Impulse

Erste Seite  |  «  |  1  ...  5  |  6  |  7  |  8 [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


nusskeks

56, Männlich

  fester Bestandteil

Beiträge: 701

Re: Impulse

von nusskeks am 09.04.2026 13:58

Sollen wir nicht viel und ständig beten?

Prediger 5,1:"Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, dass du hörst. Das ist besser, als wenn die Toren Opfer bringen; denn sie wissen nichts als Böses zu tun. Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein."

Prediger 5 steht nicht gegen ein beständiges Leben vor Gott. Der Abschnitt warnt vor etwas anderem: vor unbedachtem, leichtfertigem, religiös geschwätzigem Reden vor Gott. Der Zusammenhang ist wichtig. In Prediger 5,1–6 geht es um den Weg zum Haus Gottes, um Opfer, um das Hören, um unüberlegte Worte und um vorschnelle Gelübde. Der Punkt ist also nicht: „Rede nur selten mit Gott." Der Punkt ist: „Wenn du vor Gott trittst, vergiss nicht, wer Gott ist und wer du bist."

Das merkt man besonders an der Aussage, man solle mehr bereit sein zu hören als Opfer der Toren darzubringen, und dann: „Sei nicht schnell mit deinem Munde." Das ist keine Verurteilung inniger Zwiesprache, sondern eine Mahnung gegen oberflächliche Frömmigkeit. Menschen können sehr viel von Gott reden und sehr wenig wirklich vor ihm leben. Sie können Worte machen, ohne Ehrfurcht, ohne Wahrheit, ohne inneres Hören. Genau davor warnt Prediger.

Wenn unser Reden mit Gott aus Vertrauen, Dank, Abhängigkeit und echter Gemeinschaft kommt, dann ist das nicht das Gegenteil von Prediger 5, sondern kann gerade in seinem Sinn geschehen. Denn Prediger 5 verbietet nicht Nähe, sondern Gedankenlosigkeit. Es verbietet nicht Gebet, sondern fromme Wortfülle ohne Herz und ohne Ehrfurcht.

Man könnte es so sagen: Die Bibel kritisiert nicht das häufige Reden mit Gott, sondern das leere Reden vor Gott. Das passt auch zu anderen biblischen Aussagen. Die Psalmen sind voller beständiger Anrede Gottes. David redet immer wieder spontan mit dem Herrn. Im Neuen Testament heißt es, man solle „ohne Unterlass beten". Das kann kaum bedeuten, dass man möglichst wenig mit Gott reden soll. Es bedeutet vielmehr: ein Leben in dauernder Ausrichtung auf Gott.

Worauf Prediger 5 aufmerksam machen will, ist: Auch ein reiches Gebetsleben braucht nicht nur Reden, sondern auch Hören. Nicht nur Bitten, sondern auch Stillwerden. Nicht nur spontane Worte, sondern auch ehrfürchtiges Verweilen vor Gott. Nicht nur „Herr, ich sage dir etwas", sondern auch: „Herr, lehre mich. Herr, prüfe mich. Herr, ich will hören."


Wenn du dich fragst, woran man merkt, ob das eigene Gebetsleben gesund ist, dann wären wohl solche Fragen hilfreich: Rede ich mit Gott nur aus Gewohnheit oder wirklich zu ihm? Werden meine Worte achtlos, mechanisch oder fromm-routiniert? Höre ich auch auf sein Wort? Bin ich ehrlich vor ihm? Will ich ihn wirklich suchen oder nur meine Gedanken loswerden? Führt mein Reden mit Gott auch zu Gehorsam?

Wenn das Herz sagt: „Herr, ich will mit dir leben, ich will dir danken, ich will dich in allem suchen", dann ist das kein Missstand, sondern etwas Schönes. Prediger 5 ruft dich dann nicht weg von der Zwiesprache, sondern hinein in eine tiefere Ehrfurcht innerhalb dieser Zwiesprache.

Du darfst viel mit Gott reden. Aber du sollst nie vergessen, dass du mit Gott redest. Gerade beides zusammen macht ein reifes Gebetsleben aus: kindliche Nähe und heilige Ehrfurcht.

Hoditai, Mensch des Weges 
One of Israel

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.04.2026 13:59.

libertyinjoy

62, Weiblich

  Neuling

Beiträge: 10

Re: Impulse

von libertyinjoy am 09.04.2026 16:20

Amén💖🌸

Mit Gott sprechen ist etwas heiliges und intimes.
Oftmals der Öffentlichkeit preisgegeben, was nicht immer I.O. ist ...
Halten wir unsere persönliche Beziehung heilig zu IHM.
Alles Liebe 🌸 Euch allen und einen frohen Tag 💖🩷🌸

Antworten
Erste Seite  |  «  |  1  ...  5  |  6  |  7  |  8

« zurück zum Forum