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Henoch
Gelöschter Benutzer
Re: Religiöse Heuchler
von Henoch am 15.06.2014 12:29Hallo Solana,
Ich denke, erst einmal müssen wir, soweit möglich unterscheiden zwischen religiösen Heuchlern, also Menschen die den Geist nicht haben und Heuchlern.
In beiden Fällen ist selbstverständlich, dass wir im Gebet und in der Wahrheit mit den Menschen umgehen, die Hilfe brauchen, weil sie an der Gnade vorbeigegangen sind, aber Klarheit muss sein.
Deshalb bete ich immer im Weisheit und Liebe und dass der Herr durch mich zu dem jeweiligen Menschen spricht.
Was ich auf keinen Fall meine, ist, dass wir uns, gesetzlich werdend, über die Hilfsbedürftigen erheben dürfen.
Ich denke immer zuallererst beten. Ich bitte den Herrn dann darum, dass er ihnen Menschen ihres Vertrauens schickt, die sie einfühlsam ansprechen und dass er alle Beteiligten vorbereitet auf SEIN Wort...und dass Er es ist, der in dieser Situation alle Beteiligten ind Weisheit, Wahrheit und LIebe sprechen lässt unter seiner Führung. Bin ich dann der, der ansprechen soll, dann merke ich das...
Geschwister können nicht religiös heucheln, aber natürlich sind sie geistlich auch in Not, wenn sie es heucheln (z.B. etwas verbergen, aus Angst vor den Geschwistern...schlimm, wenn eine Gemeinde so wirkt, dass dies nötig scheint).
Wichtig ist immer, dass man demjenigen eine Lösung anbietet und die heißt m.E. immer Jesus Christus und seine Gnade in der Vergebung und Heiligung.
Auch bei religiösen Heuchlern, also Menschen, die meinen, sie sind Kinder Gottes, aber z.B. offensichtlich (anders kann ich es ja nicht erkennen), das Kreuz leugnen, muss ich in Liebe sprechen, nach Gebet, also mit der selben Vorbereitung, aber ich sollte (was ich aus Menschenfurcht nicht immer kann), dann auch klar sein in der Wahrheit, auch wenn ich dann heftige Abwehr und Wut einstecken muss.
Natürlich warte ich möglichst darauf, dass derjenige Interesse zeigt, oder von mir eine klare Position herausfordert, und nerve nicht mit Missionsdruck.
Henoch
Klaus
Gelöschter Benutzer
Re: Religiöse Heuchler
von Klaus am 15.06.2014 12:11Hallo.
Mal ein kleines Beispiel aus der Praxis, das jetzt aber nichts mit dem Thema zu tun hat.
Auf die Frage: "Wie geht es dir....?", kommt meistens die Standardantwort "gut....!" Manchmal hake ich dann nach und frage: "und wie geht es dir wirklich...?"
Auf Beerdigungen wird auch viel gelogen. All das ist aber nicht das Gebiet der "religiösen" Heuchelei. Ich belüge aber mich selbst und andere, wenn ich vorgebe, etwas zu sein, das ich in Wirklichkeit nicht bin. In den Schriften von Paulus findet man meines Wissens z.B. den Begriff "Christ" überhaupt nicht, sehr wohl aber den Begriff "Mensch in Christus" oder einfach "in Christus". Wenn ich hier und jetzt nicht sagen kann, daß ich gemäß der Belehrung der Salbung in Christus bin, dann ist zumindest in meiner geistlichen Beziehung zu Gott etwas nicht in Ordnung.
Klaus
Re: Religiöse Heuchler
von solana am 15.06.2014 12:04Letztendlich geht es doch darum, unter der Führung des Heiligen Geistes den Willen unseres Vaters im Himmel zu tun.
Vielleicht ist es ja hilfreich, mal konkreter, anhand von einem Beispiel, zu erläutern, worum es für uns selbst geht.
Wir haben es ja nicht mit den Pharisäern und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu zu tun.
Also "an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen".
Richtig- an den Früchten werden wir sie erkennen. Und die Früchte werden wunderbar in Galater beschrieben.
.Gal 5,22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue,
23 Sanftmut, Keuschheit;
Fehlt nun - erkennbar - eine diese Früchte (oder gleich mehrere) - wie gehen wir dann unserem Bruder/Schwester gegenüber vor?
"Liebe" ist schwer einzuschätzen, da wir niemandem ins Herz sehen können - und wenn jemand behauptet, er habe "nur aus Liebe" hart gegenüber Geschwistern gehandelt, um ihnen zur Erkenntnis zu verhelfen, können wir uns nur schwer "ein Urteil" über seine Aufrichtigkeit anmassen.
Aber fehlende Freude und fehlender Friede sind schon recht offensichtlich.
Wenn uns nun bspw "freudlose, griesgrämige, von innerer Unruhe getriebene" Geschwister begegnen, was tun wir ?
Sagen wir ihnen: "Du bist ein Heuchler, wenn du dich als "geistlicher Christ" bezeichnest?
Oder versuchen wir, mir ihnen zusammen die Ursache ihrer Traurigkeit und inneren Unruhe herauszufinden, zu trösten, aufzubauen und die Perspektive auf Gottes Freude hin zu öffnen? Beten wir mit ihnen oder bieten es wenigstens an?
Oder wie würdet ihr vorgehen?
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Klaus
Gelöschter Benutzer
Re: Was bedeutet es für uns, dass die Sünde nicht über uns herrschen kann?
von Klaus am 15.06.2014 11:53Hallo Zusammen.
Ich habe den Austausch hier mit Interesse verfolgt und sehe die Situation ähnlich wie Merciful. Eine Sünde ist eine Sünde, etwas, das Gott völlig entgegengesetzt ist. Ich sage jetzt einmal, Sünde ist die Natur des Teufels und wenn die Sünde über uns herrscht, dann herrscht der Teufel über uns.
Wenn nun der Sohn Gottes in uns hineinkommt und wir Ihm erlauben, seine Herrschaft in uns auszuüben, dann "entmachtet" Er die Sünde. Sie ist zwar noch da, kann aber durch die Anwesenheit des Sohnes Gottes in uns nicht mehr herrschen, ist Er doch der Sünde ein für allemal gestorben.
Nun liegt es aber an mir, wie viel Raum ich der Herrschaft Christi gebe. Sind meine Gedanken z.B. geschlossen unter der Herrschaft Christi?
Unsere Heiligung ist Jesus Christus selbst. Nun liegt es an uns, wie genau wir mit unserer Heiligung zusammenarbeiten. Bei mir ging es vor einigen Jahren z.B. um die "kleinen Füchse". Wichtig ist aber, daß wir die Fehler, die wir im Lichte Gottes sehen, auch bekennen und lassen, sonst kann der Sohn Gottes sich nicht in uns ausbreiten. Sünde ist das Gebiet Satans und wir können als Kinder Gottes nicht auf zwei Hochzeiten tanzen. Das Blut des Lammes reinigt unseren Verstand, unser Gefühl, unser Herz, wenn wir gerade mit den "kleinen Sünden" aufräumen.
Klaus
cipher
Gelöschter Benutzer
Re: Was bedeutet es für uns, dass die Sünde nicht über uns herrschen kann?
von cipher am 15.06.2014 11:41Liebe vertreibt Furcht - bedeutet, Liebe vertreibt Agst. Keine Angst vor derm Verlorensein. "Mit Furcht und Zittern" ist der Ausdruck führ Ehrfurcht, Ehrerbietung und grenzenlosem Respekt Gott gegenüber.
Merciful
Gelöschter Benutzer
Re: Was bedeutet es für uns, dass die Sünde nicht über uns herrschen kann?
von Merciful am 15.06.2014 11:33Für mich bleibt es zunächst offen, weshalb Paulus und Johannes die Furcht unterschiedlich werten, zumindest unterschiedlich zur Sprache bringen.
Bei Johannes lese ich: die Liebe vertreibt die Furcht.
Bei Paulus hingegen lese ich: bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern!
Da ich nicht wahrzunehmen vermag, weshalb die beiden Apostel hier unterschiedlich sprechen, lasse ich dies so stehen.
Zumal auch im griechischen Text an beiden Stellen derselbe griechische Begriff (φόβος) verwendet wird.
Merciful
Henoch
Gelöschter Benutzer
Re: Religiöse Heuchler
von Henoch am 15.06.2014 11:04Hallo Cleo,
ja, das schrieb ich schon. Und das schrieb auch Klaus in anderen Worten.
Religiöse Heuchler geben bewust oder unbewust vor, Gottes Kinder zu sein, ohne dass sie es sind und/oder einen anderen Erlösungsweg zu wissen, der am Kreuz vorbei führt, ohne dass sie es wissen können. Sie haben aber den heiligen Geist nicht!
Sie sind daher in großer Gefahr an der Gnade vorbezugehen und verloren zu gehen.
Deshalb spricht Jesus so unangenehm klare Worte zu ihnen (z.B. den Pharisäern), UM SIE ZU RETTEN, aber auch im AT zu den Götzendienern, die er auffordert Buße zu tun und sogar ausrotten will, weil sie sein Volk verführen.
Wir dürfen da nicht blind sein dazu (soweit wir es erkennen können). Woran man es erkennt, darüber steht viel in den Briefen.
Und nicht nur das, die Bibel warnt vor ihnen ausdrücklich, erstens, weil sie Feinde des Kreuzes sind, zweitens, weil sie Irrglauben verbreiten und drittens, weil sie feindselig gegen echte Kinder Gottes sind. Das ist gemeint mit religiöser Heuchelei.
Alles andere ist nur Heuchlerei, die können wir alle, religiös heucheln kann ein Kind Gottes nicht, es hat den heiligen Geist.
Natürlich sollen wir ihnen in Liebe begegnen, aber nicht mit Toleranz, sondern mit der Wahrheit und klar und deutlich, das ist Liebe, Jesus hat es vorgemacht. Sonst heucheln wir.
Henoch
Re: Was bedeutet es für uns, dass die Sünde nicht über uns herrschen kann?
von solana am 15.06.2014 10:50Phil 2, 12 Also, meine Lieben, - wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit - schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.
Guten Morgen
Ich verstehe diese Aussage so, wie sie im Folgevers begründet wird:
13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Es ist nicht unser Verdienst - folglich für uns kein "Rühmen" möglich (wie an anderen Stellen immer wieder betont wird).
Wir können uns nicht "beruhigt" zurücklehnen und uns auf unseren erreichten Lorbeeren ausruhen, wir haben nicht die "Patentlösung" (für alles, was uns in Zukunft an Schwierigkeiten/Anfechtungen usw begegnet) in der Tasche.
Wir sind immer wieder neu darauf angewiesen, dass Gott in uns sein Werk weiterführt, ohne sein Wirken können wir auch weiterhin das Gute noch nicht einmal wollen, geschweige denn Vollbringen.
Ich sehe in diesen Versen eine Mahnung zur Demut und eine Warnung vor zu grosser "Selbstsicherheit", die leicht zu Überhebung über andere führen und einem selbst zum Stolperstein werden kann.
Es ist keine Infragestellung der Heilsgewissheit, gerade weil das Heil eben nicht auf unserem Verdienst beruht, sondern auf Gottes Zusage - und die ist gewiss.
Es ist uns "zugesprochen", aber es ist nicht "unser Besitz" geworden, über den wir "verfügen" können;
Es ist und bleibt in Gottes Hand - und wir sind dessen "teilhaftig", solange wir auch in Gottes Hand bleiben.
So verstehe ich diese Verse.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Henoch
Gelöschter Benutzer
Re: Was bedeutet es für uns, dass die Sünde nicht über uns herrschen kann?
von Henoch am 15.06.2014 09:57Hallo Merciful,
es ist ein Unterschied, ob ich mich vor Gott fürchte, weil ich kein Vertrauen habe oder gar Angst vor Strafe oder ob ich, wie hier gemeint ist , Gott hoch achten und ihn ernst nehmen soll. Natürlich sollen wir unsere Heiligung wollen, danach streben und vor Gott Respekt haben, aber die Beziehung sollte nicht darunter leiden, wenn doch gesündigt wird. Ich hätte keine einzige Sekunde Beziehung, wenn das wahr wäre. Wenn ich da meine Gedfankenwelt betrachte (das zählt ja exakt genau so wie die Tat) - oder meine Haltung beim Gebet oder oder, ich kame vor lauter Buße tun und bekennnen und bereuen zu nichts anderem mehr.
Ich verstehe und erlebe es weitgehend so, dass wir im tiefen Vertrauen in die Vergebung zu einem tiefen und ganzheitlichen Anvertrauen kommen dürfen, mit all unseren Sünden, das meint 1 Joh, 4,18
Das schaffet dass ihr selig werden hat für mich zwei Bedeutungen, erstens, dass ich danach strebe geistlich und in der Folge in der Frucht wachse und das auch will...., weshalb ich was tun muß?.... Am Weinstock bleiben. Und ich kann nicht am Weistock bleiben, wenn ich mich fürchte, aber ich kann gerne am Weinstock bleiben, wenn ich im Vertrauen und in Erfurcht vor seiner Kraft, mich zu verändern, am Weinstock klebe, weil ich mich angenommen und geliebt fühle und weiß, dass er mich die gewünschte Frucht bringen lässt...
Auch in dieses Wort gehorche ich, das ist Gehorsam.
Im Nt bedeutet Gehorsam zunächst, in die Gnade zu vertrauen und ihr zu gehorchen, also ein Täter des Wortes zu werden.
Sach 4,6 ........ Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.
Henoch
Re: Religiöse Heuchler
von Cleopatra am 15.06.2014 08:17Ich fange nochmal ganz von vorne an und lese nur die Überschrift.
Mir fällt dazu ein:
Religiöse Heuchler geben etwas vor, zu sein/zu glauben, was sie nicht wirklich sind/glauben.
Stimmts?
Heucheln- so tun, als ob.
Und was mein Gegenüber denkt und glaubt, das können wir meißtens nicht sehen.
Wir sehen vielleicht viele Handlungen. In Gesprächen wird etwas offenbar vom Herzen, vom Glauben und Co.
Aber es sid zwei paar Schuhe, ob mein Gegenüber meiner Meinung nach das falsche denkt/glaubt, oder eben uns anlügt und vorgibt, etwas zu denken/glauben, was so nicht ist.
Deshalb wird dieses religiöse Heucheltum der einzelnen Menschen wohl nur Gott entlarven können.
Entweder sorgt er dafür, dass mein Gegenüber sich "verplappert" oder er wird ohne dass wir etwas davon mitbekommen später vor dem Richtertuhl etwas dazu sagen.
Den Vers von dir, lieber Klaus, kann man nicht pauschal jedem "um die Ohren hauen", der nicht glaubt, was wir glauben.
Denn im Vorfeld werden die falschen Propheten beschrieben.
Richtig- an den Früchten werden wir sie erkennen. Und die Früchte werden wunderbar in Galater beschrieben.
Lg Cleo
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
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