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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2533

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von Merciful am 10.05.2021 13:38

geli schrieb: Ganz einfach.

Hm, wenn es ganz einfach ist, dann können wir das Gespräch beenden.
 
Ich persönlich aber geriet in den vergangenen 35 Jahren häufig in Not und Verzweiflung wegen der Sünden.
 
Merciful

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von geli am 10.05.2021 12:36

Wie kann ich trotz dieses Konflikts Frieden, Freude und Freiheit leben und erleben?

Ganz einfach - indem ich glaube, dass ich ein Kind Gottes geworden bin, und diese meine neue Identität nicht durch eine Sünde verloregn gehen wird.
Meine Kinder sind auch nicht immer nur "brav" - noch nicht mal die Kleinen. Aber sie bleiben trotzdem immer meine Kinder.
Wenn sie etwas falsch machen, dürfen sie immer zu mir kommen und die Sache in Ordnung bringen.

Genauso können wir immer zu unserem Vater im Himmel kommen und ihn um Vergebung bitten! Er vergibt uns und reinigt uns - und damit ist die Sache "gegessen"  

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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2533

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von Merciful am 10.05.2021 12:31

Liebe Cleo,
 
in einem deiner Beiträge hast du quasi unterschieden zwischen alten Sünden und neuen Sünden.
 
Wir könnten also unterscheiden zwischen Sünden der Vergangenheit und Sünden der Gegenwart.
 
Oder genauer: Zwischen Sünden vor der Bekehrung und Sünden nach der Bekehrung.
 
Meines Erachtens handelt dieser Thread von den Sünden der Gegenwart, von den Sünden nach der Bekehrung.
 
Die Sünden der Vergangenheit, die Sünden vor der Bekehrung sind vergeben.
 
Von diesen gilt: "Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer. Kommt, betet den Ewigen an!"
 
"Mit Christus der Sünde gestorben" - dieser Satz (von Adolf Schlatter) zielt in die Problematik der neuen Sünden.
 
Ich denke, wir sollen uns dafür halten, dass wir mit Christus der Sünde gestorben sind, damit wir nicht mehr sündigen.
 
Leider ist die Umsetzung dieser Regel aber mit einer Schwierigkeit behaftet.
 
Wenn ich nämlich die Erfahrung mache, dass ich trotz meiner Bekehrung noch immer sündige.
 
Dann kann diese Erfahrung zu einer erheblichen Irritation führen.
 
Sie kann den Menschen verunsichern und in die Verzweiflung treiben.
 
Denn ich soll mich als der Sünde gestorben betrachten - erlebe aber, dass ich sündige.
 
Dieser Konflikt ist nicht leicht zu ertragen.
 
Die Frage also ist:
 
Wie kann ich trotz dieses Konflikts Frieden, Freude und Freiheit leben und erleben?
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.05.2021 12:32.

geli
Gelöschter Benutzer

Wir haben zu kämpfen?

von geli am 10.05.2021 12:12

Vor einiger Zeit kam hier im Forum die Frage auf, ob Gott kämpft, und es fiel der Satz, dass Gott nicht kämpft, sondern dass er souverän im Himmel thront und allmächtig sei.

Dieses Thema hat mich in den letzten Tagen beschäfigt - auch angestoßen durch die momentane Situation auf unserem Globus.

Paulus sagt uns ganz klar: "Wir haben zu kämpfen" - Eph. 6,10 ff.

Auch andere Bibelstellen sprechen von einem Kampf - wir sollen "nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil" - 1. Thess. 5,8.
Das klingt ganz ähnlich wie die Aussage im Epheserbrief - und schaut nach "Kampf" aus.

Ist der Kampf, der gegen die finsteren Mächte und die bösen Geister aus der Himmelswelt geht, also unsere Sache - die Sache der Menschen?

Ich meine, nein.
Wir Menschen sind viel zu schwach und unfähig, es mit den "bösen Geistern in der Himmelswelt" aufzunehmen.

Unser Kampf als Menschen besteht darin, dass wir den "Kampf des Glaubens" kämpfen - und das ist auch unser Sieg, der die Welt überwunden hat - 1. Joh. 5,4.

Jesus hat für uns gekämpft und für uns gesiegt, und unser "Sieg" ist es, an seinen Sieg zu glauben.

Es gibt auch im AT sehr viele Stellen darüber, wie Gott für sein Volk "in den Krieg zieht" und wie er für sein Volk kämpft - eine Stelle dafür möchte ich hier anführen:

2. Chron. 20,15: "Ihr sollt euch nicht fürchten und nicht verzagen vor diesem großen Heer, denn nicht ihr kämpft, sondern Gott!"

Mich persönlich spricht Ps. 18 in dieser Hinsicht an:

Ps. 18, ab Vers 7: "Als mir Angst war, rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren....

Im Folgenden wird beschrieben, was Gott alles in die Wege bringt, um uns vor unseren "starken Feinden" zu erretten - nur mal kurz einige Sätze:

"Die Erde bebte und wankte, da er zornig war. - Rauch stieg auf von seiner Nase und es kam verzehrendes Feuer aus seinem Munde.
Der Herr donnerte aus dem Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen. Er schoß seine Pfeile aus... man seh die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund war aufgedeckt vor deinem Schelten, Herr, vor dem Odem und Schnauben deines Zornes." 

Wie seht ihr das - was ist unsere Rolle in dem Kampf, in dem wir ja unzweifelhaft stehen, und was ist Gottes Teil dabei?


Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.05.2021 12:14.

geli
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von geli am 10.05.2021 11:47

Cleo: Meiner Meinung nach wiederspricht es sich nicht, denn ich habe ja schon mehrmals geschrieben, dass ich stark differenziere zwischen "sündigen" und Sündiger sein".

Ich denke, wir müssen unterscheiden, ob wir "Sünder" sind, oder ob wir noch sündigen können.

Vor der Wiedergeburt waren wir "Sünder" - geboren nach dem "Bild Adams" - 1. Mose 5,3. 

Nach der Wiedergeburt sind wir Heilige - gerecht gemacht durch das Blut Jesu, (wieder)geboren nach dem Bilde Gottes.

Wir haben durch die Wiedergeburt eine ganz neue Daseins-Form erhalten, wir sind völlig neu geworden, eine neue Kreatur ist entstanden, wie Paulus es ausdrückt.

Allerdings sind wir auch als "Heilige und Geliebte" Gottes noch fähig zu sündigen. Das betrifft dann aber nicht unsere neue Identität, unsere neue Daseinsform in Christus. Sonst würden wir ja ständig wechseln vom "Bild Gottes" ins "Bild Adams". 

Wenn wir sündigen, dann bleibt das sozusagen "außen" - es betrifft nicht unsere neue Identität. 
Es heißt ja: "Christus wohnt in euch" - er ist unser neues Leben. Da er nicht sündigen kann, weil er Gott ist, kann eine Sünde, die wir tun, ihn und damit unser neues Leben nicht berühren.

Wohl kann sie aber unsere Beziehung zu Gott trüben - wir können den Heiligen Geist betrüben.

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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2533

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von Merciful am 10.05.2021 11:24

Cleo schrieb: Du hast aufgezählt, wie du "komplett" interpretierst.

Mein Eindruck ist, du denkst, ich sei der Meinung, die Punkte 2 und 3 finden sich so in der Bibel wieder.

Ich hingegen erläutere nur, was ich mit dem Begriff "komplett weg" assoziiere.

Merciful

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von Burgen am 10.05.2021 11:05



Guten Morgen, 

in der heutigen Losung sprechen mich folgende Verse besonders an und denke, dass sie auch für dieses Thema und die Auseinandersetzung zusprechend sind. In Sprüche 1,7: 
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. - Damit ist nicht gemeint, ständig Angst vor Gott haben zu müssen oder sollen. 

und Kolosser 2,3: 
i n Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis

Diese beiden Aussagen könnte gut als ein einziger Vers gelesen und gelernt werden. 

Sie meditativ zu bedenken, im Herzen zu bewegen wäre gewinnbringend. 

Im Auslegungungsheft zu den Losungen fand ich dieses so wunderbar beschrieben: 

Es geht da um die Frau, die gesteinigt werden soll, weil der Mann und die Frau beim Ehebruch ertappt worden waren. 

Sie waren also sündige Menschen, die gesündigt hatten. 

Die Pharisäer fragen Jesus: Nach dem Gesetz müsste sie gesteinigt werden. Was sagst du dazu? 

Und Jesus antwortet ganz schlicht: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein! 

Einer nach dem anderen ging weg. Denn niemand ist ohne Sünde! 


Jesus spricht anschließend zu der Frau: Wenn sie dich nicht verurteilen (wie schnell verurteilen wir andere und uns selber) 

verdamme ich dich auch nicht. 

Jetzt das Heftzitat: 
Diese Frau hat erlebt, was Gnade ist. 
Und auf Gnade sind wir auch angewiesen mit unserem Leben, das ebenfalls
nicht immer tadellos und ohne Fehler ist. 
Aber auch wir können darauf vertrauen: 
Gottes Gnade, seine Güte hilft uns wieder auf, wenn wir am Boden liegen. 
Und das gibt uns Stärke und Hoffnung, trotz aller Fehler und Rückschläge. 

Für Martin Luther und die gesamte Reformation war klar: 
Von allen Schätzen, die uns Gott durch Christus schenkt, 
ist diese Gnade der größte Schatz. 

Danke, Gott, dass du und deine Gnade größer sind als alles, was wir Menschen denken und verstehen. 





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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Tageslese (13) Deine Gegenwart bleibt stets meine Zukunft, die mich in der angst tröstet - Kurt Wolff in: Leben bist du

von Burgen am 10.05.2021 09:15


Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. 
*Sprüche 1,7 
I n  Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. 
* Kolosser 2,3 

Kl: Markus  1,32-39 
Bl: Sprüche  27,1-7 


Das Wort der Bibel, dass die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei, sagt,
dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott
die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist. (Dietrich Bonhoeffer)  

Ps 1-6 
1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt im Kreis der Spötter, 



Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.05.2021 09:18.

Cleopatra
Administrator

40, Weiblich

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Forenleitung

Beiträge: 5527

Re: Der Sünde tot - auferstanden ins Leben - in Freiheit gesetzt ...

von Cleopatra am 10.05.2021 07:26

Guten Morgen, 


Merciful schrieb: Du verstehst mich nicht. Ich habe nur beschrieben, was ich unter "komplett weg" verstehe.

Doch ich habe das schon richtig verstanden.
Du hast aufgezählt, wie du "komplett" interpretierst.
Aber meiner Meinung nach sind Punkt 2 und 3 deiner Interpretation so in der Bibel nicht wiederzufinden, was diese Thematik angeht.


Merciful schrieb: Du hattest betont, der Christ sei ja der Sünde gestorben. Du hattest weiter betont, dass er ein Sünder war. Dem hatte ich entgegengehalten, dass wir im Vaterunser täglich um Vergebung bitten.

Meiner Meinung nach wiederspricht es sich nicht, denn ich habe ja schon mehrmals geschrieben, dass ich stark differenziere zwischen "sündigen" und Sündiger sein".

Auch anhand des Beispiels mit dem Wal, der dann doch nach der alten Nahrung sucht, obwohl er eine neue Kreatur ist und neue Nahrung sucht, war ein Versuch.
Ich weiß nicht genau, mit welchen Worten ich es sonst noch beschreiben soll.

Deine Gedanken um 8:25 Uhr gestern finde ich sehr gut, ja, so sehe ich das auch.
Man sollte immer aufpassen, dass man nicht zu sehr auf eine Seite fällt.

Liebe Grüße, Cleo

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Die Rastatter Prozesse

von geli am 09.05.2021 22:46

Etwas spät - aber die Doku geht ja über mehr als eine Stunde, und mir fehlte bisher die Zeit.
Ja, von den Rastatter Prozessen hatte ich noch nie gehört.
Ich fand die Doku sehr gut gemacht und gut recherchiert.
Erschreckend - es findet sich immer wieder, dass die Bibel recht hat: Der Mensch ist von Natur aus böse - oder zumindest in bestimmten Umständen zum Bösen fähig. Viele der Angeklagten waren ja laut Aussagen von Zeugen "nette Nachbarn, unbescholtene Familienväter etc.". Also nicht unbedingt "Verbrecher", jedenfalls nicht so, wie man sich Verbrecher vorstellt.
Ich habe ja lange als Altenpflegerin gearbeitet, und kam auch manchmal in Gesprächen auf die Nazi-Zeit zu sprechen. Von den allermeisten ist zu hören: "Wir haben das nicht gewußt". 
Ich glaube das allerdings nicht - dass man Juden deportiert hatte, das musste jeder wissen, denn man bekommt ja mit, wenn plötzlich Nachbarn "verschwinden".
Mich persönlich macht es immer wieder betroffen, das so zu hören. 
Ich könnte verstehen, wenn die Leute sagen: "Wir wußten es, aber wir hatten Angst und konnten nichts dagegen unternehmen."

Dafür hätte ich Verständnis - aber für "nix gewußt" - da fehlt mir das Verständnis komplett!

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