinbar herrscht hierüber weitgehend Einverständnis unter den Auslegern, was dann aber bei vielen Themen in der Offenbarung oft nicht immer der Fall ist.

Vielleicht kennst du ja eine andere Deutung zu den vier Wesen, die dir einleuchtender erscheint? Ich bin für alle hier weiter helfenden Beiträge dankbar.


liebe Grüße,
Thomas


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nennmichdu

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 23.03.2018 09:45

Offenbarung 5


1 Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.
2 Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?
3 Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen.
4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen.
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,
9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen
10 und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.
11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Wesen und um die Ältesten her, und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und vieltausendmal tausend;
12 die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.
13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
14 Und die vier Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.


In der rechten Hand (die Rechte als die Hand, die etwas ausführt, vollschließt, die handelt/vollstreckt) Gottes findet sich nun ein Buch mit sieben Siegeln, das (Straf)Gerichte über die Menschheit entfesseln will/wird. 
Wer aber nun kann und darf überhaupt Gericht üben? Im neuen Testament wird uns Christen gesagt, das wir nicht richten sollen, auf das wir nicht gerichtet werden. Ein Wesen/Mensch, der selbst Zeit seines Lebens mal eine Sünde begangen hat, erweist sich selbst auch des Gerichts schuldig (wenn es nicht um eine für ihn erwirkte Sühnung - Jesu Tod - weiß). Und erweist sich somit auch als nicht würdig, andere zu richten. Weil auch Schuld bei ihm gefunden wird.

Wenn wir betreff des Gerichtes und dem "Tag des Zorns" mal einen Blick auf Jesaja 61 werfen:

1 Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen;
2 zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN

- dann fängt Jesu Wirken und Dienst mit dieser Gnadenzeit - die schon seit knapp 2000 Jahren währt - an und mündet dann:

und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden,

in den Tag, wo diese sieben Siegel aufgebrochen werden um Gottes Gericht über all das Tun der Menschen zu bringen,  die Schuld verübt haben, unter denen als erstes Opfer sich Abel befindet, dessen gerechtes Blut von Kain vergossen wurde. Dessen Blut nach Gerechtigkeit schreit und der nun an dieser Stelle "Trost" findet, wo Gott Gerechtigkeit wirkt, seinen - Abels - Tod sühnt. Und hierin auch Trost für all diejenigen erwirkt, denen Ungerechtigkeit wiederfahren ist.


3 zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise.


Der Löwe (König) aus dem Stamme Juda ist dann auch Jesus, in seiner Abstammungslinie über Josef - ein Nachfahre Davids (der auch ein König war), der wiederum von Juda (einem der 12 Söhne Jakobs) abstammt.
Jesus als Lamm, das für uns geopfert war. Der zuerst den Weg der Erniedrigung, den Kreuzesweg, gegangen ist. Um dann als Löwe/König, als Messias im Tausendjährigen Reich bis in alle Ewigkeit dann weiter - zu herrschen.
Sieben Hörner (Horn steht für Macht/Machtinhaber) - für Vollmächtig dann als Innhaber aller Macht (sieben als Vollzahl).
Sieben Augen - Allwissend.
Sieben Geister - Voll von heiligem Geistes. In seiner/Gottes Geistesfülle.


Durch Jesu Blut wurden wir, als Kinder Gottes dann erkauft (aus dem Menschengeschlecht, was von Natur aus nur die Sünde vollbringen kann). Und sehen dann weiter auch gleich unsere Berufung: Als Königskindern (Königreich) und als Priester (die Fürbitte und Anbetung tun) zu Herrschen auf Erden - was uns wieder die an die ursprüngliche Bestimmung des ersten Menschens erinnert: 

1Mo 1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Vers 12 in Offenbarung 5 zeigt dann in dem "nehmen" das innehaben oder verkörpern all dessen, was Jesus Leben und Werk ausmacht und verdient. Das ihm als sich selbst opferndes Lamm - für die Sünden der Welt - aller Ruhm, alle Ehre, alle Macht gebührt. Soviel Liebe zu den Menschen, wie Jesus uns gegenüber erwiesen hat, kann dann einfach nicht lang und groß genug gerühmt werden - in Ewigkeit.
Wobei dem Vater im Himmel - Gott - der auf dem Thron sitzt  und dem Lamm (Jesus) hier dann in gleicher Weise Anbetung entgegen gebracht wird. Da der Sohn - Jesus - ja auch nur das getan hat, was er den Vater tun sah. Dessen Liebe sich hier mit erweist.

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 24.03.2018 10:06

Hallo lieber Thomas,

das im Matthäus Evangelium Jesus vermehrt als König (Löwe) der Juden, im Lukas Evangelium als Menschensohn (Arzt/Heiler), im Markus Evangelium als Diener (junger Stier) und im Johannes Evangelium als Gottessohn (Adler) dargestellt wird entspricht der Ansicht aller Bibelausleger, von denen ich bislang gehört und gelesen habe.

Darum ging es mir eben. Hast du es quasi so von den Auslegern übernommen? An anderen Stellen wiedersprichst du ja ganz klar den Auslegern, wenn sie etwas gesagt und gedeutet haben (zB zum Thema Abendmahl).

Mir leuchtet es auch ein, wenn herausgefunden wurde, wie Jesus in den verschiedenen Evangelien gesehen wurde. Aber die Tiere in diesem Zusammenhang- die leuchten mir da eben nicht ein.
Wie kann ein junger Stier als Diener gesehen werden zum Beispiel?

Lg Cleo

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 24.03.2018 10:51

Hallo Cleo,


Wenn wir die Bibel betrachten, lesen und uns Gedanken machen, was hier wohl gemeint sein kann, wenn wir versuchen einen Text auszulegen, dann greifen wir oft auf Bilder, die uns hier in den Sinn kommen und Paralellstellen aus Bibel zurück. Beim Löwem - dem König der Tiere - dann auf etwas Königliches zu schließen, was hier gemeint sein kann, liegt noch nahe. Demzufolge wird es hier auch weniger Unstimmigkeiten bei einer Vielzahl von Auslegern geben, die sich an anderer Stelle vielleicht schwerer tun.

Ein Stier - oder ein Ochse - ist ein Tier was Stärke und Kraft symbolisiert, was vor einen Pflug gespannt werden kann und damit einen Dienst für den Menschen leistet. 

Wenn du selbst einmal ein wenig im Internet suchst nach Tiersymbolik in der Bibel wird dir hier vielleicht auch vieles einleuchtender. In einem anderen Text habe ich folgendes gefunden:

http://www.hochschul-bibelkreise.de/?p=906&lang=de

Das Markusevangelium malt uns den irdischen Dienst unseres Herrn vor Augen, damit wir ihn heute auch als den jungen Stier in Offb. 4:7 kennenlernen können. Es ist wirklich wunderbar, dass Gott nicht auf die Erde gekommen ist, um sich dienen zu lassen und über die Menschen zu herrschen, sondern um den Menschen zu dienen und sie gleichzeitig vom schweren Joch der Sünde zu befreien (Mk. 10:45, Mt. 11:29f.).


Lg
Thomas

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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 24.03.2018 11:53

Offenbarung 6



1 Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eines der vier Wesen sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm!
2 Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen.
3 Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm!
4 Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.
5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Wesen sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.
6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme mitten unter den vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!
7 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Komm!
8 Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: der Tod, und die Hölle zog mit ihm einher. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.
9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen.
10 Und sie schrien mit großer Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
11 Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.
12 Und ich sah: Als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut,
13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird.
14 Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihren Orten.
15 Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge
16 und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns und wer kann bestehen?


Im neuen Testament lesen wir an vielen Stellen, das es für viele, ja für alle von Gott schon im voraus festgelegten Ereignisse - wie hier die kommenden Zorngerichte über die Menschheit, eine bestimmte Stunde gibt. Auch wenn uns über das genaue Datum nichts gesagt wird, dürfen wir wissen, das bei allen Ereignissen Gott Anfang und Ende bestimmt. Das seinem Zeitplan keiner dazwischenfunken kann und das alles in dem Maße stattfinden wird, wie Gott es sich in seiner Weisheit und seiner Allwissenheit gedacht hat.
Über die Bedeutung der 4 Reiter ist immer wieder viel spekuliert worden. Und in all dem was ich gehört und gelesen habe an Auslegungen, gibt es keinen, der hier etwas mit Gewißheit sagen könnte. Auch wird hier wohl die Erkenntnis zu diesen Ereignissen noch weiter zunehmen, je näher sie kommen.

Der weiße Reiter, der sieghaft kommt um zu siegen wird oft für den Antichristen gesehen, der hier zu Beginn der letzten "7 Jahre" auftritt. Er wird (von Gott) herbei gerufen beim Öffnen des ersten Siegels. Der Bogen kann eine Kriegsdrohung beinhalten - da kein Pfeil oder Pfeilabschuss erwähnt wird. Es könnte auch auf einen Raketenkrieg hinweisen, da der Bogen für den Fernkampf ist. Man könnte hier auch von einem kalten Kriege sprechen, wie es einige Ausleger tun.
Nach meinen Überlegungen wäre auch gut denkbar, das ein siegender weißer Reiter dann vielmehr darauf verweist, das dieser überall wo er hinkommt, durch sein Auftreten - als Friedensbringer - siehe das weißes (reine) Pferd - dann auch von seinen Ideen/Ideologien zu überzeugen und zu vereinnahmen weiß. Wie auch der Teufel weiß, in weißem Gewand des Friedensbringers sich zu verstellen, als Engel des Lichtes.

Es könnte ein Hinweis darauf sein, das in den ersten 3,5 Jahren der letzten 7 Jahre hier das an anderer Stelle angedeutete Friedensreich vom Antichristen aufgerichtet wird. Wo der falsche Prophet eine Weltreligion anpreist, der alle Menschen verfallen werden - zumindest die, die das Zeichen/Mal des Antichristen tragen/annehmen.

Der zweite Reiter auf dem feuerroten Pferd trägt ein großes Schwert (für den Nahkampf - wo andere Invasionsarmeen sehen, die Ländern im Nahkampf erobern) kommt dann, um den (bis dahin durch den weißen Reiter gebrachten) Frieden von der Erde (ein Weltweites Ereignis) zu nehmen. Da die Menschen sich aber nun untereinander umbringen, steht den Auslegern entgegen, die hier von einer Invasionsarmee sprechen. Vielmehr wird es so sein, das einzelne Nationen plötzlich dazu übergehen, nicht mehr globale Interessen sondern nur noch ihre eigenen nationalen Interessen im Auge behalten und so eine zuvor angepeilte Konformbestrebung, alle Nationen unter einen Hut zu bringen, in einen (Handels?)Krieg - jeder gegen jeden - endet.

Der dritte Reiter auf dem schwarzen Pferd läutet eine extreme Verteuerung für Grundnahrungsmittel ein, u.a. eine Folge einer entgleisten Wirtschafts- und Handelspolitik. Eine zunehmende Spanne zwischen Arm und Reich tut sich auf. Wobei die Reichen hier nicht betroffen sein werden von der Not.

Der vierte Reiter auf dem fahlen Pferd bringt Tod durch Krieg (Schwert), Hunger (Lebensmittelverknappung) und durch die wilden Tiere (hier könnten auch die noch stärker entfesselten Leidenschaften des alten Adams gemeint sein - was den Menschen zum Tier werden lässt - nur noch auf Kosten anderer sein Überleben - seine Lust - seinen Vorteil zu suchen).

Mit dem Aufbrechen des fünften Siegels wird nun ein Blick auf all die Menschenseelen geworfen, die in der bisdahin gesamten Menschheitsgeschichte - und ich würde es nicht nur auf die letzte große Trübsal beziehen wollen - ihr Leben verloren hatten (als Märtyrer) um des Wortes Gottes willen, um des Zeugnisses Jesu willen. Denen Unrecht widerfahren ist. Die - wie Jesus auch - von der Welt gehasst wurden, verfolgt wurden (um der Gerechtigkeit - um des Himmelsreiches wegen). 
Die hier - mit Abel zusammen - nach Gerechtigkeit - nach Wiedergutmachung schreien. Und denen gesagt wird, noch eine kleine Zeit zu warten, bis auch ihre Brüder - die wie sie leiden sollten - eingegangen sind. Was letztendlich auch bedeutet, das sie so lange warten müssen, bis auch der letzte Mensch aus den Heidenvölkern, den Gott zum ewigen Leben bestimmt hat, sich bekehrt hat und in der Welt dann den Tod gefunden hat. Darin Jesus auch gleich wurde. 

Und hier stelle ich mir dieses so vor, das der beschriebene Ort im Himmel entrückt von unserer Weltzeit auf Erden ist. Im Moment unseres Todes hört für uns die "normale" Erdzeit auf, - obwohl sie auf Erden weiterläuft. Aber wir "wachen" dann direkt im Himmel auf (wie der Schächer am Kreuz - noch heute wirst du mit mir im Paradies sein...) und sehen hinab auf die Erdzeit - wie dort noch die Ereignisse voranschreiten. Zeit vergeht. So wie auch der reiche Mann im Hades gerne noch Lazarus von den Toten zurück geholt hätte, damit dieser seine noch auf Erden lebenden Brüder warnen möge, das sie nicht auch an diesen Ort der Qual im Hades kommen.
Diese Schar von Menschen, die nach Gerechtigkeit rufen bekommen nun alle schon eine Art Anzahlung - das weiße Gewand der Gerechtigkeit in Christus - und den Aufruf, noch eine kleine Zeit zu ruhen/zu warten.

Mit Öffnung des sechsten Siegels wird nun bildhaft eine Welle von Naturkatastrophen eingeläutet, die die Erde und die Menschheit erschüttern. Die Sterne des Himmels, die auf die Erde fallen könnten auch auf all das hindeuten, was den Menschen zu dieser Zeit eben noch wichtig und ewig feststehend und gültig erschien und nun ins wanken und fallen gerät. Ihre Ideologie, ihre Vorstellung von ihrer Idealwelt, bricht zusammen. Vorbilder enttäuschen und fallen zu Boden. Die Menschen verstecken sich in den letzten Nischen und Klüften ihrer Lebens- und Moralvorstellungen, die ihnen noch Werte vermitteln sollen und ahnen doch schon, das dieses nun bald zum Ende kommt und sie vor ihrem Schöpfer, dem Gott des Himmels und der Erde, der ihnen nach ihren Taten vergelten wird, stehen werden (Vers 16 und 17).

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Cleopatra
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Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von Cleopatra am 25.03.2018 08:25

Wenn du selbst einmal ein wenig im Internet suchst nach Tiersymbolik in der Bibel wird dir hier vielleicht auch vieles einleuchtender.

Du verstehst leider nicht, worum es mir geht.
Es klingt schon wieder so überheblich.

Dies ist ein Forum, in dem wir unsere Gedanken zusammentragen.
Ich frage dich nach Dingen, die du aussagst. Um eben tiefer zu verstehen. Es geht nicht um verschiedene Ausleger.
Selbstverständlich kann ich auch Googeln, aber darum geht es hier eben nicht.
Ok das mit dem Stier und Löwe hast du erklärt, aber wie erklärst du das mit dem Menschensohn = Arzt und Gottessohn = Adler?

Lg Cleo

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
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