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pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 17.04.2026 08:28

Hallo.

Meine blöde Frage, wie wäre unsere Welt, unser Umfeld, unsere Gemeinden, würde man diese Punkte nicht nur beachten, sondern auch Leben???

Anerkennung Gottes: „Ich bin der Ewige, dein Gott.“.

Verbot des Götzendienstes: Keine fremden Götter oder Bilder verehren.

Verbot des Gotteslästerung: Den Namen Gottes nicht missbrauchen.

Heiligung des Schabbat: Ein wöchentlicher Ruhetag für alle.

Ehre von Vater und Mutter: Respekt gegenüber den Eltern.

Mordverbot: „Du sollst nicht morden.

Ehebruchsverbot: Treue in der Ehe.

Diebstahlsverbot: Schutz des Eigentums.

Lügenverbot: Kein falsches Zeugnis gegen den Nächsten.

Begehrensverbot: Nicht nach dem Besitz oder Partner des anderen verlangen.

Schutz von Witwen und Waisen: Es ist streng verboten, diese schutzlosen Gruppen zu bedrängen oder auszunutzen.

Fremdenrecht: Man soll den Fremden lieben und nicht unterdrücken, „denn ihr seid selbst Fremde im Land Ägypten gewesen“ 
Armenpflege:
Nachlese: Ein Teil der Ernte (Ecken des Feldes, herabgefallene Trauben) muss für Arme und Fremde liegengelassen werden.

Zehnt: Ein Teil des Ertrags ist für Bedürftige und die Leviten (die kein Land besaßen) bestimmt.

Zinsverbot: Es ist verboten, von einem bedürftigen Volksgenossen Zinsen zu verlangen.

Ehrlichkeit im Handel: Betrug durch gefälschte Gewichte oder Maße ist untersagt.

Schuldenerlass (Schmitta): Alle sieben Jahre sollen Schulden erlassen werden, um eine dauerhafte Verarmung zu verhindern.

Rechtssicherheit: Richter dürfen nicht parteiisch sein und keine Bestechung annehmen 

Lohnzahlung: Der Lohn eines Tagelöhners darf nicht zurückgehalten werden und muss noch am selben Tag ausgezahlt werden 

Nächstenliebe: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ 

Verbot von Rache und Groll: Man soll keine Rache üben oder nachtragend.

Verbot der Nachrede: Es ist untersagt, Gerüchte zu verbreiten oder den Nächsten öffentlich bloßzustellen 

Hilfeleistung: Wenn man das Tier seines Feindes unter einer Last zusammenbrechen sieht, ist man verpflichtet zu Helfen.

Das sind Auszüge aus den 613 Geboten und mir fällt kein Grund ein, weshalb es uns trennen sollte, oder?
Shalom 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.04.2026 08:30.

pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 17.04.2026 07:15

Hallo Burgen.

Danke für deine Antwort.
Eins sein in Christus ist die "Theorie".
Die Realität sieht nicht danach aus.

Wie ich geschrieben habe, für jüdische Gelehrte, die auch das Neue Testament studiert haben, ist Jesus nicht der Messias und zweitausend Jahre Christentum haben es nicht besser gemacht.
Für uns messianischen Juden ist er es.
Trotzdem haben wir mit Christen wenig gemeinsame Berührungspunkte.
Und bestimmt nicht weil wir was besseres sind oder oder.

Auf ein offenes Wort:
Ich kenne einige messianische Juden, die mit dem Begriff Judenchristen Probleme haben. 
Ich kenne viele die sagen, lasst mich in Ruhe mit vielen Vorurteilen uns gegenüber und nein ich möchte nicht vom Gesetz befreit werden usw.
Ich bewundere Juden ob messianisch oder nicht, die christlich-judischen Dialog tätig sind,
Diese Geduld habe ich nicht.

Aus meiner Sicht ist Einheit nur dann möglich, wenn man die Identität des anderen akzeptiert.
Messianische Juden die nach der Torah leben, weil es unser Messias getan hat und wir akzeptieren und befürworten, dass Heiden, die zum Glauben kommen es nicht müssen.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.04.2026 07:16.

Burgen

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Re: Tageslese (31) Keinem von uns ist Gott fern. Apg 17,27

von Burgen am 17.04.2026 06:42


Freitag  

Gott, du holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. 
Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.   Psalm 71,20-21 

Jesus sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! 
Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, 
und Jesus gab ihn seiner Mutter.   Lukas 7,14-15 


Gebet: 

Herr, unser Gott, lass nicht zuSchanden werden die, so in ihren  
Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen  
und zu dir rufen.  

 ((c) Johann Heermann)


TagesL: Offenbarung 7,13-17 ... Die Erlösten aus Israel und allen Nationen  
fortlL: Epheser 2,11-22  Juden und Heiden - eins in Christus    
 


Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Burgen

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von Burgen am 17.04.2026 06:29


Hallo Pausenclown, 

Hatte mir gedacht, dass es vielleicht hilfreich sein könnte einen wichtigen Text beider Bibelbücher parallel zu betrachten. 
Der obige Erklärungstext im Epheserabschnitt von Judenchristen und der untere Text von Christen erklärt. 

In beider Betrachtungsweise liegt, zumindest oben, die ganze Last oder Erkenntnis der jewiligen Glaubensgemeinschaft zugrunde, denke dies gerade. 

Während ab V11 Epheser 2,ab 11 explizit als Überschrift besser einzuordnen: Juden und Heiden - eins in Christus, die Aussage des Textes ist. 
Liegt doch die Wurzel durch Jesus Christus, dem Messias, durch Gott in den Schriften und Glauben, und Tun im Alten Bund. 

Der alte Bund ist ja nicht gerade unwichtig - aber durch Jesus und in Jesus enthält er das vollbrachte Werk für beide, Juden und Christen. 
Dies zu verstehen, anzunehmen und wertzuschätzen kann eigentlich nur in die Anbetung führen und dazu beitragen, alles besser für das eigene Leben lebbar machen. 


So ähnlich denke ich: eins in Christus. 
Der eigentliche Bibeltext im Epheserbrief spricht deutliche Worte ;)  





 


Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 16.04.2026 16:26

Hallo.

Um ehrlich zu sein, ich verstehe den Thread überhaupt, nicht einmal das Ziel.

Shalom 

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pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 16.04.2026 16:23

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Bevor ich über jüdische Streitkultur schreibe und zum Konflikt zwischen “Pharisäer” und Jesus komme, Schreibe ich etwas über das Verhältnis zwischen Sadduzäer und Pharisäer und Essener.

Dazu greife ich die Frage auf, welche Ziele die Pharisäer eigentlich verfolgten.
Wie schon öfters geschrieben, suchten und versuchten die Pharisäer, die Bibel in den Alltag zu integrieren.
Es ging um die praktische Auslegung der Gebote und was es im Alltag bedeutet, z.b was ist erlaubt und was ist verboten. 

Jetzt gibt es wieder verschiedene Lesarten: 
Sie wollten dem Volk Knechten und Lasten auferlegen….
Eine weitere Lesart stammt aus den Qumranrollen und den Essenern: 
Pharisäern, als „Sucher nach glatten Dingen.
Vielleicht ist das für einige Leser ein seltsamer Vorwurf, es bedient nicht die übliche Sicht auf Pharisäer.
Die Essener kritisierten, dass die Pharisäer „glatte“ oder „schmeichelhafte“ Interpretationen lieferten, die das Gesetz aufweichten oder Lücken suchten, um es für die breite Bevölkerung praktikabler zu machen.
Die Essener gingen soweit das sie Pharisäer mit einem Wortspiel veralberten.
Während die Pharisäer ihre Auslegungen als Halachot (Rechtsvorschriften) bezeichneten, nannten die Essener sie verächtlich Chalakot (glatte/schlüpfrige Dinge).
Aus Sicht der Essener waren diese Auslegungen eine Form von religiöser Korruption und Irreführung. Sie empfanden die pharisäische Lehre als zu kompromissbereit gegenüber dem Zeitgeist (Hellenisierung) und der politischen Führung.
Hä, wie bitte??
Mal ehrlich, ist das nicht ein Unterschied zu vielen Predigten, in denen Pharisäer vorkommen?

Das Verhältnis der Sadduzäer zu den Pharisäern:
Zur Zeit Jesu war das Verhältnis zwischen den Sadduzäern und den Pharisäern von tiefem Misstrauen und religiös-politischen Spannungen geprägt. Die Sadduzäer, die sich primär aus der wohlhabenden Priesteraristokratie und Oberschicht zusammensetzten, betrachteten die Pharisäer oft mit einer Mischung aus Geringschätzung und politischer Notwendigkeit. 
Dazu lehnten sie die mündliche Torah ab und glaubten nicht an die Auferstehung der Toten und nicht an Engeln und Dämonen.
Diese Sichtweise der Sadduzäer quittierten die Pharisäer auf diese Weise: 
In der Mishna Traktat Sanhedrin wird explizit festgehalten, dass diejenigen, die sagen, die Auferstehung der Toten stehe nicht in der Torah, haben keinen Anteil an der kommenden Welt.

Ein kleiner Gruß an die Sadduzäer.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 16:25.

Burgen

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von Burgen am 16.04.2026 16:12



NT aus jüdischer Sicht 

Epheser 2,1–10 Durch Christus aus der Sünde wiedergeboren 
1 Tot durch eure Übertretungen und Sünden, die Verbindung von Tod und Sünde könnte mit der biblischen Vorstellung zusammenhängen, dass Sünde eine Ursache von Unreinheit ist; 
diese wird mit dem Tod assoziiert, der ebenfalls eine Quelle von Unreinheit ist; vgl. Lev 16,16 und Num 19 

2 Dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, vgl. Eph 6,11–12 und Kol 1,13. Vgl. auch die gefallenen Engel in äthHen 6,2–6 und die Engel der Finsternis in 1QS 3,20–21, die ihre menschlichen Nachfolgerinnen und Nachfolger auf Irrwege führen. Solche bösartigen übernatürlichen Mächte spielen in der rabbinischen Tradition keine bedeutende Rolle.

3 Begierden unseres Fleisches, im Gegensatz zu den geistigen Begierden bringen die fleischlichen von Natur aus vom rechten Weg ab; vgl. die rabbinische Vorstellung des jezer ha-raʿ (Drang zum Bösen), der häufig mit fleischlicher Lust assoziiert wird (z.B. bSuk 52a–b). Dieser wird aber auch verteidigt, da er für die Besiedlung der Welt notwendig ist, indem er den Mann antreibt, sich eine Frau zu suchen, ein Haus zu bauen und Kinder zu zeugen (BerR 9,7).

4–5 Reich ist an Barmherzigkeit [...] große Liebe [...] aus Gnade, der Autor des Briefes behauptet, dass die Erlösung Gottes ein Ausdruck seiner Liebe sei und „nicht aus Werken" (Eph 2,9) stamme; die Barmherzigkeit als göttliche Eigenschaft betonen auch Schlüsselstellen im Tanach; vgl. z.B. Ex 34,6–7 und Num 14,18. 5–6 Mit Christus lebendig gemacht [...], 

vgl. Eph 1,20; die Gläubigen sind so untrennbar verbunden mit der Erfahrung, die Christus selbst gemacht hat, wie ein Körper mit dem Kopf (Eph 1,22–23).
 
6 Himmel, der himmlische Thron wird im Tanach ausführlich beschrieben (Jes 6,1; Ez 1,26 u.a.) und in Anlehnung an solche Visionen auch in Offb 4,2–11. In der rabbinischen Lehre wird darauf verwiesen, dass die Gerechten in der kommenden Welt an der Seite Gottes sitzen und sich der Herrlichkeit seiner göttlichen Gegenwart erfreuen werden; vgl. bBer 17a.  

7 Gnade durch seine Güte, vgl. Anm. zu 2,4–5. 8–9 Seid ihr gerettet, in den unstrittig authentischen Paulusbriefen ist die Erlösung in der Regel ein zukünftiges Ereignis, kein gegenwärtiger Zustand. Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, vgl. Anm. zu 2,4–5. Damit sich nicht jemand rühme, vgl. Röm 3,27.

10 Geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, Werke (entsprechen den hebr. mizwot) werden im Epheserbrief nicht ausgeschlossen, aber sie sind das Resultat der Erlösung, nicht ihre Ursache. Dass wir darin wandeln sollen, vgl. den hebr. Begriff halacha für den „Weg, auf dem es zu laufen gilt".

„DEN ZAUN ABGEBROCHEN", „DAS GESETZ ... ABGETAN" FÜR „EINEN NEUEN MENSCHEN" (Eph 2,14–15)
Das jüdische Gesetz trennte observante Juden von Angehörigen anderen Gruppen. Die Vorstellung aus Ex 19,6, dass Israel ein „heiliges Volk" sein soll, wird in Lev 19,2 und andernorts wieder aufgegriffen. „Heiligkeit" (hebr. q-d-sch) erfordert eine Absonderung (der frührabbinische Midrasch Sifra übersetzt Lev 19,2 „du sollst heilig sein" mit „du sollst dich fernhalten"). Insbesondere die Speisegebote der Tora (Lev 11) sorgten für eine solche Trennung, doch spätere Ausweitungen des Gesetzes – das Verbot, heidnische Speisen zu essen (z.B. Dan 1,8–12), die Ausweitung von Unreinheit auf Nichtjuden (Sifra, Savim 1,1 zu Lev 15,2) und andere – machten „den Zaun" noch höher. 

Dass eine solche Absonderung bei einigen Nichtjuden Feindseligkeit gegenüber Juden hervorrief, wird am deutlichsten von Tacitus bezeugt, der schreibt: „Juden sind einander gegenüber extrem loyal ... Allen anderen Völkern gegenüber fühlen sie aber nur Hass und Feindschaft. Sie essen gemeinsam und schlafen getrennt ..." (Tac.hist. V,1–2). 
Manche Juden empfanden auch Feindseligkeit gegenüber Nichtjuden, wie mAS 2,1a belegt, wo es (u.a.) heißt: „Man darf kein Vieh in Herbergen von Heiden unterstellen, ... 

Durch die Abschaffung von Gesetzen, die Juden und Nichtjuden voneinander abgrenzen, wie etwa das trennende Zeichen der Beschneidung, können Nichtjuden „nahe" (Eph 2,13) kommen und kann die gespaltene Menschheit wieder vereint werden. 
[Heiden galten, gelten heute auf Nationen bezogen] 

[Fussnoten: gelöscht] 17.4. 

----David Kraemer, „DER BRIEF DES PAULUS AN DIE EPHESER", in Das Neue Testament – jüdisch erklärt, hg. von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übers. von Monika Müller und Jan Raithel (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2021), 418.---- 


Erklärungsbibel: - Elberfelderbibel: 

Epheser 2, 1-10 Vom Tod zum Leben  
2,1-10 Die Auferweckung hat eine dreifache Auswirkung: Sie rettet aus dem Verlorensein (Totsein) und macht lebendig 
V. 1.5. Sie erlöst aus dem Verfallensein an den Zeitlauf dieser Welt (d. h. Machtbereich mit Gehorsamspflicht gegenüber den Mächten
V. 2-3, das sich im Willen des Fleisches zeigt (Fleisch ist der Mensch in seiner Rebellion gegen Gott; vgl. Röm 8,5-8). 
Und sie versetzt die Geretteten in den Machtbereich Jesu (Himmelswelt; V. 6-7). 
Umgekehrt zum Zeitlauf dieser Welt geschieht dieses nicht in menschlicher Weise (Werken zum Ruhm V. 9), 
sondern aus Gottes Macht und Art (Gnade, Gabe V. 8)
Die guten Werke werden von neuen Menschen getan, in deren Leben ihr Schöpfer geehrt wird (V. 10)
Geschaffen zeigt hier eine Neuschöpfung an.

----Elberfelder Bibel mit Erklärungen (Holzgerlingen: SCM, 2023), Eph 2,1–10. ---- kursiv von mir  





Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.04.2026 06:18.

pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 16.04.2026 09:14

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Ok, nicht die Juden, aber vielleicht die Pharisäer?
Wie ich schon im letzten Posting geschrieben habe, gab es 7 Arten von Pharisäer.
Aber auch theologisch war es keine homogene Gemeinschaft. 
Es gab keine Dogmen, eine verbindliche Satzung, die für alle Pharisäer gültig war.
Vielleicht stellt man es sich so vor, dass aus Jerusalem Weisung kam.
Ein Blick in die damalige Zeit, genauer gesagt, etwas vor Jesus.

Es gab zwei Richtungen bzw. zwei große Schulen.
Das Haus Hillel und das Haus Schammai.
Zur Zeit Jesu gab es in der Tat intensive Diskussionen unter den Schriftgelehrten über die Hierarchie und Auslegung der Gebote.
Ein Streitpunkt war der Streit um die leichten und schweren Geboten.
Es ging um die Frage: Was ist wichtiger Moral- oder Ritualgesetz?
Und diese Frage bzw der Konflikt ist die Trennlinie zwischen den beiden Häusern.

Hillels Standpunkt:
Was dir selbst verhasst ist, das füge auch keinem anderen zu – das ist die ganze Thora, der Rest ist nur Erläuterung“. Für Hillel standen die Moral- oder Sozialgesetze im Vordergrund.

Schammai:
Die Ritualgesetze und ihrer Auslegung und Befolgung.
Seine Position war zur Zeit Jesu unter den Pharisäern stark verbreitet.

In diesen ganzen Fragen und Konflikten, Jesus oft hineingezogen und nach seiner Position gefragt, eher Hillele oder Schammai, eher Ritual oder Moral/Sozialgesetz?
Zb um die Frage nach dem Scheidebrief Matthäus 19.
Eine sehr heiß diskutierte Frage zur Zeit Jesu und unter den zwei Häusern.

Was uns Juden eigentlich sehr gut beschreibt, ist diese Floskel: Eine Frage und sieben Antworten. 
Jesus wurde gefragt, warum sich seine Jünger vor dem Essen nicht die Hände waschen. 
Auch darüber gab es keine einheitliche Antwort, es gab einen Konsens:
Erstes Wasser Recht, letztes Wasser Pflicht.
Auf deutsch: Vor dem Essen kann man sich die Hände waschen und nach dem Essen ist es Pflicht.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 09:16.

Merciful

55, Männlich

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Re: Der schmale Weg

von Merciful am 16.04.2026 08:12

Ja, der Psalm 119 ist ein alphabetischer Psalm.
 
Die Versanfänge folgen dem hebräischen Alef-Bet.
 
Die hebräische Sprache kennt 22 Konsonanten.
 
Jeweils 8 Verse beginnen mit einem der hebräischen Konsonanten.
 
Daher besteht der Psalm aus 22 mal 8 = 176 Versen.
 
In den deutschen Übersetzungen merkt man es nicht.
 
Es gibt aber eine Übersetzung von Franz Delitzsch (1813 - 1890) in dichterischer Form.
 
Er war Professor für Altes Testament.
 
Seine Übersetzung findet sich in einer deutschen Ausgabe von Spurgeons Psalmenkommentar.
 
Ich gebe hier beispielhaft die Dichtung der ersten 8 Verse.
 
All Heil denen, deren Wege unsträflich, die einhergehen im Gesetze Jahwes!
All Heil denen, die seine Zeugnisse wahrnehmen, die mit ganzem Herzen sich sein befleißen.
Auch nicht verüben Ungerechtigkeit - auf seinen Wegen gehen sie einher.
Anbefohlen hast du deine Ordnungen, sie zu beachten ernstlich.
Ach dass doch meine Wege gerichtet wären, zu beobachten deine Satzungen!
Alsdann werd' ich nicht zu Schanden werden, wenn ich hinblicke auf all deine Gebote.
Aufrichtigen Herzens will ich dir danken, wenn ich lerne die Rechte deiner Gerechtigkeit.
An deine Satzungen werd' ich mich halten, mögst du mich nur nicht gar verlassen.
 
(Franz Delitzsch)
 
Die Orthografie habe ich geringfügig an die heutige angepasst.
 
Die nächsten 8 Verse würden dann jeweils mit dem Buchstaben B beginnen.
 
So bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie sich der Psalm im Hebräischen liest.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 10:25.

pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 16.04.2026 07:52

Hallo Burgen.

Ein Zitat von Shalom Ben-Chorin:
Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns.“
Es gibt mittlerweile zahlreiche jüdische Gelehrte, die sich mit dem Neuen Testament auseinandersetzen.
Das Jesus Jude ist und war, stellen sie überhaupt nicht in Abrede.
Vermutlich wäre es für viele Christen kaum zu ertragen, wenn sie lesen und hören würden, in welche religiöse Gruppierung/Partei sie Jesus verordneten.

Und meine persönliche Meinung und Erfahrung ist.
Sicherlich kann man sich fragen, wo ist eigentlich das Problem?
Aus christlicher Perspektive: Ihr lehnt Jesus als den Messias ab und seine Gottheit.

Die jüdische Perspektive geht leider über ein theologisches Problem und die einfache Frage nach dem Messias hinaus.
Diese Frage können nach über 2000 Jahren Christentum und das Leid für unser Volk nicht einfach trennen.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 07:53.
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