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solana

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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?

von solana am 28.10.2017 18:56

Noch eine Anmerkung dazu: 


Nun noch ein Wort zu diesem Zitat von Paulus:

Phil 2,13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Dies hat Paulus aber sicherlich nicht so gemeint, dass Gott dem Menschen vorschreibt, was er zu wollen und zu wirken hat.

Ich verstehe diese Aussage so, dass Paulus hier eine Erkenntnis weiter gibt. Die Erkenntnis, dass selbst der Wunsch, Gutes zu tun, in ihm von Gott gewirkt war.

Das hat Konsequenzen für unser Handeln: Wir können Gott auch um das rechte Wollen bitten, wenn wir merken, dass es uns schwer fällt, das Richtige und das Gute zu tun.
Wir müssen uns dann nicht zwingen, um Disziplin ringen usw.

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich Gott um die richtige Einstellung bitte, er sie mir schenkt. Und dann kommt auch die Freude zum Tun - ohne zusammengebissene Zähne und eiserne Disziplin ....
Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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solana

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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?

von solana am 28.10.2017 18:47

Lieber Nobse

So, wie du das beschreibst, scheint mir unsere Differenz lediglich in der Terminologie zu liegen;

"Erschaffen", so wie es Gott als Schöpfer tut, ist für mich nicht dasselbe, wie das "Schaffen" eines Menschen; das steht für mich nicht auf derselben Stufe. Deshalb würde ich es nicht als "erschaffen"  oder als "Schöpfung" durch den Menschen bezeichnen.

Gruss
Solana

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solana

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Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?

von solana am 28.10.2017 18:35

Lieber Nobse

Nobse:

Wir sollten nicht vergessen, dass der verlorene Sohn sich aus eigenem Antrieb dazu entschlossen hat, zum Vater zurückzukehren:

Ja, das schrieb ich ja auch:

Solana:

Und der kann und muss umkehren; der Vater läuft ihm nicht nach ....

Mir ging es darum, dass die "Besserung" in Nächstenliebe nicht Vorbedingung für die Aufnahme ins Vaterhaus war - anknüpfend an deine Aussage:

Worin diese Buße (= Besserung) besteht, das hat Jesus uns klar gesagt: Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst.

Die Vorbedingung war nur, dass er einsah, wie falsch sein Weg gewesen war, der ihn vom Vater fort geführt hatte.
Und dass er sich wieder aufmachte, um den Vater zu bitten, ihm Gnade zu gewähren und ihn wenigstens als Knecht zu beschäftigen - den Rang eines Sohnes hatte er "verspielt", das war ihm bewusst.

Und der Vater kommt ihm entgegen, fragt nicht nach "Besserung" und "würdig erweisen" - er überschüttet ihn mit Liebe und veranstaltet ein Freudenfest. Er geht dabei so weit, dasser den Neid und das Missfallen des treuen, älteren Bruders erregt ....

"Besserung" in guten Taten aus einer veränderten Einstellung .... all das kommt danach, nachdem der verlorene Sohn gefunden und aufgenommen wurde und aus dem Tod ins Leben gekommen ist, dh nach der "Wiedergeburt" beim Vater. 

Lk 15, 32: dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Die Busse zur Wiedergeburt, die wiederum Voraussetzung für den Eintritt ins Himmelreich ist, besteht also - zumindest nach diesen Gleichnissen - nicht in einer Besserung, sondern in Einsicht, Reue und den Vater suchen - der dem Reuigen entgegen läuft und in die Arme schliesst, noch bevor er sich irgendwie gebessert und fürs Himmelreich qualifiziert und bewährt hat.

Alles andere kommt danach - aus der Kraft des neu geschenkten Lebens.

Gruss
Solana

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nobse

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Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?

von nobse am 28.10.2017 18:22

Liebe Burgen,

wie stellst du dir das Himmelreich vor? Was hast du darüber gelernt?

Ich habe darüber eine ganze Menge gelernt. Kurz gesagt, es ist ein Bereich des Lebens, in dem alles aus Licht gemacht ist und alles aus sich selbst heraus leuchtet. Alles ist lebendig, und es ist auch im Wesentlichen das vorhanden, was wir aus dem irdischen Leben kennen (die natürlichen Gegebenheiten, Erde, Wasser, Luft, Feuer, Pflanzen, Tiere usw.).

Die Gedanken der Geschöpfe wirken sich unmittelbar auf das Himmelreich aus. Das Himmelreich kennt eine Hierarchie von Engeln bis hinauf zum Thron Gottes.

Im Himmelreich ist es niemals langweilig, Gott gibt seinen Geschöpfen Aufgaben, an denen sie sich bewähren oder sogar wachsen können.

Im Himmelreich kann jedes Mitglied Kontakt zu jedem anderen Mitglied aufnehmen, alle sind miteinander geistig verbunden mit Christus, dem Herrn der Schöpfung an der Spitze als Gegenüber von Gott dem Vater.

Das sind meine Eindrücke vom Himmelreich.

Herzlichen Gruß,
Nobse

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nobse

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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?

von nobse am 28.10.2017 18:11

Liebe Solana,

du schreibst:

Ich halte mich an das, was da steht; und in dem zitierten Vers geht es nun mal wörtlich um "alles, was Gott geschaffen hat".
Gott ist unser Schöpfer. Und er ist der einzige Schöpfer.

Das kann ich so nicht gelten lassen.

Jesus sagte:

Lk 12,33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen.

Das bedeutet doch, dass ein Mensch etwas erschaffen kann aus eigenem Antrieb. Damit verändert er doch das Himmelreich. Denn nun ist ein Schatz dort hinzugekommen. Hätte er es nicht getan, gäbe es diesen Schatz nicht und das Himmelreich sähe anders aus (im ganz Kleinen betrachtet - und davon spreche ich die ganze Zeit).

Nicht: er erschafft einen Teil und die Menschen erschaffen jeder seinen Teil und der Teufel erschafft auch noch einen Teil .....

Siehst du nicht, dass es genauso sich verhält?

Gott stellt die Bausubstanz zur Verfügung, seinen heiligen Geist. Seine Geschöpfe atmen diesen Geist und ihre Gedanken verändern andauernd die gesamte Schöpfung. Diese Feststellung steht auch im Zusammenhang mit der Frage, ob Gott-Vater, der Schöpfer des Himmels und der Erde, denn nun alles alleine gemacht hätte.

Das kann man verneinen, den es heisst:

Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Also die Quelle ist der Vater, aus dem auch der Sohn/das Wort hervorgegangen ist (vom Vater gezeugt heisst es wohl im Glaubensbekenntnis) und der Vater hat mit dem Wort, dem Sohn zusammen den Rest alles Geschaffenen ins Leben gerufen.

Abgesehen vom Erschaffen macht Gott auch sonst nicht alles alleine, sondern er beauftragt seine Engel mit Aufgaben, die zur Erfüllung von Gottes Willen getätigt werden: So stehen Cherubim vor den Toren des Paradieses, so wurde die Geburt Jesu durch einen Erzengel mitgeteilt, so wurde der Satan von einem Erzengel und vielen himmlischen Heerscharen aus dem Himmel in die Finsternis gestoßen etc. etc.

Wir Menschen können auch etwas "schaffen", indem wir die Möglichkeiten und Materialien nutzen, die uns unser Schöpfer zur Verfügung gestellt hat, damit wir sie in seinem Sinne nutzen.

Oder nicht in seinem Sinne und dann entstehen die Werke des Teufels.

Ansonsten völlig d'accord. Ich möchte mal ein Gleichnis Jesu betrachten:

Joh 14,2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?

Des Vaters Haus setze ich gleich mit dem Himmelreich. Es gibt viele Wohnungen, die Gott zur Verfügung stellt. Doch ich gehe davon aus, dass genauso wie in irdischen Wohnungen, die Bewohner sie sich selbst nach ihren Wünschen gestalten können, siehe am Anfang den Schatz im Himmel.

Das bedeutet, dass Gott sozusagen einen Rohbau zur Verfügung stellt mit einer Standard-Ausstattung, die dem jeweiligen Bewohner auf das Beste angepasst ist. Doch wenn der Bewohner eine zeitlang darin gelebt hat, möchte er vielleicht einen neuen Tisch hereinstellen und darauf einen Blumenstrauß. Damit hat er in schöpferischer Weise seine Wohnung (und damit das Himmelreich) verändert.

Unser "Schaffen", auch wenn es uns noch so "schöpferisch" vorkommt, liegt also in einer ganz anderen Dimension als das "Erschaffen" unseres Schöpfers.

Ja, das sehe ich auch so. Aber deswegen kann man nicht sagen, dass ein Geschöpf nicht etwas ganz Neues hervorbringen könnte. Erschaffen aus den Materialien, die der Schöpfer-Gott zur Verfügung stellt.

Nun noch ein Wort zu diesem Zitat von Paulus:

Phil 2,13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Dies hat Paulus aber sicherlich nicht so gemeint, dass Gott dem Menschen vorschreibt, was er zu wollen und zu wirken hat. Es ist so gemeint, dass Gott darauf hinwirkt, dass wir etwas Bestimmtes wollen, z.B. indem er uns Alternativen bewusst macht und uns wählen läßt. Und je mehr wir Gottes Geist atmen, desto mehr werden wir die Alternativen auswählen, die Gott am besten gefallen. Und wenn es dann an das Wirken geht, dann unterstützt Christus uns darin mit seinem Geist. Sobald der Mensch aber seine Aufmerksamkeit von dem betreffenden Werk abzieht, dann läßt auch die Unterstützung durch den Herrn nach. Dies ist die Achtung des Herrn vor unserem freien Willen.

Soweit mal dazu.

Herzlichen Gruß,
Nobse

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?

von Burgen am 28.10.2017 18:04

Der "verlorene " Sohn war pleite, hungrig, ohne angemessene Kleidung, zerknirscht. Ja, er verglich sich sogar mit den Angestellten seines Vaters. 
Denn die hatten immer zu essen, eine warme Stube, Gemeinschaft mit ihresgleichen. Er hatte buchstäblich nichts. 
Jedoch, bevor er überhaupt um Vergebung bitten konnte wurde er in die Arme genommen und überschüttet mit väterlicher Liebe. 

Paulus hatte ein ganz anderes Erlebnis. Jesus selbst stellte sich ihm in den Weg, sodass er zu Boden fiel und drei Tage nichts sehen konnte. 
Die drei hat auch Bedeutung. Bezeichnend ist, dass er Jesus sogleich als Herr ansprach und sofort gehorsam auf ihn hörte. 
Das empfinde ich als eine radikale Bekehrungsgeschichte. 

Da ist sehr schön zu sehen, dass jeder Mensch anders in eine Begegnung und Beziehung mit Jesus kommt. 
Bei Timotheus lesen wir, dass er von seiner Großmutter und Mutter mit Jesus bekannt wurde. 

Gruß 
Burgen 




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nobse

98, Männlich

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Beiträge: 174

Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?

von nobse am 28.10.2017 17:29

Liebe Solana,

Nicht: erst Bewährung in Nächstenliebe und guten Taten und dann, wenn diese Bussleistung erbracht wurde, dann Einlass ins Haus. Nein, zuerst wird der Sohn, der nichts bringen und vorweisen kann, in die Arme geschlossen, geschmückt und in ein Festkleid gehüllt, ein Freudenfest gefeiert, darüber dass der verlorene Sohn "gefunden" wurde.

Wir sollten nicht vergessen, dass der verlorene Sohn sich aus eigenem Antrieb dazu entschlossen hat, zum Vater zurückzukehren:

18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!

Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Vater ihm vergibt und ihn in seine Arme schliesst.

Herzlichen Gruß,
Nobse

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Pal

67, Männlich

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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?

von Pal am 28.10.2017 14:08

Solana: ...es gilt auch umgekehrt, dass unter Gottes Herrschaft, in seiner Nähe alles "gut" wird - auch das, was uns ansonsten schaden würde:

Der große Schmerz ist dabei für mich, als Christen, das ich hassenswertes, entgegen meines geistgemäßen Wollens, immer noch tue und damit das sonnige Verhältnis zu meinem Schöpfer trübe.

In diesem Schmerzen des menschlich, schwachen Fleisches, das immer nur gottfeindliches ausheckt, finde ich die Tatsache des "elenden Menschen" als tiefste Traurigkeit meines Erdendaseins. Denn nichts tut so weh, wie das ureigene Unvermögen.
Um mit dieser Problematik klar zu kommen hilft mir nur das Vertrauen in meine Begnadigung. Wodurch dann wieder Licht in den Tunnel gelangt...

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pray

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Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?

von pray am 28.10.2017 13:42

Liebe burgenm

vielen Dank, dass du das abgeschrieben hast. Genau, Buße ist eine komplette Umkehr, eine Hinwendung zu Gott - iman sieht sein Leben dann anders in Hinsicht auf 'Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich finde das ist mehr, als nur sich "zu bessern".

Ohne Buße hat man abgewandt von Gott gelebt, ihm und seinem Wort sozusagen den Rücken gekehrt und nicht drauf geachtet. Und die Buße macht, dass man nun auf Gott, seinen Willen und Wort blickt. Vieles verändert sich dann sofort und manches braucht etwas Zeit.

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Pal

67, Männlich

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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?

von Pal am 28.10.2017 13:03

Ja, Solana, so ähnlich denke ich es auch!
Finsternis / Böses / Sünde ist einfach die Abwesenheit von Licht / Gutem / Heiligem / Göttlichen.
Das es so eine Möglichkeit überhaupt gibt - und nicht sofort vernichtet wird - liegt daran, weil es freiwilliger Liebe entspricht, sich an dieser Möglichkeit zu bewähren und sich unter Beweis zu stellen, das ich lieber Jesu Leben auslebe und mein Ego-lust-Dasein verleugne.

Somit dient auch das Gottwidrige immer einem höheren, guten, allerbesten Zweck.
zB =>
Gerade unter dem dunkel, gehässigen Hintergrund der Bosheit seiner Brüder/Frau Potifar konnte das Leben Josefs zur herrlichen Glaubensreife / Liebe gelangen.

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