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Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von Beroeer am 23.08.2017 12:56Ich denke, dass hier schon ein Unterschied ist zwischen dem was auf
dem Apostelkonzil (um das Jahr 50) beschlossen wurde und dem,
was nur ein paar Jahre später Paulus im 1. Korintherbrief schrieb
Die meisten Übersetzungen, wie auch die Luther 2017 übersetzen
den Beschluss des ersten Apostelkonzils hier so:
Apostelgeschichte 15
20 sondern ihnen schreibe, dass sie sich enthalten sollen von
Befleckung durch Götzen und von Unzucht
und vom Erstickten und vom Blut.
Diese "Befleckung" konnte auf vielerlei Weise geschehen - auch
durch das Essen von Götzenopferfleisch im Rahmen einer
götzendienerischen Zeremonie.
Das war nach wie vor für jeden Christen tabu.
Aber es war die Situation entstanden, dass einige, deren Gewissen schwach war
allein daran Anstoß nahmen, dass jemand auf dem Markt Fleisch
kaufte, welches bei einer Götzenanbetung übrig blieb bzw.
möglicherweise daher stammte.
In Bezug darauf sollte man sich beim Essen keine Gedanken machen.
Es wäre hingegegen nach wie vor falsch gewesen, z.B.
ein nicht richtig ausgeblutetes Fleisch (wie das eines erlegten
Tieres, das man gar nicht ausbluten lassen konnte) zu
essen.
Paulus warf hier nicht das über den Haufen, was bereits bei Noah, bindend für
die Menschheit festgelegt war und die Apostel und Älteren Männer
unter dem Einfluss des Geistes
nochmals bekräftigen und allen Gemeinden dann mitteilten.
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von solana am 23.08.2017 12:54Nun stelle ich fest, dass etwas ganz anderes die Grundlage ist, denn dieses Gebot erhielt Noah, der Stammvater aller nachsintflutlichen Völker. Es gilt daher allen.
Hallo Henoch
Ja, da hast du recht.
Ich würde die Fragestellung aber noch tiefer ansetzen:
1.Wenn etwas untersagt ist, dann ist es ganz untersagt.
Dann kommt es nicht auf die Menge des Verbotenen an - es ist dann ganz grundsätzlich verboten.
Es ist auch nicht "ein bisschen Unzucht, ein bisschen Lügen und Stehlen, ein bisschen Götzenverehrung usw" erlaubt.
2.Gelten uns doch auch die 10 Gebote - oder doch nicht?
Uns gilt doch nicht nur das, was Noah gesagt wurde?
Ist es nicht so, dass, wenn man sein Leben an Regeln und Vorschriften ausrichtet, dass man sie dann auch ganz und vollkommen einhalten muss - so wie Paulus über die Beschneidung schreibt:
Gal 5,3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
oder auch Jakobus:
Jak 2,10 Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.
Und wer ein Gebot nur zu sonundsoviel % einhält, der übertritt es doch ....
Wenn du abgepacktes Fleisch kaufst und es liegt ein paar Tage, dann kannnst du sehen, wieviel Blut sich da noch am Packungsboden sammelt.
Normal geschlachtetes Fleisch ist keineswegs "blutfrei".
Also lautet die Frage doch eigentlich: Wie weit geht unsere Freiheit in Bezug auf Speisen? Gilt das, was Paulus im Römer- und Korintherbrief schreibt, nur für Götzenopfer (und für nicht-Ausgeblutetes auf dem dortigen Fleischmarkt)?
Oder ist es grundsätzlich eine Gewissensfrage, die danach zu entscheiden ist, ob man das Gewissen des anderen damit beschwert und so gegen die Liebe handelt - man selbst aber ist frei zu essen, wie es bspw im Titusbrief heisst: Tit 1,15 Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen. ?
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Henoch
Gelöschter Benutzer
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von Henoch am 23.08.2017 12:18
Danke für Eure Antworten.
Hallo Lila,
was denkst Du über meine Fragen im Eingangspost bezüglich Bluttransfusionen und Medikamenten auf Blutbasis. ich finde auch Solanas Frage gut, was wäre der Unterschied zwischen ein bisschen oder viel?.... Immerhin, Gott begründet das Verbot damit, dass im Blut das Leben einer Kreatur ist und darüber alleine Gott verfügen darf.
Hallo Solana,
ich kann verstehen, dass Du in der neutestamentlichen Ordnung bezüglich der Speisevorschriften suchen willst. Das hat mich zunächst auch sicher gemacht, dass man Blut heute essen darf. Nun stelle ich fest, dass etwas ganz anderes die Grundlage ist, denn dieses Gebot erhielt Noah, der Stammvater aller nachsintflutlichen Völker. Es gilt daher allen. Die Begründung ist auch nicht etwa ein Gesetz vom Berg Sinai, sondern die Schöpfungsordnung und der Anspruch Gottes, dass alleine er über das Leben verfügen darf. Da es im Blut ist, steht uns nicht zu es zu essen (und daher denke ich, es steht uns auch nicht zu, es anderweitig "einzuverleiben".)
Hallo nennmichDu,
ich denke, sicher hatte es eine geistlich/symbolische Bedeutung auch. Nur mag ich nicht spekulieren, bevor ich sicher bin richtig verstanden zu haben, was Gott uns durch dieses Verbot sagt.
Henoch
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von solana am 23.08.2017 11:19Liebe Lila
Wenn es darum geht, den Genuss von Blut zu vermeiden, dann kann es doch nicht heissen: "Ein bisschen ist ok, das meiste fliesst ja eh weg beim normalen Schlachten."
Sonst würde ja bei den Glaubensgemeinschaften, die Blutgenuss verbieten, nicht extra "geschächtet" (https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4chten)
Dazu heisst es: "Mit dem Schächten soll das möglichst rückstandslose Ausbluten des Tieres gewährleistet werden. Der Verzehr von Blut ist sowohl im Judentum als auch im Islam verboten." (s. link)
Es gibt hier auch in Supermärkten "Halal"- Fleuisch und Wurst zu kaufen, die von komplett ausgebluteten Tieren stammen.
Christen dagegen haben sich nie bemüht, solche Schlachtverfahren zu entwickeln.
Macht also die Blutmenge den entscheidenden Unterschied? Ein bisschen Restblut ist erlaubt, viel aber nicht?
Oder steht dahinter eine grundsätzlich andere Einstellung zu Speisevorschriften überhaupt?
Was meinst du?
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Ein reines Gewissen
von Lila am 23.08.2017 10:54Lieber Nennmichdu!
Mose selbst hat kein Gesetz, es sind Gottes Gebote, die Mose weiter gab. Solange wir das Gesetz, die Gebote Gottes nicht für geistlich halten, wie es Paulus genau beschrieb, werden wir an die Buchstaben fleischlich hängen bleiben. Darum habe ich gleich am Anfang zitiert was die Aufgabe, das Ziel des Gottes Gesetzes ist, beziehungsweise Gebote sind.
Zitiere nochmals:
Das Ziel jeder Weisung und Unterweisung (Das Gesetz) ist aber die Liebe, und zwar Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
1Tim 1,5 (NE)
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von Lila am 23.08.2017 10:52Liebe Solana, dass ersticktes Tier bedeutet, dass das Blut nicht herausgeflossen ist. Das ist aber auch heute so, dass der Blut rausfließt, denn sonst wie könnten man Blutwurst herstellen?
Lg Lila
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von solana am 23.08.2017 10:43Und beim Götzenopferfleisch sehe ich auch so, wie Du es beschrieben hast. Wobei heutzutage haben wir damit eigentlich nicht viel zu tun. Man kriegt sie nicht auf dem Markt....
Ja, liebe Lila, Götzenopferfleisch nicht - aber "Ersticktes", eigentich ist ja alles zu bekommende Fleisch "erstickt", dh nicht ausgeblutet, nicht koscher geschlachtet.
Es enthält also das Blut, das - laut AT und laut Apostelkonzil - nicht gegessen werden sollte. "Ersticktes" ist ausdrücklich mit aufgeführt.
Macht es nun so einen grundlegenden Unterschied, ob das Blut im "erstickten" Fleisch oder in der Blutwurst gegessen wird? (die mag ich übrigens auch nicht; ich denke, die wurde ursprünglich aus Sparsamkeitsgründen hergestellt, um nichts wegzuwerfen, wenn schon ein Tier für die menschliche Ernährung sein Leben lassen muss).
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Sätze vervollständigen, zweiter Versuch ;-)
von nennmichdu am 23.08.2017 10:35freue ich mich,
wenn ich daran denke, wie es im Himmel sein wird...
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Dürfen Christen Blut essen ?
von nennmichdu am 23.08.2017 10:33Um dieses Thema verstehen zu können, müsste ich genauer gesagt fragen, entspricht es Gottes Willen, das ich mich von dem ernähre/nähre, was noch eigenes Leben in sich trägt.
Genauer, kann es Gottes Willen entsprechen, das ich mein Leben dadurch bereichere, das ich vom Leben - von der Kraft - eines anderen Lebewesens zehre. Dieses ihm dadurch raube.
Noch leichter gesagt. Ist es Rechtens, das ich auf Kosten anderer lebe?
In den neutestamentlichen Briefen wird davon berichtet, das derjenige, der nicht arbeiten will - sein Lebensunterhalt/Brot - nicht durch seiner eigen Hände Kraft - erwirtschaften WILL (nicht kann) , der SOLL auch NICHT ESSEN.
Auf die tierischen Lebewesen wird dies dann insoweit übertragen, das Gott im mosaischen Gesetz verbot, das Blut von Tieren zu essen. Weil Blut halt für das Leben steht. Das Tier musste also erst tod sein, bevor man es aß.
Wer sich danach weiterhin richten will, was z.B. Blutwurst anbelangt -- der darf das weiterhin tun ---dem sollen wir kein schlechtes Gewissen deswegen machen. Darauf zielte die Einigung unter den Aposteln:
Apg 15,29 euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl!"
Wer das Prinzip verstanden hat, wird dies insoweit dann umsetzen, das er nicht von der Lebenskraft anderer zehrt.
Re: Ein reines Gewissen
von Beroeer am 23.08.2017 10:31Hallo merciful,
Vielleicht ist sogar die die Formulierung „schlechtes" Gewissen nicht so gut.
Marie Ebner von Eschenbach sagte mal sinngemäß, dass das schlechte Gewissen
eigentlich ein gutes Gewissen ist, denn selbiges funktioniert.
Obwohl wir ja schon wissen, was gemeint ist
Trotzdem: Besser wäre es vielleicht von einem „verurteilenden" Gewissen zu sprechen.
In diesem Zusammenhang finde ich die Definition „Ein innerer Gerichtshof der Zusammentritt" ,
schon sehr treffend. Es beschreibt diese unabhängige, höhere Instanz (weil gottgegeben)
welche einen beträchtlichen, lebensveränderneden Einfluss auf einen Menschen haben kann.
Das unterstreicht, wie wichtig es ist, es fortwährend von seinem „Konstrukteur" sensibilisieren zu lassen
Beroeer


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