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pausenclown
Gelöschter Benutzer
Re: Abendmahl
von pausenclown am 22.01.2018 12:01Hallo Thomas,
wo steht es geschrieben, Korinther tut es der Gemeine in Jerusalem gleich mit Gütergemeinschaft?
Noch wo hat ein anderer Apostel es geboten?
Vielleicht interpretierst du das in Paulus seine Worte hinein?
Pausenclown
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase (42) Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer - Sacharja 9,9
von Burgen am 22.01.2018 11:59Aus der Tageslese 2.Korinter 3,
12 Da dieser neue Bund uns diese Hoffnung gibt, können wir alles wagen:
13 Wir sind nicht wie Mose, der sein Gesicht verhüllte, damit das Volk Israel nicht sah,
wie der Glanz der Herrlichkeit Gottes darauf verging.
14 Doch die Gedanken der Menschen wurden verfinstert, und bis auf den heutigen Tag
liegt ein Schleier über ihrem Denken.
Wenn das Gesetz des alten Bundes vorgelesen wird, erkennen sie die Wahrheit nicht.
Dieser Schleier kann nur durch den Glauben an Christus aufgehoben werden.
15 Ja, noch heute sind ihre Herzen, wenn sie die Schriften Moses lesen,
durch diesen Schleier verhüllt, sodass sie sie nicht verstehen.
16 Doch wenn sich jemand dem Herrn zuwendet, wird der Schleier weggenommen.
17 Der Herr aber ist der Geist,
und wo immer der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
18 Von uns allen (die ersten Christen) wurde der Schleier weggenommen,
sodass wir die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel ansehen können.
Und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden
und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln.
(Fussnote zu 3,18:
Griech. wir alle ... werden in dasselbe Bild verwandelt von Herrlichkei zu Herrlichkeit,
wie es vom Herrn des Geistes gegeben wird.)
(Neues Leben - die Bibel)
Re: Verein Kirche - Lehre Jesu
von jovetodimama am 22.01.2018 11:52Ja, lieber Thomas, es geht also um Austausch und dabei um die Frage des Gebens und Nehmens:
Frage a) Kann ich (noch) etwas geben?
Frage b) Kann ich (noch) etwas mitnehmen?
Viel, wenn nicht das allermeiste, liegt an einem selbst, ob man hier zweimal mit "ja" antworten kann.
Doch Menschen, die allgemein zum Austritt aus der Kirche aufrufen - so wie der Schreiber des Kommentars bei youtube - stellen diese Fragen wohl gar nicht. Vielleicht wollen sie nur provozieren oder Dampf ablassen, Vielleicht stellen sie aber auch eine ganz andere Frage, nämlich: "Wie kannst du noch einem Verein angehören, der so dunkle Stellen hat?"
Manchmal kommt mir das so vor, als ob man eigentlich fragen wollte: "Wie kannst du eigentlich noch ein Mensch sein, wo Menschen soviel Schlimmes tun, Tiere und Urvölker ausrotten, Lebensräume und die Umwelt zerstören, grausam töten usw.?" Und manchmal frage ich mich das fast selber. Aber ich habe ja gar keine Wahl: Ich bin als Mensch geboren und lebe als Mensch in dieser Welt. Und ich bin ein Sünder und brauche Gott und, wenigstens zeitweise, das Leben in einer Gemeinde von Menschen, die sich ebenfalls dessen bewusst sind, dass sie Gott brauchen.
Aus der Gemeinde auszutreten, weil auch in Kirchen schlimme Dinge passieren und Sünden von Kirchenmitgliedern getan werden, hätte für mich enderletzt dieselbe Logik, wie mir das Leben als Mensch zu nehmen, weil Menschen schlimme Dinge tun. Wir können es nicht ändern, dass der Mensch eine sündige Natur hat. Wir können uns nur darum bemühen, dieser nicht nachzugeben, und um die dazu nötige Kraft im Gebet bitten. Und das gelingt uns vielleicht in der Gemeinschaft besser als alleine.
Diese Aufgabe der Gemeinde, nämlich die einzelnen in ihrem Bemühen im Kampf gegen Sünde zu unterstützen, kommt in einer Kirche, die sich dem heutigen Zeitgeist der Beliebigkeit teilweise stärker unterworfen fühlt als dem Wort Gottes, freilich vielerorts zu kurz. Doch umso mehr ist im Grunde jeder, der dies erkannt hat, dazu aufgerufen, sich in diesem Sinne positiv in eine Gemeinde seiner Wahl einzubringen.
Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. (Joh. 13,34)
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Abendmahl
von nennmichdu am 22.01.2018 11:38Hallo Pausenclown,
Die ersten Juden, die an Jesus glaubten, nennen sich (auch) Christen. Gottes Kinder, zu Gottes Volk gehörend und nun aus dem (im) neuen Bund lebend (schöpfend).
Paulus hat der Gemeinde in Korinth vor Augen gestellt, wo es bei ihnen hapert.
und fängt so an:
17 Wenn ich aber Folgendes vorschreibe, so lobe ich nicht, dass ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt.
"Vorschreibe" im Sinne von einen Grund lege, der aufzeigen tut, wie Gemeinde funktionieren tut...
18 Denn erstens höre ich, dass, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, Spaltungen unter euch sind, und zum Teil glaube ich es.
19 Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden
Vers 19 weist darauf hin, das Gott auch die Nöte und die Reibungsprozesse in Gemeinden dazu gebraucht, um seine (auserwählten) Kinder daran/darin reifen und wachsen zu lassen. Aus diesen Umständen als hier in der Liebe und Geduld geübt/bewährt Menschen hervor kommen zu lassen, die sich hier in geistlicher Reife erwiesen haben.
20 Wenn ihr nun zusammenkommt, so ist es nicht möglich, das Herrenmahl (dem Herrn gehörige Mahl - die dem Herrn gehörige Gemeinschaft) zu essen(zu pflegen).
Wenn ihr - als Kinder Gottes - als Christen - nun zusammenkommt (innerhalb der Gemeinde wo jeder den anderen (geistlich) erbaut) - dann ist dies nicht möglich --- hier Jesu Tod als Gemeinde darzustellen --in der Liebe die wir untereinander haben (sollten) -
weil:
21 Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl (oder Abendessen) vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken.
22 Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde (oder Versammlung) Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht.
Also hier kann ich Vers 22 nur so verstehen, das ich meine eigenen Bedürfnisse (nach Essen und Trinken) zu Hause - und nicht in der Gemeinde - befriedigen soll.
Nun läge es nahe anzunehmen, das manche Christen sich nun hungrig und durstig über den Abendmahlswein und das Abendsmahlsbrot hergemacht haben (was vielleicht dann sogar ein Grund war, das später nur noch dünne Oblaten und ein winziger Schluck Traubensaft verteilt wurden - um hier ein Sättigungsmahl von vorne herein auszuschließen) .... ---
ABER -- bei genauerem Hinschauen kann das nicht sein, denn wie sollte ich nun deswegen andere beschämen, die nichts haben? Esse ich denen Brot und Wein beim Abendmahl dann weg? Was ihnen eigentlich als Sättigungsmahl zur Befriedigung ihrer persönlichen Bedürfnisse hätte dienen sollen?
Andere beschämen tue ich nur dort - und hier verweise ich wieder auf die Begebenheit mit Hananias und Saphira - wo ich mir selbst etwas vorenthalte an Gütern und materiellen Besitz und gleichzeitig von dem Nutzen der Gütergemeinschaft lebe und davon zehre. Von dem Wenigen lebe, was andere hier eingebracht haben, während ich selbst einen Teil meines materiellen Reichtumes der Gemeinde vorenthalte.
Dadurch beschäme ich die, die weniger als ich in die Gemeinde eingebracht haben.
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm
Denn Paulus selbst hat vom Herrn (etwas) empfangen (geistliches Leben/geistliche Speise -- er hat Jesus ja nicht zu Lebzeiten erlebt), was er Paulus - dieser Gemeinde auch schon einmal mitgeteilt (überliefert) hat ---das heißt Paulus wiederholt sich hier noch einmal und spricht in die nun spezielle Situation der Gemeinde..
Jesus nahm Brot --- und jetzt nicht für sich (in der Gemeinschaft der Jünger/Gläubigen) ---
24 und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis!
Das (eigene) Brot nehmen und für den anderen Brechen. Dies ist eine ganz praktische Haltung und ein ganz praktischer Dienst, der uns Christen auszeichnet. Wenn wir dies tun - ganz praktisch im Leben für den anderen - dann stiften wir in diesem Tun/Unserem Handeln - Jesus ein Gedächtnis.
25 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Wir trinken also nicht Wein - in der (Mahls)Gemeinschaft mit dem Herren - sondern wir trinken aus dem was der Herr für uns erworben hat (wir kommen als durstige zu ihm und trinken von ihm lebendiges Wasser, was in uns überquillt zu Strömen lebendigen Wassers --- aus unserem veränderten Wesen - dem neuen Herzen, dem beständigen heiligen Geist)
So oft wir also aus Jesus selbst leben und schöpfen - bzw.- wo wir es tun, so oft ist dies dem Herrn ein Gedächtnis -sooft zeigen und verkünden wir der Welt, das Jesus sein Leben für uns gab (verkünden wir seinen Tod)
26 Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Und jetzt schließt Paulus den Bogen und nimmt wieder Bezug auf die Situation in der Gemeinde in Korinth:
27 Wer also unwürdig (und hier gibt es die Anmerkung: den Leib (die Glieder) des Herrn durch liebloses Verhalten nicht achtend) das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein.
Wird schuldig sein, das nachzuliefern, was Jesus uns selbstlos gegeben hat. Wir bleiben also den Geschwistern etwas schuldig. Wenn wir nicht zuerst ihnen (unser) Brot brechen.
ich denke schon.... zumindest bin ich auf dem Weg dahin... mich darin immer mehr zu befleissigen... in der Nächstenliebe ... sie zu üben...
Thomas
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase (42) Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer - Sacharja 9,9
von Burgen am 22.01.2018 11:35Losung
Gott kennt ja unseres Herzens Grund. Psalm 44,22
Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden:
Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut. Offenbarung 2,8-9
2. Korinther 3, (9-11) 12-18
5.Mose 5,23-33
Gott weiß doch alles, und kennt doch jeden!
Und wenn wir beten,
ordnet sich die Welt,
die vielverwirrte,
vor dem stillen Blick,
und aus der Fremde führt der Weg zurück zu jenem Urgrund, der das Leben birgt.
Dort schöpft der Beter, und Gott selber wirkt durch den Segen, der die Welt erhält.
(Arno Pötzsch - Auszug aus dem Buch : Im Licht der Ewigkeit, aus dem Sonett XIX -
"Wir müssen wieder vor den Herrgott treten")
(Geistliche Lieder und Gedichte, Gesamtausgabe. Verlag Junge Gemeinde, Leinfelden-Echterdingen)
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Verein Kirche - Lehre Jesu
von nennmichdu am 22.01.2018 10:42was mir dazu einfällt,
Gemeinde - und egal von welcher christlichen Kirche wie hier sprechen --
ist - sollte - ein Ort sein, wo ich mich geborgen fühle, Austausch und Erbauung finde, Gemeinschaft erlebe...
Die Hauptfrage ---wenn es ums Wechseln/Austreten geht --- bleibt ja, habe ich selber für die Gemeinde eine Perspektive, kann ich ihnen etwas geben, mich mit meinen Begabungen hier einbringen
Frage a
und Frage b -- bin ich eher (noch) in der Stellung, das die Gemeinde etwas für mich tun muss, sich für mich verantwortlich weiß und trachtet die Gemeinde oder Menschen in der Gemeinde (noch) danach, das mein geistliches Leben gefördert wird.
pausenclown
Gelöschter Benutzer
Re: Abendmahl
von pausenclown am 22.01.2018 10:41Hallo Thomas,
die ersten Juden die an Jesus glaubten lebten in einer Gütergemeinschaft, doch hat je ein Apostel ein Gebot für die weiteren Gemeinden drauß gemacht?
Paul spricht ja die Korinther an mit, einige von euch. Einige von euch ist wer?
Doch habe ich eine Frage an dich, lebst du das was du hier versuchst zu lehren, die Nachfolge, Hingabe zum nächsten in deinem Umfeld?
Pausenclown
Angie
Gelöschter Benutzer
Re: Verein Kirche - Lehre Jesu
von Angie am 22.01.2018 10:30Was mir dazu einfällt ist nur eines: solche Sprüche wie der, daß man aus dem Verein Kirche austreten soll, kommen fast immer von Leuten die noch nie in die Kirche gegangen sind. Genau wie der Spruch "um an Gott zu glauben brauche ich keine Kirche, beten kann ich auch im Wald" immer von Leuten kommt, die sich mit dem Glauben noch nie ernsthaft beschäftigt haben und ganz sicher nie beten. Ausreden sind das um das eigene nicht-glauben zu rechtfertigen und um an irgendjemandem Frust abzulassen.
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Abendmahl
von nennmichdu am 22.01.2018 09:50von welchen zwei einzelnen Versen sprichst du?
Zusammenkunft ja
wo nun genau ? -- wenn Paulus im ersten Abschnitt auf die eigentliche Bedeutung von dem Kelch des Herrn (der neue Bund) und dem Brot (dies ist mein Fleisch - dies ist da,s was mich ausmacht ...und er selbst ist das Brot des Lebens - das Wort Gottes) hinweist..?
Paulus führt - so wie Jesus selbst - erst vor Augen, was es bedeutet aus dem Kelch des neuen Bundes zu trinken und das Wort Gottes (das Brot des Lebens) einander auszuteilen.
Und kommt dann auf eine gängige Praxis im Leben der Korinther zu sprechen, wo diese durch ihr Leben sich als unwürdig erweisen - da sie halt zuerst in der Gemeinschaft der Gläubigen beim Brechen des Brotes (einjeder habe etwas, wenn ihr in den Gemeindeversammlungen zusammen kommt - der eine einen Psalm, der andere eine Weissagung, eine Prophetie, eine Lehre, usw..) ihre eigenen Bedürfnisse (satt zu werden) zu befriedigen suchten ---
Und das nun übertragen auf das Modell der Gütergemeinschat (das Zeichen der ersten Christen/Gemeinden - die alles gemeinsam hatten) und wo ganz praktisch Paulus darauf hinweist, das das Allgemeingut (das Brot - die Nahrungsmittel) der Gemeinde hier missbraucht wurden --- sich daran satt zu essen - wobei dies hätte zu Hause geschehen können.
Wenn die Gemeinde nun zusammen kommt, als einzelnen Glieder die in ihren persönlichen Bedürfnissen schon gestärkt sind und somit etwas austeilen können -- etwas geben können ...
und Gemeinde zeichnet sich halt darin aus (oder erfüllt ihren höchsten Zweck und Sinn) wenn wir EINANDER GEBEN -- und das können wir nur wenn wir selbst satt sind, in unseren persönlichen Bedürfnissen frei uns ganz von Gott versorgt sehen (Ps 131,2 Habe ich meine Seele nicht beschwichtigt und beruhigt? Wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele in mir.)
Das Mahl - die Gemeinschaft im Geben und Nehmen mit dem Herrn - die Gemeinschaft mit Jesus selbst - die dem Herrn gehörende (Mahls)Gemeinschaft - ist das Weitergeben all dessen, was ich von dem Herrn empfangen habe.
Also warum erwies sich ein Hananias, eine Saphira denn nun als unwürdig? Warum spricht Paulus davon:
1Kor 11,30 Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen.
Doch nicht weil jetzt Ungläubige ein Stück Brot essen und einen Schluck Wein nehmen, der eigentlich Jesu Fleisch und Jesu Blut darstellen sollen - als ein heiliges Ritual.
Nein - weil das Leben der Jünger sich hier nicht deckt mit einem Leben in der Nachfolge - der verleugne sich selbst.... der auf das schaut, was dem anderen dient.
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Beten - wenn du betest....wenn ihr betet...
von nennmichdu am 22.01.2018 09:21Guten Morgen liebe Leser,
Jesus selbst lehrt uns alles über das Gebet (in der Bergpredigt), was wir wissen müssen und macht interessanter weise einen Unterschied zwischen dem Gebet eines Einzelnen und dem einer Gruppe von Gläubigen.
Mt.6,
6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und wenn du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.
Dies zum einen im Blick auf den Vers davor, wo es gängige Praxis unter den "frommen" Juden war, ihre Gebetsrituale vor anderen Menschen öffentlich darzustellen und sich dabei in ihrer Rolle selbst gefielen. Ansehen bei den Menschen suchten.
Zum anderen weist "deine Kammer, und wenn du deine Tür geschlossen hast" auf die nötige Stille (das Loslassen von eigenen egoistischen Bestrebungen etwas selbst wirken zu wollen) und eine Einkehr/Besinnung hin, die frei ist, von den Erwartungen und Blicken auf/von anderen Menschen.
"Wenn du aber betest" - und hier sehe ich ausschließlich das BITTEN (nicht das Danken und Loben) - dann geht es dabei um alle Anliegen, die uns selbst "Not tun". Wobei ich hier aber nicht existenzielle Bedürfnisse wie Essen/Trinken/Kleidung zu zählen würde - denn die verheißt Gott uns zu geben allein dann schon, wenn wir nur an erster Stelle nach seinem Reiche trachten.
Auch würde ich hier weniger dann von eigener Schuld sprechen die wir vor Gott bringen, wenn es um Beziehungen zu anderen Menschen geht, denn hier sollen wir vorerst denjenigen aufsuchen/ansprechen, an dem wir schuldig geworden sind - um uns mit ihm zu versöhnen.
Sondern in erster Linie die uns bedrängende Not einer z.B. erlittenen Unterdrückung (und den Schrei nach Gerechtigkeit) durch andere
Ps 145,19 Er erfüllt das Verlangen derer, die ihn fürchten. Ihr Schreien hört er, und er hilft ihnen.
oder auch die Fürbitte einer z.B. Hanah
Lukas 2,37 und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die wich nicht vom Tempel und diente Gott Nacht und Tag mit Fasten und Flehen.
oder die Fürbitte eines Hiob, der Gott um Gnade bat, das er nicht die Schuld seiner 3 Freunde heimsuchen möge:
Hi 42,8 Und nun nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und opfert ein Brandopfer für euch! Und Hiob, mein Knecht, soll für euch Fürbitte tun. Nur ihn will ich annehmen, damit ich euch nicht Schimpfliches antue. Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet, wie mein Knecht Hiob.
Hi 42,10 Und der HERR wendete das Geschick Hiobs, als der für seine Freunde Fürbitte tat. Und der HERR vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte, auf das Doppelte.
Mt.6,
7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden.
Ihr - dann im "Vater unser" das Anliegen der Gemeinschaft von Gläubigen, der Gemeinde Jesu selbst.
Und hier gibt Jesus uns nun ein Gerüst, ein Leitfaden, der uns hier vor Augen halten kann, ob wir im Willen des Vaters - und somit vollmächtig - beten/bitten. Und was unsere Gebet alles beinhalten sollten.
Die Blickrichtung, der Addressat, ist hier nicht Jesus selbst (der sich seinen Jüngern als Bruder und Freund offenbart hat), sondern der den Christen gemeinsame Vater im Himmel.
Und hier fängt eine Besinnung und Feststellung an, Gott - Vater - IST ..unveränderlich...immer gleich...ewig... ruht und thront... im Himmel. Seine Existenz und seine Achthabe auf das Gebet seiner Kinder wird hiermit ausgedrückt. Worauf dann im weiteren sich alles um Gottes Tun und Gottes Person dreht, dessen raumgreifenden Einfluß sich die Gemeinde nun erbittet. Welches das Trachten eines jeden Gottes Kindes veranschaulicht und worin man nun in der Gemeinde eins wird.
Nach dem erhobenen Bick zum Vater kommt nun das erste Anliegen:
geheiligt werde dein Name.
Das Hauptziel/Fernziel für dann alle Menschen, die eines Tages bei Gott im Himmel sein werden. Und worauf die Gemeinde Jesu zu Lebzeiten hinwirkt.
wenn ich hier einmal das erste Gebet der Gemeinde aus Apostelgeschichte 4 betrachte geht es um die Anerkennung der Herrschaft und Heiligkeit Gottes:
...erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist;
25 der du durch den Heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters, deines Knechtes David, gesagt hast: "Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker?
26 Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten."
27 Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als auch Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels,
28 alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte.
29 Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden;
30 indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
31 Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.
Wenn wir dann als nächstes die Aufforderungen im "Vater unser" lesen:
Mt, 6
10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!
So drückt dies auch das gemeinsame Trachten im Leben der einzelnen Gemeindeglieder aus. Mit ihren individuelle Gaben, ihrem einander und den Ungläubigen dienen und lieben gestalten sie das Reich Gottes (was schon jetzt durch Jesus unter ihnen präsent ist) weiter aus. Dehnen es aus, dadurch das Christus mehr und mehr Gestalt an ihnen annimmt und mehr und mehr Gläubige hinzugetan werden, in die Gemeinde.
Dein Reich komme - ist mehr als nur ein Satz, der immer wieder in Gebeten formelhaft zu sprechen ist. Es ist eine Lebenseinstellung und ein lebenslanges Trachten in der Hinwendung zu Gott und dem Hinlegen Gottes all derer Situationen, wo Gott zum Handeln aufgerufen wird ---wie im ersten (vollmächtigen) Gebet der Gemeinde aus Apostelgeschichte 4.
Dein Wille geschehe - der berühmte Ausspruch von Jesu selbst im Garten Gethsemane -- wo wir persönlich immer wieder an einen Punkt kommen können, wo wir all unsere persönliche Hoffnung auf ein bestimmtes Vorgehen Gottes mit uns an den Nagel zu hängen haben - ganz im Vertrauen Gottes - egal welcher Umstände, die auf uns zu gekommen sind, dem Herrn in seiner Weisheit zu vertrauen, das er alles in den Händen hält und es gut machen wird für uns - auch wenn wir selbst es nicht erkennen oder verstehen können...
wie im Himmel, so auch auf Erden - das im Himmel Gottes Wille geschieht, daran wagt wohl keiner zu zweifeln, das nun dieser Gottes Wille auch Gestalt annimmt - auf Erden ..das Gott sich in unserer Welt ausdrücken tut, in dem Leben seiner Kinder. Das ist wohl unser aller sehnlichstes Verlangen.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute; - für mich lange Zeit schwer zu verstehen - denn warum sollten wir um unser tägliches Brot bitten, wenn doch Gott es verheißt zu geben, dort wo wir vorerst nach seinem Reich trachten --- andere Übersetzungen aus dem Aramäischen (und hier wird es Jesus wohl aus in seiner Mundart dem Aramäischen gesprochen haben ... vielleicht..?) lauten --- Unser täglich Brot GIBST (du) uns heute..
Auf jeden Fall - egal ob ich von GIB UNS HEUTE oder GIBST UNS HEUTE ausgehe, unsere Bitte kann ja nur im Glauben geschehen - nicht zweifelnd, das er es auch tun wird und gleichzeitig dafür dankend - als ob wir es schon erhalten haben. Das wir Brot benötigen (leiblich wie geistliches Brot - das Wort Gottes) - darum weiß Gott ja und darum will und wird er ja auch sorgen für seine Kinder.
Von daher bin ich fast geneigt hier schon vielmehr ein Dank - statt einer Bitte - zu sehen. Ebenso im nachfolgenden Teil:
12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; - auch hier gibt es Übersetzungsmöglichkeiten aus dem Aramäischen -- und vergibst uns.... unser Schulden --- dort wo wir auch unseren Schuldner vergeben haben...
Und das macht genausoviel Sinn. Natürlich sind wir darauf angewiesen, das wir nicht dem ungerechten Schalksknecht gleichen, dem Gott zuerst seinen hohen Schulden erließ, der dann aber von seinen Knechten ihre Schulden einforderte. Den warf Gott ins Gefängnis. Uns allen hat ja Gott die Sünden vergeben. Und nun sind wir aufgefordert einander die Fehltritte (vom Haupte her sind wir schon rein, bedürfen nur der (gegenseitigen) Fußwäsche, wie uns Jesus gelehrt hat) nicht nachzutragen. Zu zu decken.
Das wir hierin nun wunderbar leben können. Nicht im Streit und der Vergeltung, in Rache und dem Wunsch nach Wiedergutmachungen, in vielerlei Verletzungen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Darüber können wir nur dankbar sein.
13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! - und führe - oder und halte uns nicht darin gefangen ... Gott macht ja, das wir nicht über unsere Kraft versucht werden, schafft einen Ausgang - aus der Versuchung -- er selbst führt ja dann auch gar nicht in Versuchungen - in Jakobus lesen wir, das wenn wir versucht werden, sind es unsere Begierden, die uns locken, und denen wir entweder nachgeben können, oder ihnen widerstehen können
in diesem Vers sehe ich auch ein beständiges Flehen...und auch wenn mal die Hoffnung schwinden mag ... gleich im Hinblick und mit der Zuversicht auf den Satz, der danach kommt ( im Matthäus in einigen Schriften handschriftlich dazu gefügt --- weil es meines Erachtens nach nicht immer ausschließlich ein Bitte in der sicheren Zuversicht sein kann):
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Letztendlich rettet Gott alle seine Kinder vor dem Bösen. Heißt es in der Schrift, das der Böse (der Teufel) uns nicht antastet. Das wir ja auch schon errettet sind. Das wir keine Angst haben brauchen vor dem Teufel (der zwar uns körperlich schaden kann - zuweilen ... und viele Christen fanden ja aufgrund ihres Glaubens den Tod). Fürchten (immer Sinne davon, das wir danach trachten unser Leben vor ihm Rein zu halten) sollen wir Gott, der den Leib und die Seele verderben kann.
Also zu Lebzeiten wird uns persönlich immer wieder mal Böses - vom Bösen - widerfahren können. Werden wir immer wieder einmal von unseren Begierden eingeholt und zu Übertretungen verleitet werden. Aber letztendlich darf ich als Christ und Kind Gottes mit Heilsgewißheit wissen, das Gott mich auch zum Ziel bringen wird. Auch wenn ich hier eine Mitverantwortung trage, nicht träge zu werden. Zu überwinden.
Nur nicht in meiner Kraft. Daher - dein ist die Kraft, du bist der Herr - dein ist die Herrlichkeit - du thronst in Ewigkeit.
Unser Anliegen und Streben und Bitten bleibt es. In allem auf Gott zu schauen. In ständiger Abhängigkeit von ihm zu bleiben. Aus seiner Hand alles zu nehmen.
Und dort wo sich das als Gemeinde im - gelebten - Vater Unser dann ausdrückt. Da werden wir sein (Gottes) Reich mit gestalten. Als Christen Licht und Salz sein.

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