postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
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Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Cleopatra am 13.03.2019 07:27
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Bithya85 am 12.03.2019 22:55Genau, evangelikal ist etwas völlig anderes als evangelisch. In manchen Bereichen kommt mir das Evangelikale, so wie ich es erlebt habe, mehr katholisch vor.
Da hast du recht. Wobei nicht alle gleich stark das Evangelikale kritisieren und auch nicht dasselbe. Es wird schon auch überlegt, was ist wertvoll und gut und was sollten wir beibehalten, aber eben auch, was sollten wir lieber aussortieren. In sofern doch eigentlich ganz gesund :)
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Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Merciful am 12.03.2019 22:40In der Überschrift des Threads geht es aber um postevangelikal, nicht um postevangelisch.
Ich persönlich lese diesen Begriff hier erstmals.
Er scheint sich auf den Evangelikalismus zu beziehen.
Nicht eigentlich also auf den gesamten Protestantismus.
Vielleicht auch nicht eigentlich auf das ursprüngliche Evangelium.
Vermutlich eher auf einzelne Aspekte innerhalb des Evangelikalismus.
Merciful
Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Jonas am 12.03.2019 20:58Grüß Dich Bithya85!
Ich denke, es ist wie Du sagst, der Begriff ist sehr unglücklich gewählt.
Ich habe nur versucht den Begriff Postevangelisch zu beschreiben und die Vorsilbe post- heißt ja in diesem Fall nichts anderes als nach, also was nach dem Evangelium kommt und das Alte zu überwinden sucht.
Also ein Postevangelikaler kann sich schon per Definition nicht dem genauen Wortlaut des Evangelium verpflichtet fühlen, sondern dass, was er über das Evangelium hinaus noch so alles entwickelt.
Du sagst es ja selbst:
Mit besten Grüßen
Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Bithya85 am 12.03.2019 17:51Hallo Burgen,
Jonas irrt sich, wir fühlen uns nicht etwas verpflichtet, was vielleicht mal nach dem Evangelium kommt. Ich wüsste auch nicht, was das sein sollte :-D Tatsächlich fühle ich mich auch ein wenig verletzt, da es sich eher nach einer Unterstellung anhört von jemandem, der sich nicht informiert hat.
Es gibt ja die evangelikale Richtung, also meistens Freikirchen, oft fundamentalistisch (aber nicht immer) die sehr enge Glaubenswege vorschreibt, die Bibel als verbal inspiriert sieht und sie wortwörtlich versteht, egal, was ist und oft auch für komplexe Fragen einfache Antworten bereit hält. Ich will damit niemanden angreifen aber vielen Menschen, die darin aufgewachsen sind oder sich längere Zeit dort heimisch gefühlt haben, wird es irgendwann zu eng. Sie machen Erfahrungen, die sich nicht mit dem Gelernten decken, erleben Gott auf eine andere, teilweise verstörende Art - oder eben gar nicht. Und wenn wir dann unseren Glauben behalten wollen, müssen wir Wege finden, damit umzugehen. (Manche verlassen auch den Glauben ganz.)
Bedeutet: wir haben uns mal der evangelikalen Richtung zugehörig gefühlt, tun das aber jetzt nicht mehr, haben aber unseren Glauben nicht verloren, er hat sich nur weiter entwickelt. Mehr sagt der Begriff eigentlich gar nicht aus. Zugegeben, ich finde ihn auch unglücklich gewählt, andere nennen es progressiven Glauben, meint eigentlich etwas Ähnliches. Ich mag beide Begriffe nicht wirklich, weil sie klingen, als würden wir uns für etwas Besseres halten.
Viele von uns hören Hossa Talk und Worthaus, denn sie helfen, sich abzuarbeiten an Altem, das Ganze zu überprüfen, was jetzt wirklich "biblisch" ist und was nur von Menschen dazu gedichtet wurde und was es bedeuten kann, heute an einen Gott der Liebe zu glauben. Viele von uns haben geistlichen Missbrauch erlebt und reagieren deswegen auch sehr empfindlich, wenn es um bestimmte (angeblich) biblische Behauptungen geht oder bei Phrasen wie "Gott hat mir gesagt, du sollst..." oder "Es steht aber in der Bibel, dass..." Wir diskutieren gerne, möchten aber in unseren Erfahrungen und Denkweisen ernst genommen werden. Viele von uns beschäftigen sich auch mit wissenschaftlicher Theologie, ich zB möchte bald Althebräisch lernen, um so einige Begriffe wie "Gerechtigkeit Gottes" oder "Zorn Gottes" besser zu verstehen.
Ich hoffe, das bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Liebe Grüße!
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Re: postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Jonas am 12.03.2019 13:01Grüß Dich Burgen!
Das derjenige, der sich dieser Glaubensrichtung zugehörig fühlt, sich nicht dem genauen Wortlaut des Evangeliums verpflichtet fühlt, sondern was danach gekommen ist und sich als "Evangelium" ausgegeben hat bzw ausgibt.
Als man sich noch dem Wort mehr verbunden gefühlt hat, war das die Regel, dass der Name inhaltlich auf die Person bzw auf ein besonderes Merkmal derselben, verweist.
Beste Grüße
Burgen
Gelöschter Benutzer
postevangelikale Glaubensrichtung, was ist darunter zu verstehen ?
von Burgen am 12.03.2019 07:36
Hallo ihr Lieben,
in einem Beitrag war zu lesen, dass jemand meint, in der postevangelischen Glaubensrichtung unterwegs zu sein - mit seinem Leben, in seinem Leben. Was kann man darunter verstehen?
Eher soetwas wie in der heutigen Losung für den Tag: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau - und Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böseses?"
Das soll keine rethorische oder aufmücksige Frage sein. Sondern ganz ehrlich gefragt. Weil ich diese Aussage nicht verstehe. Weder mit dem Herzen, noch mit dem Denken.
Ich für meinen Teil bin schon als Kind gerne mit biblischen Geschichten umgegangen und auch ganz alleine in den Gottesdienst gegangen.
Kann mich daran erinnern, in der letzten Reihe am Gang gesessen zu haben.
Und dann fand das unvermeidliche statt - die Leute vorderste Reihen drehten sich um und ein Raunen ging durch die Lukaskirche in HH.
Später während der Schulzeit rührten biblische Betrachtungen im Religionsunterricht total mein Innerstes an.
Leider dauerte es dann noch viele Jahre, bis Gott mich mit Menschen zusammenbrachte, die mich lehrten, was das Wort Gottes zwischen dicken Buchdeckeln für mein Leben zu bedeuten haben könnte.
Ein Leben ohne Bibelstudium oder einfach die biblischen Aussagen zu entdecken, ist für mich inzwischen undenkbar. Gott hat immer noch sehr viel "Arbeit" mit mir. Jedoch darf ich dies alles genießen. Und Lernen macht bekanntermaßen Freude, sogar wenn es mit Schmerzen verbunden ist.
Im AT gibt es einen jungen Mann, der von seiner Mutter nach der schmerzhaften Geburt, den Namen "Schmerz" erhielt.
Stellt euch vor, jedermann ruft laut sein Kind: Schmerz, komm mal her. Wir wollen verreisen, Schmerz, zieh dir was schönes, buntes an. ...
Und dieser Junge arbeitete sich aus seinem "Schmerz" heraus und ließ sein Gebiet von Gott erweitern, indem er in der Gunst Gotttes lebte und von den Menschen geachtet wurde.
Also, nochmal die Frage, was ist unter einer postevangelikalen Glaubensrichtung zu verstehen?
LG
Burgen