Das schrecklichste vom Schrecklichen
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Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Pal am 01.04.2016 12:25Ich würde es aber nicht als "Mittelding" (zwischen Heilsgewissheit und Verlorensein aus mir selbst) bezeichnen, weil jedes der beiden einer anderen "Ebene" liegt und beides "voll" zutrifft, nicht jedes nur halb, beide Perspektiven relativieren sich nicht gegenseitig.
Ja, das ist besser ausgedrückt! - Danke!
Gerade das erschreckend Peinliche meines widergöttlichen Naturells (des alten Menschen) bringt mich in der Konfrontation von =>
... dann ist das erst mal wie ein grelles Licht, das "unbarmherig" verborgene dunkle Flecken aufspürt.

Um schlußendlich den folgenden Vers (vollautomatisch) auszuleben =>
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von solana am 01.04.2016 11:05Hallo Pal
Ich finde, du hast schon recht, dass ein "Ausblenden" dazu führt, das man Gottes umgestaltendes Wirken in sich blockiert.
Wenn man für nichts anderes Augen und Ohren hat als: Alles egal, es kommt ja gar nicht auf mich an und auf das, was ich tue - meine Errettung hängt ja nur von der Gnade und Vergebung ....
Ich würde es aber nicht als "Mittelding" (zwischen Heilsgewissheit und Verlorensein aus mir selbst) bezeichnen, weil jedes der beiden einer anderen "Ebene" liegt und beides "voll" zutrifft, nicht jedes nur halb, beide Perspektiven relativieren sich nicht gegenseitig.
Wenn Gott uns in unserem Leben Dinge bewusst macht, an denen noch Veränderung nötig ist, dann ist das erst mal wie ein grelles Licht, das "unbarmherig" verborgene dunkle Flecken aufspürt.
Und die instintive Reaktion darauf ist, sich dafür zu schämen , nach Ausreden zu unserer Rechtfertigung zu suchen und das Aufgedeckte möglichst schnell wieder zu "verstecken". Auszublenden - denn ich weiss ja schon um die Sündhaftigkeit meiner menschlichen Natur und dass ich ihr nicht entkommen kann .... also sehe ich lieber nur auf Gottes Gnade und Vergebung ....
Aber gerade da gilt es, das Licht auszuhalten und nicht den Blick weg zu wenden und das Aufgedeckte wieder im Dunkel verschwinden zu lassen.
So wie Johannes sagt:
Joh 3,19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
Aber - dieses Licht aushalten - bedeutet auch nicht, sich in Selbstvorwürfen zu zerfleischen.
Auch nicht, den Glanz des Lichts "halb" ausblenden und damit halb verdunkeln.
Sondern im Blick auf den, der grösser ist, alles von ihm erwarten. Auch dass er Kraft und Mut zur Veränderung schenkt, wo es uns unerreichbar scheint.
Und dieses Wissen - dass Gott grösser ist als alles Trennende und dass er in uns am Werk ist und sein Werk in uns vollenden wird - das ist es, was "unser Herz zum Schweigen bringt" - nicht das "Ausblenden".
1Joh 3, 19 und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen,
20 dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Pal am 01.04.2016 07:32ich beschäftige mich in der Tat nicht mehr mit der Schattenseite.
Nichtsdestotrotz ist sie da...
Das "Sündige hinfort nicht mehr" gilt uns genauso wie das "Keine Verdammnis mehr".
Für meine menschliche Perspektive besteht (hier und heute) ein Risiko, weshalb ich mich zu hüten habe.
Selbstverständlich bin ich in der allerbesten Zuversicht, das ich eine "kluge Jungfrau" bin. Dennoch achte ich intensiv darauf, um die Merkmale einer "törichten Jungfrau" in meinem Christenleben zu erkennen und dann tunlichst zu vermeiden.
Ich bin wie ein Kind, das über eine Hauptverkehrsstraße laufen muß.
Ich muß bestimmte Regeln beachten und halte mich fest an der Hand des Vaters.
Ich reiße mich nicht von IHM los und stürme "auf gut Glück" über die Straße.
Dennoch kann ich kein Leben führen in beständigen Horror-Ängsten, wann ich womöglich von einem fetten Lastwagen überfahren werde!
Das eine (Selbstsicherheit - es gibt für mich kein Risiko) ist ist so verkehrt wie das andere (ich zittere nur noch vor den 1000 Risiken eines Christenlebens.)
Irgendwie muß ich eine gesunde Mitte finden.
Oder nicht?
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Pal am 01.04.2016 07:21Neulich mußte ich anhören, wie ein Prediger in etwa das folgende äußerte:
Wir müssen an nichts so fest glauben, wie an die Heilsgewißheit. Wir kommen ganz sicher ans Ziel. Da gibt es gar keinen Zweifel. Aller Zweifel an dieser göttlichen Tatsache (-ua: niemand kann sie aus des allmächtigen Vaters Hand reißen...) ist schon eine Sünde und muß als solche unbedingt gemieden werden.
Wir sind einfach Himmelskandidaten! Juhu und Hallelujah! -
Nun darin liegt ein gewisser Wahrheitsgehalt. Nämlich der, das hier von Gottes Perspektive gesprochen wird.
Der ALLWISSENDE, weiß nämlich vor Grundlegung der Welt ALLES. - Also weiß ER auch, wer selig wird und wer nicht.
Doch die andere Wahrheit darf ich nicht außer acht lassen, das ich eben weder der ALLWISSENDE bin, noch dieses Omni-Wissen besitze!
Und da greift dann die Aussage ganz gut:
Wenn ich über mich glauben würde, ich sei gut genug - bin ich garantiert auf dem falschen Weg. Wir müssen uns immer klar machen, dass der Widersacher nicht schläft...
Es geht mir also darum, eine gesunde, ausgeglichene Perspektive zu finden.
Wer wollte an seiner Heilsgewißheit zweifeln?
Und wenn ich sie bezweifle, dann kann ich mich ja gleich selbst abschießen und nur noch depressiv werden!

Und doch gilt es zu vermeiden sich in "falscher Sicherheit" zu wiegen, so als ob es für meine Menschlichkeit keinerlei Risiko mehr gäbe. Dann brauche ich auch keinerlei (biblische) Ermahnungen auf mich persönlich anzuwenden. (!)
Dann schwebe ich in der Gefahr, wie die bereits zitierte Gemeinde von Laodicea.
Ich bilde mir ein, ich hätte alles "in der Tasche" und bin doch nur ein schäbiger Selbst-belügner!

Somit gilt es eine gesunde Balance zu behalten. Absolute Sicherheit im Gottvertrauen, mitsamt dem Bewußtsein des möglichen Selbstbetruges. (Um sich davor zu hüten!)
Hier noch ein schrecklicher Vers:
Wow! Was sind denn das für Leute?
Sie haben keinen echten Hl.Geist! Sie bilden sich vielleicht ein, das sie ihn hätten. Aber mit ihren Werken zeigen sie, das sie keine Fruchtbäume im Garten Gottes sind!
Das ist mehr als tragisch! Das ist (für mich) das schrecklichste vom Schrecklichen!
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von StefanS am 01.04.2016 07:14Hallo Pal,
ich beschäftige mich in der Tat nicht mehr mit der Schattenseite.
Nichtsdestotrotz ist sie da.
Wie gesagt ist es schrecklich, Gottes Gnade auszuschlagen.
Das "Sündige hinfort nicht mehr" gilt uns genauso wie das "Keine Verdammnis mehr".
LG StefanS
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Lila am 31.03.2016 22:12Lieber Pavle!
Amen, und darum warnt uns auch Jesus:
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Lila am 31.03.2016 21:57Ja, unsere Interaktivität ist der Gehorsam aus Liebe zu dem Herrn.
Die Geschichte der Ehebrecherin ist ein wunderbares Zeugnis von der Gnade Jesu. Dennoch, die Geschichte endet nicht damit, dass diese Frau Gnade erfuhr, sondern diese Gnade verlangt Verantwortung in der Zukunft:
Man sagt: Gnade ist ohne Verdienst, aber nicht billig.
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Pavle am 31.03.2016 21:50Hallo, ich muss Lila und Pal recht geben.
Ich könnte pauschal sagen, jedes Wort in der Bibel ist wichtig, also müssen wir uns damit auseinandersetzen. Das stimmt immer
Ich hatte mal die Diskussion: Wieso ist die Bibel so kompliziert geschrieben? Konnte Gott das nicht besser hinbekommen, so dass es jeder versteht?
Das Resultat war: Wenn es wie ein Roman geschrieben wäre, dann würden wir es durchlesen, und weglegen. Wir wissen ja alles. Gott will aber dass wir forschen! Wieso? Tun wir nichts - gleiten wir automatisch auf die andere Seite.
Wenn ich über mich glauben würde, ich sei gut genug - bin ich garantiert auf dem falschen Weg. Wir müssen uns immer klar machen, dass der Widersacher nicht schläft. Er will uns umbedingt haben (Markus 13,22).
Josua 24,15:
Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
Alle Bibelstellen, soweit nicht anders angegeben, aus NeueLuther-Bibel.
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Pal am 31.03.2016 21:41Ja, liebe Lila, das ist auch mein Gedanke gewesen! Es geht um ganz lebenswichtige Korrektur.
Aber Korrektur braucht immer eine "Interaktion" (positive Erwiderung) - Genauso wie es auch bei der LIEBE der Fall ist!
Wenn ich nur "ab-gestraft" werde, dann perlt die Züchtigung womöglich von mir ab wie das Wasser.
Doch bei echter Buße, sieht man die Veränderung. Die wirkliche Heiligung und Umgestaltung in ein neues Wesen, nach Jesu Bild.
Re: Das schrecklichste vom Schrecklichen
von Lila am 31.03.2016 21:30Ich denke, wir sollten auseinandersetzen mit diesem Thema. Wenn ich der Offb 3,17 der Text in Zusammenhang lese, merk ich dass Gottes Gnade ist es, wenn wir Irrwege erkennen. Denn sie haben erst gedacht, es sei alles in Ordnung, und aber es war überhaupt nichts in Ordnung.
Gnade ist, dass Jesus die Möglichkeit bittet aus diesen lauwarmen Zustand zu bekehren.
Schon David hatte das Bedürfnis von Gott geprüft zu werden.
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114