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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Burgen am 13.05.2017 01:04

Ja, Daniel, das geht mir auch so.

Es gab eine Zeit der Inventur. Das bedeutet, man macht sich Gedanken darüber, was vor Gott gebracht und bekannt werden soll.

Anschließend macht man sich Gedanken darüber was und wie eine Änderung durchgeführt werden kann. Oft sind es Gewohnheiten, die auf den Prüfstand gebracht werden.

Jedoch das Wasserbad des Wortes bewirkt Änderung dort, wo es sich dem Zugriff des Menschen entzieht. Und es bewirkt Freude und Dankbarkeit zu Gott.

Wasserbad des Wortes kann z.B. eine intensive Clausur von 1 bis 3 oder 7 Tagen sein. Mit viel Gebet, Andacht, Gesang, Bibelarbeit allein und in Gruppe mit Austausch. Viel Stille Zeit und Spaziergänge usw. Das alles ist Wasserbad der Gottesgegenwart.

Da entzieht sich Veränderung dem Willen des Menschen weil sie ein Gnadengeschenk Gottes ist, durch den Heiligen Geist bewirkt.

Gruss
Burgen


 

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Hyperion

51, Männlich

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Beiträge: 228

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Hyperion am 13.05.2017 00:23

Ich hatte eine Freundin mit Anorexie und in ganz vielen (Heilungs-)Gottesdiensten haben wir während des Lobpreises sehr viel weinen müssen, weil die Lieder ja einerseits grundsätzlich sehr emotional sein können und andererseits auch immer der Wunsch und die Bitte mit diesen Emotionen verbunden war, dass sie wieder gesund werden möge. 

Eigentlich bin ich grundsätzlich sowieso eher "nah am Wasser gebaut", wie man so sagt, aber wenn ich um Vergebung bitte, dann stellt sich in mir eher eine ernste Grundhaltung ein, wenn ich mal so drüber nachdenke. 

LG
Daniel

Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.05.2017 00:26.

Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Burgen am 12.05.2017 23:34

Ich kenne auch eher das Phänomen, dass Tränen manchmal laufen, ohne Anteil von Gefühlserschütterung.

Und das auch nicht unmittelbar im Zusammenhang von der Bitte um Sündenvergebung.
Die Bitte um die oder die Sünde, der ich überführt wurde, die mir bewusst wurde, zur Benennung und Vergebung ist eher ohne tiefe Wallung, nüchtern, Erleichterung stellt sich ein.

Der Heilige Geist ist so leise, dass nichts, rein gar nichts einem Gefühl zugeordnet werden kann.
Dankbarkeit ist ein Entschluss.

Bei anderen mag es anders sein. 
Gruss
Burgen

Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.05.2017 00:53.

Hyperion

51, Männlich

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Beiträge: 228

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Hyperion am 12.05.2017 22:04

Pal schrieb: Also ich kann deine Befürchtungen nicht wirklich nachvollziehen. Denn immer wenn ich zutiefst zerbrochen vor Gott mit Tränen zerflossen bin, da blieb mir kein solches "toll" des eigenen "Tiefgangs" mehr übrig. Eben weil das Ego ertrank... Aber nun gut, es gibt tatsächlich nichts, was ein Mensch sich nicht verderben könnte...

Oh sorry Pal, ich wollte da ganz sicher nichts verderben. Tut mir leid, falls das bei dir so angekommen ist. Mir stellte sich halt nur ganz grundsätzlich die Frage, inwiefern zur Buße auch Emotionen gehören und wie man diese dann bewerten kann/sollte. 

Pal schrieb: Möchtest du dann, mit dieser Sichtweise, eine Gefühlsbuße "verunglimpfen"? - Sollte die deines Erachtens nicht sein? Sind daran zuviele Gefahren geknüpft? - Also ich kann nur von mir persönlich ausgehen und sagen: "Gott sei gedankt für jede Träne meiner Buße!"

Aber verunglimpfen will ich ganz sicher nichts und ich finde das habe ich auch nicht getan. Der Begriff der Gefühlsbuße ist mir übrigens auch neu und bis dato unbekannt gewesen. Ich weiß, dass Tränen durchaus einen befreienden und auch reinigenden Effekt haben können, aber ich weiß eben auch, dass zur Buße zuvorderst die Bereitschaft zur Umkehr und eine aufrichtige Herzenshaltung gehört. Emotionen spielen da meiner Meinung nach eher eine untergeordnete Rolle, bzw. bedürfen keiner irgendwie besonderen Tiefe, sondern vielmehr Authentizität und Aufrichtigkeit, finde ich. 

Wenn ich zum Beispiel das "Vater Unser" bete, dann meine ich von Herzen auch jeden enzelnen Satz des Gebetes tatsächlich so, wie ich ihn sage, selbst wenn ich dabei dann keine intensiveren Gefühlsregungen verspüren sollte. Und Teil des "Vater Unsers" ist ja auch die Bitte um Vergebung. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich dann auch Vergebung empfange und habe kein Verlangen danach, meine Reue zusätzlich zu vertiefen, wie es ja wohl offensichtlich manchmal bei dir der Fall ist und was ich halt nicht wirklich verstehen kann. 

Die Gefahr, die ich damit verbunden sehe hatte ich ja bereits erläutert und muss sie deshalb wohl auch nicht wiederholen, denke ich. Wenn das für dich persönlich aber kein Problem darstellt ist es doch umso besser und dann wünsche ich dir von Herzen, dass deine Reue die Tiefe haben möge, die du dir erhoffst! Ich kenne aber zum Beispiel auch Geschwister, die wirklich ganz massive Probleme haben sich selbst zu vergeben oder auch Vergebung anzunehmen und in deren Hinterkopf immer der Gedanke mitschwingt, dass Gott sie vielleicht doch aufgrund ihrer Sünde verstoßen haben könnte.

Ich habe zudem auch in meiner beruflichen Praxis immer wieder mit Menschen zu tun, die unter einem sogenannten Versündigungswahn leiden und es ist wirklich ganz furchtbar, wie sich diese Menschen quälen, weil sie nicht davon überzeugt werden können, dass Gott ihnen wirklich gerne Vergebung schenken möchte. Deshalb hatte ich gestern Abend ja auch kurz das Gleichnis vom verlorenen Schaf angesprochen, weil in diesem Gleichnis so wunderbar zum Ausdruck kommt, mit welcher Freude Gott uns Menschen vergibt, wenn wir zu ihm umkehren. 

LG
Daniel

Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von geli am 12.05.2017 21:54

Genau - ich stelle mir immer vor, dass Jesus zwischen mir und Gott steht. Und Jesus betet für mich - wie damals für Petrus - dass mein Glaube nicht aufhört.
Es ist einfach gut zu wissen, dass Christus immer für uns einsteht vor dem Thron Gottes. Niemand kann uns aus seiner Hand reissen, weil wir sein Eigentum sind - erkauft mit seinem eigenen Blut.
Und das alles, obwohl wir "Bösmenschen" waren und unser "Fleisch" noch immer im Kampf gegen das Gute ist.

Lg, geli

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.05.2017 21:56.

Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Burgen am 12.05.2017 21:42

Ja, und dann ist es auch so, dass Gott uns durch die "Brille" Jesus Christus zu seiner Rechten anschaut.

Jesus ist unser Fürbitter. 

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von geli am 12.05.2017 21:35

Pal: Das klingt dann scheinbar Paradox, was jedoch, aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven heraus, durchgehend sinnvoll ist.

Ich glaube, "paradox" klingt es nur für uns Menschen, weil wir mit unserem menschlichen Verstand einfach viele Dinge nicht verstehen können.

Ja, es sind wirklich "zwei Ebenen" - die wir Menschen nicht zusammenbringen können. Wir können nur beide Ebenen glauben - aber verstehen nicht.

Ich denke an ein Erlebnis zurück, als eine Nachbarin (auch gläubig) Selbstmord begangen hat. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, wie Gott bis zuletzt alles drangesetzt hat, sie davon zurückzuhalten.
Wirklich bis zuletzt... Der Ehemann von ihr hat daraufhin auf eine Annonce in einer Zeitung geantwortet und auch eine Frau gefunden, die er dann geheiratet hat. Die Frau hat mir dann erzählt, wie es dazu kam, dass sie in dieser Zeitung annoncierte, wie sie von 6 Kindern um einen Eßtisch geträumt hatte ( sie selbst hatte ein Kind, der Mann hatte 5 Kinder), und wie Gott die Beiden zusammengeführt hat.
Das alles war schon lange bevor das mit dem Selbstmord passierte, vorbereitet worden.

Gott hat also bis zuletzt "das Gute" gehofft - obwohl er vorher ja schon wußte, wie die Frau sich entscheiden würde. Und gleichzeitig schon Monate vorher die neue Ehe vorbereitet. Zwei Ebenen...
Das ist einfach für uns Menschen nicht nachvollziehbar und unerklärlich.
Aber dafür ist Gott Gott und wir Menschen sind Menschen.

Lg, geli

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Pal

67, Männlich

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Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Pal am 12.05.2017 21:04

Nachdem ich nun die 2 Perspektiven / Ebenen von Solana verinnerlichte, ist mir deutlich geworden, das auch Gott selbst uns in der Bibel auf 2 ganz verschiedenen "Ebenen" anschreibt.
Zum einen ist da SEINE allwissende und souveräne Perspektive, wo alles vorausgeplant, richtig abläuft.


Doch dann schreibt uns Gott von einer "menschlichen Perspektive", so etwas wie: Wenn ihr euch bekehrt, dann Segen, wenn nicht dann Fluch...
Ganz so, als ob ER nicht sowieso 100% wüßte, wie wir uns entscheiden werden. Aber dann sieht ER uns nicht durch die "Brille" seines zeitlosen Allwissens, sondern eben durch die Brille von "ich hoffe das Gute", ich wünsche Liebe etc. Oder: mich gereut es, das ich den Menschen gemacht habe etc.

Das klingt dann scheinbar Paradox, was jedoch, aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven heraus, durchgehend sinnvoll ist.

Versteht ihr meinen Gedankengang oder ist das jetzt nicht schlüssig, was ich meine?

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Pal

67, Männlich

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Beiträge: 2513

Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Pal am 12.05.2017 20:02

Hyper:
Das ich dann also schlussendlich weniger die Vergebung des Herrn, als vielmehr die emotionale Erregung suche, weil diese sich eben so toll und intensiv anfühlt und meinem Leben eine gewisse Tiefe vermittelt.

Also ich kann deine Befürchtungen nicht wirklich nachvollziehen. Denn immer wenn ich zutiefst zerbrochen vor Gott mit Tränen zerflossen bin, da blieb mir kein solches "toll" des eigenen "Tiefgangs" mehr übrig. Eben weil das Ego ertrank...
Aber nun gut, es gibt tatsächlich nichts, was ein Mensch sich nicht verderben könnte...

Hyper:
Bliebe diese (Reue- emotion) aber aus, könnte man vielleicht sogar dem Irrtum verfallen, dass Gott einem gar nicht vergeben hat. Das wäre dann wirklich sehr sehr schlimm und tragisch.

Möchtest du dann, mit dieser Sichtweise, eine Gefühlsbuße "verunglimpfen"? -
Sollte die deines Erachtens nicht sein?
Sind daran zuviele Gefahren geknüpft? -

Also ich kann nur von mir persönlich ausgehen und sagen: "Gott sei gedankt für jede Träne meiner Buße!"

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Hyperion

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Re: Gutmensch oder Bösmensch - wie siehst du dich?

von Hyperion am 12.05.2017 19:21

Huhu Pal,

Pal schrieb: Ich denke nicht, das da ein "Gefühlsschwall" - Tränenausbruch notwendig ist. Aber falls er (je nach Schwere der Sünde) vorhanden wäre, so würde ich das nur begrüßen.

Wie haben die Personen in der Bibel denn Buße getan? - Ich denke das ging schon tief unter die Haut...

Na ja ich denke es geht beim Thema Buße halt zuvorderst um Authentizität und Aufrichtigkeit und weniger um Emotionen. Der Zöllner von dem uns in Lukas 18 berichtet wird, senkt z.B. einfach nur seinen Blick, schlägt sich mit der Faust auf die Brust und bittet aufrichtig um Vergebung...

Ginge Buße grundsätzlich mit ganz starken Gefühlsregungen einher, würde ich zum Beispiel befürchten, dass ich mich unbewusst von dieser emotionalen Erregung abhängig machen könnte. Das ich dann also schlussendlich weniger die Vergebung des Herrn, als vielmehr die emotionale Erregung suche, weil diese sich eben so toll und intensiv anfühlt und meinem Leben eine gewisse Tiefe vermittelt.

Das wäre dann aber natürlich ganz klar Ausdruck von Eigenwillen und Selbstsucht und wer weiß, am Ende könnte ich mir vielleicht selbst gar nicht mehr trauen, hinsichtlich meiner grundsätzlichen Bereitschaft Buße zu tun und auch Vergebung zu empfangen, weil beides für mich nur unter der Voraussetzung starker emotionaler Erregung Bedeutung hätte. Bliebe diese aber aus, könnte man vielleicht sogar dem Irrtum verfallen, dass Gott einem gar nicht vergeben hat. Das wäre dann wirklich sehr sehr schlimm und tragisch.

LG
Daniel

Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

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