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pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 16.04.2026 16:26

Hallo.

Um ehrlich zu sein, ich verstehe den Thread überhaupt, nicht einmal das Ziel.

Shalom 

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pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 16.04.2026 16:23

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Bevor ich über jüdische Streitkultur schreibe und zum Konflikt zwischen “Pharisäer” und Jesus komme, Schreibe ich etwas über das Verhältnis zwischen Sadduzäer und Pharisäer und Essener.

Dazu greife ich die Frage auf, welche Ziele die Pharisäer eigentlich verfolgten.
Wie schon öfters geschrieben, suchten und versuchten die Pharisäer, die Bibel in den Alltag zu integrieren.
Es ging um die praktische Auslegung der Gebote und was es im Alltag bedeutet, z.b was ist erlaubt und was ist verboten. 

Jetzt gibt es wieder verschiedene Lesarten: 
Sie wollten dem Volk Knechten und Lasten auferlegen….
Eine weitere Lesart stammt aus den Qumranrollen und den Essenern: 
Pharisäern, als „Sucher nach glatten Dingen.
Vielleicht ist das für einige Leser ein seltsamer Vorwurf, es bedient nicht die übliche Sicht auf Pharisäer.
Die Essener kritisierten, dass die Pharisäer „glatte“ oder „schmeichelhafte“ Interpretationen lieferten, die das Gesetz aufweichten oder Lücken suchten, um es für die breite Bevölkerung praktikabler zu machen.
Die Essener gingen soweit das sie Pharisäer mit einem Wortspiel veralberten.
Während die Pharisäer ihre Auslegungen als Halachot (Rechtsvorschriften) bezeichneten, nannten die Essener sie verächtlich Chalakot (glatte/schlüpfrige Dinge).
Aus Sicht der Essener waren diese Auslegungen eine Form von religiöser Korruption und Irreführung. Sie empfanden die pharisäische Lehre als zu kompromissbereit gegenüber dem Zeitgeist (Hellenisierung) und der politischen Führung.
Hä, wie bitte??
Mal ehrlich, ist das nicht ein Unterschied zu vielen Predigten, in denen Pharisäer vorkommen?

Das Verhältnis der Sadduzäer zu den Pharisäern:
Zur Zeit Jesu war das Verhältnis zwischen den Sadduzäern und den Pharisäern von tiefem Misstrauen und religiös-politischen Spannungen geprägt. Die Sadduzäer, die sich primär aus der wohlhabenden Priesteraristokratie und Oberschicht zusammensetzten, betrachteten die Pharisäer oft mit einer Mischung aus Geringschätzung und politischer Notwendigkeit. 
Dazu lehnten sie die mündliche Torah ab und glaubten nicht an die Auferstehung der Toten und nicht an Engeln und Dämonen.
Diese Sichtweise der Sadduzäer quittierten die Pharisäer auf diese Weise: 
In der Mishna Traktat Sanhedrin wird explizit festgehalten, dass diejenigen, die sagen, die Auferstehung der Toten stehe nicht in der Torah, haben keinen Anteil an der kommenden Welt.

Ein kleiner Gruß an die Sadduzäer.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 16:25.

Burgen

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von Burgen am 16.04.2026 16:12



NT aus jüdischer Sicht 

Epheser 2,1–10 Durch Christus aus der Sünde wiedergeboren 
1 Tot durch eure Übertretungen und Sünden, die Verbindung von Tod und Sünde könnte mit der biblischen Vorstellung zusammenhängen, dass Sünde eine Ursache von Unreinheit ist; 
diese wird mit dem Tod assoziiert, der ebenfalls eine Quelle von Unreinheit ist; vgl. Lev 16,16 und Num 19 

2 Dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, vgl. Eph 6,11–12 und Kol 1,13. Vgl. auch die gefallenen Engel in äthHen 6,2–6 und die Engel der Finsternis in 1QS 3,20–21, die ihre menschlichen Nachfolgerinnen und Nachfolger auf Irrwege führen. Solche bösartigen übernatürlichen Mächte spielen in der rabbinischen Tradition keine bedeutende Rolle.

 

äthHen Äthiopischer (Erster) Henoch

1QS Gemeinderegel (hebr. Serech ha-Jachad)

3 Begierden unseres Fleisches, im Gegensatz zu den geistigen Begierden bringen die fleischlichen von Natur aus vom rechten Weg ab; vgl. die rabbinische Vorstellung des jezer ha-raʿ (Drang zum Bösen), der häufig mit fleischlicher Lust assoziiert wird (z.B. bSuk 52a–b). Dieser wird aber auch verteidigt, da er für die Besiedlung der Welt notwendig ist, indem er den Mann antreibt, sich eine Frau zu suchen, ein Haus zu bauen und Kinder zu zeugen (BerR 9,7).

4–5 Reich ist an Barmherzigkeit [...] große Liebe [...] aus Gnade, der Autor des Briefes behauptet, dass die Erlösung Gottes ein Ausdruck seiner Liebe sei und „nicht aus Werken" (Eph 2,9) stamme; die Barmherzigkeit als göttliche Eigenschaft betonen auch Schlüsselstellen im Tanach; vgl. z.B. Ex 34,6–7 und Num 14,18. 5–6 Mit Christus lebendig gemacht [...], 

vgl. Eph 1,20; die Gläubigen sind so untrennbar verbunden mit der Erfahrung, die Christus selbst gemacht hat, wie ein Körper mit dem Kopf (Eph 1,22–23).
 
6 Himmel, der himmlische Thron wird im Tanach ausführlich beschrieben (Jes 6,1; Ez 1,26 u.a.) und in Anlehnung an solche Visionen auch in Offb 4,2–11. In der rabbinischen Lehre wird darauf verwiesen, dass die Gerechten in der kommenden Welt an der Seite Gottes sitzen und sich der Herrlichkeit seiner göttlichen Gegenwart erfreuen werden; vgl. bBer 17a.  

7 Gnade durch seine Güte, vgl. Anm. zu 2,4–5. 8–9 Seid ihr gerettet, in den unstrittig authentischen Paulusbriefen ist die Erlösung in der Regel ein zukünftiges Ereignis, kein gegenwärtiger Zustand. Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, vgl. Anm. zu 2,4–5. Damit sich nicht jemand rühme, vgl. Röm 3,27. 10 Geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, Werke (entsprechen den hebr. mizwot) werden im Epheserbrief nicht ausgeschlossen, aber sie sind das Resultat der Erlösung, nicht ihre Ursache. Dass wir darin wandeln sollen, vgl. den hebr. Begriff halacha für den „Weg, auf dem es zu laufen gilt".

„DEN ZAUN ABGEBROCHEN", „DAS GESETZ ... ABGETAN" FÜR „EINEN NEUEN MENSCHEN" (Eph 2,14–15)
Das jüdische Gesetz trennte observante Juden von Angehörigen anderen Gruppen. Die Vorstellung aus Ex 19,6, dass Israel ein „heiliges Volk" sein soll, wird in Lev 19,2 und andernorts wieder aufgegriffen. „Heiligkeit" (hebr. q-d-sch) erfordert eine Absonderung (der frührabbinische Midrasch Sifra übersetzt Lev 19,2 „du sollst heilig sein" mit „du sollst dich fernhalten"). Insbesondere die Speisegebote der Tora (Lev 11) sorgten für eine solche Trennung, doch spätere Ausweitungen des Gesetzes – das Verbot, heidnische Speisen zu essen (z.B. Dan 1,8–12), die Ausweitung von Unreinheit auf Nichtjuden (Sifra, Savim 1,1 zu Lev 15,2) und andere – machten „den Zaun" noch höher. 

Dass eine solche Absonderung bei einigen Nichtjuden Feindseligkeit gegenüber Juden hervorrief, wird am deutlichsten von Tacitus bezeugt, der schreibt: „Juden sind einander gegenüber extrem loyal ... Allen anderen Völkern gegenüber fühlen sie aber nur Hass und Feindschaft. Sie essen gemeinsam und schlafen getrennt ..." (Tac.hist. V,1–2). 
Manche Juden empfanden auch Feindseligkeit gegenüber Nichtjuden, wie mAS 2,1a belegt, wo es (u.a.) heißt: „Man darf kein Vieh in Herbergen von Heiden unterstellen, ... 

Durch die Abschaffung von Gesetzen, die Juden und Nichtjuden voneinander abgrenzen, wie etwa das trennende Zeichen der Beschneidung, können Nichtjuden „nahe" (Eph 2,13) kommen und kann die gespaltene Menschheit wieder vereint werden. 
[Heiden galten, gelten heute auf Nationen bezogen] 

b Talmud Bavli
Babylonischer Talmud

Suk Sukka
Traktat Sukka („Laubhütte[-nfest]")

BerR Bereschit (Genesis) Rabba
Midrasch zum Buch Genesis

b Talmud Bavli
Babylonischer Talmud

Ber Berachot
Traktat Berachot („Segenssprüche")

Anm. zu Verweis auf einen anderen Kommentar

Anm. zu Verweis auf einen anderen Kommentar

hebr. hebräisch

hebr. hebräisch

hebr. hebräisch

Sifra Sifra (aram.: Buch)
Halachischer Midrasch zum Buch Levitikus

Sifra Sifra (aram.: Buch)
Halachischer Midrasch zum Buch Levitikus

Tac.hist. Historiae
Tacitus, Geschichte[n] (des römischen Reiches von Galba bis Domitian)

m ein vorangestelltes „m" verweist auf einen Mischnatraktat

AS ʿAvoda Sara
Traktat ʿAvoda Sara („Götzendienst")

----David Kraemer, „DER BRIEF DES PAULUS AN DIE EPHESER", in Das Neue Testament – jüdisch erklärt, hg. von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übers. von Monika Müller und Jan Raithel (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2021), 418.---- 


Erklärungsbibel: - Elberfelderbibel: 

Epheser 2, 1-10 Vom Tod zum Leben  
2,1-10 Die Auferweckung hat eine dreifache Auswirkung: Sie rettet aus dem Verlorensein (Totsein) und macht lebendig 
(V. 1.5). Sie erlöst aus dem Verfallensein an den Zeitlauf dieser Welt (d. h. Machtbereich mit Gehorsamspflicht gegenüber den Mächten
V. 2-3), das sich im Willen des Fleisches zeigt (Fleisch ist der Mensch in seiner Rebellion gegen Gott; vgl. Röm 8,5-8). 
Und sie versetzt die Geretteten in den Machtbereich Jesu (Himmelswelt; V. 6-7). 
Umgekehrt zum Zeitlauf dieser Welt geschieht dieses nicht in menschlicher Weise (Werken zum Ruhm V. 9), 
sondern aus Gottes Macht und Art (Gnade, Gabe V. 8). 
Die guten Werke werden von neuen Menschen getan, in deren Leben ihr Schöpfer geehrt wird (V. 10). 
Geschaffen zeigt hier eine Neuschöpfung an.

----Elberfelder Bibel mit Erklärungen (Holzgerlingen: SCM, 2023), Eph 2,1–10. ---- kursiv von mir  





Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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pausenclown

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Re: Clownis Welt

von pausenclown am 16.04.2026 09:14

Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.

Ok, nicht die Juden, aber vielleicht die Pharisäer?
Wie ich schon im letzten Posting geschrieben habe, gab es 7 Arten von Pharisäer.
Aber auch theologisch war es keine homogene Gemeinschaft. 
Es gab keine Dogmen, eine verbindliche Satzung, die für alle Pharisäer gültig war.
Vielleicht stellt man es sich so vor, dass aus Jerusalem Weisung kam.
Ein Blick in die damalige Zeit, genauer gesagt, etwas vor Jesus.

Es gab zwei Richtungen bzw. zwei große Schulen.
Das Haus Hillel und das Haus Schammai.
Zur Zeit Jesu gab es in der Tat intensive Diskussionen unter den Schriftgelehrten über die Hierarchie und Auslegung der Gebote.
Ein Streitpunkt war der Streit um die leichten und schweren Geboten.
Es ging um die Frage: Was ist wichtiger Moral- oder Ritualgesetz?
Und diese Frage bzw der Konflikt ist die Trennlinie zwischen den beiden Häusern.

Hillels Standpunkt:
Was dir selbst verhasst ist, das füge auch keinem anderen zu – das ist die ganze Thora, der Rest ist nur Erläuterung“. Für Hillel standen die Moral- oder Sozialgesetze im Vordergrund.

Schammai:
Die Ritualgesetze und ihrer Auslegung und Befolgung.
Seine Position war zur Zeit Jesu unter den Pharisäern stark verbreitet.

In diesen ganzen Fragen und Konflikten, Jesus oft hineingezogen und nach seiner Position gefragt, eher Hillele oder Schammai, eher Ritual oder Moral/Sozialgesetz?
Zb um die Frage nach dem Scheidebrief Matthäus 19.
Eine sehr heiß diskutierte Frage zur Zeit Jesu und unter den zwei Häusern.

Was uns Juden eigentlich sehr gut beschreibt, ist diese Floskel: Eine Frage und sieben Antworten. 
Jesus wurde gefragt, warum sich seine Jünger vor dem Essen nicht die Hände waschen. 
Auch darüber gab es keine einheitliche Antwort, es gab einen Konsens:
Erstes Wasser Recht, letztes Wasser Pflicht.
Auf deutsch: Vor dem Essen kann man sich die Hände waschen und nach dem Essen ist es Pflicht.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 09:16.

Merciful

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Re: Der schmale Weg

von Merciful am 16.04.2026 08:12

Ja, der Psalm 119 ist ein alphabetischer Psalm.
 
Die Versanfänge folgen dem hebräischen Alef-Bet.
 
Die hebräische Sprache kennt 22 Konsonanten.
 
Jeweils 8 Verse beginnen mit einem der hebräischen Konsonanten.
 
Daher besteht der Psalm aus 22 mal 8 = 176 Versen.
 
In den deutschen Übersetzungen merkt man es nicht.
 
Es gibt aber eine Übersetzung von Franz Delitzsch (1813 - 1890) in dichterischer Form.
 
Er war Professor für Altes Testament.
 
Seine Übersetzung findet sich in einer deutschen Ausgabe von Spurgeons Psalmenkommentar.
 
Ich gebe hier beispielhaft die Dichtung der ersten 8 Verse.
 
All Heil denen, deren Wege unsträflich, die einhergehen im Gesetze Jahwes!
All Heil denen, die seine Zeugnisse wahrnehmen, die mit ganzem Herzen sich sein befleißen.
Auch nicht verüben Ungerechtigkeit - auf seinen Wegen gehen sie einher.
Anbefohlen hast du deine Ordnungen, sie zu beachten ernstlich.
Ach dass doch meine Wege gerichtet wären, zu beobachten deine Satzungen!
Alsdann werd' ich nicht zu Schanden werden, wenn ich hinblicke auf all deine Gebote.
Aufrichtigen Herzens will ich dir danken, wenn ich lerne die Rechte deiner Gerechtigkeit.
An deine Satzungen werd' ich mich halten, mögst du mich nur nicht gar verlassen.
 
(Franz Delitzsch)
 
Die Orthografie habe ich geringfügig an die heutige angepasst.
 
Die nächsten 8 Verse würden dann jeweils mit dem Buchstaben B beginnen.
 
So bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie sich der Psalm im Hebräischen liest.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 10:25.

pausenclown

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von pausenclown am 16.04.2026 07:52

Hallo Burgen.

Ein Zitat von Shalom Ben-Chorin:
Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns.“
Es gibt mittlerweile zahlreiche jüdische Gelehrte, die sich mit dem Neuen Testament auseinandersetzen.
Das Jesus Jude ist und war, stellen sie überhaupt nicht in Abrede.
Vermutlich wäre es für viele Christen kaum zu ertragen, wenn sie lesen und hören würden, in welche religiöse Gruppierung/Partei sie Jesus verordneten.

Und meine persönliche Meinung und Erfahrung ist.
Sicherlich kann man sich fragen, wo ist eigentlich das Problem?
Aus christlicher Perspektive: Ihr lehnt Jesus als den Messias ab und seine Gottheit.

Die jüdische Perspektive geht leider über ein theologisches Problem und die einfache Frage nach dem Messias hinaus.
Diese Frage können nach über 2000 Jahren Christentum und das Leid für unser Volk nicht einfach trennen.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2026 07:53.

Burgen

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Re: Der schmale Weg

von Burgen am 16.04.2026 06:56


Hallo Merciful 

deine obigen Ausführungen habe ich sehr gerne gelesen und danke für diese wunderbaren Erklärungen. Die Worte fallen direkt in das Herz. 

In meiner Erklärungsbibel [Elberfelder] lese ich, dass er zu den acht Alphabetischen Psalmen gehört. Und in diesem Psalm sind immer acht Verse einem hebräischen Buchstaben des hebräischen Gebets zugeordnet. Das macht diesen langen Psalm gut lesbar und macht auch die Kraft der hebräischen Schriftsprache deutlich, mM. 

Es liest sich als Weisheits- und Lobpreis-Psalm aufgrund des GEsetzes und der Gebote Gottes in einem feindlichen Umfeld. 22 mal wird Gott direkt mit HERR angesprochen. Lesart ist, dass das Gesetz in neun verschiedenen hebräischen Wörtern entfaltet wird: 
Gesetz als  Weisung, Zeugnisse, Weg im Sinne des Lebensweges - der Lebensführung, Vorschriften, Ordnungen, Gebote, Bestimmungen im Sinne der Rechtsbestimmungen, Wort, Pfad usw. 

Ich kannte mal einen 22 jährigen jungen Mann, der diesen ganzen langen Psalm in der damaligen Lutherübersetzung auswendig lerne und aussprechen konnt. Er versuchte täglich nach diesen für ihn zur Einsicht gewordenen Worten zu leben. 
Das hatte mich sehr beeindruckt. Soetwas war und ist mir immer noch recht neu  bis heute. 

Das bedeutet doch, dass diese Worte ins Herz gefallen sind und dessen Spuren lebbar geworden, völlig unverkrampft jederzeit gedanklich ausführend, und erinnerbar sind. 


 


Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Burgen

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Re: Tageslese (31) Keinem von uns ist Gott fern. Apg 17,27

von Burgen am 16.04.2026 06:36


Donnerstag  

Der HERR sprach zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst?   Jona 4,4   

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.   Lukas 6,36  


TagesL: 1.Petrus 2,1-10 Hohe Berufung der Erlösten   
fortlL: Epheser 2, 1-10  







Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

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Burgen

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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...

von Burgen am 16.04.2026 06:26


An die fünfzig jüdische Autoren haben dieses Buch geschrieben,
ihre Untersuchungen erarbeitet und die historischen Begebenheiten in Betracht gezogen. 

aus: Literarisches Verhältnis der Evangelien untereinander :

Auswahl der erklärenden Beiträge: 
Darüber hinaus ist es unbekannt, an welche Gemeinden sich die einzelnen Evangelien richteten, ob sie tatsächlich besondere Gruppen ansprechen wollten oder nicht doch für alle Anhängerinnen und Anhänger Jesu gedacht waren. Zumeist geht man davon aus, dass Markus für eine vorwiegend nichtjüdische Gemeinde in Rom geschrieben habe, obwohl einige Fachleute das Markusevangelium als Ergebnis der Situation in Obergaliläa sehen, wo Juden und Nichtjuden gemeinsam eine Gemeinde bildeten. Lukas sieht man gemeinhin als Nichtjuden, der für ein vorwiegend nichtjüdisches Publikum schreibt, aber sogar hier betrachten einige Gelehrte Lukas als Juden oder Gottesfürchtigen, also einen nichtjüdischen Sympathisanten der jüdischen Gemeinde. Von Matthäus, dem gebildeten Zöllner (s. Mt 10,3), wird allgemein angenommen, dass er für ein überwiegend jüdisches Publikum schreibt, weil das Evangelium die (Relevanz der) Tora betont, weil Jesus intensiv mit den Pharisäern diskutiert und weil das Evangelium eine besondere Affinität zur späteren rabbinischen Literatur zeigt. Diese verschiedenen Interpretationen der Entstehungsumstände der Evangelien basieren wesentlich auf einem Zirkelschluss: Auf der Basis der Erzählung arbeiten wir das Programm des Autors und die Identität seiner Leserschaft heraus. Dann interpretieren wir den Text auf der Basis genau dessen, was wir aus internen Beobachtungen erschlossen haben.
Das literarische Verhältnis zwischen den Evangelien, ihr jeweiliges gesellschaftliches Umfeld und die Unterscheidung zwischen Inhalten, die die Evangelisten aus Quellen übernommen haben (d.h. aus der Tradition), und solchen, die sie aus ihrer eigenen Vorstellung hinzugefügt haben (d.h. Redaktion), sind grundlegende Themen der neutestamentlichen Wissenschaft. Diese Probleme, die nicht mit Sicherheit gelöst werden können, sind auch bei der Interpretation der Evangelien in ihrem Verhältnis zu Juden und dem Judentum wichtig: Wie wir die Kompositionsgeschichte eines jeden Evangeliums verstehen, wird notwendigerweise auch beeinflussen, wie wir seine Inhalte auffassen – einschließlich des Verhältnisses zu Juden, die Jesus nicht als Messias betrachteten.

 

Amy-Jill Levine und Marc Zvi Brettler, „DIE EVANGELIEN UND DIE APOSTELGESCHICHTE", in Das Neue Testament – jüdisch erklärt, hg. von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übers. von Monika Müller und Jan Raithel (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2021), 7–8. 

:::  

Vermutlich ist beim Lesen zu unterscheiden,  
ob jemand das neue Testament unter rein wissenschaftlichen, historischen oder glaubenden und evtl hungrigen Bedürfnissen lesen wird. 

Manche Begriffe sind aus den historischen jüdischen Umweltbedingungen über zB Lutheraltdeutsch mit heutigen Begriffen der Lesart angepasst worden. 
Letztlich sind die Schriften dazu da, Jesus ins rechte Licht zu rücken, ihn als Herrn, Heiland und König - Messias zu glauben und zu leben; mM.  
Das bedeutet auch, mMn, seine eigene und die der Familie usw. mit dem Wort Gottes "füttern", und dies nicht alle vier Wochen, sondern täglich. 

Die Fütterung in dieser Weise ist nicht unbedingt ausschließlich mit der Logik unterstellt zu sein, sondern das Wort Gottes sättigt den ganzen Menschen. Denn das Reich Gottes ist nicht ein logischer Akt, im Moment entzieht er sich fast allen Realitätsbestrebungen von Menschen - obwohl es Realität ist, aber eine andere Art der Realität. 

Das habe ich nun nicht gelesen. 



Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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Argo

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Re: Der schmale Weg

von Argo am 15.04.2026 13:33


Psalm 119: wenn man es genau betrachtet, ist ein Gebet eines hebräischen Autors an Gott, der eine tiefe Liebe zum Wort Gottes hatte, konnte aber dieses nicht anwenden. Der Psalm handelt von der Beziehung dieses Menschen zu Gott.

Der Psalmist ist hier stellvertretend für alle Menschen. Wie z.B. Apostel Paulus für alle gepredigt und gebetet hat und nicht für sich allein.

In fast jedem Vers werden Synonyme für das Wort Gottes verwendet.

Die Verse 33-40 z.B. darstellten ein Gebet, da der Wunsch, Gottes Wort zu lesen, sehr schwach war. Wie auch heute genau das gleiche ist. Unsere Herzen müssen sich ändern, aber wir können aus eigener Kraft keine Liebe zu Gottes Wort entwickeln. Wir müssen uns Gott zuwenden. Und Gott durch den Heiligen Geist erweckt in uns seine Gesetze die er in unsere Seele bei der Geburt gespeichert hat. Unser Herz (oder auch Gewissen) der die Gesetze Gottes kennt meldet sich bei uns. Somit machen wir das was unser Herz uns empfiehlt. Paulus in Seiner Römerbrief beschreibt genau diesen Effekt.

33 Lehre mich, HERR, den Weg deiner Anweisungen, dass ich ihn einhalte bis ans Ende.
34 Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen.
35 Lass mich wandeln auf dem Pfad deiner Gebote, denn ich habe Lust an ihm.
36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier!
37 Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen; belebe mich in deinen Wegen!
38 Erfülle an deinem Knecht dein Wort, das denen gilt, die dich fürchten.
39 Wende von mir die Schmach, die ich fürchte; denn deine Bestimmungen sind gut!
40 Siehe, ich sehne mich nach deinen Befehlen; belebe mich durch deine Gerechtigkeit!

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