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Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von solana am 04.06.2017 22:29Ich denke, gerade an dieser Geschichte mit dem heuchelnden Petrus zeigt sich deutlich, dass wir nicht ein für allemal "fertig" und perfekt sind, wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben und - so wie es in Röm 8 formuliert ist - damit "geistlich" sind und nicht mehr "fleischlich": Röm 8,9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt.
Auch dann brauchen wir noch immer wieder Ermahnungen wie: Gal 5,25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.
Und Erinnerung daran, was der Geist in uns bewirken kann, wie: 2Tim 1,6 Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.7 Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
All die Ermahnungen und Erinnerungen wären nicht nötig, wenn wir Menschen nicht doch auch etwas dazu tun müssen, damit wir im Heiligen Geist "wandeln".
Und das zielt auf die Frage des Eingangsthreads - oder, wie Henoch es formuliert hat:
Auch hier steht ja eine Aufforderung: Joh 15,4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Was können wir also tun, um dieser Aufforderung nachzukommen?
Bzw wie können wir verhindern, dass das "Fleisch" uns beherrscht und den Geist verdrängt?
Gal 5,17 Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt.
Wir werden entweder von dem einen oder von dem anderen "regiert" und "wandeln" dann darin, tun entweder die "Werke des Fleisches" oder bringen die "Frucht des Geistes" hervor (Gal 5, 19-23)
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Merciful am 04.06.2017 21:09Ich denke, mehr kann ich nun hier nicht schreiben.
Bin sehr müde und habe Kopfschmerzen.
Ab morgen konzentriere ich mich wieder auf andere Aufgaben.
Gute Nacht!
Merciful
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Burgen am 04.06.2017 20:53@Merciful, ich denke, dass die meisten Christen diese kraftvolle Art und auch die Art der Ängstlichkeit leben.
Ich denke, dass bei Petrus der alte Charakter neben dem mit dem Heiligen Geist erfüllte Ausdruck findet.
In Jerusalem waren sie gerade mit dem Geist erfüllt worden.
In Antiochia lebte er nach dem alten Muster, bzw. hatte Angst, denn Juden durften nicht zusammen mit Heiden essen.
Gruß
Burgen
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Merciful am 04.06.2017 20:36Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er hatte sich ins Unrecht gesetzt.
Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete.
Und mit ihm heuchelten auch die andern Juden, sodass selbst Barnabas verführt wurde, mit ihnen zu heucheln.
(Brief des Paulus an die Galater 2, 11-13; Lutherbibel 2017)
Der Apostel Petrus hatte an Pfingsten vollmächtig zu den Juden gesprochen. Er hatte den Namen Jesu gepredigt und Buße verkündet zur Vergebung der Sünden.
In Antiochia aber hatte er sich ins Unrecht gesetzt. Aus Furcht vor den Juden heuchelte er, indem er sich von den Heiden absonderte.
Offensichtlich unterscheidet sich das Auftreten des Petrus in Antiochia von dem in Jerusalem.
Warum trat er in Antiochia nicht auch in jener Vollmacht auf, die ihm in Jerusalem gegeben worden war?
Lässt sich die Unterschiedlichkeit der Verhaltensweisen des Petrus darauf zurückführen, dass er einmal im Geist wandelte und einmal nicht?
Wenn ja, so wäre zu klären, worin sich der Wandel des Petrus in Jerusalem und in Antiochia unterschied.
Warum hatte er in Jerusalem keine Furcht vor den Juden, in Antiochia hingegen hatte er Furcht vor den Juden!?
Merciful
Henoch
Gelöschter Benutzer
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Henoch am 04.06.2017 17:21Wie wandelt man im Geist? Indem man am Weinstock bleibt...und wie bleibt man am Weinstock?
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von solana am 04.06.2017 16:15Deine Frage lautet doch: Wie wandelt man im Geist?
Solana schrieb:
Und es zeigt auch gut, dass es nicht darum geht, jetzt aus Pflichtgefühl und schlechtem Gewissen die eigenen Ängste zu unterdrücken und sich durch Selbstüberwindung dazu zu zwingen, das zu tun, von dem man weiss, dass es eigentlich getan werden sollte ......
Nicht wir sind es, die die aus eigener Kraft solange kämpfen, wie wir können und dort, wo es nicht mehr ausreicht, gibt uns Gott noch ein bisschen Hilfe dazu durch seinen Geist.
Gerade dort, wo wir bereit zu empfangen wie ein leeres Gefäss und uns unserer Schwäche bewusst sind und ganz auf Gottes Kraft vertrauen, da kann er am meisten in uns und durch uns bewirken und uns gebrauchen.
2Kor 4,7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.
Dann wäre zu überlegen: Wie hat Petrus es konkret gemacht, um ganz auf Gott vertrauen zu können?
Meines Erachtens kann man das nicht 'machen'.
Der Glaube an Gott, das Vertrauen auf ihn, ist Gottes Werk in uns.
Ja, so sehe ich das auch.
Wir können das nicht "selbst machen".
Gott wirkt aber auch nicht in uns, wenn wir uns ihm verweigern oder wenn wir ihm nicht als "leeres Gefäss" zur Verfügung stehen wollen, stattdessen lieber auf unsere eigene Kraft und Fähigkeit vertrauen und Gottes Hilfe nur als "Notnagel" einsetzen wollen.
Der in einem anderen Thread zitierte Vers: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
ist ein gutes Beispiel für die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit und die vertrauensvolle Bitte: "Herr, ich möchte so gerne glauben und vertrauen, merke aber, dass ich es nicht schaffe... Hilf mir, ich bin bereit, es mit deiner Hilfe trotzdem zuversuchen und lasse mich ganz auf dich ein, lege meine Schwäche in deine Hände."
Oft ist in uns ein innerer Widerstand dagegen.
Weil wir dazu erzogen werden, keine Schwachstellen zu zeigen, die von anderen gebraucht werden könnten, um uns zu verletzen, zu schaden, uns niederzumachen usw. Hilfe nur dann anzunehmen, wenn wir selbst nicht mehr weiterkommen usw.
Die Geschichte im Eingangsbeitrag sollte nur ein Aufhänger sein - ich hatte sie gerade in der Pfingstpredigt gehört und fand das einen guten Einstieg in praktische Überlegungen.
Bei Petrus hat sich das Wirken des Heiligen Geistes an Pfingsten auf diese Weise gezeigt.
Und es gibt in der Bibel noch viel mehr Beispiele, aus denen wir Anregungen für unseren Alltag bekommen können. Und wir können uns auch gegenseitig mit praktischen Beispielen aus unserem Leben ermutigen.
Dazu wollte ich einladen, wer mag kann mitmachen.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Merciful am 04.06.2017 15:42Nun, dies habe ich ja bestätigt.
Aber meine Frage war, inwiefern jene Erzählung auf die von dir gestellte Frage antwortet!?
Deine Frage lautet doch: Wie wandelt man im Geist?
Was hat denn Petrus deiner Meinung nach konkret gemacht, um in der Kraft des Geistes predigen zu können?
Geht es dir darum, dass Petrus ganz auf Gott vertraute und nicht auf sich selbst?
Dann wäre zu überlegen: Wie hat Petrus es konkret gemacht, um ganz auf Gott vertrauen zu können?
Meines Erachtens kann man das nicht 'machen'.
Der Glaube an Gott, das Vertrauen auf ihn, ist Gottes Werk in uns.
Merciful
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von solana am 04.06.2017 15:09Inwiefern aber antwortet diese Erzählung auf die von dir gestellte Frage, wie man im Geist wandelt?
Hallo Merciful
Ich finde, hier wird ganz deutlich, wie der Heilige Geist wirkt; hier, wo Menschen von sich selbst aus so mutlos und schwach sind, dass sie sich nur verstecken und jede Verbindung zu Jesus leugnen.
Die "Verwandlung" des Petrus zeigt sehr eindrücklich das Wirken des Heiligen Geistes.
Und es zeigt auch gut, dass es nicht darum geht, jetzt aus Pflichtgefühl und schlechtem Gewissen die eigenen Ängste zu unterdrücken und sich durch Selbstüberwindung dazu zu zwingen, das zu tun, von dem man weiss, dass es eigentlich getan werden sollte ......
Nicht wir sind es, die die aus eigener Kraft solange kämpfen, wie wir können und dort, wo es nicht mehr ausreicht, gibt uns Gott noch ein bisschen Hilfe dazu durch seinen Geist.
Gerade dort, wo wir bereit zu empfangen wie ein leeres Gefäss und uns unserer Schwäche bewusst sind und ganz auf Gottes Kraft vertrauen, da kann er am meisten in uns und durch uns bewirken und uns gebrauchen.
2Kor 4,7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von solana am 04.06.2017 14:52Aus eigener Kraft können auch wir es nicht, denke an ganz banale Dinge wie Wohnung aufräumen, Dinge, Papier usw. wegzuwerfen usfort.
Hallo Burgen
Ja, das ist sehr wichtig. Im ganz Kleinen, im banalen Alltag fängt es an.
Oft erwarten wir Gottes Hilfe und sein Wirken, wenn es um grosse Dinge geht; im Alltag wurschteln wir vor uns hin und versuchen es erst mal allein ....
Gerade in den ganz banale Dingen schenkt uns der Heilige Geist nicht nur "Erfolg", dass wir Dinge schaffen, die uns vorher zu schwer waren. Er schenkt auch Freude und Erfüllung, indem er unsere Perspektive verändert - gerade in lästigen Alltagspflichten.
Es ist dann nicht ein "Zähne zusammen beissen, sich am Riemen reissen und in Disziplin nd Selbstüberwindung ungeliebte Pflichten erledigen", damit wir hinterher vor anderen besser dastehen und uns selbst durch ihre Wertschätzung besser fühlen.
Sondern die Freude ist schon vorher da, erfüllt uns und trägt uns durch.
Und dann ist es auch völlig egal, ob andere das wertschätzen oder es gar nicht wahrnehmen oder sogar noch daran herumnörgeln.
Nicht das "Feedback" anderer und auch nicht der sichtbare Erfolg bestimmen uns.
Manchmal strahlt diese Freude gerade vor dem düstersten Hintergrund ganz besonders hell - wenn alle gegen uns sind (Ps 23,5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.) oder wenn um uns herum alles wie ein "dürres Tal" erscheint (Ps 84,7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.).
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Wie "wandelt" man im Geist?
von Merciful am 04.06.2017 14:38Liebe solana,
ich habe nun etwa eine Stunde über deinen Beitrag nachgedacht und mich mit ihm auseinandergesetzt.
Dein Beitrag gibt ein Beispiel für die Kraft des Heiligen Geistes und für die Vollmacht des Petrus an Pfingsten.
Petrus predigte in der Kraft des Geistes den Namen Jesu und Buße zur Vergebung der Sünden, nachdem er den Geist empfangen hatte.
Jesus hatte zuvor den Petrus zu einem besonderen Dienst berufen und ihn beauftragt.
Inwiefern aber antwortet diese Erzählung auf die von dir gestellte Frage, wie man im Geist wandelt?
Könntest du noch einmal versuchen, dies auf den Punkt zu bringen?
Ging es dir darum, dass im Geist lebende und wandelnde Menschen solche sind, die offen und furchtlos Jesus bezeugen?
Merciful


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