Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
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Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
von Burgen am 12.03.2026 00:51
Die Allversöhnung wird ja recht kontrovers diskutiert. Wie ist eure eigene Meinung, Sicht zu dem Thema?
Ist es 'nur' eine Einstellungssache? Oder eben doch eher eine Glaubenssache? Beides?
Joh 12,32 steht:
Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.
Anschließend steht dort V33:
Dies aber sagte er, um anzudeuten welches Todes er sterben sollte.
Damit ist sein Kreuzestod gemeint, denn jeder der am Holz hängen würde, ist als verflucht zu sehen.
Beide Verse stehen hier in der Elberdelder Bibel im Zusammenhang.
Hypothetisch:
Liest man jedoch nur den oberen Vers 12,32 , liest es sich eben so, als würden alle Menschen zu Jesus gezogen werden. Es sei denn, sie lehnen explizit dieses ab.
Könnte es sein, dass in Zukunft die Völker, von denen wir in Offenbarung lesen, diese Menschen mit dem ebenfalls neuen Leib angezogen sein?
In dem Schöpfungsbericht Gen 1 und 2 lesen wir, dass Gott, in diesem Fall der Schöpfer , HErr , Allmächtiger jeden Abend im Garten Eden mit seinen ersten uns bekannten Menschenpaar spazieren ging. Verortet im Irak der Garten Eden.
Zu dem Zeitpunkt waren diese Menschen ganz. Ganz insofern, dass sie den Menschengeist eingehaucht bekommen hatte -
Jedenfalls waren sie zunächst völllig frei von Sünde, bis zum Auftreten der Schlange als Verführer, Manipulator, und Gegenspieler der Liebe zu Gott.
Gott hatte jedenfalls in gewisser Weise schon damals mit ihnen gelebt.
Als sie den Garten verlassen mussten, zu ihrem eigenen Schutz, waren sie trotzdem nicht ohne ihn, nur der Heilige Geist war nicht mehr da, oder aktiv. Und bestimmte ohne Heiligen Geist ihr Leben.
In einer Predigt war mal zu hören und inzwischen auch zu lesen gehabt, dass die Erde, der Planet Erde wie ein Teil Gottes wäre. Einschließlich alles was Erde umfassat.
Man könnte sich die Erde auch wie ein Haus vorstellen. Mit Garten, Villa oder einfach nur viele Wohnungen für jede Mensch - und Tiergattung ausgestattet und belebt.
:::
Mich beschäftigte bei dem Thema die Sache mit der Sündenvergebung. Als ich damals das Bekenntnis als Übergabegebet verpackt aussprechen musste vor dem Leiter, hatte ich es natürlich ausgesprochen, sonst hätte ich ja nicht dazugehören können.
Die Erfahrungen mit Jesus waren viel eher als die Sündenvergebung. Denn zu dem Zeitpunkt waren meine Lebenserfahrungen ziemlich begrenzt. Erst viel später hat Jesus selbst mir die Augen der vergangenen Zeiten geöffnet ohne dass ich danach gesucht hätte. Und habe dann erst begriffen, wie behutsam er mit Menschen umgeht in seiner Führung wenn er offensichtlichen Schuld und Fehlverhalten aufdeckt, die zur Vergebung und Heilung und auch Seelenreinigung dient. Das sind nur manchmal ganz kleine innere Dinge der Vergangenheit, als Bild wie verwaschen, nur zum Erinnern.
Das begeistert mich immer, weil da weit zurückliegende Erinnerungen auftauchen als würden sie jetzt geschehen. Und dann ist es auch schon vorbei, vergeben und vergessen. Festhalten sollten solche Dinge dann nicht.
Weiß nicht, wie ihr es erlebt. Jedenfalls brauchen wir mMn nicht verzweifelt ständig im Sündenbewusstsein zu leben als Christ. Das wäre fast so, als würde man nur in hab acht Stellung sich bewegen können.
Denn mit Jesus Kreuz, Tod und Auferstehung hat sich alles verändert. Er hat den ursprünglichen Garten Eden eigentlich wieder hergestellt, weil er dem T die Macht genommen hat, indem er ihn besiegt hat. Trotzdem lebt er weiter und verführt und wirkt in Schlachtfeldern, auch im Kopf.
Ich weiß nicht, wie Allversöhnung diesen Punkt der Vergebung der Sünde auslebt.
Vielleicht so, dass sie die Menschen mehr lieben, ? Und als Christen die bewusst mit Jesus leben wollen mehr die Fehler sehen und aufdecken ?
Keine Ahnung.
Wir haben ja alle eigentlich den Auftrag, unsere Feinde, und damit eben auch unsere Nächsten zu lieben, anzunehmen. Und nicht als Feinde zu bekämpfen oder ablehnen. Manchmal braucht es eben Jahre und nicht mit der Pistole auf der Brust ein Bekenntnis hervorbringen zu lassen, wo die Weisheit noch dafür gar nicht vorhanden ist.
Bisschen unausgewogen die Gedanken. Früher dachte immer, positive Gefühle zeugen innerhalb eine Gemeinschaft ein Einssein. Aber das ist wohl doch etwas anderes.
Bei Männern vielleicht noch anders als unter Frauen? Und dann ja noch divers ...
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
von nusskeks am 12.03.2026 07:15Hallo Burgen,
damit hast Du schon einen wichtigen Hinweis gegeben, der sich auch nicht nur bei der Allversöhnung auswirkt: Lesen ohne Kontext. Man kann quasi jedes Schriftstück so hindeuten, wie man es möchte, wenn man Aussagen ohne ihren Zusammenhang betrachtet.
Bevor ich mich hier in eine zu detailverliebte Erklärung zu Joh. 12,32 verliere, fasse ich mich kurz:
Joh 12,32 sagt nicht, dass alle Menschen ohne Ausnahme gerettet werden, sondern dass der gekreuzigte und erhöhte Christus Menschen aus der ganzen Welt zu sich ruft und zieht. Der Vers ist universal in der Reichweite des Heilsangebots und in der internationalen Ausdehnung des Heils, aber nicht universalistisch im Sinn einer ausnahmslosen Endrettung aller.
gruß
nk
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
von Burgen am 12.03.2026 07:22
Zitat:
Johannes 12,32 und die Allversöhnung stehen in einer interessanten theologischen Spannung, die die Sucherergebnisse verdeutlichen.
Die Allversöhnung (apokatástasis pántōn) versteht die Vollendung als ausnahmslose Aufnahme aller Menschen in das Reich Gottes, im Gegensatz zur weit verbreiteten Vorstellung eines doppelten Ausgangs mit Geretteten und Verworfenen.1 Allerdings wird diese Position theologisch kontrovers diskutiert. Einige Theologen argumentieren, dass die Schrift nicht von Allversöhnung spricht, sondern vom Gericht und einem doppelten Ausgang: Seligkeit oder Verdammnis.2
Die stärkste theologische Begründung für die Allversöhnung basiert auf Christologie: Die Lehre von der Wiederbringung aller Dinge geht davon aus, dass Christus in seinem Leiden und Sterben die ganze Hölle der Gottverlassenheit für die Versöhnung der Welt erlitten hat—darin liegt der göttliche Grund für die Versöhnung des Alls.2 Die wahre christliche Begründung der Hoffnung auf Allversöhnung ist die Kreuzestheologie, und die einzig realistische Konsequenz aus der Kreuzestheologie ist die Wiederbringung aller Dinge.2
Ein entscheidender Punkt betrifft die Natur des Endgerichts selbst: Wenn Jesus der Richter ist, kann er dann nach einer anderen Gerechtigkeit urteilen als nach dem Recht der Feindesliebe und der Annahme der Armen und Sünder, die er selbst offenbart hat? Kann die Gerechtigkeit des jüngsten Gerichts eine andere sein als die erlösende Gerechtigkeit Gottes, die das Gesetz und die Propheten bezeugen?2 Dies stellt die Frage, ob das Gericht letztlich der Verdammnis oder der universalen Wiederherstellung dient.
1
Hartmut Rosenau, „Allversöhnung", in Religion in Geschichte und Gegenwart, hg. von Hans Dieter Betz u. a. (Tübingen: Mohr Siebeck, 1998), 322.
2
Jürgen Moltmann, Das Kommen Gottes: Christliche Eschatologie, Jürgen Moltmann Werke (Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2005), 263–264, 266, 279.
Zitat Ende
:::::::::::::::
Steigt man tiefer in das Thema ein, lernt man sehr interessante Gedanken ua von Hieronomus und andere aus der frühen Kirchengeschichte. Glaubensmäßig verarbeitet durch Calvin und Luther. Immer auch verbunden damals mit der griechischen Philosophie.
Will sagen, je mehr man sich mit solchen Büchern und Aussagen beschäftigt, fällt auf, mir zumindest, wie 'eingeschränkt' der Alltagsglaube einzelner Menschen und Verkündigung eigentlich ist.
Vielleicht kommt da auch Ketzerei und all die Schrecklichkeiten des Mittelalters mit zu tragen?
Andererseits wissen wir ja auch heute, dass Jesus den Tod besiegt hat und der göttliche Geist und die Seele des Menschen nicht sterben kann. Aber ich denke auch, dass es keine Gleichmacherei gibt. Eissein im Glauben ist etwas anderes.
Jesus als HErr, Herrscher, Priester, König und mehr wird wiederkommen, wie die Bibel es sagt und ausdrückt. Nur viel umfassender wird sein Herrschaftsanspruch sein als wir denken, denke ich mir.
Nachtrag:
Habe nochmal gerade obigen Text nachgelesen und denke, dass es doch so aussieht, dass es einer echten Entscheidung bedarf. Und dass das Kreuz so stabil ist, dass jeder sein Leben mit Jesus am Kreuz, Tod und Auferstehung zum neuen Leben in und mit IHM ausrichten sollte.
Aber - es gibt ja immer Menschen, die zB von der Atmosphäre der Gemeinde, ihren Gottesdiensten, Bibelgesprächsstunden, Gesang der Anbetung und Lobpreis und sogar von den Gebäuden angezogen werden. Und dies irgendwie gar nicht recht verstehen können, also geht man hin. Und fühlt sich hinterher 'aufgeladen', und irgendwie besser.
Die anderen, die sich für echte Christen wissen, können natürlich nicht in das Herz der anderen Menschen, manchmal nicht in sein eigenes Herz blicken. Von daher sollten wir lernen, Gott allein zu vertrauen, denn nur er weiß, welche Gefühle, Gedanken, Ängste und Unsicherheiten wie ein Hauch im Herzen des anderen Menschen sich bewegt.
Und Worte selbst, nichteinmal Bekenntnisse ausgesprochen, können erstmal nichts daran ändern. Egal wie schlau jemand meint, dass er ist.
Ich habe mal gehört, dass jemand meinte, später, wenn diese Ära abgeschlossen ist undwir dann in der Ewigkeit uns befinden, könnte man an Farben sehen, ob jemand gerade andere Gedanken als die der Liebe hat. Und dann einander selbst in der ewigen Ewigkeit helfen. Jesus wird dann zumindest von allen der Mittelpunkt des ewigen Lebens sein.
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
von Burgen am 12.03.2026 07:36
Ja, nusskeks,
da kann man echt nur staunen, wie kompakt und aussagekräftig die Verse, uns zugut, eigentlich sind. Einzeln genauso wie thematisch und im Kontext betrachtend.
Selbst bei meinen Losungen. Sie wirken sogar im Kopf und tragen durch den Tag, und wirken bis in die Seele hinein. Meist führt das dann weiter in die Schrift hinein.
Früher war mir meist das Gebet darunter wichtig, weil es mich oder wenn es mich emotional ansprach. Die Psalmen sind mir heutzutage als Gebetbuch wichtiger und wichtig geworden.
Besonders auch die Psalmen, die dem König David zugeschrieben werden. Denn er 'verarbeitet' dort ziemlich gut seine Beziehung zu Gott, dem HErrn und Heiland.
Aber ein Blick in die Vergangenheit wie oben mitgeteilt kann auch nicht schaden ...
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Re: Allversöhnung ? - zB Joh 12,32
von Burgen am 12.03.2026 07:49
Nusskeks schrieb:
Bevor ich mich hier in eine zu detailverliebte Erklärung zu Joh. 12,32 verliere, fasse ich mich kurz:
gerne hoffen wir auf deine Erklärungen, Einsichten oder einfach nur Gedanken.
Denke wir alle würden gerne deine Erklärung im Detail lesen ;)
Gruß Burgen
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