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nobse

99, Männlich

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Re: Was versteht ihr unter "Geist"? Und was unter "Heiligem Geist"?

von nobse am 07.08.2022 12:30

Liebe Leah,
 
Leah: Ähm, wenn das Wissen um den Heiligen Geist nicht bedeutet, dass man ihn hat, was hat man dann woher, wenn doch der heilige Geist derjenige ist, der uns von Gott gegeben ist, im die Wahrheit zu erkennen?

Da kann man mal sehen, wie schwierig es ist, mit Worten über himmlische Dinge zu kommunizieren.
 
Am Anfang steht der Glaube. Der Glaube an Gott und seinen Sohn, unseren Erlöser. Was sollte man ihnen glauben? Dass sie existieren und sich uns offenbaren - in unseren Herzen - wenn wir das Liebesgebot Jesu einhalten: Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst.
 
Da Jesus der Erlöser ist, der den Gläubigen zum Vater führt, sollen wir zuerst nach einer geistigen Verbindung zu ihm trachten. Das geschieht, indem wir immer wieder versuchen, uns so zu verhalten, wie er es uns vorgelebt hat. Und wir sollen seinen Namen anrufen, denn dann werden wir gerettet.
 
Wenn wir das tun, dann wird Jesus irgendwann in unseren Herzen lebendig, d.h. er teilt sich uns in unseren Gedanken mit. Nach meiner Erfahrung sagt er aber nur selten: so und so ist das, das musst du glauben!, nein, er leitet unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge und hilft uns dann, das zu erkennen, was er uns wissen lassen möchte. Das muss man selbst erfahren haben, vorher wird man es nicht ganz verstehen können.
 
Und dann noch ein Wort zu "Wissen". Man kann etwas wissen, wie man Schulweisheiten wissen kann. Man kann aber auch etwas aus Erfahrung wissen, zum Beispiel, dass man sich an einer heissen Herdplatte die Finger verbrennen kann. Wenn man die Bibel liest, ist es erst mal so, wie mit der Schulweisheit. Man hört etwas und lernt es durch Hörensagen kennen. So ist es mit dem heiligen Geist. Es gibt Leute, die die Bibel mehrfach gelesen haben und dennoch nicht vom heiligen Geist erfüllt sind. Es soll ja sogar welche geben, die nach der Lektüre der Bibel den Glauben ablegen, weil ihnen die Bibel zu widersprüchlich erscheint.
 
Nun, die Juden erfuhren von ruach teilweise durch (äussere) Erfahrung beim Auszug aus Ägypten, als eine Feuersäule vor ihnen herzog. Eine Wirkung des Geistes. Oder als das Meer geteilt wurde, ebenfalls eine Geistwirkung. Usw. Ferner erfuhren sie von ruach durch die Propheten.
 
Aber eine innere Wirkung durch ruach erfuhren nur wenige, Mose und die Propheten. Es geht aber darum, dass nun durch Jesus der Geist ruach wieder ALLEN Menschen zugänglich geworden ist. Und das ist das Ziel der Heiligung, wieder aus dem Geist zu leben und innige - innere - Verbindung zu Gott zu haben.
 
Lg, nobse

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nobse

99, Männlich

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Beiträge: 174

Re: Was versteht ihr unter "Geist"? Und was unter "Heiligem Geist"?

von nobse am 07.08.2022 12:03

Hallo zusammen,
 
da Cleo einen früheren Beitrag von mir anscheinend nicht so verstanden hat, wie von mir beabsichtigt, möchte ich hier noch einmal darauf eingehen:
 
nobse: Nun, die Juden sind das Volk Gottes, das Gott auserwählt hat für die Ankunft des Erlösers. Was im Tanach über Gott und seinen Geist gesagt wird, steht ja auch in unserer Bibel, ist nur durch Übersetzungen teilweise in der ursprünglichen Bedeutung verfälscht verändert worden.

Die Bedeutung von manchen Schriftstellen, besonders die, welche über Geistwirkungen handeln, werden in den verschiedenen Übersetzungen unterschiedlich dargestellt. Ich hatte auch den Eindruck, dass in den modernen Übersetzungen, die von ihren Übersetzern als "zeitgemäß" angesehen werden, manches ungeistlicher dargestellt wird, als in früheren Übersetzungen.
 
Was nun das Wort ruach in der hebräischen Bibel angeht, so wird es mehr als 300 mal verwendet. Vielleicht findet man die eine oder andere Stelle in unseren heutigen Bibeln als "Odem Gottes" übersetzt, vielleicht auch als "Geist Gottes". Aber bei einer Suche auf bibleserver.com fand ich nur 44 Stellen in denen das Wort Odem vorkommt. Die Stellen mit Geist im AT habe ich nicht gezählt. Es scheint mir aber, dass ruach durchaus dann auch noch anders übersetzt worden ist, wodurch meine Behauptung, dass die ursprüngliche Bedeutung verändert worden sei, ja gestützt wird.
 
Ich hoffe, damit eine Klärung der Angelegenheit herbeigeführt zu haben.
 
Lg, nobse

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Leah
Gelöschter Benutzer

Re: Was meint die Schrift mit Friede von Gott

von Leah am 07.08.2022 11:28

Ich denke, dass der Friede Gottes, der alle Vernunft übersteigt, aus dem Vertrauen zu Gott erwächst.
Je mehr ich Gott vertraue, desto mehr komme ich an seinem Vaterherzen zur Ruhe. 

Ich sage "immer mehr", denn ich denke nicht, dass ich es schon völlig ergriffen habe, der Herr weiß es...
Was ist es also, was ich erlebe?

Innere Ruhe, wenn schwere Zeiten da sind, weil ich weiß, dass alles in Gottes Hand liegt.
Ich fürchte mich nicht vor Menschen, denn auch hier weiß ich alles aus der Hand Gottes anzunehmen.
Bei inneren Kämpfen, wenn Zweifel kommen, da weiß ich, da muss ich meinen Gedanken nicht zuhören. Sie kommen vom alten Menschen, von der Sünde, die in mir wohnt. Nein, Gottes Wort gilt, nicht meine Gedanken. Jesus Christus hat mit seinem Blut Friede gemacht zwischen mir, dem Sünder, und Gott. 

Ich kann sagen, "Vater", alles was Du zulässt, auch schlimmes, dient mir zum Besten, ich muss das nicht verstehen, aber ich weiß es, denn Du lügst nie.
Das ist für mich die Ruhe und der Friede von Gott.
Leah

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.08.2022 11:30.

Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2526

Re: Projekt Bibel 2022

von Merciful am 07.08.2022 11:18

Wir lesen heute, am 07. August 2022, im Buch Hiob 14,04 - 14,06.
 
Wie könnte wohl ein Reiner von Unreinen herkommen?
nein, nicht ein einziger.
 
Wenn denn seine Tage genau bemessen sind,
wenn die Zahl seiner Monde bei dir feststeht
und du ihm eine Grenze gesetzt hast,
die er nicht überschreiten darf,
 
so wende doch deine Blicke von ihm weg, damit er Ruhe habe,
bis er wie ein Tagelöhner mit Befriedigung auf seinen Tag hinblicken kann!
 
(Hiob 14,4-6; Menge Bibel 1939)
 
Merciful

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Leah
Gelöschter Benutzer

Re: Wer ohne sünde ist, werfe den ersten Stein. Woher nimmt Jesus diese Aussage?

von Leah am 07.08.2022 10:12

Hallo Weteyed,

Im Gesetz Mose war es Vorraussetzung für eine Steinigung, dass zwei oder drei Zeugen den Fall bestätigten. Diese Zeugen sollten ohne Sünde in der Sache sein, also rein in ihrem Zeugnis zur Strafsache.

Hier wurde eine Frau von einem aufgebrachten Mob vor den Herrn gezerrt. 

Das  Motiv war nicht, Recht zu sprechen, sondern den Herrn zu versuchen. Wo war der Liebhaber, der Hauptzeuge  und Mitschuldige? Warum brachten sie nur die Frau? Wie sollte da gerechtes Gericht stattfinden.

Die Juden waren geschult und gebildet in dieser Frage, ein ordentliches Gericht zu ermöglichen. Ich kann mir Jesu bohrenden Blick so richtig vorstellen. Und ich denke, als Jesus auf den Boden im Tempel schrieb, dachten alle an das Gesetz Mose, dass ja auch mit dem Finger Gottes auf Stein geschrieben wurde. 

Deshalb gingen alle, überführt vom heiligen Geist, weg, als Jesus sie aufmerksam machte, dass die Vorraussetzungen die Frau gerecht zu verurteilen, gar nicht vorlagen.

Ich glaube nicht, dass Jesus etwas gegen die Steinigung bei Ehebruch hatte, denn das Gesetz war ja von Gott gegeben und der neue Bund galt noch nicht.
Aber er hatte etwas gegen ein ungerechtes Urteil aus falschen Motiven.

Leah


Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.08.2022 13:20.

Weateyd

30, Männlich

  Neuling

Beiträge: 95

Re: Was meint die Schrift mit Friede von Gott

von Weateyd am 07.08.2022 09:45

Ich möchte noch zu Mercifuls Beitrag vom 06.08.22 22 Uhr ergänzen:

 

"Friede von Gott" ist von Paulus eine Grußformel.

Eine ähnliche Grußformel gibt, ist auch im AT zu finden: "Friede sei mit dir/euch/deinem Haus/..."
Spricht ein Engelswesen, Gott o.ä. diese Grußformel, steht zuvor meist auch noch "Fürchte dich nicht. Friede sei mit dir".

Bei der Frage "Was meint die Schrift mit Friede von Gott" würde ich sagen, es ist eine Grußformel. Eine Grußformel, um den anderen zu zeigen, ich bin dir wohlgesonnen. Ich würde da nicht zu viel hineininterpretieren.
Der wahre Frieden kommt dann im Reich Gottes.

Wahrscheinlich, wenn man von Frieden spricht, meint man wohl eher eine Art Zuversicht.

"Wenn dieser Friede von Gott ist und Jesus Christus sagt zu seinen Jüngern und nicht zu allen Menschen, meinen Frieden gebe ich Euch, dann müsste es so sein, dass diesen Frieden nur seine Jünger erfahren, oder? Würdest Du sagen, das ist eine durch und durch christliche Erfahrung?"

Ich würde sagen, ja. Es ist an und für die Jünger, und eine christliche Erfahrung.

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Leah
Gelöschter Benutzer

Re: Was meint die Schrift mit Friede von Gott

von Leah am 07.08.2022 09:31

Ja, Merciful, das ist auch meine Erfahrung.

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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2526

Re: Was meint die Schrift mit Friede von Gott

von Merciful am 07.08.2022 09:23

Der Friede Gottes kann u.a. als emotionale Seite der Versöhnung verstanden werden.
 
Ein mit Gott versöhnter Mensch findet Frieden in Gott und er stiftet Frieden in der Welt.
 
Die Schuld wurde getilgt. Die Sündennot wird aufgehoben. Das Gewissen wird entlastet.
 
Zuversicht zieht ein. Hoffnung weitet das Herz. Ein Gefühl der Freiheit bricht sich Bahn.
 
Der Friede folgt der Gnade auf dem Fuß und ist und bleibt eins mit dem Weg der Gebote.
 
So wirkt sich der Friede auch in den Beziehungen aus in Gerechtigkeit und Liebe.
 
Der Friede ist - wie gesagt - schwer zu beschreiben.
 
Aber er ist erfahrbar in Christus.
 
Er ist unser Friede.
 
(Epheser 2,14; Lutherbibel 2017 (Deutsche Bibelgesellschaft))
 
Merciful

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Weateyd

30, Männlich

  Neuling

Beiträge: 95

Wer ohne sünde ist, werfe den ersten Stein. Woher nimmt Jesus diese Aussage?

von Weateyd am 07.08.2022 09:22

Der werfe den ersten Stein

 

Die Geschichte steht in

Johannes 8,3- Johannes 8,11

Warum hat Jesus so reagiert?

Gott hat ganz klar in Mose (3.Mose 20,10 und 5.Mose 22,22) gesagt, wie zu verfahren ist, wenn jemand beim Ehebruch erwischt wird.

Jesus hat gesagt: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie."

Ja, Jesus hat Gott nicht direkt widersprochen und gesagt, das ist falsch. Aber er hat es auch nicht befürwortet - was ich an dieser Stelle aber erwarten würde.

Gott hat nicht gesagt, wer sündfrei ist, soll den Stein werfen. Gott hat gesagt: "Die Zeugen sollen als Erste Ihre Hand erheben, dann das ganze Volk.", "Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen." (5.Mose 17), "Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, hat den Tod verdient, der Ehebrecher und die Ehebrecherin.",...

Hat Jesus damit sich selbst nicht in Sünde gebracht? Weil er nicht das getan hat, was Gott eigentlich gefordert hatte? Er hat die Anweisungen Gottes, verdreht?

Gilt das (bzw. dieses) Gesetz zu Jesus Zeiten nicht mehr?
Man könnte daraus eine Gnade ableiten. Dann stellt sich aber die Frage, worauf diese sich beruht bzw. mit welchem Worte Gottes das oder dieses Gesetz revidiert wird.

In Joh 8,11 sagt Jesus: "Auch ich verurteile dich nicht." Jesus verurteilt, wenn kein anderer verurteilt? Worauf beruht das denn? Das steht doch so auch nicht geschrieben.
Wenn man konsequent danach ginge, wäre das ein Weg zur Sünde und Zügellosigkeit.

Oder geht es hier primär gar nicht um die Frau, sondern um die Schriftgelehrten und Pharisäer, die einen Grund suchten, Jesus anzuklagen? (Joh 8,6)
Wobei dann oben genannten Fragen trotzdem noch offen blieben.

 

 

Was ich mich auch Frage: Es steht von keiner Steinigung zu Lebzeiten Jesus geschrieben, im Sinne des Gesetzes. Das finde ich auch komisch. Ob das, dass jüdische Volk auch "dürfte" ist ja auch eine Frage. Und zwar vonseiten der römischen Regierung, die ja auch Gesetze und Regelungen hat. Da konnte ja auch nicht jeder wahllos töten wegen eines Gottes oder eines anderen Grundes?! Wobei ich hier noch nicht die Gesetze des römischen Reiches recherchiert habe.
Vielleicht war das auch legal möglich, aber dann sollte davon mehr in der Bibel stehen, oder?!

 

 

 

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Was meint die Schrift mit Friede von Gott

von Burgen am 07.08.2022 09:12



Der Friede ist zB, wenn der Geist im Menschen das Denken im Kopf und den Nerven  zur ruhe kommen lässt und ruhend mit abba Vater, Jesus Christus sozusagen in Einheit ist. 
Der Mensch wird beschenkt. Jedoch ist dies kein materieller Zustand. Man kann dieses nicht festhalten. Jedoch kann der Geist des Menschen darin geschult werden, in Gottes Geist zu ruhen und erquickt zu werden. 
Es heißt ja auch bleibe in mir, ich bleibe in dir. 
Letztlich sind all die menschlichen Versuche, diese Ruhe und diesen Frieden haben zu wollen Stückwerk, wie zB der 'neumodische' Minimalismus. Das haben schon damals die Mönche vorgelebt. Sie brauchten nur ihre Kammer, Bett, Essen und die Schriftstücke, das Gebet - und Gemeinschaft untereinander. 

Gnade ist der Ursprung allen Friedens. Jesus sagt ja, euren Frieden lasse ich euch [haltet ihn, genießt ihn] meinen [göttlichen, starken, absoluten] Frieden gebe ich euch. Lasst ihn euch nicht stehlen von dem Stehler. Zieht die Waffenrüstung Gottes an - Epheser. 


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