Clownis Welt
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Re: Clownis Welt
von pausenclown am 11.10.2026 07:15Hallo.
Kürzlich habe ich was zum Laubhüttenfest geschrieben.
Dieses Jahr habe ich noch was dazu gelernt, bzw im Unterricht gelernt
3.Mose 23. 40 ff
Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott,
und sollt das Fest dem HERRN halten jährlich sieben Tage lang. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, dass sie im siebenten Monat so feiern.
Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen. Wer einheimisch ist in Israel, soll in Laubhütten wohnen,
dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Israeliten habe in Hütten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der HERR, euer Gott.
Mir ist nie eine Verbindung zu einer anderen biblischen Geschichte aufgefallen.
Habt ihr eine Idee welche?
Der verlockende oder schöne Baum der Erkenntnis. Die Geschichte kennt bestimmt jeder.
Das Unerlaubte nehmen und essen der Frucht, mit den bekannten Folgen, Flucht vor Gott.
Und die Folgen: Eva muss fortan Mühsal und Schmerzen bei Schwangerschaft und Geburt ertragen und steht unter der Herrschaft des Mannes.
Adam) muss mühsam von einem verfluchten Acker arbeiten und kehrt am Ende zu Staub (Erde) zurück.
Das Laubhüttenfest dagegen mit seinem Gebot:
Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott.
Habt ihr es bemerkt ? Zu den Konsequenzen gehört die Mühsal, aber zum Laubhüttenfest sollen es sieben fröhliche Tage sein!
Dazu kommt etwas Hebräisch:
1.Mose 3,8:
„Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes mitten unter den Bäumen des Gartens.“
Das hebräische Wort Mi'pnei bedeutet wörtlich „vom Gesicht weg“. Die Sünde bewirkt sofortige Entfremdung. Der Mensch erträgt die Nähe nicht mehr.
Das Laubhüttenfest gehört zu den drei Pilgerfesten 5 Mose 16.16.
Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist bei dir, vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die der HERR erwählen wird…
Auf hebräisch steht:
Lir'ot et Pnei Hashem bedeutet wörtlich: „Um das Angesicht Gottes zu sehen“.
In Eden: Der Mensch sündigt mit der Frucht des schönen Baumes und flieht weg vom Angesicht Gottes, um sich hinter den Bäumen zu verstecken.
An Sukkot: Der Mensch nimmt die Frucht des schönen Baumes, verlässt sein schützendes Haus und zieht hin zum Angesicht Gottes. Die Sukkah (die Hütte) ist kein Versteck vor Gott, sondern ein intimer Raum mit Gott.
Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb es Gottes Wunsch ist, dass alle Nationen das Laubhüttenfest feiern…. Vielleicht.
Shalom Pausenclown.
Re: Clownis Welt
von nusskeks am 11.10.2026 10:21Es gab einige Bezüge, die ich bei 3.Mose 23,40 hatte. Das mit dem Baum der Erkenntnis gehörte dazu.
Danke fürs Teilen dessen, was in Deinem Unterricht vorkam.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 11.10.2026 11:34Hallo Nusskeks.
Ich gehe davon aus du meinst den Etrog.
In unserer Tradition wird/wurde intensiv diskutiert, was für eine Frucht Adam und Eva im Garten Eden eigentlich gegessen haben, die Torah verschweigt es.
Z.B. argumentiert Rabbi Abba in einem Midrash:
Es war der Etrog. Denn es steht geschrieben: und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise war.
Welcher Baum ist es, dessen Holz genausi schmeckt wie seine Frucht? Das ist der Etrog.
Weiter merkt er an: Der Text sagt nicht nur, dass die Frucht gut war, sondern dass der Baum selbst gut zu essen war. Der Etrog-Baum besitzt eine seltene botanische Eigenschaft: Das Holz, die Rinde und die Blätter des Baumes verströmen denselben intensiven Duft und schmecken ähnlich wie die Frucht selbst. Der Baum schmeckt wie seine Frucht.
Jetzt kann man so gut wie jedes Wort aus 3 Mose 23.40 unter die Lupe nehmen, dann werden wir dieses Jahr mit dem Schreiben nicht mehr fertig.
Weshalb ich überhaupt über die jüdische Tradition in einem christlichen Forum schreibe, aus zwei Gründen.
Zuerst: Es ist eine andere Perspektive und ich erhebe nicht den Anspruch,dass sie stimmt. Ein weiterer Blickwinkel.
Zweitens: Aus meiner Erfahrung ist die jüdische Tradition und ihre Welt unbekannt.
In der jüdischen Theologie gibt es zb ein sehr wichtiges Wort: Warum.
Warum dies und warum das ….
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 27.10.2026 18:44Hallo.
Heute war ich mit der jüdischen Familie in der KZ Gedenkstätte. Zusammen mit einem Mitarbeiter der Gedenkstätte haben wir den Mittag verbracht.
Für alle Beteiligten war es stellenweise sehr emotional, vor allem für Suzanne. Ihr Vater und zwei Onkels waren im selben Lager und haben überlebt. Einmal sehen, was ihr Vater gesehen hat…. Das war ihr Wunsch. Suzanne hat zu Lebzeiten ihres Vaters nie mit ihm darüber gesprochen.
Später bekam ich die Nachricht von ihr:
Vielen Dank. Der heutige Besuch war viel emotionaler und bedeutungsvoller, als ich erwartet hatte. Vielen Dank für Ihre Hilfe und dafür, dass Sie ihn zu einem so unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.
Dankeschön für die, die dafür gebetet haben.
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von nusskeks am 28.10.2026 07:10Der Beitrag von pausenclown bringt mich auf den Gedanken: Irgerndwann werde ich auch eine KZ Gedenkstätte besuchen. Seltsam, dass ich es bisher noch nicht getan habe.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 28.10.2026 09:54Hallo Nusskeks.
Dazu kann ich dich nur ermuntern.
In Deutschland gab es 24 Stammlager und dazu kamen etwa 1700 Außenlager, je nach Zählweise.
Die meisten kennen Auschwitz, Dachau und Bergen Belsen, aber wer kennt z.B. das KZ Neckarelz?
Viele dieser KZ tragen die Überschrift: Das KZ vor der Haustür, oder wie im Fall Neckarelz mitten im Ort.
Die große Anzahl der Lager in Deutschland hängt mit der Untertageverlagerung der Rüstungsindustrie zusammen und dem enormen Bedarf an Arbeiter.
1944/45 befanden sich gleichzeitig rund 8 Millionen ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge im Deutschen Reich.
Ca 200.000 Juden die ab 1944 wieder nach Deutschland deportiert wurden. Die letzten Ghettos im Osten wurden geräumt und arbeitsfähige Juden kamen in KZ nach Deutschland.
Die Kriegsgefangenen lebten in STALAG, kennt ihr den Begriff?
Das Konzept ist schnell erklärt, Vernichtung durch… warten und sterben lassen.
Eines dieser Beispiele ist ein kleine Ortschaft in Norddeutschland, Wietzendorf.
Rund 16000 russische Kriegsgefangene sind allein in einem Winter gestorben.
Du findest in jeder Ecke Deutschlands Gedenkstätten, viele sind Vereine und die Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich.
Shalom Pausenclown.
Re: Clownis Welt
von Sterntaler am 28.10.2026 16:53Irgerndwann werde ich auch eine KZ Gedenkstätte besuchen. Seltsam, dass ich es bisher noch nicht getan habe.
Ich habe mich noch nicht getraut.
Dein Beitrag war sehr berührend, Pausenclown.
In Deutschland gab es 24 Stammlager und dazu kamen etwa 1700 Außenlager, je nach Zählweise.
=,(
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 28.10.2026 17:58Hallo Sterntaler.
Was würdest du bei einem Besuch verlieren, vermutlich nichts, aber genauso wenig etwas gewinnen.
Diese Orte sind der Inbegriff des Bösen, Täter und Opfer.
Vielleicht gehört auch die Frage: Wo war eigentlich Gott dazu?
Und man kommt zu der Erkenntnis, wie soll man dem Ganzen irgendwie gerecht werden?
Man kann vor lauter Dunkelheit irre werden, oder man hebt den Kopf und schaut nach oben ins Licht.
Was lässt sich jetzt finden?
Ein Richter und Tröster, ein Messias und Gott, dem niemand fern war, meine persönliche Überzeugung und Antwort, wo Gott war, ist: Er war mitten im Lager, in den Baracken, Gaskammern, im Leid und Hunger.
Viele haben im Schmerz und Leid diesen Blick verloren und anderen hat der Blick nach oben geholfen und gerettet.
Falls du magst und es dir hilft, kann ich dir von Überlebenden schreiben, die nicht den Blick nach oben verloren haben.
Shalom Pausenclown.
P.S. Auf keinen Fall würdest du alleine hingehen, der, der dir versprochen hat, dich nie zu verlassen wird mit dir gehen. Er kennt diesen Ort schon, er war schon dort.
P.S. Auf keinen Fall würdest du alleine hingehen, der, der dir versprochen hat, dich nie zu verlassen wird mit dir gehen. Er kennt diesen Ort schon, er war schon dort.


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