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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?

von nennmichdu am 03.04.2017 19:02

Hallo Hyperion,


 Zunächst möchte ich anmerken das die Evolutionstheorie nicht die Entstehung der Welt, sondern die Entstehung der Arten, wissenschaftlich zu erklären versucht.


sehr richtig.... in der Bibel wird das in der Schöpfungsgeschichte mit eingebunden --- wie du ja weißt... 

 
Über die Entstehung der Welt müsste man statt des Evolutionsbiologen vielmehr einen Kosmologen befragen.

nur lass es nicht zuviele Fachwissenschaftler sein, damit nicht am Ende jeder nur noch sein Spezialwissen zum Besten gibt und keiner mehr den Gesamtzusammenhang erkennt...  - ein bisschen Allgemeinwissen über Evolution und Kosmologie könnte meines Erachtens schon reichen, um auch die Bibel hier richtig verstehen zu können.



Gleichwohl werden aber höchstwahrscheinlich weder der Biologe, noch der Kosmologe wissenschaftlich von einer "sechs Tage Schöpfung" ausgehen, wie sie in der Genesis beschrieben wird.


Solche Wissenschaftler gibt es tatsächlich, die auch viele Bücher dazu geschrieben haben --- allerdings kann ich sie -- der ich den Schöpfungsbericht der Bibel zu verstehen meine - auch nicht nachvollziehen, bzw. Ernst nehmen in ihrer Argumentation und ihren vorgebrachten "Beweisen" für eine 6x 24 Stunden Schöpfung.


 Naturwissenschaftliche Forschung untersucht nämlich ausschließlich, wie der Name schon sagt, die Natur und die in ihr bestehenden Gesetzmäßigkeiten.

Das tun diese Wissenschaftler allerdings auch, sich auf Fakten stützen und  naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten dabei nicht ausser acht lassen. 

 
Und dabei wird grundsätzlich eine Einflussnahme „übernatürlicher Art" (also z.B. Gott oder Götter) ausgeschlossen und muss auch, um wissenschaftlich korrekt arbeiten zu können, ausgeschlossen werden. Das heißt, für Naturwissenschaftler ist die Frage nach Gott nicht relevant.


Darin stimme ich dir zu. Und auch meine Interpretation der Schöpfungsgeschichte ist ohne eine Einflußnahme eines Gottes/Götter hier unbedingt vorraus zu setzen in sich schlüssig. Auch wenn Fragen offen bleiben ---- die dann auch bei Wissenschaftlern offen bleiben, die nicht einen Gott als "Initiators" mit in ihre Rechnung einplanen.

 Anders sieht es dann aber bei Theologen und Philosophen aus, die durchaus Gott und/oder das Übernatürliche, in ihre wissenschaftliche Forschung miteinbeziehen. Dann bewegt man sich aber auf dem Boden der Geisteswissenschaften und nicht mehr auf dem Boden der Naturwissenschaften.

Nun muss ich dich aber fragen, ob das eine unbedingt das andere ausschließen muss - Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft -- wenn doch beide sich mit existentiellen Dingen wie die Herkunft unseres Universums beschäftigen...? 


 Die Frage, die sich mir also zunächst stellt, ist die Frage danach, ob die in der Genesis beschriebene "sechs Tage Schöpfung" eine naturwissenschaftlich oder vielleicht vielmehr eine theologisch und/oder philosophisch, letztlich also geisteswissenschaftlich zu beurteilende Erzählung darstellt?


Diese Frage kann man sich zwar stellen, ist aber nicht zwingend zu stellen. 


(Gleichzeitig wird mit dieser Frage natürlich auch die Frage danach berührt, ob die "sechs Tage Schöpfung" wortwörtlich verstanden werden muss, oder ob sie vielleicht besser allegorisch verstanden werden kann?)

Wenn sie nun aber wörtlich verstanden wird, wäre es dann nicht auch möglich hier mal einen Perspektiven Wechsel einzunehmen von dem was Gott in 6 Tagen tun kann/tut und was der Mensch nun innerhalb der Schöpfung als Zeit misst?


 Ich persönlich bin nun der Meinung, dass die in der Genesis beschriebene "sechs Tage Schöpfung", keine Aussage über naturwissenschaftliche Ereignisse trifft, sondern vielmehr theologisch, bzw. philosophisch verstanden werden möchte.


Gut - dieser Meinung kann man sein. Allerdings gilt es nun diese - deine Meinung für uns Leser überzeugend darzustellen, auf das sie uns auch einleuchtet und wir die Wahrheit in deiner Meinung begreifen --- das es sich tatsächlich so verhält, wie du nun meinst.
Denn um die Wahrheit ringen wir Menschen alle, die Entstehung der Arten und des Kosmos zu begreifen. Und hier können keine Mehrheitsergebnisse herangezogen werden, die dann zur gültigen "Norm" erhoben werden und als wahr postuliert werden. 

Gleichzeitig muss dann deine Meinung nicht nur einer Überprüfung standhalten, sondern du solltest auch in der Lage sein, eine entgegen gerichtete Meinung eines anderen als Irrtum zu überführen.
Es gilt also auf die Argumente meiner Gesprächspartner einzugehen und nicht nur die eigene Meinung hochzuhalten. Denn das wäre höchst unwissenschaftlich, wie du mir sicher zustimmen wirst.

 

Außerdem ist für mich persönlich die Schöpfungsgeschichte in der Genesis, untrennbar mit dem Johannesprolog, oder auch Kolosser 1, 15-17 verbunden, wodurch die Notwendigkeit einer geisteswissenschaftlichen, bzw. theologisch/philosophischen Beurteilung der Texte und gleichzeitig eine Absage an eine naturwissenschaftliche Beurteilung derselben, nochmals verdeutlicht wird.

Du kannst nicht den Johannesprolog mit der Genesis vergleichen und feststellen, im Johannesprolog erscheint es mir symbolisch gewertet (gleich Geisteswissenschaft)  und in Genesis zwar mit physikalischen Erklärungen - aber dann nicht mehr ernst zu nehmen, weil  ja im Johannesevangelium ganz anders zu verstehen... -- auch erklärt das Johannesevangeliums in seinen Aussagen über das Logos (das in Existenz rufende Wort Gottes) und das Licht - was durch und in Jesus in die Welt gekommen ist keine Absage an naturwissenschaftlichen Grundlagen. Das wäre jetzt erstmal eine Unterstellung deinerseits, die noch jegliche Argumentation und Hinführung diesbezüglich vermissen lässt.

 
Ich persönliche bezweifle also gar nicht die Urknall- oder Evolutionstheorie in ihrer wissenschaftlichen Methodik und ihren daraus resultierenden Forschungsergebnissen und Aussagen über die Entstehung von Welt und Lebensformen, ich bezweifle jedoch, dass diese Aussagen und Theorien unabhängig von unseren raumzeitlichen Anschauungsformen, bzw. unabhängig von unseren Seins- und Erkenntnisstrukturen Gültigkeit haben.

Alles ist von einander abhängig -- hast du gerade recht kompliziert ausgedrückt. Was aber nicht aussagt, ob die Annahme eines "Urknalles" nun richtig oder falsch ist.....   --- bislang hilfst du uns noch nicht weiter hier zu einem tieferen Verständnis zu kommen...


 Das heißt, dass wir als Teil der Welt/Schöpfung (oder auch als „Ergebnis" eines Urknalls, oder einer Evolution), die Entstehung von Welt/Schöpfung, nicht von außen, also in ihrem entstehen beobachten können.

Das können wir aber. Und genau das läßt sich aus der Genesis ableiten und erklären. Aber scheinbar hast du meinen diesbezüglich vorigen Beitrag nicht ganz gelesen oder ganz verstanden.
Wir können mit Genesis 1 aus den Augen Gottes die Entstehung des Universums erleben. Und wir können anhand unserer Beobachtungen zu Schlüssen gelangen. Und beides ist miteinander vereinbar - und erklärbar. 

Nur sollte man dann auch mal anfangen Fragen zu stellen. Du postulierst im Augenblick nur eine isolierte Aussage an die andere. Fern jeglicher Verknüpfung noch logisch schlüssig.



 Denn die Seins- und Erkenntnisstrukturen, die wir in der Evolution scheinbar in ihrem realen Entstehen und ihrer Entwicklung erkennen, werden beim Betrachten dieser Entwicklung immer schon vorausgesetzt bzw. die Betrachtung geschieht nur in diesen Strukturen

Was auch nicht unwissenschaftlich ist - etwas vorraus zu setzen -- nur müssen sich diese Annahmen, das was man vorraussetzt ohne es noch genauer zu kennen, dann auch herleiten und beweisen können. Einer Überprüfung standhalten können.

 Im Grunde erkennen wir so nicht das eigentliche Geschehen, sondern immer nur unsere Seins- und Erkenntnisstrukturen, die für uns in unserem Erkennen und Bewusstsein immer von vornherein da sind, genau wie wir selbst und die ganze Welt.


Jetzt kommst du selbst ins philosophische und leugnest die Möglichkeit einer objektiven Wahrheit und einer Möglichkeit des Menschen, diese objektive Wahrheit als einzelne subjektive Individuen erfassen zu können. Die Bibel spricht aber davon, das wir die Möglichkeit haben können, zu erkennen, das Gott die Welt erschaffen hat. Durch den Glauben -sprich durch gewisse Grundannahmen, die sich im Leben des einzelnen und in der Gemeinschaft der Gläubigen dann bestätigt und erfahrbar finden werden. 

 Und dies schrieb ich fettgedruckt, weil es meine abschließende Stellungnahme zu deinen bisherigen Gedankengängen ist.

 Was also unabhängig von unseren Seins- und Erkenntnisstrukturen, der einheitliche Grund ist, aus dem heraus alles entsteht, entzieht sich notwendig unsrer Erkenntnis.

Nun macht sich Gott aber nicht "unabhängig" vom Erkenntnisvermögen des Menschens - wenn wir als Christen die Bibel in ihren Aussagen hier ernst nehmen und diese dann auch so bestätigt finden. 


Ich persönlich glaube das es Gott ist, der sein Wort spricht, woraufhin ich selbst und alle Welt entsteht und dies in einem "ewigen Nun"....

Wie kannst du diesen Glauben aus der Bibel ableiten, wenn hier eine klare Zeitlinie aufgezeichnet ist. Mit Anfang und Ende?


zu dem Philosphen Meister Eckhart möchte ich folgendes sagen:

Gott ist in Jesus in die Zeit gekommen. Gott hat ein zeitliches, sich abspulendes Universum erschaffen, in welchem der Mensch als zeitlich begrenztes sterbliches Wesen lebt. Warum sollte also Zeit und Raum den Menschen an der Erkenntnis Gottes hindern? Der doch seinen Kinder Erkenntnis schenken möchte und immer wieder schenken tut... 

Eckhart schreibt weiter dann:


Soll die Seele Gott erkennen, so darf sie mit dem Nichts nichts gemein haben. Wer Gott erkennt, der erkennt, dass alle Kreaturen (ein) Nichts sind. Wenn man eine Kreatur gegen die andere hält, so scheint sie schön und ist etwas; stellt man sie aber Gott gegenüber, so ist sie nichts.

Alles nicht mit Aussagen der Bibel und meinen Erfahrungen vereinbar. Gott haucht dem Menschen eine Seele - Leben - ein. Schenkt ihm ewiges Leben in Jesus Christus und lässt den Menschen als Kind Gottes Gott als seinen Vater erkennen. Tut mir leid. Ich kann hier einem Meister Eckhart nichts wahres und haltbares abgewinnen.

lg
Thomas 

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Hyperion

51, Männlich

  Motiviert

Beiträge: 228

Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?

von Hyperion am 03.04.2017 16:40

Hallo ihr lieben Menschen,

Kowalski hatte gefragt: „Wie vereinbaren Christen wie wir, die Entstehung der Welt, wie sie in Genesis beschrieben ist, mit der Evolutionstheorie?" und ich möchte dazu gerne meine unverbindliche, persönliche Meinung mit euch teilen.


Zunächst möchte ich anmerken das die Evolutionstheorie nicht die Entstehung der Welt, sondern die Entstehung der Arten, wissenschaftlich zu erklären versucht. Über die Entstehung der Welt müsste man statt des Evolutionsbiologen vielmehr einen Kosmologen befragen.

Gleichwohl werden aber höchstwahrscheinlich weder der Biologe, noch der Kosmologe wissenschaftlich von einer "sechs Tage Schöpfung" ausgehen, wie sie in der Genesis beschrieben wird. Naturwissenschaftliche Forschung untersucht nämlich ausschließlich, wie der Name schon sagt, die Natur und die in ihr bestehenden Gesetzmäßigkeiten. Und dabei wird grundsätzlich eine Einflussnahme „übernatürlicher Art" (also z.B. Gott oder Götter) ausgeschlossen und muss auch, um wissenschaftlich korrekt arbeiten zu können, ausgeschlossen werden. Das heißt, für Naturwissenschaftler ist die Frage nach Gott nicht relevant.

Anders sieht es dann aber bei Theologen und Philosophen aus, die durchaus Gott und/oder das Übernatürliche, in ihre wissenschaftliche Forschung miteinbeziehen. Dann bewegt man sich aber auf dem Boden der Geisteswissenschaften und nicht mehr auf dem Boden der Naturwissenschaften.

Die Frage, die sich mir also zunächst stellt, ist die Frage danach, ob die in der Genesis beschriebene "sechs Tage Schöpfung" eine naturwissenschaftlich oder vielleicht vielmehr eine theologisch und/oder philosophisch, letztlich also geisteswissenschaftlich zu beurteilende Erzählung darstellt?
(Gleichzeitig wird mit dieser Frage natürlich auch die Frage danach berührt, ob die "sechs Tage Schöpfung" wortwörtlich verstanden werden muss, oder ob sie vielleicht besser allegorisch verstanden werden kann?)

Es sind also unterschiedliche Kategorien zu beachten, wenn man sich der Frage nach der Entstehung der Welt nähern möchte. Man kann sich dieser Frage aus naturwissenschaftlicher Perspektive nähern und damit eben auch innerhalb der Rahmenbedingungen derselben, oder man kann sich der Frage geisteswissenschaftlich/theologisch/philosophisch nähern, wodurch andere Rahmenbedingungen gegeben sind.

Ich persönlich bin nun der Meinung, dass die in der Genesis beschriebene "sechs Tage Schöpfung", keine Aussage über naturwissenschaftliche Ereignisse trifft, sondern vielmehr theologisch, bzw. philosophisch verstanden werden möchte.

Außerdem ist für mich persönlich die Schöpfungsgeschichte in der Genesis, untrennbar mit dem Johannesprolog, oder auch Kolosser 1, 15-17 verbunden, wodurch die Notwendigkeit einer geisteswissenschaftlichen, bzw. theologisch/philosophischen Beurteilung der Texte und gleichzeitig eine Absage an eine naturwissenschaftliche Beurteilung derselben, nochmals verdeutlicht wird.

(Nur zur Erinnerung: Der Johannesprolog lautet:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Und die Kolosserstelle:

Dieser (Christus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm.)

Wenn es also stimmt, dass diese Texte gemeinsam verstanden werden sollten und sich zudem der naturwissenschaftlichen Beurteilung entziehen und deshalb im Rahmen theologisch/philosophischer Betrachtung beurteilt werden müssten, muss man den Genesistext auch nicht zwangsläufig so verstehen, als hätte Gott die von uns naturwissenschaftlich untersuchbare Welt tatsächlich in 6x24Std. geschaffen.

Vielmehr kann dann der in der Genesis beschriebene „Wochenablauf" z.B. als ein Bild für die „form-, sein- und ordnungschaffende Kraft Gottes" verstanden werden, die sich in seinem Wort ausdrückt und manifestiert (Gott spricht und die Dinge werden...und tatsächlich bewegen wir uns ja auch noch heute in diesem von Gott gegebenen Rahmen, da wir ja z.B. die Woche in sieben Tagen einteilen und auf diese Weise unsere raumzeitliche Perspektive geordnet wird).

Und wenn es, wie in der Kolosserstelle beschrieben, stimmen sollte, dass alles durch ihn und zu ihm hin geschaffen wurde; und er vor allem ist, und alles nur in ihm seinen Bestand hat, dann besteht die Schöpfung allein durch das Wort Gottes und nicht aus sich selbst.

Oder anders ausgedrückt: Nur weil Gott sein ewiges (im Sinne von zeitloses) Wort spricht, werden alle Dinge. Gott ist uns aus dieser Perspektive betrachtet also jetzt, in diesem Augenblick zugewandt, spricht das Wort und alle Dinge entstehen. Er hat die Welt also nicht so geschaffen, das sie irgendwann in der Vergangenheit einmal geschaffen wurde und sich dann unabhängig von ihm entwickelt hätte, sondern er schafft sie in einem „ewigen Nun", da Gott weder Vergangenheit noch Zukunft kennt, denn er ist über aller Zeit.

Gottes Perspektive von Welt, und des Menschen Perspektive von Welt, ist also vollständig unterschiedlich und ich finde, dass man das unbedingt berücksichtigen muss, wenn man über die Entstehung der Welt nachdenkt.

Denn wir sind raumzeitlich eingeschränkte Wesen, Gott ist dies aber nicht. Wenn er uns jedoch Welt, Sein, Leben, generell Schöpfung, vermitteln möchte und wir selbst auch Teil dieser Schöpfung sind, dann kann er dies nur so tun, dass wir es in unserer raumzeitlichen Bedingtheit auch verstehen können. Und dann sieht der Naturwissenschaftler eben eine Evolution und der Kosmologe einen Urknall.

Beiden käme es jedoch nicht im Ansatz in den Sinn, dass es die Vergangenheit, in der eine Evolution mit der Teilung der Urzelle in Gang gesetzt wurde, oder die Vergangenheit, in der ein Urknall Raum und Zeit entstehen ließ, substantiell gar nicht gegeben hat, sondern all dies nur Ausdruck, Teil und Perspektive unserer raumzeitlichen Bedingtheit ist, in der uns hinsichtlich der Evolution und auch hinsichtlich des Urknalls, lediglich eine Vorstellung davon vermittelt wird, dass restlos alles aus einem einheitlichen Grund heraus entstanden ist, damit sich an diesem Punkt Gottes Perspektive des „ewigen Nun" und des Menschen Perspektive des raumzeitlichen Vollzugs, mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen können.

Ich persönliche bezweifle also gar nicht die Urknall- oder Evolutionstheorie in ihrer wissenschaftlichen Methodik und ihren daraus resultierenden Forschungsergebnissen und Aussagen über die Entstehung von Welt und Lebensformen, ich bezweifle jedoch, dass diese Aussagen und Theorien unabhängig von unseren raumzeitlichen Anschauungsformen, bzw. unabhängig von unseren Seins- und Erkenntnisstrukturen Gültigkeit haben.

Das heißt, dass wir als Teil der Welt/Schöpfung (oder auch als „Ergebnis" eines Urknalls, oder einer Evolution), die Entstehung von Welt/Schöpfung, nicht von außen, also in ihrem entstehen beobachten können. Denn die Seins- und Erkenntnisstrukturen, die wir in der Evolution scheinbar in ihrem realen Entstehen und ihrer Entwicklung erkennen, werden beim Betrachten dieser Entwicklung immer schon vorausgesetzt bzw. die Betrachtung geschieht nur in diesen Strukturen. Im Grunde erkennen wir so nicht das eigentliche Geschehen, sondern immer nur unsere Seins- und Erkenntnisstrukturen, die für uns in unserem Erkennen und Bewusstsein immer von vornherein da sind, genau wie wir selbst und die ganze Welt.

Was also unabhängig von unseren Seins- und Erkenntnisstrukturen, der einheitliche Grund ist, aus dem heraus alles entsteht, entzieht sich notwendig unsrer Erkenntnis. Ich persönlich glaube das es Gott ist, der sein Wort spricht, woraufhin ich selbst und alle Welt entsteht und dies in einem "ewigen Nun"....

Der Spätmittelalterliche, christliche Philosoph Meister Eckhart hat diesen Themenkomplex einmal prägnant zusammengefasst, weshalb ich abschließend gerne ihn zitieren möchte:
 
Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes wie Zeit und Raum. Zeit und Raum sind Stücke, Gott aber ist Eines. Soll daher die Seele Gott erkennen, so muss sie ihn erkennen oberhalb von Zeit und Raum; denn Gott ist weder dies noch das, wie diese (irdischen) mannigfaltigen Dinge (es sind): denn Gott ist Eines. Soll die Seele Gott sehen, so darf sie auf kein Ding in der Zeit sehen; denn solange die Seele der Zeit oder des Raums oder irgendeiner Vorstellung dergleichen bewusst wird, kann sie Gott niemals erkennen. Wenn das Auge die Farbe erkennen soll, so muss es vorher aller Farbe entblößt sein. Soll die Seele Gott erkennen, so darf sie mit dem Nichts nichts gemein haben. Wer Gott erkennt, der erkennt, dass alle Kreaturen (ein) Nichts sind. Wenn man eine Kreatur gegen die andere hält, so scheint sie schön und ist etwas; stellt man sie aber Gott gegenüber, so ist sie nichts.

Meister Eckhart

LG
Hyperion 

Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

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MarcusO
Gelöschter Benutzer

Re: Mathäus 8,5-10 und Mathäus 15,21,27

von MarcusO am 03.04.2017 16:20

Und wie sehen wir unsere (Glaubens-)Geschwister, sehen wir diese gleich wie die Weltlichen?

damals sah Jesus die Heiden als Heiden. Heute sieht Jesus seine Nachfolger als sein Volk "Juden". Die Frage ist ganz klar, wie wir heute unsere Glaubensgeschwister sehen (sollten)  ;)

Im übrigen fällt mir gerade noch ein: Wenn es darum ging, Sünden zu vergeben, war Jesus immer sofort bereit.

 da ist was dran.. :)

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Jesus verstehen

von geli am 03.04.2017 13:20

Ja, o.k. - die Dämonen wissen, wer Jesus ist.

Jakobus hat geschrieben: "Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glaubens auch und zittern."
Nur zu glauben, dass es einen Gott gibt, das reicht nicht.

Ich denke, das glauben sogar sehr viele Menschen, wenn nicht die meisten.

Aber dieser Glaube hat keinerlei Konsequenzen - sie leben weiter wie sie wollen, ohne nach Gott zu fragen.

Deshalb ist diese Art von "Glauben" völlig nutzlos.

Lg, geli

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?

von geli am 03.04.2017 13:05

Liebe Burgen,

Nur dann, wenn wir die Völkerschaften und die Namen ebenfalls unter Evolutionsgesichtspunkten betrachten würden.

Ich würde eher sagen: Unter historischen Gesichtspunkten - denn darum geht es in dem o.g. Buch.

Es gab ja auch in der jüngeren Vergangenheit Ausgrabungen, die sehr interessant waren im Hinblick auf biblische Erzählungen!
Was genau unter dem Tempelberg noch vergraben ist, würde mich auch sehr interessieren - die Muslime werden vielleicht allen Grund haben, gerade dort Ausgrabungen zu verhindern. Denn die haben mit Sicherheit keinerlei Interesse daran, Dinge ans Licht zu bringen, die eine Bestätigung für die biblischen Berichte abgeben würden.

Jetzt jedoch, nach deinem obigen post, denke ich, ist die Zeit gekommen für mich, es mit Gewinn zu lesen.

Genau - ich denke, wenn man das Gute behält - wie es auch in der Bibel empfohlen ist -  kann man es durchaus mit Gewinn lesen, und dann kann es auch durchaus den Glauben stärken. So war es jedenfalls damals, als ich es gelesen hatte, bei mir.

Lg, geli

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?

von Burgen am 03.04.2017 12:16

Hallo Geli,

wenn davon ausgegangen wird, dass 1 Tag wie 1000 Jahre zählen kann, dann kann ich also sagen, als ich vor etlichen 1000 Jahren die Beziehung mit Jesus begann ,
riet mir ein befreundeter Christ davon ab, das von dir genannte Buch zu lesen.

Jetzt jedoch, nach deinem obigen post, denke ich, ist die Zeit gekommen für mich, es mit Gewinn zu lesen.
Gewinn deshalb, weil die ärchäologisch fundierten Bibelstellen nur ein Gewinn sein können (für mich)

Es ist immer wieder interessant und erstaunlich gleichermaßen, was allein alles schon um den Tempelberg zutage gefördert wurde.
Es ist einfach nur schade, dass israel auf die paar Quadratmeter (ähnlich Hessen) reduziert wurde.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde ja sehr viel einfach mal so an Landes- und Völker- Grenzen neu eingerichtet.
Jordanien ist Teil Palästinas, ein palästinensischer Staat, wie ich mal hörte. Also bräuchte Israel nicht nocheinmal geteilt zu werden, finde ich.

Nun denn, das gehört vielleicht nicht unbedingt hierher. Nur dann, wenn wir die Völkerschaften und die Namen ebenfalls unter Evolutionsgesichtspunkten betrachten würden.

Gruss
Burgen


 

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geli
Gelöschter Benutzer

Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?

von geli am 03.04.2017 10:42

Möchte nur davor warnen! - Ein Unfug hat der da zusammengekritzelt... unter aller...

Ich möchte hier noch einmal auf das Buch von Keller eingehen - zwar bin ich noch nicht dazu gekommen, es noch einmal zu lesen, aber dennoch...

Dieses Buch ist ja nicht geschrieben worden, um uns geistliche Einsichten zu zeigen.
Herr Keller schreibt von sich selbst, dass er nicht gläubig ist, und deshalb kann man das auch gar nicht erwarten.
Selbst wenn er also "geistlichen Unfug" in diesem Buch weitergibt, ist es dennoch sehr interessant.

Interessant deshalb, weil er unglaublich viele archäologische Tatsachen aufführt, die uns Licht in die Geschichte von vielen tausend Jahren geben.
Dazu schreibt er sehr viele Bibelstellen, die zu diesen archäologischen Funden exakt passen.

So exakt, dass sogar er, der ja nicht gläubig ist, das als die Bestätigung der biblischen Berichte wertet.
Gerade dass er nicht gläubig ist, bestätigt mir auch die Wahrheit seines Buches - denn er ist ja nicht, wie ein Gläubiger es wäre, daran interessiert, die Bibel zu bestätigen, und hat deshalb keine Grund, Dinge eventuell "schönzureden" oder irgendwie zurechtzubiegen, so dass sie in den Glauben hineinpassen. 

Warum sollte man also das Buch in den Müll werfen - wo doch so viele Dinge beschrieben werden, die die biblischen Berichte bestätigen?
Auch wenn ich in diesem Buch vielleicht einigen "geistlichen Müll" finde - aber alleine die Tatsachen, die duch die Archäologie geschaffen wurden und die die biblischen Berichte bestätigen, wird mein Glaube an die Bibel sehr gestärkt.

Und das ist ja das Ziel... geistliche Einsichten muss ich mir dann halt voanders besorgen... 

Lg, geli

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solana

-, Weiblich

  Urgestein

Forenmoderator

Beiträge: 4164

Re: Hallo aus dem Norden..

von solana am 03.04.2017 10:28

Herzlich Willkommen im Forum, Michael.
Ich wünsche dir und uns einen guten Austausch miteinander und bin gespannt auf unser Kennenlernen.
Gruss
Solana 

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Oase (38) Ich lasse mich suchen und finden, sagt Gott

von Burgen am 03.04.2017 09:32

Guten Morgen ihr lieben

bei uns wird heute die Gasleitung im Haus unterbrochen für einige Zeit. Es soll überprüft werden und einem ungewollten Austritt vorgebeugt werden. Es war bei uns vorher noch nie durchgeführt worden.
Ich glaube, es geht los, hups, schon erledigt, nun wird der Druck im Kelleranschluss gemessen und dann kann der Hebel an der Gasuhr wieder herumgeschwenkt werden. Es kam mir das Bild der Lokomotive in den Sinn, so eine wie früher, Dampflok

Bei uns ist nun wieder Leinenzwang und vorhin war auch schon ein Entenpärchen zu Fuß unterwegs.
Manchmal liegen sie ganz entspannt mitten auf der Straße. Das ist schon seltsam - jedes Jahr wieder. 

Losung

Das Mehl im Krug ging nicht aus,
und der Oelkrug wurde nicht leer, nach dem Wort des HERRN,
das dieser durch Elia gesprochen hatte. / 1. König 17,16

Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag. / Lukas 11,3

Epheser 2, 11-16
Lukas 22, 7-23 




 

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Frauen in der Gemeinde

von Burgen am 03.04.2017 09:07

die Ehefrau, also die Frau als anvertrautes Weib , ist dem Mann ein Hilfe im bestem Sinne, wenn es gut läuft zwischen ihnen.

Nicht nur äusserlich sind die beiden unterschiedlich und als Mann und Frau erkennbar, eigentlich!

innerlich, seelisch und sprachlich unterscheiden sie sich ebenfalls.

in unserer heutigen Zeit gibt es Bestrebungen hin zu einer Gleichmacherei, zumindest rein äusserlich und auch per Definition.

allerdings, und das ist noch nicht lange so, wird heute die weibliche Forn /Lehrer/innen/ mit bedacht.

Frühere Zeiten benutzten fast ausschließlich die männliche Form, womit die Frau im sprachlichen und gemeinten Form quasie nicht vorkam.
Dieser Umstand und die Bibelaussagen prägten jahrtausende lang das Miteinander von mann und Frau, wobei die Frau bis vor noch nicht allzulanger Zeit kleidungs- , versorgungs- , umstands- mäßig umfassend von einem männlichen Mann abhängig war.

Es steht in der Schrift, dass der Mann sein Elternhaus verlässt um seiner Frau anzuhängen.
Meist jedoch ist es gerade umgekehrt.
Die Frau und im Gepäck ihre Mitgift, verlässt ihr Elternhaus und ordnet sich den Schwiegereltern unter.

Aus etlichen Lebensgeschichten wissen wir von all dem Leid, das durch diese Art des Lebens verursacht wurde.
Verlässt jedoch wirklich der Mann sein Elternhaus und zieht bei den Eltern seiner Frau ein wird leicht davon gesprochen, dass er die Frau ausnimmt u.ä.

Also auch alles sehr schwierig.
Zudem steht genau diese Schwierigkeit, vor der die Menschen stehen, in der Schrift. Sie wurde formuliert nachdem A&E Gott verliessen und aus dem Garten Eden (im Irak) verlassen mussten.

Und wie leben wir heute? Mit und ohne unseren Gott ist täglich eine neue Herausforderung.
Jeden Tag aufs neue, für den Mann sowie für die Frau.
Leistungsdruck, Bournout, psychische Erkrankungen usw. sind fast schon an der Tagesordnung.

 Jesus will uns helfen, danken wir täglich, dass er uns hilft, sei es Mann, Frau oder Kind.


 

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