Der Fernsehevangelikalismus näher betrachtet und beurteilt.
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Re: Der Fernsehevangelikalismus näher betrachtet und beurteilt.
von Katechon am 26.08.2026 16:12Aus Gründen der Fairnes und der Objektivität möche ich folgende Auflistung vornehmen, damit nicht der Eindruck entsteht, ich hätte eine persönliche Fehde mit Joyce Meyer auszutragen. Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, dass Ms Meyer hier im Forum gelegentlich das Wort geredet und ihem Wirken akklamiert wird.
Hier sind einige der bekanntesten Fernsehprediger, die über die Jahrzehnte hinweg große Reichweiten hatten:
Billy Graham war einer der einflussreichsten evangelischen Prediger des 20. Jahrhunderts und predigte vor Millionen von Menschen in Stadien und später im Fernsehen. Seine Crusades wurden weltweit übertragen.
Oral Roberts baute eines der größten Fernsehministerien auf und war bekannt für seine Heilungskampagnen und die charismatische Predigtweise, die viele Menschen anzog.
Jerry Falwell gründete die Moral Majority und nutzte das Fernsehen intensiv, um seine konservativen christlichen Botschaften zu verbreiten und religiöse Politik zu beeinflussen.
Pat Robertson betrieb das Christian Broadcasting Network und die bekannte Sendung ›The 700 Club‹, die jahrzehntelang täglich ausgestrahlt wurde und großen Einfluss hatte.
Robert Schuller präsentierte die Sendung ›Hour of Power‹ aus der Crystal Cathedral in Kalifornien und war für seine positive und ermutigende Predigtstil bekannt.
Joel Osteen leitet die Lakewood Church in Houston und seine Sendungen werden global verbreitet. Er ist bekannt für seine optimistische Botschaft und große Medienpräsenz.
Reinhard Bonnke war ein deutscher Evangelist, der besonders in Afrika aktiv war und große Evangelisations-Kampagnen mit Fernsehübertragungen durchführte.
Diese Prediger haben auf unterschiedliche Weise das religiöse Fernsehen geprägt und teilweise auch gesellschaftlichen und politischen Einfluss ausgeübt.
»Wandere ich auch im finstern Tal, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich..« -- Psalm 23:4 [Zürcher]
Re: Der Fernsehevangelikalismus näher betrachtet und beurteilt.
von pausenclown am 26.08.2026 16:00Hallo Katechon.
Keine Ahnung was solche Postings außer Streit bringen und dazu ist es hier nicht gerne gesehen über dritte Personen, wie zb. über Joyce Mayer zu schreiben und Urteilen.
LG
Re: Der Fernsehevangelikalismus näher betrachtet und beurteilt.
von Katechon am 26.08.2026 15:53Theologische Kritik an Joyce Meyer
Word-of-Faith-Theologie: Das Christian Research Institute (CRI) kritisiert Meyer scharf für ihre Zugehörigkeit zur Word-of-Faith-Bewegung. Diese Bewegung wird von evangelikalen Theologen als heterodox betrachtet und beinhaltet problematische Lehren wie die Idee, dass Christen ›kleine Götter‹ sind.
Excessive dämonische Interpretation: Meyer wird vorgeworfen, praktisch jede negative Erfahrung dämonischen Aktivitäten zuzuschreiben – selbst Parkplatzunfälle. Dies führt zu einem übernatürlichen und paranoid wirkenden Weltbild, das nicht biblisch fundiert ist.
Umkehr und Selbstliebe: Ein kritischer Artikel auf ›Joyce vs Jesus‹ argumentiert, dass Meyers Betonung auf Selbstliebe und positivem Denken der biblischen Lehre von Buße und Demut widerspricht. Sie lehnt angeblich traditionelle christliche Konzepte der Selbstverleugnung ab.
Finanzielle Kontrolverse
US-Senatuntersuchung: Joyce Meyer wurde von einem US-Senat wegen ihrer Finanzbuchhaltung, aber es wurden keine Beweise für Fehlverhalten gefunden. Allerdings führte der Druck dazu, dass Meyer ihre Bezüge später reduzierte.
Persönliche Kritik
Viele konservative christliche Kreise beschreiben sie als ›Manipulatorin von Frauengefühlen‹ und ›Money-hungry‹, obwohl solche Vorwürfe oft polemisch formuliert sind.
Meyers eigene Entwicklung
Erwähnenswert ist, dass 2019 Meyer sich selbst für frühere Prosperity-Gospel-Lehren entschuldigte, was zeigt, dass sie sich von einigen ihrer früheren Positionen distanziert hat. Die Kritik an Meyer konzentriert sich hauptsächlich auf ihre theologische Nähe zur Word-of-Faith-Bewegung und auf Fragen ihrer biblischen Exegese, weniger auf persönliche oder finanzielle Skandale. In wie weit Entschuldigung und Distanzierung auf politische Druch des Gesetzgebers erfolgte lässt sich nicht klären.
Begriffserklärung: Heterodox
Heterodox bedeutet ›vom Glaubensstandard abweichend‹ oder ›nicht rechtgläubig‹.
Das Wort kommt aus dem Griechischen: hetero (anders) + doxa (Meinung/Lehre). Es bezeichnet Überzeugungen oder Lehren, die von der etablierten, offiziellen oder traditionellen Lehre einer Religion oder Bewegung abweichen.
Im religiösen Kontext:
Orthodox = die akzeptierte, anerkannte Standardlehre einer Kirche oder Glaubensrichtung
Heterodox = alternative oder abweichende Lehren, die nicht dem Standard entsprechen
Beispiel mit Joyce Meyer
Wenn das Christian Research Institute Meyer als ›heterodox‹ kritisiert, bedeutet das: Ihre Lehren (besonders die Word-of-Faith-Theologie) weichen von dem ab, was mainstream evangelikale oder traditionelle christliche Theologen als biblisch korrekt betrachten. Sie gilt als theologisch abweichend von der Norm.
Weitere Kontexte
Das Wort wird nicht nur religiös verwendet. Man kann auch von heterodoxer Wirtschaftstheorie sprechen (alternative Wirtschaftstheorien) oder heterodoxer Medizin (nicht-konventionelle Heilmethoden).
Das Gegenteil: Orthodox = konform mit der etablierten Norm und Lehre.
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Der Fernsehevangelikalismus näher betrachtet und beurteilt.
von Katechon am 26.08.2026 12:35Unter Fernsehevangelikalismus versteht man eine Form evangelikaler Religiosität, die stark über das Fernsehen – heute auch über Streaming und soziale Medien – verbreitet wird. Prediger und religiöse Organisationen nutzen Medien, um Gottesdienste, Bibelauslegung, Heilungsversprechen oder persönliche Glaubenszeugnisse einem großen Publikum zu vermitteln.
Charismatische und medienwirksame Prediger, emotionale Inszenierungen und spektakuläre Heilungs- oder Bekehrungsgeschichten verknüpfen Spendenaufrufe zur Finanzierung der Sendungen oder religiöser Projekte … und wohl auch zur persönlichen Verwendung der Prediger … aber integrieren auch eine starke Orientierung an persönlichem Glauben, Erfolg und individueller Beziehung zu Gott.
Der Fernsehevangelikalismus betreibt teilweise politische Einflussnahme, besonders in den USA. Der Begriff ist meist beschreibend, kann aber auch kritisch gemeint sein – etwa wenn die Kommerzialisierung des Glaubens, die Macht einzelner Prediger oder die Vermischung von Religion, Unterhaltung und Politik im Vordergrund steht. In den USA wird dafür häufig der englische Begriff ›televangelism‹ verwendet.
Die mit Abstand größte Tradition des Fernsehevangelismus entwickelte sich in den USA, insbesondere durch christliche Fernsehsender und landesweite Sendungen. Viele Prediger wurden außerdem durch sogenannte ›Megakirchen‹und internationale Missionsarbeit bekannt.
Ich stehe dieser Form des ›Glaubensbekenntnis‹ äußerst kritisch gegenüber, hale sie für Beutelschneiderei und Scharlatanerei. Der Prediger erhebt sich in den Stand eines Götzen, der die alleinig seeligmachende Wahrhaftigkeit des Glaubens verkörpert und verbreitet.
Das Johannesevangelium warnt uns davor, siehe 1. Johannes 5:21 »Kinder, hütet euch vor den Götzen.«
Für eine un-polemische Diskussion bin ich offem, wer hat eine Meinung hierzu?
»Wandere ich auch im finstern Tal, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich..« -- Psalm 23:4 [Zürcher]


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