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pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 16.04.2026 09:14

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Ok, nicht die Juden, aber vielleicht die Pharisäer?
Wie ich schon im letzten Posting geschrieben habe, gab es 7 Arten von Pharisäer.
Aber auch theologisch war es keine homogene Gemeinschaft. 
Es gab keine Dogmen, eine verbindliche Satzung, die für alle Pharisäer gültig war.
Vielleicht stellt man es sich so vor, dass aus Jerusalem Weisung kam.
Ein Blick in die damalige Zeit, genauer gesagt, etwas vor Jesus.

Es gab zwei Richtungen bzw. zwei große Schulen.
Das Haus Hillel und das Haus Schammai.
Zur Zeit Jesu gab es in der Tat intensive Diskussionen unter den Schriftgelehrten über die Hierarchie und Auslegung der Gebote.
Ein Streitpunkt war der Streit um die leichten und schweren Geboten.
Es ging um die Frage: Was ist wichtiger Moral- oder Ritualgesetz?
Und diese Frage bzw der Konflikt ist die Trennlinie zwischen den beiden Häusern.

Hillels Standpunkt:
Was dir selbst verhasst ist, das füge auch keinem anderen zu – das ist die ganze Thora, der Rest ist nur Erläuterung“. Für Hillel standen die Moral- oder Sozialgesetze im Vordergrund.

Schammai:
Die Ritualgesetze und ihrer Auslegung und Befolgung.
Seine Position war zur Zeit Jesu unter den Pharisäern stark verbreitet.

In diesen ganzen Fragen und Konflikten, Jesus oft hineingezogen und nach seiner Position gefragt, eher Hillele oder Schammai, eher Ritual oder Moral/Sozialgesetz?
Zb um die Frage nach dem Scheidebrief Matthäus 19.
Eine sehr heiß diskutierte Frage zur Zeit Jesu und unter den zwei Häusern.

Was uns Juden eigentlich sehr gut beschreibt, ist diese Floskel: Eine Frage und sieben Antworten. 
Jesus wurde gefragt, warum sich seine Jünger vor dem Essen nicht die Hände waschen. 
Auch darüber gab es keine einheitliche Antwort, es gab einen Konsens:
Erstes Wasser Recht, letztes Wasser Pflicht.
Auf deutsch: Vor dem Essen kann man sich die Hände waschen und nach dem Essen ist es Pflicht.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 09:16.

Merciful

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Re: Der schmale Weg

von Merciful am 16.04.2026 08:12

Ja, der Psalm 119 ist ein alphabetischer Psalm.
 
Die Versanfänge folgen dem hebräischen Alef-Bet.
 
Die hebräische Sprache kennt 22 Konsonanten.
 
Jeweils 8 Verse beginnen mit einem der hebräischen Konsonanten.
 
Daher besteht der Psalm aus 22 mal 8 = 176 Versen.
 
In den deutschen Übersetzungen merkt man es nicht.
 
Es gibt aber eine Dichtung von Franz Delitzsch (1813 - 1890).
 
Er war Professor für Altes Testament.
 
Seine Übersetzung findet sich in einer deutschen Ausgabe von Spurgeons Psalmenkommentar.
 
Ich gebe hier beispielhaft die Dichtung der ersten 8 Verse.
 
All Heil denen, deren Wege unsträflich, die einhergehen im Gesetze Jahwes!
All Heil denen, die seine Zeugnisse wahrnehmen, die mit ganzem Herzen sich sein befleißen.
Auch nicht verüben Ungerechtigkeit - auf seinen Wegen gehen sie einher.
Anbefohlen hast du deine Ordnungen, sie zu beachten ernstlich.
Ach dass doch meine Wege gerichtet wären, zu beobachten deine Satzungen!
Alsdann werd' ich nicht zu Schanden werden, wenn ich hinblicke auf all deine Gebote.
Aufrichtigen Herzens will ich dir danken, wenn ich lerne die Rechte deiner Gerechtigkeit.
An deine Satzungen werd' ich mich halten, mögst du mich nur nicht gar verlassen.
 
(Franz Delitzsch)
 
Die Orthografie habe ich geringfügig an die heutige angepasst.
 
Die nächsten 8 Verse würden dann jeweils mit dem Buchstaben B beginnen.
 
So bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie sich der Psalm im Hebräischen liest.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 08:42.

pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 16.04.2026 07:52

Hallo Burgen.

Ein Zitat von Shalom Ben-Chorin:
Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns.“
Es gibt mittlerweile zahlreiche jüdische Gelehrte, die sich mit dem Neuen Testament auseinandersetzen.
Das Jesus Jude ist und war, stellen sie überhaupt nicht in Abrede.
Vermutlich wäre es für viele Christen kaum zu ertragen, wenn sie lesen und hören würden, in welche religiöse Gruppierung/Partei sie Jesus verordneten.

Und meine persönliche Meinung und Erfahrung ist.
Sicherlich kann man sich fragen, wo ist eigentlich das Problem?
Aus christlicher Perspektive: Ihr lehnt Jesus als den Messias ab und seine Gottheit.

Die jüdische Perspektive geht leider über ein theologisches Problem und die einfache Frage nach dem Messias hinaus.
Diese Frage können nach über 2000 Jahren Christentum und das Leid für unser Volk nicht einfach trennen.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 07:53.

Burgen

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Re: Der schmale Weg

von Burgen am 16.04.2026 06:56


Hallo Merciful 

deine obigen Ausführungen habe ich sehr gerne gelesen und danke für diese wunderbaren Erklärungen. Die Worte fallen direkt in das Herz. 

In meiner Erklärungsbibel [Elberfelder] lese ich, dass er zu den acht Alphabetischen Psalmen gehört. Und in diesem Psalm sind immer acht Verse einem hebräischen Buchstaben des hebräischen Gebets zugeordnet. Das macht diesen langen Psalm gut lesbar und macht auch die Kraft der hebräischen Schriftsprache deutlich, mM. 

Es liest sich als Weisheits- und Lobpreis-Psalm aufgrund des GEsetzes und der Gebote Gottes in einem feindlichen Umfeld. 22 mal wird Gott direkt mit HERR angesprochen. Lesart ist, dass das Gesetz in neun verschiedenen hebräischen Wörtern entfaltet wird: 
Gesetz als  Weisung, Zeugnisse, Weg im Sinne des Lebensweges - der Lebensführung, Vorschriften, Ordnungen, Gebote, Bestimmungen im Sinne der Rechtsbestimmungen, Wort, Pfad usw. 

Ich kannte mal einen 22 jährigen jungen Mann, der diesen ganzen langen Psalm in der damaligen Lutherübersetzung auswendig lerne und aussprechen konnt. Er versuchte täglich nach diesen für ihn zur Einsicht gewordenen Worten zu leben. 
Das hatte mich sehr beeindruckt. Soetwas war und ist mir immer noch recht neu  bis heute. 

Das bedeutet doch, dass diese Worte ins Herz gefallen sind und dessen Spuren lebbar geworden, völlig unverkrampft jederzeit gedanklich ausführend, und erinnerbar sind. 


 


Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Burgen

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Re: Tageslese (31) Keinem von uns ist Gott fern. Apg 17,27

von Burgen am 16.04.2026 06:36


Donnerstag  

Der HERR sprach zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst?   Jona 4,4   

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.   Lukas 6,36  


TagesL: 1.Petrus 2,1-10 Hohe Berufung der Erlösten   
fortlL: Epheser 2, 1-10  







Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Burgen

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von Burgen am 16.04.2026 06:26


An die fünfzig jüdische Autoren haben dieses Buch geschrieben,
ihre Untersuchungen erarbeitet und die historischen Begebenheiten in Betracht gezogen. 

aus: Literarisches Verhältnis der Evangelien untereinander :

Auswahl der erklärenden Beiträge: 
Darüber hinaus ist es unbekannt, an welche Gemeinden sich die einzelnen Evangelien richteten, ob sie tatsächlich besondere Gruppen ansprechen wollten oder nicht doch für alle Anhängerinnen und Anhänger Jesu gedacht waren. Zumeist geht man davon aus, dass Markus für eine vorwiegend nichtjüdische Gemeinde in Rom geschrieben habe, obwohl einige Fachleute das Markusevangelium als Ergebnis der Situation in Obergaliläa sehen, wo Juden und Nichtjuden gemeinsam eine Gemeinde bildeten. Lukas sieht man gemeinhin als Nichtjuden, der für ein vorwiegend nichtjüdisches Publikum schreibt, aber sogar hier betrachten einige Gelehrte Lukas als Juden oder Gottesfürchtigen, also einen nichtjüdischen Sympathisanten der jüdischen Gemeinde. Von Matthäus, dem gebildeten Zöllner (s. Mt 10,3), wird allgemein angenommen, dass er für ein überwiegend jüdisches Publikum schreibt, weil das Evangelium die (Relevanz der) Tora betont, weil Jesus intensiv mit den Pharisäern diskutiert und weil das Evangelium eine besondere Affinität zur späteren rabbinischen Literatur zeigt. Diese verschiedenen Interpretationen der Entstehungsumstände der Evangelien basieren wesentlich auf einem Zirkelschluss: Auf der Basis der Erzählung arbeiten wir das Programm des Autors und die Identität seiner Leserschaft heraus. Dann interpretieren wir den Text auf der Basis genau dessen, was wir aus internen Beobachtungen erschlossen haben.
Das literarische Verhältnis zwischen den Evangelien, ihr jeweiliges gesellschaftliches Umfeld und die Unterscheidung zwischen Inhalten, die die Evangelisten aus Quellen übernommen haben (d.h. aus der Tradition), und solchen, die sie aus ihrer eigenen Vorstellung hinzugefügt haben (d.h. Redaktion), sind grundlegende Themen der neutestamentlichen Wissenschaft. Diese Probleme, die nicht mit Sicherheit gelöst werden können, sind auch bei der Interpretation der Evangelien in ihrem Verhältnis zu Juden und dem Judentum wichtig: Wie wir die Kompositionsgeschichte eines jeden Evangeliums verstehen, wird notwendigerweise auch beeinflussen, wie wir seine Inhalte auffassen – einschließlich des Verhältnisses zu Juden, die Jesus nicht als Messias betrachteten.

 

Amy-Jill Levine und Marc Zvi Brettler, „DIE EVANGELIEN UND DIE APOSTELGESCHICHTE", in Das Neue Testament – jüdisch erklärt, hg. von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übers. von Monika Müller und Jan Raithel (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2021), 7–8. 

:::  

Vermutlich ist beim Lesen zu unterscheiden,  
ob jemand das neue Testament unter rein wissenschaftlichen, historischen oder glaubenden und evtl hungrigen Bedürfnissen lesen wird. 

Manche Begriffe sind aus den historischen jüdischen Umweltbedingungen über zB Lutheraltdeutsch mit heutigen Begriffen der Lesart angepasst worden. 
Letztlich sind die Schriften dazu da, Jesus ins rechte Licht zu rücken, ihn als Herrn, Heiland und König - Messias zu glauben und zu leben; mM.  
Das bedeutet auch, mMn, seine eigene und die der Familie usw. mit dem Wort Gottes "füttern", und dies nicht alle vier Wochen, sondern täglich. 

Die Fütterung in dieser Weise ist nicht unbedingt ausschließlich mit der Logik unterstellt zu sein, sondern das Wort Gottes sättigt den ganzen Menschen. Denn das Reich Gottes ist nicht ein logischer Akt, im Moment entzieht er sich fast allen Realitätsbestrebungen von Menschen - obwohl es Realität ist, aber eine andere Art der Realität. 

Das habe ich nun nicht gelesen. 



Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Argo

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Re: Der schmale Weg

von Argo am 15.04.2026 13:33


Psalm 119: wenn man es genau betrachtet, ist ein Gebet eines hebräischen Autors an Gott, der eine tiefe Liebe zum Wort Gottes hatte, konnte aber dieses nicht anwenden. Der Psalm handelt von der Beziehung dieses Menschen zu Gott.

Der Psalmist ist hier stellvertretend für alle Menschen. Wie z.B. Apostel Paulus für alle gepredigt und gebetet hat und nicht für sich allein.

In fast jedem Vers werden Synonyme für das Wort Gottes verwendet.

Die Verse 33-40 z.B. darstellten ein Gebet, da der Wunsch, Gottes Wort zu lesen, sehr schwach war. Wie auch heute genau das gleiche ist. Unsere Herzen müssen sich ändern, aber wir können aus eigener Kraft keine Liebe zu Gottes Wort entwickeln. Wir müssen uns Gott zuwenden. Und Gott durch den Heiligen Geist erweckt in uns seine Gesetze die er in unsere Seele bei der Geburt gespeichert hat. Unser Herz (oder auch Gewissen) der die Gesetze Gottes kennt meldet sich bei uns. Somit machen wir das was unser Herz uns empfiehlt. Paulus in Seiner Römerbrief beschreibt genau diesen Effekt.

33 Lehre mich, HERR, den Weg deiner Anweisungen, dass ich ihn einhalte bis ans Ende.
34 Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen.
35 Lass mich wandeln auf dem Pfad deiner Gebote, denn ich habe Lust an ihm.
36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier!
37 Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen; belebe mich in deinen Wegen!
38 Erfülle an deinem Knecht dein Wort, das denen gilt, die dich fürchten.
39 Wende von mir die Schmach, die ich fürchte; denn deine Bestimmungen sind gut!
40 Siehe, ich sehne mich nach deinen Befehlen; belebe mich durch deine Gerechtigkeit!

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nusskeks

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Re: Clownis Welt

von nusskeks am 15.04.2026 09:58

Immer interessant zu lesen. Danke.

Hoditai, Mensch des Weges 
One of Israel

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Merciful

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Re: Der schmale Weg

von Merciful am 15.04.2026 09:56

Der Psalm 119 wird häufig missverstanden.
 
Das eigentliche Thema dieses Psalms ist nicht das Gesetz oder die Tora.
 
Vielmehr ist dieser Psalm das ausführlich ausformulierte Gebet eines Menschen auf dem Weg.
 
Der Psalm handelt von der Beziehung dieses Menschen zu Gott.
 
Der Psalmdichter beschreibt, was die Tora ihm bedeutet und was er in Zuversicht in und bei dieser sucht.
 
Der Psalmdichter lebt in Beziehung zu Gott, weil dieser durch die Tora zu ihm gesprochen hat.
 
Der Psalmdichter erfährt Gottes Gnade, dessen Zuwendung, Hilfe, Trost durch das Hören auf die Tora.
 
Er weiß sich gefährdet durch mancherlei Gefahr, er sucht, er bittet um Rettung und bekennt Gottes Wahrheit und Treue.
 
Der Psalmdichter beschreibt sich selbst als einen Pilger auf Erden, einen Diener Gottes.
 
Er wurde (von Gott) gedemütigt und zur Umkehr geleitet, er fand Einsicht in die Wege Gottes durch die Tora.
 
Er hat sich bewusst zum Gehorsam der Tora entschieden, da er in ihr und durch sie die Gnade des Gottes Israels erfährt.
 
In der Gemeinschaft mit Gott kennt und erlebt er beides, sowohl Gewissheit als auch Furcht.
 
Die Tora ist seine ganze Freude, sein Trost, seine Zuversicht.
 
Sein Gebet bringt diese Liebe zur Tora, aber auch seine Bitte um Beharrlichkeit und Treue zur Tora zum Ausdruck.
 
Immer wieder neu bittet er um Belebung, Einsicht in die Zuverlässigkeit der Tora.
 
Er wird angefeindet auf Erden, er hält stand durch die Bitte um Bewahrung des Leibes und der Seele gleichermaßen.
 
Er ist auf dem Weg, noch nicht am Ziel, er hat gefunden und bleibt doch ein Suchender.
 
Sehnsucht und Zuversicht, Freude an der Tora und Traurigkeit angesichts der Anfeindungen stehen nebeneinander.
 
Der Psalmdichter empfängt die Tora in Gnaden, das Gebot ist ihm nicht Forderung, sondern belebende Gabe.
 
Nicht der Ruhm des Tüchtigen, die Ehre des Gehorsams bilden seine Beweggründe.
 
Nicht der Gehorsam stellt die zu belohnende Leistung dar, aber durch die Tora erlebt er die helfende Kraft Gottes.
 
Darum wird ihm das Gebot zur Leiter, hinauf, und zur Brücke, hinüber zur Gerechtigkeit Gottes in Gottes Reich.
 
Merciful

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pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 15.04.2026 09:41

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Ich habe ja im Thread neben Wörtern wie schwierig und Konflikt benutzt.
Ich bin mir ja bewusst, dass es übliche Erzählungen über Juden, Judentum und vor allem über Pharisäer gibt.
Ein Kapitel könnte lauten, wie Jesus das Judentum überwunden hat….
Ich gehe nun bald 30 Jahre auf dem Weg meine Wurzeln und Identität zu verstehen.
Einen Aspekt daraus möchte ich hervorheben.

Es ist unmöglich, die Bibel als Lehrbuch für das jüdische Leben zur Zeit Jesu zu nutzen.
Sätze wie die Juden damals, was oft mit den Pharisäer gleichgesetzt wird.
Es sind unterschiedliche Perspektiven, die Bibel gibt eine Draufsicht und meine Perspektive und ich schreibe über die Innenansicht.
Meistens verzichte ich auf Streitgespräche, sie bringen nichts. 
Natürlich kann man diese Innenansicht ablehnen und als Unfug abtun, das ist für mich kein Problem.

Zum Thema…
Allein, ob ein Jude damals in Israel lebte oder in der Diaspora, macht einen Unterschied.
Selbst die Frage nach: Wo lebte er in Israel, machte einen Unterschied.
Die vier Hauptgruppen (religiös) zur Zeit Jesu: Die Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die Zeloten.
Diese vier Gruppen hatten weder eine einheitliche Theologie, noch glaubten sie an dieselben Dinge, bzw interpretierten die Bibel auf ihre weiße, neudeutsch: Divers.

 Natürlich gab es auch Überschneidungen, dennoch habe ich ein Herz für Pharisäer und möchte etwas über die damalige Gruppe etwas mehr schreiben, ein paar Sätze habe ich in dem Thread Nikodemus geschrieben.
Leider gibt es keine genauen Zahlen über die damaligen Pharisäer. Der Historiker Josephus Flavius schätzte die Gesamtzahl auf ca 6000.
Die Pharisäer organisierten und lebten in Genossenschaften (Chaverim) zusammen.
Vielleicht vermutet man aufgrund der Evangelien, dass die Zahl höher war, trotzdem hatten sie einen großen Einfluss auf das Volk und waren beliebt und anerkannt. 

Also, erstmal eine Selbstauskunft der Pharisäer:
Der Schulter-Pharisäer (Schikmi): Er trägt seine guten Taten bildlich gesprochen auf der Schulter, damit jeder sie sieht. Er handelt aus Geltungssucht statt aus Überzeugung.

Der Zögernde Pharisäer (Nikpi): Er bittet ständig um Zeitaufschub („Warte ein wenig“), bevor er eine gute Tat vollbringt, oder findet Ausreden, um Pflichten zu verzögern.

Der Blutende oder Geprellte Pharisäer (Kizai): Um den Anblick einer Frau zu vermeiden, schließt er so fest die Augen, dass er gegen Wände läuft und sich blutige Verletzungen zuzieht. Er misst seine Frömmigkeit an der Zahl seiner blauen Flecken.
Der Mörser- oder Stößel-Pharisäer (Meducheja): Er trägt seinen Hut wie einen Mörser tief im Gesicht oder geht mit extrem gebeugtem Rücken, um künstliche Demut zur Schau zu stellen.

Der Pflicht-Pharisäer: Er fragt ständig: „Was ist meine Pflicht, damit ich sie erfüllen kann?“, als ob er eine Liste zum Abhaken führt, um Gott gegenüber ein Guthaben aufzubauen.

Der Pharisäer aus Furcht: Er erfüllt die Gebote nur aus Angst vor Gottes Zorn oder der Hölle, nicht aus echter Zuneigung.

Der Pharisäer aus Liebe: Dies ist die einzige positive Kategorie. Er dient Gott aus aufrichtiger Liebe, ähnlich wie Abraham, und findet Freude an der Erfüllung der Gebote.
Und in den Evangelien findet man jeden Charakter der 7 Arten von Pharisäer.

Shalom Pausenclown.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.04.2026 09:44.
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