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Re: Ist sich als Christ "ausschließlich" an die Bibel zu halten?
von Jonas am 15.11.2020 13:33Grüß Dich Geli!
Sünde ist in aller Regel lieblos, denn dieses Wort heißt eigentlich nichts anderes als die Absonderung von der Einheit, von Gott, der die Liebe ist.
Damit ist im allgemeinen der Mensch schon genug gestraft.
Gott braucht nicht noch extra Hand an diesem Menschen zu legen, denn was der Mensch säht, das erntet er auch, lehrt uns Jesus.
Zumal das auch im Allgemeinen nirgents gezeigt wird.
Tyrannen leben oftmals recht lange und von unseren Maßstäben aus gesehen, gar nicht mal so schlecht.
Im Falle Gottes ist es aber gleichzeitig, da Gott ewig ist, also auch außerhalb der Zeit.
Von Gott her ist das Endliche hier auf Erden auch schon abgeschlossen.
Gott hat vor der Erschaffung schon gewußt wie das hier enden wird.
Sicher wird der die Sünde liebt vernichtet werden.
Besser ist aber wenn man sagt, dass derjenige sich selbst vernichtet.
Es ist wohl eines der unendlichen Weisheit Gottes zuzuschreibenden Dingen,
dass gerade die größten Tyrannen bzw Narzisten auf Kosten anderer vor dem fliehen wollen und Angst davor haben,
dass sie sich auf ewig selbst zubereiten. Den Tod bzw das Nichtsein.
Der Heilige hat keine Angst vor dem Tod.
Der Tod ist nur die Begegnung mit der Ewigkeit, mit der Einheit, mit der Liebe, mit Gott.
Mit besten Grüßen
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Ist sich als Christ "ausschließlich" an die Bibel zu halten?
von geli am 15.11.2020 12:20Dann würdest Du also die Sünde "überborden" lassen - und auch die damit verbundenen "Lieblosigkeiten": Betrug, Lüge, Mord (wie bei Ahab, weil er Nabots Weinberg haben wollte), bestechliche Richter, Unrecht auf allen Ebenen, Habgier -Reiche, die sich auf Kosten der Armen bereichern, Machthunger - es ist ja so allerlei aufgezählt, was Gott beanstanden mußte.
Gott hat immer den Weg der Buße und der Umkehr predigen lassen - und er hatte immer sehr lange Geduld. Aber irgendwann kommt dann der Aufruf zum Krieg - bzw. im Falle Israels hat er zugelassen, dass fremde Völker kamen und das Land eingenommen hatten.
Wenn Gott zum Krieg "aufruft", dann in der Regel deshalb, weil er bestimmte Sünden bestrafen will. Denn die Ausübung dieser Sünden ist ebenso "lieblos".
Das tut er auch gar nicht gleichzeitig.
Die Sünde - und wer daran kleben bleiben will - wird vernichtet. Das hat sich nie geändert.
Was sich (seit dem Kreuz) geändert hat: Jesus ist für die Sünde gestorben, für die Sünde der ganzen Welt. Jeder soll Gelegenheit haben, dieses Angebot anzunehmen, und Gott wartet ab, wer das tun wird. Solange er abwartet, sind auch wir aufgerufen, unsere Feinde zu lieben und ihnen die Gelegenheit zur Umkehr zu geben.
Eines Tages wird diese Gnadenzeit vorbei sein - dann wird Gott diejenigen, die sein Angebot der Vergebung und der Umkehr nicht angenommen haben, richten und sie bestrafen.
Das ist aber nicht unsere Sache, sondern Gottes. Bzw. Jesus wird dann der Richter sein, weil Gott ihm dieses Amt übergeben hat.
Re: Ist sich als Christ "ausschließlich" an die Bibel zu halten?
von Jonas am 15.11.2020 11:58Grüß Dich Cleopatra!
Natürlich ist der Aufruf zum Krieg lieblos.
Oder hast Du schon einmal einen liebevollen Krieg gesehen.
Das es in der Realität dann exakt genau so war, ist weder von Nöten noch wird darauf ein Anspruch erhoben.
Es ist so bindent und wahr, das kein Wort weder hinzu- noch hinweggenommen werden darf.
Die Praxis ist aber leider oft so, das eine Bibelstelle durch die andere ausgestochen wird.
Natürlich mit hochgehobener Bibel und der feierlichen Verkündigung, dass alles darin wahr ist.
Der Herr kann nicht gleichzeitig zur Feinesliebe und Mord seiner Feinde aufrufen.
Es werden gerade im AT an der Realität angelehnte Erzählungen gebracht, die aber auf einen Erkenntnisgewinn im geistigen Bereich abzielen.
Das es in der Realität dann exakt genau so war, ist weder von Nöten noch wird darauf ein Anspruch erhoben.
Glaubst Du wirklich dass das ein naturwissenschaftlicher Tatsachenbericht ist?
Wenn man das als tatsachenbericht nehmen würde, würde man sich in lauter Widersprüche verstricken und noch dazu würde der Sinn dahinter völlig verloren gehen.
Hier wird zB die Schöpfung gerne genommen: Ich nehme sie so, wie sie geschrieben wurde- innerhalb von sechs Tagen wurde die Erde erschaffen. Punkt- schließlich steht es so. Sinnbildlich würde hier dann bedeuten, dass die Tagesanzahl einen Sinn ergeben und man die ganze Schöpfungsgeschichte dementsprechen umändert, so dass nurnoch eine Interpretation übrigbleibt.
Wenn Du die Schöpfungsgeschichte so auffaßt, wie Du es beschrieben hast, dann begehst Du genau den Fehler, denn Du vermeiden willst.
Du liest dann alles in Bildern bzw Metaphern.
Du liest hier zB:
Gen 1,5
Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag!
Wobei aber erst am vierten Tag die Gestirne erschaffen wurden.
Versuche das ganze einmal ohne Bilder vor Deinem geistigen Auge zu lesen.
Das Bilderverbot steht ja immerhin schon weit am Anfang der Gebote.
Du müßtest Dich jetzt auf die Suche machen, was Abend, Morgen, Tag usw in Wahrheit bedeutet.
Licht und Finsternis bzw Tag und Nacht werden in der Bibel eben oft nicht als sinnliche Zustände wie Sonnenauf- und Untergang, sondern als geistige Zustände beschrieben.
Und nicht die Schöpfung bzw die Bilder.
Ja, natürlich kann ich das machen!
Ich dachte nur, es paßt halt zum Thema wenn man vorab klärt was genau bindend sein soll.
Denn, Widersprüche können nicht bindend sein.
Du schreibst aber eh wiederum selbst, dass es Dir vornehmlich um den geistigen Bereich geht, wenn Du in der Bibel liest.
Das diese geistigen Sachverhalte annähernd an der Realität erzählt werden, dient ja nur dem besseren Verständnis.
Dazu brauche ich keinen naturwissenschaftlichen Tatsachenbericht.
Oder im Gegenteil, ist der doch oft hinderlich.
Denn ein naturwissenschaftlicher Tatsachenbericht mit unseren gewöhnlichen Vorstellungen vermischt, würde zu Jesus als den geliebten Sohn Gottes, so gar nicht passen wollen.Ein Mensch der in Armut geboren mit seinen Eltern auf der Flucht war, später umherziehend von "der Hand in den Mund" lebend, von anderen bedrängt und letztendlich gekreuzigt.
Sicherlich gibt es eine Faktenlage genauso.
Gerade Jesus verspricht nichts, ohne es zu halten.
Will heißen, wenn Jesus die Liebe verkündigt, dann lebt er sie auch in der Realität vor.
Mit allen Konsequenzen wie man sehen kann.
Die Faktenlage spielt aber mit Sicherheit eine höchst untergeordnete Rolle.
Darum geht es vornehmlich Menschen, die den Reichtum an geistigen Inhalten in der Bibel nicht folgen können bzw die Bibel nicht lesen können.

Mit besten Grüßen
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Bibel wörtlich nehmen, oder buchstäblich?
von geli am 15.11.2020 11:58Das stimmt allerdings - oft benutzen Menschen das gleiche Wort, aber jeder versteht etwas anderes darunter. So sind Mißverständnisse vorprogrammiert. Ich hab mal gehört, dass - ich glaube, es waren 60 %
- von dem, was gesagt wird, bei dem anderen anders ankommt, als es gemeint war. Deshalb finde ich es immer wichtig, beim jeweiligen Gesprächspartner nachzufragen, wenn es Mißverständnisse gibt. So könnten nämlich einige Streitigkeiten beseitigt werden...
pausenclown
Gelöschter Benutzer
Re: Bibel wörtlich nehmen, oder buchstäblich?
von pausenclown am 15.11.2020 09:15Hallo,
Warum ich diesen Vortrag gepostet habe ist, vielleicht ist es erstmal wichtig Begriffe zu klären, weil diese unterschiedlich besetzt sein können und es daraus zu Missverständnissen führen kann.
Am Ende meint man das gleiche, benutzt unterschiedliche Wörter.
Ich glaube nicht, dass es in dem Vortrag darum geht zu erklären, so oder so ist das richtig, eher ne Anleitung den anderen in seiner Position zu verstehen.
Auch evtl zu lernen eine andere Meinung zu diesem Thema stehen zulassen, sie ist nicht mehr wie eine Meinung..
Shalom.
pausenclown
Gelöschter Benutzer
Re: Bibel wörtlich nehmen, oder buchstäblich?
von pausenclown am 15.11.2020 09:15Hallo,
Warum ich diesen Vortrag gepostet habe ist, vielleicht ist es erstmal wichtig Begriffe zu klären, weil diese unterschiedlich besetzt sein können und es daraus zu Missverständnissen führen kann.
Am Ende meint man das gleiche, benutzt unterschiedliche Wörter.
Ich glaube nicht, dass es in dem Vortrag darum geht zu erklären, so oder so ist das richtig, eher ne Anleitung den anderen in seiner Position zu verstehen.
Auch evtl zu lernen eine andere Meinung zu diesem Thema stehen zulassen, sie ist nicht mehr wie eine Meinung..
Shalom.
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Tageslesung (11) Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht -- Ps 59,7
von Burgen am 15.11.2020 08:55
Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi __ 2.Korinther 5,10a
Ev: Matthäus 25,31-46
Ep: Römer 14,(1-6) 7-13
AT: Hiob 14,1-6 (7-12) 13 (14) 15-17
Pr: Lukas 16,1-8 (9) Psalm 137
Losung
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben
und demütig sein vor deinem Gott. __ Micha 6,8
Jage nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen. __ 2.Tim 2,22
Lass mich an andern üben, was du an mir getan; und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz
und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. (Justus Gesenius)
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Wahl der Präsidentschaft / Kanzlerschaft eines Landes - aus christlichem Verständnis beten
von Burgen am 15.11.2020 08:38
Danke für eure Gedanken.
Ja, die Heilige Schrift mahnt uns für die Obrigkeit zu beten. ...
Und bei den derzeitigen Dramen wurde mir deutlich, dass es nicht damit getan ist, einfach die entsprechenden Namen oder die damit verbundenen Situationen im Gebet vor dem Thron aufzusagen. ...
So Regierungen eines Landes kommen ja nicht einfach so aus dem Blauen an die Macht.
Wir wissen ja meist aus persönlichen Geschehnissen, dass vielfach ein langer Vorlauf im Denken und ausprobieren und menschlichen "Freundschaften" ein gewisses Ergebnis hervorbringt.
In dem Chronikbuch steht an einer Stelle: HERR, gib Gelingen. Das sind ganz einfache Worte. Genau wie: Jesus hilf.
Dabei denke ich auch, dass manchmal über eine Sache etwas wie eine dunkle Decke liegt. Eine Freundlich zB besuchte mich mal. Sie kam aus Würzburg die lange Zugfahrt in unsere Stadt. Das war in den neunzigern. Und dann sagte sie mir, dass sie kaum Luft kriegen würde, weil es über unserer Stadt hier wie eine dunkle Decke lag. Zu der Zeit gab es ua hier einige Drogenhotspots und manch andere dunkle Ecke.
Allerdings muss ich zugeben, ihre Aussage kam mir wunderlich vor.
Jedoch betete ich vor einiger Zeit in der Innenstadt und es war als würde der Geist des Gebets nach oben hin weggezogen.
Einige Wochen später fiel mir auf, dass eine Gruppe internationaler Christen an ihrem fast üblichen Bücherstand sangen und ein Mann durch die ganze Innenstadt zu hören war mit seiner Predigt. Er trug ein Mikrophon und war weithin klar und deutlich zu hören.
Etliche Menschen blieben stehen und hörten zu. Da fiel mir das wieder ein, das Gebet welches nach oben hin wie eine unsichtbare Wolke weggezogen worden war.
Und deswegen denke ich auch, dass wir als Christ sogar Einfluss darauf haben, wie sich unsere Parlamente zusammen setzen können. Und die der uns verbundenen einflussreichen Nachbarregierungen eben auch.
Könnte es sein, dass darin, im Gebet, unsere Verantwortung als "Licht in der Welt" legen könnte? Aus der Heiligen Schrift wissen wir ja, dass viele schlimme Dinge und Umstände auf die Menschen zukommen werden. Und wir sind ja Teil.
Andere Länder haben andere "Bibeln", denen sie folgen müssen. Doch wir haben Jesus, dem wir folgen, auf den wir lebendig hoffen.
Wie Psalm 91ab V5 sagt:
Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, 6 nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag.
7 fallen auch tausende zu deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch nicht treffen. 8 Ja, du wirst es sehen mit eigenen Augen, wirst zuschauen, wie den Frevlern vergolten wird. 9 Denn der Herr ist deine Zuflucht, du hast dir den Höchsten (Abba) als Schutz erwählt. ...
Also nicht den Kopf in den Sand stecken, oder denken, ich kann eh nichts bewirken. Jedes Gebet, auch tief im Herzen verschüttet, wird erhört - zu Gottes Zeit ... bei ihm gibt es ja keine Zeit, also ist es auch schon erhört worden ;)
Re: Ist sich als Christ "ausschließlich" an die Bibel zu halten?
von Cleopatra am 15.11.2020 07:24Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Bibel wörtlich nehmen, oder buchstäblich?
von geli am 14.11.2020 22:21Ich habe mir den Vortrag auch angehört, aber er hat mir nicht unbedingt mehr Klarheit verschafft.
Ich denke, man kann das - "die Bibel wörtlich nehmen" - nicht pauschal sagen. Es kommt immer darauf an, welche biblischen Aussagen gemeint sind, es kommt auf die Zusammenhänge an, und es kommt darauf an, wie die betreffende Stelle im Kontext zu verstehen ist.
Oftmals kann man eine Stelle auch "mehrschichtig" verstehen - Gott spricht in unterschiedlicher Weise, und auch ganz persönlich.
Als Beispiel möchte ich mal das Wunder in Kana einbringen, wo Jesus den Wein vermehrt hat.
Dieses Gleichnis hat eine "offizielle" Auslegung - mir persönlich sagt dieses Gleichnis, dass mein Leben - so wie es vor meiner Bekehrung war - mit "Wasser" bezeichnet werden konnte. Gott macht nun aus meinem Leben "guten Wein" - so habe ich es nach meiner Taufe ganz persönlich empfunden.
Viele Jahre später bekam dieses Gleichnis noch eine weitere Bedeutung: Das, was ich geben kann - an "guten Taten" etc. - also das, was ich täglich in meinem Glaubensleben einbringen kann, ist nur "Wasser". Erst wenn Gottes Geist dazukommt, wird aus diesem "Wasser" "Wein" - mein ganz persönliches Tun wird durch Gottes Geist brauchbar gemacht.
Aber natürlich glaube ich auch, dass Jesus damals ganz "wörtlich" aus Wasser Wein gemacht hat.
Normalerweise denke ich, dass das ganze AT eigentlich an Gottes Volk, die Juden, gerichtet ist, die "Gemeinde" kommt da gar nicht vor - jedenfalls so weit ich es weiß.
Aber durch Petrus und auch Paulus lernen wir, dass bestimmte Dinge auch für die Gemeinde angewendet werden dürfen - als Beispiel mal Joel 3,1. Da wendet Petrus diese Stelle das "Pfingstwunder" an.
Dazu gibt es viele Beispiele, wie wir Aussagen aus dem AT für das NT anwenden dürfen, und davon können wir auch lernen.


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