Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
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Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von pausenclown am 18.04.2026 09:57Aber in Deutschland gibt es ein paar Konferenzen mit messianischen Juden und Christen, diese kommen meistens aus der Israel freundlichen Ecke.
P.S. Nusskeks, natürlich und Gott sei Dank ist Versöhnung möglich.
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von nusskeks am 18.04.2026 09:53Krass. Mir ist völlig unverständlich, wie Herr Chrysostomos auf solche Aussagen kam. Hat er die Schrift denn nicht gelesen? Ich hoffe, er hat Zeit seines Lebens noch Fortschritte gemacht und sich, zumindest innherlich, von solchen Gedanken und Worten distanziert. Spätestens wenn er vor dem Ewigen gestanden ist, wird er darüber erneut nachgedacht haben.
Was Menschen die sich "Christen" nennen, im Laufe der Jahrhunderte so alles gemacht haben, lässt mich ziemlich erschüttert zurück. Da kann man nur hoffen, dass Versöhnung trotzdem irgendwie möglich ist und in dem einen Volk Gottes nicht solch krasse Differenzen fortbestehen. Im Einzellfall scheint es ja, mit messianischen Juden, zu möglich zu sein.
Bei so einigen vermeintlichen Christen habe ich darüberhinaus den Verdacht, diese könnten unter falscher Flagge unterwegs gewesen sein. Ein Schibbolet gibt es da nicht. Ab und an bedauere ich das etwas.
gruß
nk
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von pausenclown am 18.04.2026 08:57Hallo Argo.
LG
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von Burgen am 18.04.2026 08:05
Ja, Argo, das hast du mMn gut herausgearbeitet.
Die um die 50 Autoren des obigen Buches sind allesamt Juden der heutigen Zeit und lassen uns einen Blick in das Schriftverständnis von damals bis in unsere Zeit tun.
Dies zu lesen, zu bedenken und miteinander im Leben verbinden war und ist noch nie ganz leicht gewesen. Wir können mMn Gott dankbar und froh sein, dass die Heilige Schrift es so gut und fast unbeschadet in unsere Zeit und in die Zukunft geschafft hat, uns zu gut und Gott Jesus zu Ehre.
Gruss
Burgen
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von Argo am 17.04.2026 23:27
Unterschiede gibt es genug aber die Hauptsubstanz von beiden Religionen ist die Gleiche. Sie glauben beide an einen allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen, ewigen und unendlichen Gott. Beide Religionen glauben an einen heiligen und gerechten, zugleich aber auch liebenden, vergebenden und barmherzigen Gott. Christentum und Judentum teilen die Hebräischen Schriften (das Alte Testament) als authentisches Wort Gottes, wobei das Christentum zusätzlich das Neue Testament einschließt.
Wir alle sind für Versöhnung und Nächstenliebe, ungeachtet des Geschlechts, der Rasse, der Religion oder der sozialen Klasse, sowie für die Akzeptanz des Fremden und des Andersartigen, für Unterstützung und Solidarität mit allen Opfern der Geschichte und müssen wir Kompromissbereitschaft zeigen.
Dialoge zwischen Christentum und Judentum, gibt es seit 2.000 Jahren. Die christliche Kirche und das Judentum gehen zwei unterschiedliche Wege , die trotz ihres gemeinsamen Ausgangspunktes parallel verlaufen und keine Aussicht auf ein Wiedersehen haben, da sie in verschiedene Richtungen führen. Diese Trennung führte oft zur Isolation der beiden religiösen Traditionen deswegen wird heute eine Zurückhaltung registriert. Im Wesentlichen wird aber bestätigt, dass sich die beiden Wege nie vollständig trennten.
Die ersten Jahrhunderte der gemeinsamen Geschichte von Christentum und Judentum bezeugen, dass die Menschen in ihrem Alltag immer Wege des friedlichen Zusammenlebens fanden. In jedem Fall greifen die beiden religiösen Traditionen auf gemeinsames kulturelles Material zurück.
In der Lehre Jesu spiegelt viele theologische Fragen wider, die seine jüdischen Zeitgenossen beschäftigten: das Verhältnis von Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Vergebung, die Bedeutung wahrer Gottesverehrung, die Merkmale eines wahren Mitglieds des Volkes Gottes usw.
Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz als überflüssig abzuschaffen, sondern um es zu erfüllen, die Antwort auf die Erwartungen der Propheten zu geben. Für Christen aller Jahrhunderte ist sein Tod ein weiterer Aspekt seines messianischen Status, während Jesus für Juden zum zeitlosen Symbol des jüdischen Volkes wird, das blinde Gewalt erfährt und ungerecht furchtbares Leid erträgt. Jesus Christus wird somit auf paradoxe Weise zum gemeinsamen Bezugspunkt von Christentum und Judentum.
Heute wenden sie sich sowohl Juden und Christen in den wichtigsten Momenten ihres Lebens, in Freude, Trauer und Leid, und an ihren wichtigsten religiösen Feiertagen dem Alten Testament zu und lesen darin.
Was Paulus im 11. Kapitel des Römerbriefs sagt, ist bezeichnend: Er vergleicht Israel mit einem zahmen Ölbaum und die heidnischen mit den wilden Ölzweigen, die auf diesen zahmen Baum aufgepfropft wurden. Es ist Gottes Wille, dass die Völker ein organischer Teil seines Volkes werden, so wie es auch ohne Umkehr die Gaben und die Berufung Gottes (11,29) ist, und somit Paulus bekräftigt, dass letztlich ganz Israel gerettet werden wird.
In der Vision des Paulus, teilen Christen und Juden eine gemeinsame glorreiche Zukunft und haben gemeinsam Anteil an Gottes Heilswerk.
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von pausenclown am 17.04.2026 08:28Hallo.
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von pausenclown am 17.04.2026 07:15Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von Burgen am 17.04.2026 06:29
Hallo Pausenclown,
Hatte mir gedacht, dass es vielleicht hilfreich sein könnte einen wichtigen Text beider Bibelbücher parallel zu betrachten.
Der obige Erklärungstext im Epheserabschnitt von Judenchristen und der untere Text von Christen erklärt.
In beider Betrachtungsweise liegt, zumindest oben, die ganze Last oder Erkenntnis der jewiligen Glaubensgemeinschaft zugrunde, denke dies gerade.
Während ab V11 Epheser 2,ab 11 explizit als Überschrift besser einzuordnen: Juden und Heiden - eins in Christus, die Aussage des Textes ist.
Liegt doch die Wurzel durch Jesus Christus, dem Messias, durch Gott in den Schriften und Glauben, und Tun im Alten Bund.
Der alte Bund ist ja nicht gerade unwichtig - aber durch Jesus und in Jesus enthält er das vollbrachte Werk für beide, Juden und Christen.
Dies zu verstehen, anzunehmen und wertzuschätzen kann eigentlich nur in die Anbetung führen und dazu beitragen, alles besser für das eigene Leben lebbar machen.
So ähnlich denke ich: eins in Christus.
Der eigentliche Bibeltext im Epheserbrief spricht deutliche Worte ;)
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von pausenclown am 16.04.2026 16:26Hallo.
Um ehrlich zu sein, ich verstehe den Thread überhaupt, nicht einmal das Ziel.
Shalom
Re: Unterschied zwischen Judentum und christlicher Lehre...
von Burgen am 16.04.2026 16:12
NT aus jüdischer Sicht
Epheser 2,1–10 Durch Christus aus der Sünde wiedergeboren
1 Tot durch eure Übertretungen und Sünden, die Verbindung von Tod und Sünde könnte mit der biblischen Vorstellung zusammenhängen, dass Sünde eine Ursache von Unreinheit ist;
diese wird mit dem Tod assoziiert, der ebenfalls eine Quelle von Unreinheit ist; vgl. Lev 16,16 und Num 19
2 Dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, vgl. Eph 6,11–12 und Kol 1,13. Vgl. auch die gefallenen Engel in äthHen 6,2–6 und die Engel der Finsternis in 1QS 3,20–21, die ihre menschlichen Nachfolgerinnen und Nachfolger auf Irrwege führen. Solche bösartigen übernatürlichen Mächte spielen in der rabbinischen Tradition keine bedeutende Rolle.
3 Begierden unseres Fleisches, im Gegensatz zu den geistigen Begierden bringen die fleischlichen von Natur aus vom rechten Weg ab; vgl. die rabbinische Vorstellung des jezer ha-raʿ (Drang zum Bösen), der häufig mit fleischlicher Lust assoziiert wird (z.B. bSuk 52a–b). Dieser wird aber auch verteidigt, da er für die Besiedlung der Welt notwendig ist, indem er den Mann antreibt, sich eine Frau zu suchen, ein Haus zu bauen und Kinder zu zeugen (BerR 9,7).
4–5 Reich ist an Barmherzigkeit [...] große Liebe [...] aus Gnade, der Autor des Briefes behauptet, dass die Erlösung Gottes ein Ausdruck seiner Liebe sei und „nicht aus Werken" (Eph 2,9) stamme; die Barmherzigkeit als göttliche Eigenschaft betonen auch Schlüsselstellen im Tanach; vgl. z.B. Ex 34,6–7 und Num 14,18. 5–6 Mit Christus lebendig gemacht [...],
vgl. Eph 1,20; die Gläubigen sind so untrennbar verbunden mit der Erfahrung, die Christus selbst gemacht hat, wie ein Körper mit dem Kopf (Eph 1,22–23).
6 Himmel, der himmlische Thron wird im Tanach ausführlich beschrieben (Jes 6,1; Ez 1,26 u.a.) und in Anlehnung an solche Visionen auch in Offb 4,2–11. In der rabbinischen Lehre wird darauf verwiesen, dass die Gerechten in der kommenden Welt an der Seite Gottes sitzen und sich der Herrlichkeit seiner göttlichen Gegenwart erfreuen werden; vgl. bBer 17a.
7 Gnade durch seine Güte, vgl. Anm. zu 2,4–5. 8–9 Seid ihr gerettet, in den unstrittig authentischen Paulusbriefen ist die Erlösung in der Regel ein zukünftiges Ereignis, kein gegenwärtiger Zustand. Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, vgl. Anm. zu 2,4–5. Damit sich nicht jemand rühme, vgl. Röm 3,27.
10 Geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, Werke (entsprechen den hebr. mizwot) werden im Epheserbrief nicht ausgeschlossen, aber sie sind das Resultat der Erlösung, nicht ihre Ursache. Dass wir darin wandeln sollen, vgl. den hebr. Begriff halacha für den „Weg, auf dem es zu laufen gilt".
„DEN ZAUN ABGEBROCHEN", „DAS GESETZ ... ABGETAN" FÜR „EINEN NEUEN MENSCHEN" (Eph 2,14–15)
Das jüdische Gesetz trennte observante Juden von Angehörigen anderen Gruppen. Die Vorstellung aus Ex 19,6, dass Israel ein „heiliges Volk" sein soll, wird in Lev 19,2 und andernorts wieder aufgegriffen. „Heiligkeit" (hebr. q-d-sch) erfordert eine Absonderung (der frührabbinische Midrasch Sifra übersetzt Lev 19,2 „du sollst heilig sein" mit „du sollst dich fernhalten"). Insbesondere die Speisegebote der Tora (Lev 11) sorgten für eine solche Trennung, doch spätere Ausweitungen des Gesetzes – das Verbot, heidnische Speisen zu essen (z.B. Dan 1,8–12), die Ausweitung von Unreinheit auf Nichtjuden (Sifra, Savim 1,1 zu Lev 15,2) und andere – machten „den Zaun" noch höher.
Dass eine solche Absonderung bei einigen Nichtjuden Feindseligkeit gegenüber Juden hervorrief, wird am deutlichsten von Tacitus bezeugt, der schreibt: „Juden sind einander gegenüber extrem loyal ... Allen anderen Völkern gegenüber fühlen sie aber nur Hass und Feindschaft. Sie essen gemeinsam und schlafen getrennt ..." (Tac.hist. V,1–2).
Manche Juden empfanden auch Feindseligkeit gegenüber Nichtjuden, wie mAS 2,1a belegt, wo es (u.a.) heißt: „Man darf kein Vieh in Herbergen von Heiden unterstellen, ...
Durch die Abschaffung von Gesetzen, die Juden und Nichtjuden voneinander abgrenzen, wie etwa das trennende Zeichen der Beschneidung, können Nichtjuden „nahe" (Eph 2,13) kommen und kann die gespaltene Menschheit wieder vereint werden.
[Heiden galten, gelten heute auf Nationen bezogen]
[Fussnoten: gelöscht] 17.4.
----David Kraemer, „DER BRIEF DES PAULUS AN DIE EPHESER", in Das Neue Testament – jüdisch erklärt, hg. von Wolfgang Kraus, Michael Tilly, und Axel Töllner, übers. von Monika Müller und Jan Raithel (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2021), 418.----
Erklärungsbibel: - Elberfelderbibel:
Epheser 2, 1-10 Vom Tod zum Leben
2,1-10 Die Auferweckung hat eine dreifache Auswirkung: Sie rettet aus dem Verlorensein (Totsein) und macht lebendig
V. 1.5. Sie erlöst aus dem Verfallensein an den Zeitlauf dieser Welt (d. h. Machtbereich mit Gehorsamspflicht gegenüber den Mächten;
V. 2-3, das sich im Willen des Fleisches zeigt (Fleisch ist der Mensch in seiner Rebellion gegen Gott; vgl. Röm 8,5-8).
Und sie versetzt die Geretteten in den Machtbereich Jesu (Himmelswelt; V. 6-7).
Umgekehrt zum Zeitlauf dieser Welt geschieht dieses nicht in menschlicher Weise (Werken zum Ruhm V. 9),
sondern aus Gottes Macht und Art (Gnade, Gabe V. 8).
Die guten Werke werden von neuen Menschen getan, in deren Leben ihr Schöpfer geehrt wird (V. 10).
Geschaffen zeigt hier eine Neuschöpfung an.
----Elberfelder Bibel mit Erklärungen (Holzgerlingen: SCM, 2023), Eph 2,1–10. ---- kursiv von mir
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)


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