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Re: Überlebensstrategien in der Lebenswüste
von chestnut am 01.07.2016 23:34Liebe Lighty
Wir haben uns ja im Chat schon einwenig kennen gelernt.
So wie Pal die Wüstenzeiten - rückwirkend - beschreibt, so sind sie nie, wenn man drin ist. Ich weiss auch nicht, ob ich sie je so "positiv" darstellen kann wie Pal.
Wüstenzeiten gibt es wohl im Leben von allen Menschen, die lassen sich nicht ausschliessen. Schwierig wird es, wenn sie lange andauern und kein Ende absehbar ist.
Eines habe ich aber festgestellt: Man kann sie besser bewältigen, wenn man ein ja zur akutellen Situation findet. Das heisst nicht, dass wir uns mit allem abfinden müssen. Für vieles gibt es ja auch eine Möglichkeit der Veränderung, wenn wir uns auf den Weg machen, um etwas zu verändern. Aber das geht ja nicht immer. Wer blind ist, muss sein Schicksal in der Regel für den Rest des Lebens tragen.
Was aber veränderbar ist, ist die Haltung zu einer Sache, das meine ich mit "ja zu einer aktuellen Situation". Ein Blinder ist zwar in vielem eingeschränkt, kann vielleicht ein bestimmtes Buh nicht lesen, aber er kann es vielleicht in Form eines Hörbuches hören. Er kann jammern und klagen, dass es dieses Buch nicht in Blindenschrift gibt und sich dabei der Möglichkeit berauben, es sich anzuhören.
Wir können mit unserem Schicksal hadern und uns bemitleiden und uns ausdenken, was wir alles könnten oder was anders anders wäre, wenn wir nicht im dieser Wüste sitzen würden. Aber das bringt schlussendlich nichts. Es ist eher wie eine Abwärtsspirale.
Ich für mich musste in einer schwierigen Situation lernen zu sehen, was noch möglich war, was noch exisierte, also mich an dem orientieren, was es noch gibt - oder anders formuliert: Dankbar sein für alles, was auch in der Wüste noch da ist. Es ist etwas, das ich auch heute immer noch praktiziere: Dankbarkeit. Ja manchmal vergesse ich es auch ...
Uns auf das Positive zu konzentieren und dafür zu danken anstatt um uns herum zu drehen, hilft uns, aus unserem um-uns-selbst-kreisen herauszukommen. Es macht das Herz wieder froh.
Aber zugegeben, hadern loslassen und für (momentan) nicht veränderbare Situtationen ein Ja zu finden, ist nicht einfach. Es ist ein Prozess, es ist ein Einüben.
Liebe Grüsse
Chestnut
Re: Mit bzw. ohne das Gesetz Mose
von Lila am 01.07.2016 22:46Lieber Pal!
Es ist eine sehr komplexe Frage, und ich hoffe in mein Herz, dass es nicht zu einer Streitfrage wird.
Zuerst sollten wir bedenken, dass das Gesetz nicht die Aufgabe hat durch Werke zu gerechtfertigen. Auch die Gläubigen des AT wurden durch Jesu Blut gerechtfertigt.
Darum ist er auch Mittler eines neuen Bundes, damit (nach Verbüßung des Todes zur Erlösung von den unter dem ersten Bunde begangenen Übertretungen) die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfingen.
Hebr 9,15
Das sogenannte mosaische Gesetz ist Wort Gottes. Jesus lehrte in der Bergpredigt wie man die Gesetze Gottes zu verstanden sind. Er schrieb damit Gottes Gesetze in unseren Herzen.
Paulus selber sagt:
So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut!
Röm 7,12
Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Röm 7,14
Die zitierte Apostelgeschichte zeigt auch auf, dass Apostel Paulus könnte nicht über solche Fragen alleine entscheiden, sondern musste in Jerusalem mit Aposteln und Ältesten besprechen. Es ging um Beschneidung. Die ersten Gemeinden waren überwiegend jüdisch. Interessant auch, gerade in den nächsten Kapitel lesen wir davon, dass Paulus Timotheus beschneiden ließ.
Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die an jenem Orte waren; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.
Apg 16,3
Also, Paulus und Petrus ging um nichtjüdischen Neubekehrten und nicht allgemein Neubekehrten.
Darum halte ich dafür, daß man diejenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, nicht weiter belästigen soll, 20 sondern ihnen nur anbefehle, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. (3. Mose 17.10-14; 3. Mose 19.4; 3. Mose 19.29) 21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt Leute, die ihn predigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
Apg 15,19-21
In Prinzip sind es auch mosaische Gesetze. Aber die Beschneidung gilt tatsächlich den Juden als Zeichen Gottes Bund mit Israel.
Ihr sollt aber die Vorhaut eures Fleisches beschneiden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch.
1Mos 17,11
Dennoch sagt JHWH im AT:
So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid forthin nicht halsstarrig!
5Mose 10,16
Paulus schrieb an die Römer:
Wenn nun der Unbeschnittene die Forderungen des Gesetzes beobachtet, wird ihm nicht seine Unbeschnittenheit als Beschneidung angerechnet werden?
Röm 2,26
Und von welchen Gebote sprechen Mose und die Propheten?
Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Mt 22,36-40
Seid niemand etwas schuldig, als daß ihr einander liebet; denn wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die Forderung : «Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, laß dich nicht gelüsten» (und welches andere Gebot noch sei), wird zusammengefaßt in diesem Wort: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
Rom 13,8-10
So sehe ich es...
LG, Lila
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Mit bzw. ohne das Gesetz Mose
von geli am 01.07.2016 21:52Ja, das ist wirklich schwer zu verstehen - denn gerade Paulus hatte ja die allergrößten Probleme deshalb, weil er die Freiheit vom Gesetz predigte.
Und nun wird hier von Judenchristen geschrieben, die "Eiferer für das Gesetz" sind. Und Paulus widerspricht ihnen nicht.
Allerdings ist es ja bei aller Freiheit vom Gesetz nicht "verboten", das Gesetz gut zu finden und danach zu leben - solange klar ist, dass man nicht durch das Halten von Geboten gerettet ist, sondern durch Glauben?
Vielleicht ging es hier um Juden, die zwar verstanden hatten, dass sie allein aus Glauben gerettet sind, aber dennoch gerne ihr Leben nach dem Gesetz ausrichten wollten?
Damals wurde wohl auch eher noch ein Unterschied gemacht zwischen Judenchristen und Heidenchristen - das Gesetz halten muss keiner von ihnen, denn beide sind aus Glauben gerettet, aber die Juden wollten einen anderen Lebensstil als die Heiden leben.
Sie "eiferten" vielleicht deshalb um ihren alten Lebensstil, weil sie Angs hatten, ihre Identität als Juden zu verlieren?
So mal meine Gedanken dazu...
Lg, geli
Mit bzw. ohne das Gesetz Mose
von Pal am 01.07.2016 21:15Hier bin ich über die folgende Stelle gestolpert=>
Apg 15:5 Da traten auf etliche von der Pharisäer Sekte, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten zu halten das Gesetz Mose's...
Apg 15:10 Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsre Väter noch wir haben können tragen?
Apg 15:11 Sondern wir glauben, durch die Gnade des HERRN Jesu Christi selig zu werden, gleicherweise wie auch sie....
Apg 15:24 Dieweil wir gehört haben, daß etliche von den Unsern sind ausgegangen und haben euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen zerrüttet und sagen, ihr sollt euch beschneiden lassen und das Gesetz halten, welchen wir nichts befohlen haben,
Apg 15:25 hat es uns gut gedeucht, einmütig versammelt, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unsern liebsten Barnabas und Paulus,
Da gab es also Christusgläubige, die das AT Gesetz auf die Neubekehrten abdrücken wollten.
Doch wurde das sehr streng von Paulus als ein "Gott versuchen" und eine "irremachende Lehre" verworfen.
Wobei, auf der anderen Seite, das althergebrachte Gesetz, für die Juden, keinesfalls ausgehebelt oder vernichtet wurde:
Also sollten die Juden ihre mosaischen Gesetze, getrost behalten und befolgen. Obwohl sie es ja seid Generationen nicht wirklich vermochten. (Vers 10)
Also die christgläubigen Juden blieben bei ihren Gesetzen und ihrem Eifer.
Obwohl sie doch daraus gar nicht gerecht werden konnten.
Wie versteht ihr das?
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase 32 ; Meine Stärke und mein Lied ist der HERR, er ist für mich zum Retter geworden. 2.Mose 15,2
von Burgen am 01.07.2016 21:07
Losung: 1. Chronik 29, 14 ; 2. Korinther 8,14
Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten?
Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir's gegeben.
Paulus schreibt:
Im Augenblick habt ihr mehr als die andern. Darum ist es nur recht, dass ihr denen helft, die in Not sind.
Wenn ihr dann einmal in Not seid und sie mehr haben als ihr, sollen sie euch helfen.
So kommt es zu einem Ausgleich zwischen euch.
*******
Tageslese
2. Korinther 12, 1 - 10
fortlaufende Lese
2. Mose 16, 17 - 36
*******
Der Geschmack des geteilten Brotes hat nicht seinesgleichen.
(Antoine de Saint-Exupery)
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase 32 ; Meine Stärke und mein Lied ist der HERR, er ist für mich zum Retter geworden. 2.Mose 15,2
von Burgen am 01.07.2016 20:54Hallo ihr lieben Oasis,
was lange währt, wird endlich sein ...
Heute war der Tag im Erdbeer-Cafe. Es war direkt am See, umgeben mit wie Wald und etlichen Feldern. Wunderbar subere Containerwasch gelegenheit usw.
Rundum ein herrlicher Tag, je später die Uhr voranging, desto mehr Sonnenschein und angenehme Temperatur.
Aber - die Fahrt hin und hauptsächlich zurück, waren je das reinste Abenteuer ... , Z.B. auf dem Rückweg fuhr der Bus uns vor der Nase weg, der nächste wäre in 2 Std kekommen. Ein anderer Bus brachte uns dann zur S-Bahn und mit ihr kamen wir glatt in unserer Stadt an.
Auf dem Hinweg fuhr der Bus gerade ab, als wir den Bahnsteig betraten, konnten uns aber mit dem Fahrer verständigen, sodass er wenige Meter später anhielt und wir einsteigen konnte.
An der Ankunftshaltestelle fuhr er vorbei. Mit dem anderen Bus mussten wir eine Station zurückfahren.
Also, allein dies war schon die Reise wert!
LG
Burgen
Rapp
Gelöschter Benutzer
Re: Leben im Alter - Ängste und Freuden - Hoffnung als Christ
von Rapp am 01.07.2016 16:32Für mich gehört ein oft schmerzhafter Besuch zum altern: ich hole Streicheleinheiten der intensiveren Art bei meinem Physioterrible. Heute konnte ich dabei gar meinen Mittagsschlaf nachholen... Wie ich das schaffe? Keine Ahnung aber möglich ist es ja. Sonst hätte der Terrible mich nicht wecken müssen.
Es ist sehr heiß. Darum verschiebe ich einen Einkauf auf morgen früh. Bis zum Abend bleibe ich am besten in meiner Wohnung.
Hier mag mir die Hitze noch zusetzen. Zu Hause in der Herrlichkeit wird auch das ausgeglichen sein. Wenn hier mein Körper leidet so nimmt doch die Gewissheit und die Freude auf die Herrlichkeit zu: ich bin auf dem Heimweg! Und da meinen einige ich hätte doch nix mehr zu jubeln?! Die haben wohl in ihrem Leben einiges verpasst...
Willy
Re: Gott wieder finden?
von Lila am 01.07.2016 12:55
Ja, das ist der Strategie der Widersacher. Halbwahrheiten sind die gefährlichsten. Weil eben auch Wahrheit enthält, können die auf die Bibel berufen. Leider erleben wir oft, dass man entweder in dem einen Extrem, oder ins andere Extrem verfallen wird.
Genauso ist es aber auch mit der „Hypergnade" Bewegung. Kannst alles machen, deine Sünde sind schon sowieso vergeben. 
LG, Lila
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Anbetung ; Gott sucht Anbeter
von Burgen am 01.07.2016 12:48Johannes 4, 23 und 24
Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt,
da die wahren Anbeter den Vater (Gott) im Geist und in der Wahrheit anbeten werden;
denn der Vater sucht solche als seine Anbeter.
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, sagt Jesus.
Re: Anbetung ; Gott sucht Anbeter
von solana am 01.07.2016 10:42Alles ist aus und durch Gott und wiederum: Gott ist Alles - GOTT IST
Hallo Kahate
Ja, von dieser Gottesvorstellung her macht Anbetung natürlich nicht viel Sinn, denn dass wäre ja dann - logischerweise - Anbetung durch sich selbst, wenn Gott=Alles ist.
Anbetung macht nur Sinn bei einem "Gegenüber".
Auch Liebe geht nur in der Beziehung mit einem Gegenüber.
Im Gebet nimmt ein Mensch diese Perspektive des "Gegenübers" ein und gibt Gott "die Ehre" dankt ihm und freut sich an der Gemeinschaft mit ihm, bringt sich selbst vor Gott, auch mit all seinen Problemen und Sorgen. Und lässt sich seine Lebensperspektive richtig ausrichten. So dass er sein ganzes Leben im Dialog leben kann, nicht nur in den Minuten, in denen er ein Gebet explizit in Worten formuliert.
So dass er zB hinter der Schöpfung den Schöpfer wahrnimmt und in seinen Mitmenschen geliebte Geschöpfe Gottes.
Dahin führt uns die Anbetung - und solches Erleben in dieser Perspektive führt wieder in die Anbetung.
Wie es aussieht, wenn diese Perspektive im Leben fehlt fehlt, beschreibt Paulus im Römerbrief:
Röm 1, 20 Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben. 21 Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. 22 Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden
...
28 Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, 29 voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, 30 Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, 31 unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig. 32 Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.
So ein Gottesbild, wie du es beschreibst, hat wohl niemand, der Gott so anbetet, wie hier im Thread beschrieben.
Ich würde gerne noch eine Gegenfrage stellen zum besseren Verständnis dessen, was dich genau stört.
Wir hatten ja schon des öfteren über dein Gottesbild "Gott ist Alles - GOTT IST" gesprochen und du hast grossen Wert darauf gelegt, festzuhalten, dass die kein "pantheistisches" Gottesbild ist.
So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, ich kann mir bspw nicht vorstellen inwiefern Gott für dich auch "Gegenüber" ist und welche Rolle Gebet für dich spielt. Vielleicht könntest du ein paar Worte dazu sagen, damit wir besser verstehen, wo genau der Unterschied in der Vorstellung des Gebets liegt.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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