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Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?
von nobse am 26.10.2017 08:32Liebe Solana,
Ja, das können wir dann auch gerne machen.
Zu deinem Gegensatz nur noch eine Bemerkung:
Wenn ich dich richtig verstehe, kann also ein Geschöpf aus eigenem Willen nichts hervorbringen, sondern es ist immer Gott, der wirkt.
In diesem Fall gebe ich folgendes zu bedenken:
Warum spricht die Bibel von den Werken des Teufels? Diese müssten dann ja auch von Gott gewirkt sein.
Würdest du das für möglich halten?
Herzlichen Gruß,
Nobse
Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?
von nobse am 26.10.2017 08:26Liebe Cleopatra,
du zitierst:
Das ist es ja, was ich sage. Wir sind Licht, als Licht aus dem Licht des Vaters hervorgegangen.
Nein, das ist Realität. Das ist etwas, was die Menschen erst einmal begreifen müssen.
Herzlichen Gruß,
Nobse
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von Pal am 26.10.2017 08:21Lieber Thomas!
Genauso wie es die Eigenverantwortung für die Hölleninsassen gibt, genauso muß es auch eine Freiwilligkeit der Liebesantwort geben.
Ich stimme völlig mit den von dir zitierten Bibelworten überein, das Gottes Wirken voll und ganz aus Toten Lebendige machen muß.
Und doch hat diese freie Gnaden-auswahl eine gerechte Ursache, die wir eben nicht kennen.
Da liegt unser Problem.
Doch der Allwissende weiß, warum ER (zB) Judas verwirft und Petrus begnadigt. Es gibt dafür eine Ursache die absolut gerecht ist, sonst wäre ja Gott nicht gerecht, sondern tatsächlich nur ein souveräner Herrscher, der die Verdammten unschuldigerweise in die Hölle schickt. Und die Gleichschuldigen den Himmel genießen läßt.
Das geht aber niemals!
Der Unterschied zwischen Judas und Petrus hat eine URSACHE!
Auch in Hinsicht des Himmels wird von einem "Lohn" / Belohnung gesprochen. Doch für was dieser Begriff, wenn es kein bißchen Verdienst gäbe?
Ich sage nicht, das man sich zu irgendeinem %satz etwa verdienen könnte. Nein GOTT ist alles in allem!
Dennoch liegt es jeden Tag an zig entscheidungen meinerseits, um Gott zu gehorchen. Und dafür werde ich einmal gekrönt...

Eigentlich werde nicht ich gekrönt, sondern Gott in mir. Und trotzdem bin es gleichzeitig auch ich!

dir einen gesegneten Tag!
PS: Wie verstehst du dann:
Was soll das dann heißen, wenn es sowieso nicht möglich ist und Gott selbst alles vollautomatisch, alleine machen müßte?
Ich meine, da gibt es absolut ein Zusammenwirken von Mensch und Gott! Gottgetrieben und Menschgemacht.
Re: Busse - Umkehr, wohin? - und dann?
von angel121 am 26.10.2017 08:12@nobse
Lieber nobse
Johannes lehrte hier,
und die Leute fragten ihn was sie dafür tun sollen:
dies deckt sich mit Jesus Worten beim jüngsten Gericht, das er zu den Gerechten spricht: Ich war hungrig, ihr habt mir zu essen gegeben, ich war nackt, ihr habt mich gekleidet. = Gelebte Nächstenliebe = Wille des Vaters im Himmel
Jesus rief auch zu Besserung in Denken und Handeln auf, damit der, der ihn geschickt hat sein Reich wie im Himmel so auf Erden errichten kann. Was mit "Buße" wiedergegeben wurde, zeigt auch was eine Bekehrung bewirken sollte:
Hierzu sagt sogar Paulus:
Also wichtige Anhaltspunkte, Merkmale, was Bekehrung im biblischen Sinn (insbesondere gemäss Jesus und Petrus, Johannes und natürlich auch Paulus) bewirken sollte, wie du nachfolgend beschreibst:
Es geht also vorallem um die Gesinnung, respektive einen segensreichen Gesinnungswechsel, das eine (fleischlich) abgewöhnen, und das andere (geistlich) angewöhnen und pflegen, also KEINE gottfernen Werke mehr tun, was Gott freut, den Teufel reut
. Letzterer hat schon immer gegen Gottes Himmelreich auf Erden rebelliert, weil er dann nichts mehr zu melden hätte. Noch hat er offensichtlich sehr viele Werkzeuge für Lieblosigkeiten in verschiedenen Formen. Unterdrückung, Krieg, Ausbeutung, Terror usw. zeigen seine Machtbefugnisse sehr deutlich.gby angel121
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von Pal am 26.10.2017 07:59Unlängst begegnete mir diese Argumentation und mündete in der Logik, das Gott dann schlußendlich die Allversöhnung / Happy end für alle einführen muß!
Doch ist dies mE eine Lüge, weil Jesus deutlich sagt wie viele unaufhörlich verloren gehen.
Ich meine auch, die beiden Verse (über dei Errettung aller Menschen) müssen den "Wunsch-willen" gegenüber den unbedingt durchgeführten "allmächtige Befehls-Willen" zeigen.
Meiner Meinung nach liegt der GRUND dafür in der LIEBE!
Liebe kann nie zwingen, sonst ist sie keine Liebe, sondern "Zwangsvergewaltigung".
Und so was geht eben nicht.
Die Tragik solch einer zutiefst frustrierten Liebe wird hier deutlich:
Doch weil ein Allwissender das bereits vor Grundlegung der Welt weiß kann ER mit dieser Frustration ganz anders umgehen und holt sich deshalb keine Depression, sondern wird seinen gerechten Zorn an denjenigen beweisen.
Somit gilt BEIDES freier Wille und allwissende Voraussicht.
Was für uns ein Paradox ist, weiß Gott sehr wohl zu vereinen. Genauso wie das Paradox von gerecht und gnädig.
Re: Woran erkennst du, dass du bereits im Himmelreich bist?
von Cleopatra am 26.10.2017 07:54GUten Morgen zusammen,
ich bin ganz der Meinung von solana und nennmichdu.
Und lieber Nobse, eines ist mir noch aufgefallen: Es heißt nicht "werdet Licht und leuchtet", oder "gebt euch Mühe, zu leucten", nein, zu den Jüngern sagt Jesus in Matthäus 5:
13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind.
16 So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.
Wir wiedergeborenen Christen sind bereits Licht. Und dies ist ein Bild, ein Gleichnis.
Lg Cleo
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von geli am 25.10.2017 22:21Ja, genau - und hier ist, denke ich, der Punkt, wo Esther sich von Esau unterscheidet: Esau konnte den Willen Gottes, nämlich dem Jakob den ersten Platz zu geben, nicht akzeptieren. Er bestand auf seinem "Recht" als der Erstgeborene. Deshalb konnte ihn Gott auch nicht gebrauchen.
LG, geli
geli
Gelöschter Benutzer
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von geli am 25.10.2017 22:19Ja, um das geht es mir - dass Gott jeden Menschen anspricht.
Denn sonst wäre es wirklich ungerecht, und man könnte mit Recht Gott fragen, warum er uns denn dann beschuldigt.
Wenn er aber jeden anspricht - aber eben nicht jeder darauf eingeht, dann ist es die Verantwortung eines jeden Menschen selbst.
Ja, dieses "Hassen" - das ist schwer zu verstehen.
Aber ich habe gelesen, dass "Hassen" so zu verstehen ist, dass es meint: "Den Vorrang geben vor etwas, Prioritäten setzen" - so heißt es ja auch, wir sollen unsere eigene Familie "hassen", wenn wir Jesus nachfolgen wollten.
Also im Falle der Entscheidung Gott den ersten Platz einräumen. Das bedeutet aber nicht, die Eltern zu "hassen", sondern auch wenn sie in der Priorität weiter hinten angesiedelt sind, sollen/dürfen wir sie weiterhin lieben.
Ich verstehe das "Hassen" in Bezug auf Esau so, dass Gott dem Jakob eine bestimmte Stellung gegeben hatte, oder auch, eine bestimmte Aufgabe. Das hat Esau aber nicht akzeptieren können und hat sich aus Neid gegen Gott gestellt und wurde auch zum Feind Jakobs.
Aber es heißt nicht, dass Gott den Esau abgelehnt hätte - oder "gehasst", so wie wir Hassen verstehen. Er hat ihm nur nicht die erste Stelle eingeräumt, sondern Jakob vorgezogen, diese Stelle auszufüllen. Was nicht ausschließt, dass Gott den Esau genau wie Jakob geliebt hat. Denn er liebt ja alle Menschen.
Jakob hat sich durch seine Reaktion auf Gottes Entscheidung, ihm nur den zweiten Platz zu geben, selbst ausgeschlossen.
Ich kann nur von mir reden: Eigentlich hätte ich Gott nicht gesucht.
Denn ich war der Meinung, dass man die Frage nach Gott, ob er existierte oder nicht, erst nach dem Tod beantworten könnte.
Sollte es ihn geben, wollte ich zwar zu ihm gehören (das war für mich schon immer klar) - aber hier in diesem Leben suchte ich nicht nach einer Antwort und beschäftigte mich auch nicht mit dieser Frage.
Erst dann, als in meinem Leben bestimmte Dinge passiert sind, die ich nicht einordnen konnte, und für die ich keine Lösung hatte, kam ich (auch angestoßen von jemandem, der gläubig war), auf die Idee, nach Gott zu fragen. Kaufte mir eine Bibel, wurde zu einer Bibelstunde eingeladen, ging hin, beschäftigte mich einfach mit dem Thema "Gott".
Also ich habe nicht von mir aus nach ihm gefragt, habe aber auf gewissen "Anstöße", die Gott mir gab (was ich aber damals nicht als "Anstupser" Gottes erkennen konnte), reagiert und dann angefangen zu suchen und zu fragen.
Und habe Antworten bekommen... denn wer mit ganzem Herzen nach ihm sucht, wird ihn ja finden.
Aber war das nun mein "freier Wille"? - ich denke, ja und nein. Ich habe einfach auf bestimmte Anstöße reagiert, so dass Gott anfangen konnte, mich zu sich zu ziehen.
LG, geli
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von solana am 25.10.2017 21:54Das gr. Wort für "will" ist nicht der Begriff, der üblicherweise Gottes Willen oder Beschluss ausdrückt (seinen ewigen Ratschluss), sondern es bezeichnet (so wie Geli es auch geschrieben hat) seinen wünschenden Willen. Man muss unterscheiden zwischen Gottes Wunsch und seinem ewigen rettenden Vorsatz, der über seine Wünsche hinausgeht.
Hallo Thomas
Tut mir leid, ich kann diese Erklärung nicht sehr hilfreich finden; sie kommt mir eher vor wie Wortlauberei/Haarspalterei.
Dass sich Gott etwas wünscht und eigentlich doch nicht wirklich will .... so etwas ist meiner Ansicht nach viel zu sehr vom Menschen auf Gott projiziert.
Ja, einen Menschen, bei dem ein Wunsch nur so eine vage Vorstellung ist, die sich vielleicht erfüllen kann oder auch nicht - ja, das kann ich mir gut vorstellen. Denn bei einem Menschen sind Wunsch und Wirklichkeit ja oft 2 verschiedene Paar Schuhe. Weil wir Menschen nur begrezten Einfluss auf die Erfüllung unserer Wünsche nehmen können.
Aber bei Gott ist das doch nicht so, er hat es doch in der Hand, seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.
Und wenn es in der Bibel heisst, dass Gott schon vor der Geburt eines Menschen über seine Erwählung entscheidet:
Röm 9, 11 Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, da wurde, auf dass Gottes Vorsatz der Erwählung bestehen bliebe – 12 nicht aus Werken, sondern durch den, der beruft –, zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen« (1. Mose 25,23), 13 wie geschrieben steht (Maleachi 1,2-3): »Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.«
dann könnte er doch ganz leicht verhindern, dass unerwählte Kinder überhaupt geboren werden, wenn er wünscht, dass alle erretet werden oder einfach alle erwählen.
Dass er das nicht so macht, kann man doch nicht mit einer spitzfindigen Unterscheidung zwischen "wünschen" und "wollen" erklären.
Jedenfalls mir leuchtet das nicht ein.
Aber wenn du mit dieser Erklärung gut klar kommst, ok, finde ich gut.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Hat der Mensch einen freien Willlen?
von nennmichdu am 25.10.2017 21:49Wenn wir das Thema "freier Willen" betrachten und hier bislang von mir der Schwerpunkt auf Gottes Wirken gelegt wird, dann werde ich diesem Thema aber wohl nicht völlig gerecht.
Und hier ist mir eine Schlüsselscene aus dem Buch Esther eingefallen. Wo es um einen Willensentschluss geht. Um Gehorsam und um Selbstverleugnung.
Esther wird von ihrem Onkel Mordechai (der laut mancher Ausleger für den heiligen Geist sinnbildlich steht) gedrängt, ungerufen vor den König zu treten (was ihren Tod hätte bedeuten können) um Fürbitte für ihr Volk zu tun, welches laut einem Diskret von Haman (der für den alten fleischlichen gesinnten sündigen Menschen steht) umgebracht werden sollte.
Esther 4
12 Und als Esters Worte Mordechai gesagt wurden,
13 ließ Mordechai Ester antworten: Denke nicht, dass du dein Leben errettest, weil du im Palast des Königs bist, du allein von allen Juden.
14 Denn wenn du zu dieser Zeit schweigen wirst, wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden erstehen. Du aber und deines Vaters Haus, ihr werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?
15 Ester ließ Mordechai antworten:
16 So geh hin und versammle alle Juden, die in Susa sind, und fastet für mich, dass ihr nicht esst und trinkt drei Tage lang, weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen entgegen dem Gesetz. Komme ich um, so komme ich um.
Hier sehen wir, das Esther sich entscheidet, ihr Leben zurückzustellen. Bereit ist zu sterben. Um die Möglichkeit zu wahren, ihrem Volk Rettung zukommen zu lassen.
Der Gehorsam und der Wille von Esther ist hier gefragt. Und sie muss diesen Entschluß - ihr eigenes Leben verlieren zu können - selbst fassen.
Wobei bei all dem ihr Gott geholfen haben mag. Trotzdem wirkt hier Esthers Willen mit Gottes Willen zusammen. Und das wird wohl der Punkt sein, wo der Mensch immer wieder gefragt sein wird, seinen Willen in den Willen Gottes zu legen.
Auch wenn uns letztendlich Gott dazu verhelfen wird - wenn er uns denn erwählt hat - wir sind hier zumindest miteingebunden.

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