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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Die Diskussionen über Vorschriften ....

von Henoch am 29.08.2017 11:05

Hallo Solana,

das Thema war die Fragestellung, ob Christen Blut essen dürfen. Eine solche Fragestellung erzwingt eine Erörterung. Eine Erörterung besteht aus These, Antithese, Argumentation, Beweisführung und idealerweise Synthese. Es is bei einem solchen Thema daher naheliegend, dass man genau das tun sollte, was Dir nicht gefällt: 

wenn jeder Satz auseinandergenommen wird und der andere sich so darstellt, als sei er beauftragt, die schriftlichen Gedanken eines anderen zu kontrollieren und dann zu berichtigen anhand einer retorischen Nachfrage.

Was in einer solchen "erörternden Diskussion" sicher nicht hilfreich ist, ist zu moralisieren, ob so eine Diskussion gemocht wird oder nicht, und welche Motive einer hat, dieses und jenes anzunehmen oder abzulehnen. Natürlich ist es auch nicht sinnvoll, dass sich Diskussionsteilnehmer unsachlich auf emotionaler Ebene in dieser Weise angehen.

Nicht umsonst verbietet die Schrift das Richten von Motiven.

Henoch

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Kann ein Gläubiger unwürdig am Abendmahl teilnehmen?

von Henoch am 29.08.2017 10:56

Hallo Thomas,

das Problem bei Deinen Ausführungen ist, dass diese Textstelle nicht davon spricht, ob jemand WÜRDIG ist, am Abendmahl teilzunehmen, sondern dass es nötig ist, in einer prüfenden Haltung teilzunehmen, ob man das Abendmahl würdigt und den Leib des Herrn unterscheidet. Das ergibt sich aus dem Kontext und daraus, dass das Wort würdig im Urtext als Adverb steht und daher würdigend/würdiglich heißt.

Beim Abendmahl lädt der Herr ein, es ist ein Mahl im Reich Gottes, auch wenn dieses noch inwendig in uns ist.

Wie kann ein Ungläubiger das Abendmahl würdigen, wenn er das Evangelium für eine Torheit oder ein Ärgernis hält? Wie kann er würdig daran teilnehmen, wenn er noch in seinen Sünden ist?

Wie kann ein Gläubiger sagen, er wäre würdig, daran teilzunehmen, außer im Herrn, der ihn rein gewaschen hat.  Würdig ist man, weil man weiß, dass man unwürdig ist und nur deshalb teilnehmen kann, weil der Herr durch sein Blut erlöst hat und reinigt.

So betrachtet kommt man zuletzt wieder auf würdigend, auch wenn man würdig stehen lassen will, weil es so übersetzt wurde.

Unwürdig teilnehmen kann allerdings auch der Gläubige, wenn, wie uns gesagt wird, er den Leib des Herrn geringachtet/nicht unterscheidet. In einem solchen Fall isst und trinkt er sich zum Gericht (Krankheit/Tod).

Henoch

Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.08.2017 10:57.

nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Ein reines Gewissen

von nennmichdu am 29.08.2017 10:17

Hallo Beroeer,



ich möchte noch einmal zusammenfassen, um dir lange Textpassagen zu ersparen. Dort wo ich sie jetzt noch für nötig erachte, schreibe ich sie kursiv. Brauchst du aber nicht zwingend lesen, wenn du auf meine Argumente und Gedanken noch Bezug nehmen möchtest - im Falle dessen, das du überhaupt daran interessiert bist, deine Überzeugung einer kritischen Betrachtung auszusetzen. Ansonsten wird dies mein letzter Beitrag in diesem Thread an Dich sein.


Du bist der Ansicht, Gott definiert durch das Gebot: "Du sollst nicht essen vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen" Gut und Böse und der Mensch sei nun gefragt und gefordert, hierin Gott Gehorsam zu schulden. 
Seine Entscheidung dies dann nicht zu tun, erfolge dann schließlich aus freien Stücken, worauf er schuldig werde und Gott eine Strafe über ihn verhängen tut. Denn der Mensch hätte aus seinem Herzen - oder aus Herzensgehorsam - hier dem Gebot Gottes treu bleiben können. Weil er es aber nicht wollte, trifft ihn nun eine Strafe. Sein anfangs reines Gewissen ist nun verletzt.

Du kannst mich gerne korrigieren, wenn ich dich hierin falsch verstanden habe.


Was zum Thema Strafe nun wichtig ist sich vor Augen zu führen steht im 5. Buch Mose Kapitel 11:

26 Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch:
27 den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete;
28 den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes, und abweicht von dem Wege, den ich euch heute gebiete, dass ihr andern Göttern nachwandelt, die ihr nicht kennt.



Fluch bedeutet in diesem Falle, das Adam und Eva die Folgen ihres Ungehorsames am eigenen Leib, in ihrer Beziehung (er aber soll über dich herrschen) und ausserhalb der behüteten Gegenwart Gottes in Eden (eine nun von Gott getrennte Schöpfung im rauhen Überlebenskampf) erfahren müssen.
Weil es (noch) keine Vergebung gibt. Weil es noch keine Möglichkeit des Menschen gibt, Schuld vor Gott zu bekennen, weil es noch keinen Ort der Sühnung gibt/gab, wohin sie mit ihrer Schuld hätten gehen können.

Johannes schreibt dazu im 1. Johannesbrief:

1Joh 2,1 Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

Wenn wir wissen, das es einen Ort gibt, wo unsere Schuld abgelegt werden kann (bei Jesus am Kreuz), dann können wir zuversichtlich vor Gott treten und ihm unsere Sünden bekennen. Und die Macht der Sünde an sich hat auch keine zwingende Kraftentfaltung mehr, die uns nicht anders lässt, als immer wieder in (die gleiche) Sünde zu verfallen (damit ihr nicht sündigt..)

Adam und Eva kannten eine solche Vergebung nicht. Und versteckten sich vor Gott.


Gehorsam gegen Gottes Geboten zu sein und ihm darin Liebe zu erweisen fordert Gott von dem Menschen nun aber nicht ein. In dem Sinne ,das er von Sündern nicht erwarten kann, Gott zu gefallen. Und Gott gefallen können wir ja nur durch den Glauben. Und der Glaube wiederum ist schon ein Geschenk Gottes, den wir nicht aus uns selbst heraus produzieren und aufbringen können.

Als Christ sind wir Gott freiwillig gehorsam. Aus Liebe. Gott zwingt uns nicht dazu - er erwartet es schon - das wir unseren Willen in seinen Willen legen. Aber wir tun es aus freien Stücken - nicht wie Adam und Eva, die keine andere Möglichkeit hatten, als nur ihren Begierden zu verfallen. Wir entscheiden uns nicht nur für das Gute - was wir jetzt erst erkannt haben (nachdem wir alle durch den Ungehorsam eines Menschens zu Sündern geworden sind)  - dort wo wir Gott erkannt haben und uns als Sünder begreifen - wir sind durch den heiligen Geist auch in die Lage versetzt gute Werke zu tun.

Und wenn wir dies tun, haben wir darin ein reines Gewissen und können uns selbst gegenüber Gott rechtfertigen.

Aber um überhaupt ein reines Gewissen zu haben, muss ich auch wissen, was es bedeutet, dieses nicht zu haben. Denn Gewissen -- eine Gewißheit über etwas zu haben - kann nur im Vergleich - kann nur in der Erfahrung des Guten bestehen, was sich vom Bösen abzugrenzen weiß/gelernt hat.



Gruß
Thomas




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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Oase (40) unsere Liebe werde immer noch reicher an Erkenntnis und aller Erfahrung. Phil 1,9

von Burgen am 29.08.2017 10:01

Losung 
Sprich nicht: "Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und einem jeglichen sein Tun vergelten." -Sprüche 24,29 

Lehrtext 
Wenn dein Bruder siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: 
Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben. -Lukas 17,4 

1. Samuel 17, 38-51
4. Mose 9, 15-23

Siehe, mein Herr Christus, da hat mir mein Nächster Schaden zugefügt.
Er hat mich in meiner Ehrer gekränkt.
Das kann ich nicht ertragen.
Eigentlich sollte ich ihm verzeihen,  aber ich kann es leider nicht.
Da steh ich nun: Mach du mich anders,
so kann ich nach deinem Willen und deiner verzeihenden Liebe handeln.
(Martin Luther)



 

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Kann ein Gläubiger unwürdig am Abendmahl teilnehmen?

von nennmichdu am 29.08.2017 08:23

Liebe Leser,


heute morgen las ich zu unserem Thema eine Passage aus 4. Mose 9,6-13 über das Halten des Passahfestes von Reinen und Unreinen und Nichtjuden welches mir neuen Aufschluß gab darüber, was unter "unwürdig am Abendmahl teilnehmen" zu verstehen ist.

Hatte unter dem Gesetz des Moses ein Mensch sich verunreinigt an einer (Menschen) Seele,

(- hier am Beispiel einer Leiche in 4. Mose,9 was wörtlich mit Seele übersetzt werden kann und in 4. Mose 19,11-13 erläutert wird:

11 Wer irgendeinen toten Menschen anrührt, der wird sieben Tage unrein sein.
12 Er soll sich mit dem Reinigungswasser entsündigen am dritten Tage und am siebenten Tage, so wird er rein.
   Und wenn er sich nicht am dritten Tage und am siebenten Tage entsündigt, so wird er nicht rein.
13 Wenn aber jemand irgendeinen toten Menschen anrührt und sich nicht entsündigen will, so macht er die Wohnung des HERRN unrein und solch ein     Mensch soll ausgerottet werden aus Israel. Weil das Reinigungswasser nicht über ihn gesprengt ist, ist er unrein; seine Unreinheit bleibt an ihm.

Nun gab es also in 4.Mose 9,6 Männer die deswegeb unrein waren und in Konflikt gerieten betreffend der Vorschrift zum Halten des Passahfestes, das sie gerne gehalten hätten, und Mose und Aaron von daher fragten, aus welchem Grunde es ihnen denn verwehrt sein solle.

Mose empfing dann von Gott die Anweisung, das auch Unreine (um gleich auf die Unwürdigen im Abendmahl sprechen zu kommen) dies halten könnten, wenn sie es denn wollten. Wenn sie es nicht wollten, dann hätten sie es sein lassen können.

Das erinnerte mich zuerst an die Einsetzungsworte von Paulus zum Abend(Herren)Mahl:

1Kor 11,28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch.

Das Herrenmahl und auch das Passahfest zielt also immer auf die Teilnahme - und so esse er - und nicht auf den Ausschluß am Mahl hin. Wobei ein Nichtjude (der nicht als Jude geboren wurde) dann im AT durch die Beschneidung (durch das Einhalten des Gesetzes) hier ebenfalls zum Passahfest eingeladen ist (soweit ich dies jetzt richtig vor Augen habe..).

Interessanterweise trifft den Fluch Gottes im AT den Reinen (er soll seine Sünde selbst tragen), der nicht das Passahfest halten will, sich nicht vor Augen führen will, was Gott für ihn getan hat - der ihn aus der Sklaverei Ägyptens (für uns Christen aus der Sklaverei der Sünde) hinausgeführt und vor dem Zorn Gottes bewahrt hat  (der ja die Sünden von allen Menschen heimsucht, die hier keine Vergebung/Gnade finden).
Der Unreine, der sich hier vom Passahmahl enthält, trifft kein Fluch.

Und nun bleibt die spannende Frage: Worin prüfe ich mich also, um am Abendmahl teilnehmen zu können?

Und meine Antwort muss nun lauten: Ob ich denn in Christus mir der Vergebung der Sünden bewußt bin. Ob ich mich als ein begnadigten Sünder vor Gott sehen kann. Dann darf ich teilnehmen.

Insofern muss ich mich nicht - entgegen meinen früheren Überlegungen - erst durch ein würdiges Verhalten auszeichnen. Ich bin gewürdigt, wenn ich erkenne, das Gott für mich meine Sünden vergeben hat --- und also dann esse ich von dem Brot, trinke von dem Kelch.



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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: die Gnade ist erschienen - die Schule der Gnade ...

von Henoch am 28.08.2017 22:33

Hallo Burgen,

eine etwas ungewohnte Sprache, aber eine schöne Andacht, danke.

Henoch

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: die Gnade ist erschienen - die Schule der Gnade ...

von Burgen am 28.08.2017 21:48

Danke für eure Gedanken zu der Andacht vom 28.8. 

In diesem Buch werden 35 Hauptthemen beleuchtet, immer über einige Seiten jinweg zur gleichen Überschrift.

29.8. enthält also auch die Grundlage von 1. Petrus 1, 18.19

Auch diese Andacht ist sehr tief und deshalb zitiere ich nochmal den Text.

***

Eine doppelte Überlieferung steht vor dem Auge und Geiste des Kindes Gottes. Erstens das, was unsere Väter uns auf unseren Lebensweg mitgegeben haben, nämlich unreines Blut, einen Fluchzusammenhang mit einer verfluchten, dem Fluch entgegengehenden Welt - denn unserer ersten Geburt nach hängen wir mit der Erde zusammen -, und
zweitens die Wiedergeburt; mit dieser beginnt eine neue Geschlechtslinie für uns. Soweit wir wiedergeboren sind, sind wir in Lebenszusammenhang gebracht mit einem anderen Blut, dem Blut des Lammes. -
Das Blut des Lammes aber ist vor allem sein Charakter. Es ist ein Unterschied zwischen Lammesblut und Löwenblut;
das eine ist mild, das andere hitzig und aufwallend.
Ein Lamm geht still seinen Weg, ein Löwe brüllend - wie gesagt, das hängt mit der verschiedenartigen Beschaffenheit des Blutes zusammen, das in den Adern des einen und des anderen fließt.  "Wir sind mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes erlöst" - mit einem reinen Blut.

Aus dem Zusammenhang der Tradition, dem durch Geburt überkommenen Erbteil der Väter, werden wir nur durch Lebenszusammenhang mit dem Lamm gelöst.

Das  Blut Christi ist dem Verweslichen entgegengesetzt; der Feind kann es nicht zersetzen. Allenthalben stehen wir in Gefahr, von dem Feind zu Fall gebracht zu werden; nur wenn wir unter der Deckung des Blutes Jesu stehen, kann er uns nichts anhaben.
Es ist ein unendlich kostbarer Preis, gegen den keine Macht der Finsternis aufkommen kann. Darin liegt unsere Sicherheit, absolute Sicherheit.
Auf sol unverweslichem Grund stehend, mit unvergänglicher Freude einem unverwelklichen Erbe, das mit der Wiederkunft unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi uns entgegengebracht wir (1. Petrus 1,13), entgegensehend, ruhen unser Glaube und unsere Hoffnung in Gott.

Will man aber von der traurigen Erbschaft, von eitlem Wandel, eitlen Gebärden, eitlen Worten, eitler Phantasie loswerden, so muss man sich das Lamm und dessen Art, zu wandeln, näher ansehen.
Wir können das Blut des Lammes nicht durch den Geist mitgeteilt bekommen, solange wir uns nicht einmal Zeit nehmen, nähere Bekanntschaft mit dem Lamm zu machen.
Wozu sind uns die Evangelien gegeben, wenn nicht, damit uns die Gestalt des Lammes während seines Erdenwandels vor Augen trete, damit die Gestalt unseres Heilandes wie er als Lamm durch die Welt ging, uns in klaren Umrissen vor Augen stehe!
Dem Lamm muß  alles weichen.
Wenn dereinst in der Ewigkeit der Glanz des Lammes enthüllt wird, sinkt das ganze Weltall in die Knie.
Da müssen und werden sich beugen aller Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der der Erde sind.
Da schwindet in Nacht aller Glanz von Kreaturen, und das Weltall gibt nur noch einem Ehre, nämlich dem geschlachteten Lamm,
das im Lichtglanz der Ewigkeit vor uns steht, während es hier unten still, ohne Rumor zu machen, seinen Weg ging.


 

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Cleopatra
Administrator

40, Weiblich

  Urgestein

Forenleitung

Beiträge: 5503

Re: Sätze vervollständigen, zweiter Versuch ;-)

von Cleopatra am 28.08.2017 19:30

halte ich die Augen offen, wo ich es dann auch tun kann.

Am liebsten mag ich am Abend....

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Ein reines Gewissen

von nennmichdu am 28.08.2017 18:52

Hallo Beroeer,



Ich hab mir für Dich trotzdem die Mühe gemacht und den ellenlangen Thread durchgelesen
und lasse meine Antworten hier nochmal modifiziert einfließen.


Klingt ein wenig überheblich. Als ob du zu einem unverständigem Kind sprechen müsstest, dessen "Nichtbegreifen wollen" deiner Ansicht nun weiterer, eindringlicher Worte und Wiederholungen bedarf.... -?

Dabei kann es nur darum gehen, schlüssig anhand des Bibeltextes zu einem gemeinsamen Verständnis zu gelangen, in Überprüfung und Reflexion der eigenen Ansicht und der davon abweichenden Ansicht des Gesprächspartners.

Aber damit du beim Lesen meines Beitrages nun keine so große Mühe hast, fasse ich mich MÖGLICHST (denn bei diesem komplexen Thema kommt man nicht mit ein paar Worten nur aus) kurz und verzichte darauf, dich wörtlich zu zitieren , um nicht wiederholt auf deine Gedankengänge einzeln einzugehen. Führe dir "nur" deine logischen Fehlschlüsse vor Augen, in der Hoffnung, das du dieses dann nachvollziehen kannst und dann auf mich Bezug nimmst.




Du weist darauf hin, das das Wort "Erkennen" bei Mann und Frau den (reinen) Geschlechtsakt beinhaltet, der Baum der Erkenntnis (gleiches Wort - nun anderer Sinnzusammenhang deiner Meinung nach) aber nun für Gott alleiniges Recht steht, zu definieren was Gut und Böse ist ....---?


Du zitierst dann aus einer Erklärung zur Bibel das Gott allein das Recht hat, zu entscheiden was gut und böse ist.

Du vergisst aber hier, das GUT in erster Linie eine Wesensbeschreibung Gottes ist (Jesus sagte, der Vater allein ist gut) und erst in zweiter Linie sich in dem auswirkt, was Gott (als Guter) tut. So wie ein guter Baum nur gute Früchte bringen kann und ein schlechter Baum nur "böse" faule Früchte.


In der Fn. der kath. Neuen Jerusalemer (1985) heißt es dann weiter, das der Mensch durch die Sünde (Begierden des natürlichen Menschens, die sich am Verbot/Gebot Gottes reiben und dieses dann übertreten) dann selbst sich einen Maßstab geben will, was gut und böse ist.

Das ist falsch. In der Bibel heißt es, das Eva verführt - BETROGEN - wurde. Adam seiner Frau mehr Gehorsam schenkte als Gott. Dadurch das der Mensch sich dann hat verführen lassen, erkennt er erst, das er nun von Gott getrennt ist (nackt und bloss). Nicht vorher!

Ein - wie deine Erklärung es behauptet - sittliches Unterscheidungsvermögen zu haben, setzt schon im Wortsinn voraus, das ich überhaupt weiß, was böse bedeutet. Was Gut bedeutet. Nur anhand eines Verbotes, was in den Raum gestellt wird, kann weder Gut noch Böse eine Bedeutung haben - denn Gut existiert als Wert - oder Messgrad - nur in einem Zusammenhang mit weniger Gut - bzw. mit Böse. Genauso wie Finsternis an sich nicht als Finsternis erkannt oder definiert werden kann, wenn es nicht auf Licht gibt. Ein Universum ohne Licht -- wie ganz am Anfang der Schöpfung - hat keinen Vergleich - kann nicht erkannt und beurteilt werden --- ob es denn gut oder böse ist...

Eigentlich ist das doch nicht schwer zu begreifen.

Die Fähigkeit sich gegen Gott zu entscheiden beinhaltet dann noch keine sittliche Automie im Sinne eines Unterscheidungsvermögens zwischen Gut und Böse.
Die erste Sünde war auch kein Empören gegen die herrscherliche Hoheit Gottes, sondern der Gedanke, das Gott ihnen vielleicht noch etwas vorenthalten wolle, was es nun zu erfahren gäbe....

Freiwillig aß Eva dann definiert nicht, war sie doch Opfer ihrer Begierden und erhielt die Feststellung Gottes, das sie sich hat verführen lassen (1. Tim. 2,14 - was sie aber auch nicht entschuldigt - insofern ihre Willensentscheidung gefragt war). Frei nenne ich solch einen Willen aber nicht, der sich verführen lässt.

Über den Unterschied zwischen in Trennung von Gott fallen und aus diesem Zustand dann in Übertretung/Schuld geraten wiederhole ich mich jetzt nicht mehr.

Aber hier will ich dich dann doch zitieren:


Ein Sünder (wie es Adam ja war) schuldet Gott Liebe, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt.


Ja was denn nun - vor dem Sündenfall war Adam dann noch kein Sünder --- schuldet Gott aber trotzdem Liebe..? Woraus soll diese Liebe schöpfen? Wenn es an anderer Stelle in der Bibel heißt: 


Lk 7,47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.



Adam wurde deswegen bestraft, weil er - als ein im Bilde Gottes geschaffener Mensch, - fähig gewesen wäre aus Herzensgehorsam heraus Gott zu gehorchen, es sich aber (aus selbstsüchtigen Motiven) erwählte lieber seiner Frau gehorsam zu sein.


Jetzt bleiben wir mal ganz genau bei den Fakten. Gott spricht hier nicht von Strafe, sondern von einem Fluch. Und ein Fluch ist es, wenn ein Mensch die Folgen seines Handelns am eigenen Leibe erfahren muss. 

Umgekehrt ist es dann ein Segen, wenn Gott einem Menschen Gnade erweist und er nicht die Folgen seines Handelns an sich selbst erleben muss. 
So leben wir also aus Gottes Gnade, weil Gott uns unsere Schulden nicht mehr anrechnen tut, sondern wir sie bei Jesus Christus begraben wissen dürfen, und so sie bekennen können und dort, wo wir sie vor Gott bekennen, wir dann diese Vergebung erfahren dürfen.

Adam und Eva hatte diese Vergebung noch nicht, da es ja auch noch kein Opfer für ihre Schuld gab. Sie nicht darum wußten, das es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Schuld abzuladen. Sie noch keinen Ort kannten, wohin sie mit ihrer Schuld gehen konnten - deswegen verbargen sie sich vor Gott.

Einen Herzensgehorsam hat nur derjenige, der um Vergebung weiß und dann nun freiwillig und guter Hoffnung vor Gott treten kann, wenn er in Schuld gefallen ist. Gehorsam kann also nur freiwillig stattfinden und nicht aufgrund von Verboten oder Geboten eingefordert oder abgezwungen werden.


Das was als "Im Bilde Gottes" oder "Krone der Schöpfung" bzw. "wenig niedriger als Engel oder Gott" beschrieben ist wird reduziert auf Wesen, die "gar nicht anders konnten als ihren Begierden nachzugehen" Darin sehe ich keinen Unterschied zum Tier.



Der Unterschied zum Tier ist ganz klar beschrieben in der Fähigkeit des Menschen sich überhaupt gegen Gott entscheiden zu können. Und das der Mensch durch den heiligen Geist Kind Gottes werden kann. Von Tieren wird dies nicht berichtet. Sie sind nicht als Beziehungswesen auf Gott hin ausgerichtet. Nicht nach seinem Bilde erschaffen.


Thomas

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: die Gnade ist erschienen - die Schule der Gnade ...

von Henoch am 28.08.2017 17:12

Hallo Thomas,

danke für Deine Erklärungen.

ich sehe es ähnlich.

 

Hallo Burgen,

ich denke, dass Du vieleich selbst prüfen willst, was da wahr und was da Irrtum ist. Deshalb nenne ich Dir einfach mal alle Bibelstellen im Zusammenhang mit praktischer Heiligung. Stimmt das in der Andacht gesagte nun mit der Schrift überein oder nicht?

Was ist heilig/Heiligung/praktische Heiligung biblisch?

Heilig heißt für Gott oder durch Gott abgesondert zu einem besonderen Zweck

Heiligung heißt Absonderung von Unheiligem.

Es bedeutet nicht sündlose Vollkommenheit, wie wir in den Begriffen „heilige Nation", „ heiligen Priestern/Männern, Frauen, Propheten/Aposteln" etc...erkennen können. Es bedeutet auch kein Werturteil über die moralische Qualität des Alltagslebens einer Person.

Der dreieine Gott heiligt. (1 Thess 5,23, Eph 5,26; Hepr. 2,11; Röm 16,16, 2 Thess. 2,13)

Jesus bat den Vater, dass er uns heiligen soll durch die Wahrheit (Joh 17, 17 und 17,19)

Der Mensch kann sich selbst heiligen (2 Tim 2,21; Röm 12,1; 2 Kor 6,17, 2 Kor. 7,1, Gal 5,16)

Praktische Heiligung ist die Folge von

guter Lehre (geheiligt durch die Wahrheit), (Joh 17,17..)

Hingabe an Gott (Röm.12,1)

Gehorsam/geistiger Kampf (Epheser 6)

Jesu Dienst im Himmel (Röm.8,34; Hebr. 7,25, Joh 17,1-26)

Kraft des heiligen Geistes (Gal.5,16, Röm.8,4)

Der Christ siegt durch die Kraft des heiligen Geistes (Gal.5,16-23)

Er behält aber seine sündige Natur/das Fleisch (Röm 7,21; 2 Kor. 4,7; 1 Joh 1,8)

Worin wächst der Christ bei der Heiligung?

In der Gnade und der Erkenntnis des Heilandes Jesus Christus. (2.Petr.3,18).

Henoch

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 28.08.2017 17:13.
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