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Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Wieviel Bibelstudium für Nachfolge Jesus
von Burgen am 11.12.2016 21:29Hallo ihr Lieben,
in vielen Bibeln gibt es hinten einen Vorschlag wie die Schrift auch gelesen werden könnte.
Meist wird einen Neubekehrten Christen oder interessierten Menschen empfohlen, sich mit dem Johannesevangelium zu beschäftigen.
Dabei ist auch eine Hilfe, die Parallelstellen nachzuschlagen, vergleichen und bedenken.
Über diesem Weg lernt derjenige Gott, Jesus und den Heiligen Geist kennen, so man dafür offen ist.
Parallel dazu ist es für Seele und Geist wichtig, die Gebete der Psalmen sich einverleiben.
Mir persönlich war wichtig einem Plan zu folgen, damals den "Lichtstrahlen" und eben der "Losung", dessen empfohlenen Bibelstellen wir hier ja in der OASE schon viele Jahre betrachten.
Die Losung verbindet sehr viele Christen täglich in vielen Ländern.
Sie hilft dabei, mit der Hilfe Jesus gut und auch kraftvoll den Tag zu gestalten, indem man sich zur rechten Zeit an eines der täglichen Worte erinnert.
LG
Burgen
Re: Oase (36) Gottes Liebe zu uns beweist sich darin, dass ... / Römer 5, 6 ff.
von Cosima am 11.12.2016 20:26Hallo, liebe Oasis!
Hattet Ihr einen guten und gesegneten 3. Advent-Sonntag?
Ich habe auch heute wieder einen Besuch im Krankenhaus gemacht.
Dort gehe ich immer an diesem schönen Weihnachtsbaum vorbei,
der mir sehr gut gefällt. Heute habe ich mir die Zeit genommen, ihn
zu fotografiern, um ihn euch zu zeigen:

Einen guten und gesegneten Abend euch allen noch,
wünscht euch Cosima.
Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. 1.Kor.13:7 GNB
Re: Wieviel Bibelstudium für Nachfolge Jesus
von Cleopatra am 11.12.2016 16:59Liebe Christina,
ich möchte nochmal das Thema aufgreifen, weil ich es sehr wichtig finde.
Diesen zitierten Tip kann ich dahingehend nachvollziehen, wenn es nicht so "schlecht" aussehen soll, ich finde gerade kein anderes Wort dafür.
Ich selbst aber bin der Meinung, dass wir sehr vieles aus dem neuen testament eben garnicht erst verstehe können, wenn wir das Hintergrundwissen aus dem alten Testament nicht haben.
Schau mal, wir bekommen ja zuerst im neuen Testament Jesus gezeigt. Er zeigt seine Liebe, seine Maßstäbe... und woher sollten wir ein Gefühl bekommen, wie ekelhaft abscheulich für Gott zB Ungehorsam oder Sünde ist?
Ja, Jesus sagte es uns. Aber im alten Testament können wir zB anhand der Reaktionen, der Folgen, und der Geschichten sehen, wie schlimm Sünde tatsächlich ist.
Auch bekommen wir dort gezeigt, wie majestätisch und groß er ist. Im neuen testament bekommen wir mehr den liebenden, nahem Vater.
Ich denke, beide Bücher ergänzen sich wunderbar.
Ohne das alte Testament würdest du auch nicht wissen, wieso Jesus überhaupt sterben müsste.
Ich würde dir deshalb dazu raten, beides zu lesen. Vielleicht in einem Buch vom alten testament und einen Brief aus dem neuen Testament.
Sehr oft werden ja im neuen Testament auch Verse aus dem alten testament zitiert.
Auf jeden Fall ist es sehr spannend und du wirst auch merken, wie du immerwieder mal einfach einzelne Themen durchleuchten möchtest.
Lg Cleo
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
Re: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, ....
von solana am 11.12.2016 14:49Liebe Burgen, ich denke das Entfernen von altem Sauerteig zu Festen soll daran erinnern, wie Gott sein erwähltes Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
Der Aufbruch war ja ganz überstürzt und die Erlaubnis hatten sie ja erst nach sehr "nachdrücklicher Überredungskunst" (Plagen) sehr widerwillig erhalten und der Pharao überlegte es sich dann ja auch wieder anders, nachdem das Volk Israel losgezogen war und er schickte sein Heer hinterher .....
Daher blieb keine Zeit, den Brotteig mit Sauerteigansatz reifen zu lassen. Und es musste ein schnelles, ungesäuertes Brot als Mahlzeit vor der Reise und als Reisproviant gebacken werden.
Und später dann wieder neuer Sauerteigansatz/-starter hergestellt werden; das dauert ein paar Tage, bis das frische Mehl so weit ist.
(Hier ist eine Anleitung: http://www.brote-selber-backen.de/sauerteig.htm)
Hat man schon einen fertigen Ansatz/Starter vom letzten Backen aufgehoben, dann muss man ihn nur mit frischen Mehl und Wasser vermengen und kann spätestens am nächsten Tag backen (kommt auf die Raumtemperatur an, wie schnell der frische Teig durchsäuert wird, etwa 12-24Std).
Ich denke, auch schon damals wurde im Essen der ungesäuerten Brote symbolisch ein "Neuanfang" gesehen (neben der Tatsache, dass man natürlich durch äussere Umstände auch dazu gezwungen war).
Brot symbolisiert ja sowieso als Nahrungsgrundlage die "lebensspendende Kraft". Und mit dem alten Sauerteig für diese Nahrungsgrundlage liessen sie quasi auch das hinter sich, was ihr Leben dort in der Sklaverei geprägt hat. Und begannen ganz neu als Freie, geführt und getrieben durch die Kraft Gottes.
So verstehe ich die Bedeutung vom "Wegtun des alten Sauerteigs", das ja auch öfter im NT erwähnt wird.
Bei der Mt-Stelle vom Himmelreich geht es dann eher darum, wie der neue Sauerteig das Leben eines Christen durchdringt und "auftreibt".
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase (36) Gottes Liebe zu uns beweist sich darin, dass ... / Römer 5, 6 ff.
von Burgen am 11.12.2016 11:503. Sonntag im Advent
Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig. / Jesaja 40, 3.10
Mt 11, 2-6 (7-10) 1. Kor 4, 1-5 Psalm 68, 20-36 Predigt: Lukas 3, 1-14
Losung
Ich will die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen. / Zefanja 3,19
Jesus sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. / Markus 6,34
Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit,
die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid,
seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen,
dem König Lob zu singen, der ist eu'r höchstes Gut.
(Michael Schirmer)
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, ....
von Burgen am 11.12.2016 11:39Dein Beitrag gefällt mir ausserordentlich. Und mir fällt dazu die Frage ein:
warum musste zu dem z.B. Dankopferfest aller Sauerteig aus dem Haus entfernt werden?
Kann es sein, dass dadurch das Augenmerk wieder zurückgefahren wird, allein auf Gott?
Allein bei Gott gibt es Hilfe, Wachstum und Wohlgefallen...
Bei der ständigen Wachstumsansteckung würde man vielleicht Gott aus den Augen und dem Herzen verlieren ...
Es würde der Teig auslaugen, schwach und evt. ungenießbar werden, die gesundmachenden Einzelnen Teilchen
würden ohne Wirkung nebeneinander wachsen. Wie ein Blätterdach ohne seine Früchte sein.
Das Zentrum muss ja immer Gott Jesus bleiben. Wir brauchen das.
Sonst könnte das passieren, wie wir bei Hiob lesen. Er wurde eigentlich auf sich allein zurückgeworfen...
Gruß
Burgen
Re: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, ....
von solana am 11.12.2016 11:05Das Reich der Himmel ist nicht der Himmel. Es ist das Leben mit Jesus, wenn wir ihn angenommen haben. Die schonungslose Beschreibung ohne Illusionen.
Hallo Jonas
Ja, ich denke auch, dass es hier darum geht - um das Leben mit Jesus, in dem Gottes Herrschaft schon angebrochen ist. Dort, wo er herrscht, ist auch sein Reich schon da.
Und dieses Reich bleibt nicht einfach verborgen als Privatsache im Leben eines Christen - es drängt nach aussen, hat "ansteckende Wirkung" wie ein Sauerteig. So wie du es zitiert hast, Burgen.
Hier nochmal das Gleichnis zusammen mit dem Senfkorngleichnis, die von den Bibelherausgebern zusammen in einen Abschnitt gesetzt wurden:
Von Senfkorn und Sauerteig
Mt 13, 31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; 32 das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen. 33 Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
Ich denke, dass beim Senfkorn als wichtigster Aspekt das Wachsen veranschaulicht werden soll. Das Wachsen, gross und stark werden und dass es dann Schutz und Lebensraum bietet auch für die, die von aussen kommen (Vögel), die angezogen werden von dem, was das Himmelreich für sie bereit hält.
Beim Sauerteig ist es ja so, dass in einen Teig aus frischem Mehl ein bisschen Sauerteig (fermentiert) zugesetzt wird und dieser "Starter" innerhalb kurzer Zeit den ganzen Teig zum Fermentieren bringt. Er wird sauer und entwickelt auftreibende Gase (wie auch bei Hefe oder Backpulver), wodurch der Teig aufgeht und man ein lockeres Brot bekommt, statt einem harten Mehl-Wasserklumpen.
Und der Sauerrteig kann noch viel mehr; das erkennt man mehr und mehr, durch die Erforschung dessen, was an chemischen Prozessen dabei im Brot passiert, zB:
Am besten für die Verwertbarkeit der Vitalstoffe ist jedoch, wenn man das Mehl zu Sauerteig verarbeitet. Echten Sauerteig wohlgemerkt, der nicht auf künstlichen Säuerungsmitteln, sondern auf den hauseigenen Hefe- und Milchsäurebakterien eines Bäckers basiert. Denn nur die können ein Enzym namens Phytase aktivieren, und hier ist bereits der Name das Programm: Das Enzym baut nämlich bis zu 80 Prozent der Phytate zu Produkten ab, die keinen Einfluss mehr auf die Mineralienverwertung haben. Brot aus echtem Sauerteig liefert also nicht nur viele Mineralstoffe, es sorgt auch für ihre Verwertbarkeit.
In einer Studie der Auburn University im amerikanischen Alabama verbesserte das Verabreichen des Sauerteigenzyms die Knochendichte von Hühnern, die bekanntermaßen gerne und reichlich Getreidekörner fressen. Das Enzym erleichterte ihnen die Verwertung des Knochenaufbauminerals Kalzium.
Ein weiterer Vorteil des Sauerteigbrotes: Es hält sich länger als andere Brotsorten. Denn seine Milchsäurebakterien produzieren nicht nur Phytase, sondern auch Essigsäure und andere organische Säuren, die den meisten Parasiten, wie etwa dem Schimmelpilz, schwer zu schaffen machen.
(https://www.welt.de/sonderthemen/brot/article127553658/Brot-ist-viel-gesuender-als-gedacht.html)
Und in einem TV-Beitrag, den ich neulich sah, führte man die Langlebigkeit bei guter Gesundheit, die man bei den Bewohnern einer Mittelmeerinsel feststellte, auf den reichlichen Verzehr von Sauerteigbrot (neben anderen gesunden Nahrungsmitteln) zurück.
Hier im Gleichnis habe ich in erster Linie daran gedacht, wir der "kleine Sauerteig" das Leben eines Christen ganz durchsäuert, alles durchdringt und umgestaltet, so dass er durch eine neue "treibende Kraft" in allem bestimmt wird.
Man könnte aber auch an die "ansteckende Wirkung" nach aussen hin denken. Daran hatte ich nicht gedacht, erst durch dein Zitat, Burgen.
Ja, da steckt viel mehr drin, als man auf den ersten Blick meint .....
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
NorderMole
Gelöschter Benutzer
Re: Morgengruß, Kurzandacht, Beten, Bibelzitate die uns bewegen
von NorderMole am 11.12.2016 10:40Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Re: Adventskalender 2016
von Andreas am 11.12.2016 10:05Das kranke Herz
Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. (Joh 14:18)
Das Heim
Achim und Hans waren Zwillingsbrüder. Ihre Mutter war früh gestorben. Ihr Vater hatte sich immer sehr bemüht ihnen die Mutter zu ersetzen. Sie waren zwar arm und hatten nur soviel, dass sie nicht zu hungern brauchten, aber sie waren trotzdem glücklich und zufrieden. Sie hatten den besten Papa auf der ganzen Welt.
Eines Tages jedoch hatten sie ein sehr ernstes Gespräch: „Wünscht ihr euch nicht oft auch so viel zu besitzen, wie die anderen Kindern und nicht immer nur das Notwendigste?" „Ja das wäre toll." meine Hans dazu. „Dann könnten wir auf die Schule gehen und etwas Gescheites lernen, damit wir später einen guten Beruf ergreifen könnten und nicht länger in Armut leben müssten." begeisterte sich Achim. Nachdenklich meinte der Vater dazu: „Ich habe ein einmaliges Angebot bekommen. Es wäre wirklich möglich, dass wir unser Leben verändern und es genauso genießen können wie andere Leute." „Super!" meinte Hans „Dann nimm es doch an und wir werden uns endlich auch mal was leisten können." Da wurde der Vater ziemlich betrübt: „Aber ich müsste dann weit weg ziehen und könnte euch erst mal nicht mitnehmen. Denn der Anfang wird sehr schwer werden." Achim war ganz entsetzt: „Nein! Du darfst uns nicht allein lassen. Wir brauchen Dich. Du bist für uns wichtiger wie alles andere. Wir wollen lieber arm bleiben, wenn Du nur bei uns bleibst." „Aber ich kann einfach nicht mit ansehen, dass ihr, wenn ihr erwachsen seid, wieder nur ein so armseliges Leben führen könnt wie ich. Ich darf die Gelegenheit nicht versäumen, die unser Leben ändern kann."
Trotz allen Protestes der Kinder war nichts mehr am Entschluss des Vater zu ändern. So brachte er sie in ein Waisenhaus und versprach ihnen, sie so bald wie möglich wieder zu sich zu nehmen. Sie hatten dort alles was sie zum Leben brauchten und litten keine Not. Jedoch immer wenn die beiden allein waren, flossen viele Tränen, aber sie trösteten sich damit, dass ihr Vater sie ja bald abholen würde. Das erzählten sie auch den anderen Kindern. Die wurden ganz neidisch. Aber nachdem ein Monat vergangen war, konnte Achim nicht mehr daran glauben. Aber Hans hielt daran fest und es machte ihm nichts aus, wenn die anderen Kinder ihn deswegen verspotteten. Sogar die Erwachsenen ermahnten sie: „Hört endlich auf etwas Besseres sein zu wollen. Das bringt euch nur Kummer und Leid. Ihr müsst jetzt endlich lernen ohne Eltern auszukommen." Wenn sie solche Worte hörten, dann wurde es ihnen ganz schwer ums Herz. Sie hatten doch einen Vater. Warum kam er denn nicht?
Der Vater
Ihr Vater war in eine ferne Stadt gezogen. Er musste sich gegen viele, die bessere Startbedingungen wie er hatten, durchsetzten. Mit zähem Fleiß, Ausdauer und Geduld schaffte er es. Tagtäglich arbeitete er viel länger wie die anderen und er erreichte tatsächlich sein Ziel. Er hatte es viel weiter gebracht, wie die meisten anderen, aber er war damit nicht mehr zufrieden. Jetzt wollte er ganz an die Spitzte und er war sich überzeugt, dass er es schaffen könnte. Es gab für ihn nichts mehr anderes wie Arbeit, totalen Einsatz bis zum Umfallen. Nie verzagen, nie nachgeben, sich immer wieder selbst überwinden, immer wieder sich selbst übertreffen und noch besser werden.
Doch da kam es von einem Tag auf den anderen: burnt out. All seine Träume waren zunichte geworden. Trotzdem hatte er eine sehr gute Stellung, die er nach seiner Genesung wieder einnehmen konnte. Aber er wollte nicht so recht gesund werden. Trotz seines großen Erfolges, kam er sich wie ein Versager vor. Obwohl er eigentlich genau das erreicht hatte, was er sich ursprünglich vorgenommen hatte.
Glücklicherweise lernte er eine junge Frau kennen. Sie verliebten sich ineinander und sie konnte ihm helfen, dass er wieder arbeiten und leben konnte. Sie waren sehr glücklich miteinander. Doch sie wollte ihn nicht heiraten und sie wollte auch keine Kinder. Er vermutete, dass sie ihre Freiheit und Unabhängigkeit so sehr liebte. So konnte er ihr natürlich nichts von seinen Kindern erzählen. Er redete sich ein: Sie sind inzwischen in einem sehr guten Internat. Ich habe mein Versprechen gehalten, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Nun ja, zurückgekommen bin ich nicht, aber ich muss mein eigenes Leben leben. Auch ich habe Anspruch auf ein gutes und glückliches Leben.
Er versuchte seine Vergangenheit einfach zu vergessen und sich ganz der Gegenwart hinzugeben.
Die Kinder
Die beiden Kinder hatten gerade Ferien und waren die einzigen, die noch im Internat waren. Jetzt führten sie ihren Plan aus, den sie schon so lange vorbereitet hatten. Sie verschwanden ganz heimlich. Durch langes Nachforschen hatten sie herausbekommen in welcher Stadt ihr Vater wohnte. Also machten sie sich auf den Weg. Es gab viele Hindernisse und Schwierigkeiten, besonders am Schluss, als sie ihn in dieser großen Stadt finden wollten. Aber letztendlich war es ihnen gelungen.
Ganz aufgeregt drückte Achim die Türklingel. Nach kurzem kam eine fremde Frau heraus. Sie sagten, wen sie sprechen wollten und sie führte sie ins Wohnzimmer. Kurz darauf erschien ein Mann. Ja es war zweifellos ihr Vater. Aber er schien ihnen mächtig gealtert zu sein. Wie groß war ihre Enttäuschung, als sie ihr Vater überhaupt nicht willkommen hieß, sondern ein sehr betrübtes Gesicht machte. Er konnte für seine Kinder nichts mehr empfinden, sie waren ihm so fremd, er konnte nichts mit ihnen anfangen – das ganze war ihm nur unendlich peinlich.
Die Frau brachte die Kinder ins Bett. Im Gästezimmer gab es ein großes und weiches Bett, in dem sie beide schliefen. Ganz bedrückt fragte Hans: „Warum hat sich unser Vater so verändert? Er war doch früher so gut zu uns. Ob das an der Frau liegt?" „Nein, das glaube ich nicht." erwiderte Achim „Sie scheint doch ganz nett zu sein. Ich kann es auch nicht verstehen, was da passiert ist." Da kam der ganze Schmerz ihres Lebens wieder hoch und sie begannen bitterlich zu weinen. Kurz darauf kam die fremde Frau ins Zimmer und setzte sich zu den beiden. Aber sie sprach kein Wort und fing plötzlich auch zu heulen an.
Als sie alle drei schließlich keine Tränen mehr hatten und sich etwas beruhigten, frage Achim: „Warum weinst Du? Magst Du unseren Vater jetzt nicht mehr, weil wir hier sind?" „Nein ich werde ihn immer mögen, aber ..." und da versagte ihr die Stimme. „Wie heißt Du eigentlich?" wollte jetzt Hans wissen. „Maria." Neugierig fragte sie nun Achim: „Kannst Du uns sagen, was unseren Vater so verändert hat. Wir erkennen ihn ja kaum wieder." Da begann Maria zu erzählen wie schwer es für ihren Vater war sich durchsetzten, wie er noch so vieles erreichen wollte und dann plötzlich krank wurde. „Ich konnte ihm helfen wieder gesund zu werden. Aber sein Herz konnte ich nicht heilen." Die beiden Brüder hatten aufmerksam zugehört und sie hatten verstanden. Im Hinausgehen sprach Maria noch so vor sich hin: „Das war auch der Grund warum ich ihn nicht heiratete und keine Kinder haben wollte." Als sie schon an der Tür war, hörte sie noch die kräftige und bestimmte Stimme von Hans: „Dann müssen wir das Herz unseres Vaters heilen."
Ferien
Als sie alle am nächsten Morgen um den Frühstückstisch saßen, war der Vater ganz verwundert. Alle waren so freundlich zu ihm und Maria schien sich auch gut mit den Kindern zu verstehen. Das alles verwirrte ihn sehr und er war froh als er endlich ins Büro flüchten konnte.
Maria lächelte den Kindern zu und erklärte ihnen: „Wir machen heute einen Ausflug und Picknick im Grünen." Das fanden die beiden ganz toll. So etwas hatten sie noch nie erlebt. Als sie gemütlich in der grünen Wiese saßen und alles aufgegessen hatten fragte Maria: „Und wie geht es jetzt weiter? Habt ihr irgendeine Idee wie wir ihm helfen könnten." Die beiden überlegten angestrengt und dann meine Hans: „Wir müssten mehr Zeit haben. Sicherlich schickt er uns heute noch zurück." Da lächelte Maria: „Ich habe in eurem Internat angerufen und Bescheid gegeben, dass ihr die Ferien bei uns verbringt." Die Brüder sprangen vor Freude auf und brachen in Jubel aus.
Der Plan
Aber dann wurden sie wieder ganz ruhig und still, denn die Lage war ja immer noch sehr ernst. Achim meinte erst mal ganz sachlich: „Dann hätten wir ja das erste Problem schon gelöst. Wie machen wir weiter?" Ganz spontan antwortete Hans: „Ist doch klar. Papa braucht auch Ferien. Wenn er nie da ist, können wir ihm doch nicht helfen." Da schaute Maria ganz traurig: „Freiwillig wird er nie Urlaub machen. Er hat noch den ganzen Urlaub vom vorigen Jahr." Doch jetzt war Achim mit einer Antwort nicht verlegen: „Dann muss ihn halt sein Chef in Urlaub schicken. Dem muss er ja schließlich folgen. Da lächelte Maria: „Der ist doch froh wenn seine Leute möglichst viel arbeiten. Warum sollte er ihn in Urlaub schicken?" „Wir müssen halt mit ihm sprechen." meinte Hans ganz aufgeregt. „Oh weh." meinte da Maria „Der ist so hoch oben, dass niemand zu ihm vordringen kann. Man würde euch sofort wegschicken. „Dann müssen wir ihn halt beobachten, wie Detektive, und einen günstigen Moment abwarten, an dem wir ihn ansprechen können." Maria sah wie die Augen der Kinder leuchteten. Detektiv spielen schien für sie das Schönst sein, was sie sich vorstellen konnten. Sie hielt die beiden für sehr selbstständig und warum sollte sie ihnen die Freude verderben? Also stimmte sie zu. Sofort wurde sie einem Verhör unterzogen, was sie alles über den Chef wisse. Achim und Hans waren mit den Auskünften zufrieden und zu Hause ließen sie sich noch ein Foto zeigen, auf dem ihr Vater mit seinem Chef abgebildet war.
Der Chef
Sie waren also bestens vorbereitet und standen zum Dienstschluss auf Beobachtungsposten. Zuerst verließen viele Mitarbeiter das Gebäude und schließlich auch ihr Vater. Sie waren stolz darauf, dass er sie nicht bemerkte. Es dauerte noch eine ganze Weile bis letztendlich auch der Chef kam. Sie wussten bereits, dass er in der Nähe wohnte und deshalb zu Fuß ging. So konnten sie ihm gut folgen. Doch dann standen sie, gut versteckt, ewig lange vor seinem Haus. „Vielleicht kommt er heute überhaupt nicht mehr heraus." gab Hans zu bedenken. „Doch." meinte Achim ganz sicher „Er hat keine Frau und auch keine Köchin. Also muss er doch zum Abendessen ausgehen." Das leuchtete Hans ein und er bemühte sich um Geduld, was ihm gar nicht so leicht fiel. Es fing schon an zu dämmern, als der Chef tatsächlich das Haus verließ. Langsam und gelangweilt schlenderte er durch die Straßen und nach einer viertel Stunde betrat er ein vornehmes Restaurant.
„Das ist der richtige Augenblick." meinte Hans der sich kaum mehr still halten konnte. „Warte noch bis er seine Bestellung aufgegeben hat! Dann können wir ungestört mit ihm reden." Also geduldeten sie sich noch einige Augenblicke und schritten dann, ernst und feierlich, auf den Tisch, an dem der Chef saß, zu. Sie verbeugten sich artig, begrüßten den alten ehrwürdigen Herrn und machten ihm dann ganz eindringlich klar, dass sie in einer ganz wichtigen Sache mit ihm sprechen müssten. Der Chef war belustigt und meinte: „Ob ich hier sitze und sinnlos vor mich hin grüble, oder euch zuhöre ist ja egal. Bestellt euch erst mal was zu essen. „Ich denke wir werden zu Hause noch etwas bekommen." lehnte Achim danken ab. Aber dem Vorschlag, sich etwas zum Trinken zu bestellen, nahmen sie freudig an. „Also was kann ich für euch tun." eröffnete der Chef das Gespräch. Die beiden machten ihm klar um wen es ging. „Ja das ist mein bester Mitarbeiter." lobte der Chef. „Woher kennt ihr ihn?" „Er ist unser Vater." „Ich wusste gar nicht, dass er verheiratet ist und Kinder hat." „Er ist nicht verheiratet. Unsere Mutter ist schon sehr früh gestorben." „Das tut mir leid. Und wer macht euch dann Essen, wenn ihr nach Hause kommt?" „Seine Freundin. Aber wir sind nur während den Ferien hier. Das erste Mal. Bisher sind wir aus dem Internat nie raus gekommen." „Schön und gut. Aber jetzt weiß ich immer noch nicht um was es geht. Er braucht ja sicher keine Gehaltserhöhung um Heiraten zu können." scherzte der Chef. „Nein aber er braucht Urlaub, damit seine Arbeitskraft erhalten bleibt und wir ihn heilen können." verkündete Hans ganz aufgeregt, aber mit sehr viel Nachdruck. Der Chef wurde ganz nachdenklich: „Da habt ihr recht. Ich dachte gar nicht daran, dass er sich wieder überarbeiten könnte." Feierlich bestellte der alte Mann bei der Bedienung Briefpapier und einen Umschlag. Dann zog er einen goldenen Füllfederhalter aus seiner Brusttasche und begann zu schreiben. Dann legte er den Brief ein und verschloss das Kuvert. Dann schrieb er noch den Namen des Vaters darauf und übergab ihn den beiden. „So das vertraue ich jetzt euch an, damit ihr es ihm überreicht." Die beiden bedankten sich überschwänglich und waren ganz außer sich, als ihnen der Chef anbot sie mit seinem Auto heimfahren zu lassen. Vor allen Leuten zog er sein Handy aus der Tasche und bestellte den Chauffeur für die Jungs. Sie fühlten sich wie Prinzen, als sie in der Limousine heim gefahren wurden. Leider war der Weg viel zu kurz.
Sorgen
Als sie freudestrahlend das Haus betraten, trafen sie auf eine total zerknirschte Maria. Sie umarmten sie und fragten was denn vorgefallen sei. „Euer Vater ist nicht nach Hause gekommen. Das ist das erste Mal. Das hab ich noch nie erlebt." „Aber wir haben ihn doch erst vor drei Stunden gesehen und es hat ihm nichts gefehlt. Ihm wird doch nichts passiert sein." Auch die Kinder waren plötzlich in Panik. Maria versuchte sie zu beruhigten: „Er kann gut auf sich selbst aufpassen. Es wird ihm schon nichts passiert sein," Aber es klang nicht sehr überzeugend. Dann brachte sie die Kinder, nach dem Abendessen, ins Bett. Sie musste aber versprechen sofort Bescheid zu sagen, wenn ihr Vater wieder da sein würde. Eine panische Angst stieg in ihnen auf, dass sie ihr Vater wieder verlassen haben könnte und sie schluchzten vor sich hin. Es war schon lang nach Mitternacht, als sie plötzlich Lärm hörten. Da alle Türen geschlossen waren, konnten sie nichts genaues wahrnehmen. Aber schon bald kam Maria und teilte ihnen mit: „Er war noch in einer Kneipe, um über alles nachzudenken und weil er normalerweise keinen Alkohol trinkt, hat er wohl zu viel erwischt. Aber ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Es geht ihm gut."
Der Ausflug
Beim Frühstück waren ihm die Nachwirkungen der letzten Nacht noch deutlich anzusehen. Er war einfach mit allem überfordert. Er musste sich jetzt der Wahrheit stellen und konnte nicht länger von ihr davonlaufen. „Ruf im Büro an, dass ich heute nicht kommen kann." „Nicht nötig." meinte Hans strahlend „Das haben wir alles schon geregelt." und Achim überreichte ihm feierlich den Brief. Als er den Brief gelesen hatte, wollte er zu toben anfangen, aber sein Kopfweh verhinderte es.
Nach dem Frühstück meinte Maria: „Leg Dich noch etwas hin. Heute Nachmittag machen wir gemeinsam eine Bootsfahrt zu einer Insel. Das wird euch bestimmt Spaß machen und aufheitern." Brummend folgte er ihrem Ratschlag. Er konnte sich nicht vorstellen, dass ihn irgend etwas aufheitern könnte.
Das Wetter war stark bewölkt, so dass nur wenige Menschen auf dem Schiff waren und niemand außer ihnen auf der Insel ausstieg. Die Erwachsenen setzten sich auf eine Parkbank und die Kinder erkundeten die Insel. „Wie kamst Du nur auf die Idee, dass sie die ganzen Ferien über hier bleiben sollen. Das halt ich nicht aus. Die Situation wächst mir über den Kopf. Wir müssen sie nach Haus schicken. Ich werde sonst noch verrückt. So was wie gestern Abend, darf nicht nochmal passieren. Aber vielleicht fällt es ihnen jetzt leichter wieder zu gehen nachdem sie gesehen haben, dass ihr Vater ein Säufer ist und mit dem Vater, den sie kannten. nichts mehr zu tun hat." „Jetzt übertreibe nicht so maßlos. Kannst Du nicht wenigstens etwas freundlich zu ihnen sein. Sie wollen alles für Dich tun. Sie wollen sogar Dein Herz heilen." Er stöhnte: „Das kann niemand mehr. Dazu ist es zu spät. Ich kann mich nicht mehr ändern. Wir machen es uns doch nur unnötig schwer. Desto länger sie da sind, desto schwerer fällt ihnen der Abschied. Und ihre Heilungsversuche können doch nur in Enttäuschung enden. Was soll das ganze? Lass uns Schluss damit machen." „Mensch, die Kinder glauben an Dich. Kannst Du das nicht auch wenigstens ein bisschen versuchen? Du hast so viel in Deinem Leben erreicht und jetzt wo es wirklich wichtig ist, willst Du aufgeben?"
Das Gespräch führt zu nichts und plötzlich tauchten die Kinder auf. Man konnte ihnen ansehen, dass sie wieder mal etwas ganz wichtiges beschlossen hatten und sie näherten sich mit viel Würde und ernst. Maria musste sich das Lachen verkneifen. Feierlich teilte Achim seinem Vater mit: „Du musst heute für uns kochen." „Ich kann nicht kochen." meinte der Vater. „Du hast früher immer so toll gekocht." fiel Hans ins Gespräch ein. „Da gab es auch nicht viel zu kochen. Auf jeden Fall hab ich es schon längst verlernt." war die brummige Antwort. Aber Achim ließ nicht nicht entmutigen: „Maria darf Dir dabei helfen. Aber kochen musst Du!" meinte er klar und bestimmt. Jeder merkte, dass er keine Widerrede zulassen würde. „Was soll denn dieser Unfug?" fragte der Vater ganz verzweifelt. Hans klärte ihn auf: „Wenn Du für uns kochst, dann zeigst Du uns, dass Du uns ein wenig lieb hast – und dann kann Dein Herz heilen." „Ach so einfach ist das." war die ironische aber resignierte Antwort. „Überhaupt nicht leicht. Aber es wird funktionieren." meinte Achim ganz überzeugt. Seine Sicherheit war fast ansteckend.
Neues Leben
Als sie beim Abendessen saßen bedankte sich Hans dafür herzlich bei seinem Vater und Achim meinte: „Schau Papa wie lieb wir Dich haben, dass wir das essen." Da konnte er sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen: „Solltet ihr das Unmögliche doch noch schaffen? Ihr seid auf jeden Fall gute Herzchirurgen." Irgendetwas hatte ihn angerührt und plötzlich freute er sich darauf, die Ferien mit seinen Kindern zu verbringen.
Für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Wo wir am Ende sind, weiß Seine Liebe immer noch einen Weg.
Vom Licht zum Frieden
von Andreas am 11.12.2016 09:2111) Verlassen
Nur gestärkt durch das Gebet in der Einsamkeit und durch die Nähe mit Gott, kann ich die richtigen Entscheidungen treffen. Oft zwingt mich eine Entscheidung, etwas aufzugeben oder zu verlassen.
Ich möchte mich für Liebe und Treue entscheiden:
Spr 3,3 Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen; binde sie dir um den Hals, schreib sie auf die Tafel deines Herzens!
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Ich möchte mich immer für Ihn entscheiden:
Joh ,667 Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?
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Wenn ich mich für Ihn und Seine Anliegen entschieden habe, dann erreiche ich mein Lebensziel und es fehlt mir auch hier auf Erden nichts:
Mt 19,29 Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.
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- Liebe ich die Einsamkeit?
- Verbringe ich gern Zeit mit Gott?
- Höre ich auf Ihn, wenn ich meine Entscheidungen treffe?
Für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Wo wir am Ende sind, weiß Seine Liebe immer noch einen Weg.

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